|
 |
 |
| |
 |
| |
 |
| |
Projekte 2005 |
| |
|
| |
| R-115/03 |
"Neubewertung
des Erdbebens in Basel von 1356"
Dr. Donath Fäh, Schweiz. Erdbebendienst ETH Zürich.
Fr. 80'000.-
Die heutige Beurteilung des Erdbebens von Basel im Jahre 1356
stützt sich weit gehend auf sekundäre Quellen. Die
Auswirkungen in der Umgebung der Stadt Basel sind nur bruchstückhaft
bekannt. Die Gesuchsteller schlagen deshalb vor, die Wissenslücken
mit heutigen Mitteln zu schliessen unter Beizug von Spezialisten
aus verschiedenen Disziplinen: Mediävisten, zur Beurteilung
historischer Dokumente und zusammen mit Bauingenieuren der
Beurteilung der archäologisch erschlossenen Gebäudeschäden.
Die Bauingenieure sollen auch den Einfluss des Baugrundes auf
das Schadensbild abschätzen. Seismologen sollen schliesslich
das Beben besser charakterisieren können. Aus dieser
Zusammenarbeit soll eine Neubewertung möglich werden. |
| |
|
| P-102/05 |
"KIDSinfo – Mädchen
und Technik"
Dr. Andrea Leu, Dr. Barbara Tschopp, Vereinigung der Ingenieurinnen
(SVIN), Zürich Fr. 10' 000.–
Die cogito foundation hat bereits im Juni 2002 das Projekt
KIDSinfo mit CHF 2'000.- unterstützt. Während zwei
Jahren wurde es nun teilweise durch das Eidg. Büro für
Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt. Diese
Finanzierung läuft Ende 2005 aus. Das Projekt ist jedoch
langfristig angelegt, da auch heute noch viele Mädchen
bei ihrer Berufswahl einen technischen Beruf gar nicht in
Erwägung ziehen, weil ihnen dazu weibliche Vorbilder
fehlen.
KIDSinfo stellt das Spektrum von technischen Berufen für Mädchen
und Buben gleichermassen attraktiv dar. Die Schülerinnen erhalten früh
Einblick in technische Berufe von Frauen, die sie später Fächern
wie Physik, Chemie, Geologie etc. zuordnen können. Damit Probleme von
Naturwissenschaften und Technik in der Öffentlichkeit verstanden werden,
müssen die Grundlagen dazu bereits im frühen Schulalter vermittelt
werden.
www.kids-info.ch/an.html |
| |
|
| S-106/05 |
"A
comparative study of environmental conflicts over industrial
tree plantations
in Ecuador and Cameroon: What perspectives for sustainability"
Julien-François Gerber, Graduate Institute of Development Studies, Universität
Genf;
Prof. Dr. Jean Martinez Alier, Inst. of Environmental Sciences/Technologies,
University of Barcelona Fr.
47’500.- für 3 Jahre
Ausslandsdissertation eines dipl. Naturwissenschafter, der
in Barcelona doktoriert, wo er sich gleichzeitig eine Weiterbildung
in Wirtschaft und Sozialpsychologie verspricht. Als Naturwissenschafter
hat er erkannt, dass das Problem der Nachhaltigkeit – namentlich
in der Dritten Welt – nicht nur naturwissenschaftlich
angegangen werden kann, sondern auch entscheidende sozial-
und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte zu berücksichtigen
sind. Er wird die Wechselwirkungen zwischen Forstwissenschaft,
Sozialpsychologie und Wirtschaft in zwei Projektgebieten untersuchen,
in denen industrieller Waldbau betrieben wird: in Kamerun und
in Equador. Die Voraussetzungen sind in mancher Hinsicht vergleichbar
ausser in einer: die Rolle der indigenen Bevölkerung ist
gegensätzlich. |
| |
|
| R-110/05 |
"Die
Rolle der Emotion: Ihr Anteil bei menschlichem Handeln
und bei der Setzung sozialer
Normen" (Anschlussgesuch R-109/04)
Prof. Dr. Gerd Folkers, Collegium Helveticum, Zürich
Fr. 200'000.-
Die Arbeiten sind in den ersten 6 Monaten viel versprechend
angelaufen. Es zeigt sich, dass die verschiedenen Gruppen im
Laufe ihrer Arbeit auf Fragen stossen, die nur gemeinsam gelöst
werden können. Es erfolgte eine Erweiterung der Thematik:
neu „...und bei der Setzung sozialer Normen“ und
des Teilnehmerkreises. Das Thema wird aus Sicht der unterschiedlichsten
Disziplinen beleuchtet:
Sozialwissenschaften: Die neuronalen Grundlagen moralischer Emotionen. Dieses
Teilprojekt des cogito-Preisträgers Ernst Fehr hat bereits zu einer vielbesprochenen
Publikation in der Zeitschrift „Nature“ geführt (Oxytocin),
www.iew.unizh.ch/home/fehr/
Pharmakologie: Mechanismen der emotionalen Schmerzunterdrückung und ihre
Konsequenz für die rationale und "alternative" Schmerztherapie
unter besonderer Berücksichtigung von sozialem Rollenverhalten und kulturellen
Hintergründen (Prof. Gerd Folkers);
Neurologie: Selbstorganisation des Gehirns durch Erfahrung (Prof. Hanns Möhler);
Physik: Untersuchungen zum Code von Denken und Emotionen (Prof. Reinhard Nesper);
Geschichte: Emotion in der Masse: Historische Perspektiven (Prof. Jakob Tanner).
http://www.collegium.ethz.ch/projects/emotions.de.html |
| |
|
| R-112/05 |
"Kel Tamasheq" (Anschlussgesuch
R-108/04)
Prof. Reinhard Schulze, Anna Katharina Münch, Inst.
für Islamwissenschaft,
Universität Bern Fr. 90'000.-
Fortsetzungsgesuch, das Wege aufzeigen will, wie den in traditionellen
und religiösen Tabus gefangenen Nomaden des südlichen
Sahels den Zugang zur modernen Gesundheitsversorgung ermöglicht
werden kann. Methoden der präventiven und therapeutischen
Medizin einzuführen, scheitert oft an Misstrauen und Tabus.
Untersucht werden soll das individuelle und das soziale Krankheitsempfinden
dieser Leute von einer Schweizer Islamwissenschafterin, Anna
Katharina Münch und dem einheimischen Mediziner Mohamed
al Mouctar. Als Frau hat sie einen einfacheren Zugang zu den
Patientinnen, zumal sie die lokalen Berbersprachen spricht.
Das Projekt steht noch in der Phase der ersten Datenerhebungen. Diese verlaufen
angesichts der schwierigen, zum Teil dramatischen Umstände erstaunlich erfolgreich.
Behindert werden sie allenfalls dadurch, dass Nothilfe oftmals eine höhere
Priorität erhält als die Forschung. |
| |
|
| F-117/05 |
"Crossing
the boundaries between the normal and the paranormal" (Anschlussgesuch
F-110/03)
Dr. Peter Brugger, Dr. John Palmer, Neuropsychologische Abteilung,
Universitätsspital
Zürich Fr. 62'700.-
Es geht darum, das Phänomen des „Implicit Sequence
Learning“ besser zu verstehen, ein Phänomen, das
oft als Ausdruck telepathischer Fähigkeiten missverstanden
wird.
John Palmer und Peter Brugger haben im ersten Jahr bereits viele Experimente
durchgeführt, zum Teil mit überraschenden Ergebnissen. Es wurde bestätigt,
dass die Anhänger der Parapsychologie besser implizit lernen als die Skeptiker.
Eine Reihe von Experimenten deutet darauf hin, dass dies damit zu tun hat, welche
Hirnhälfte bei der Informationsgewinnung die Oberhand hat.
Es zeigt sich, dass man implizites Lernen leicht ausschalten kann: es funktioniert
nur, wenn die Probanden nicht wissen, dass sie etwas lernen werden. Viele Fragen
bleiben offen oder wurden neu aufgeworfen. Sie sollen während des Aufenthaltes
von John Palmer in Zürich noch beantwortet werden. |
| |
|
| R-122/05 |
"Inducing
corporeal illusions to understand self and subjectivity:
Combining
Philosophy of Mind and Cognitive Neuroscience"
Prof. Olaf Blanke, EPFL, Lausanne Fr. 78'464.-
In Zusammenarbeit mit dem Kognitionsphilosophen Thomas Metzinger,
Mainz, sollen die verschiedenen „Out of Body Experience“(OB)
Phänomene untersucht werden. Diese lassen sich einerseits
neurophysiologisch weitgehend deuten, doch berühren
sie fundamentale Fragen der Rolle des Selbst. Es ist vorgesehen,
bei gesunden und psychiatrischen Probanden (zum Teil mit
spontanen OB-Erfahrungen) solche Empfindungen durch Stimulation
bestimmter Areale des Cortex zu erzeugen. Dafür gibt
es nicht invasive Methoden. Durch die Beobachtung des Phänomens
mittels fNMR und EEG sowie Befragungen der Probanden sollen
die Daten erhoben werden, welche ein tieferes Verständnis
des Ich-Bewusstseins ermöglichen könnten. |
| |
|
| T-125/05 |
"Von
0 auf 100 – vom alt werden und jung bleiben"
Prof. Dr. Alexander Borbély, Dr. Petra Bättig-Frey,
Dr. Isabel Klusman, Life Science Zürich, Universität
Zürich. Fr. 50'000.-
Durchführung einer Podiums-Diskussions-Reihe zum Thema “Altern” anässlich
der Zürcher Life-Science-Woche vom 12.-19. Mai 2006.
Die Veranstaltungen stellen hochaktuelle, interdisziplinäre
Themen vor, die von grossem, allgemeinem Interesse sind und
somit bestens geeignet, wichtige Aspekte der Hochschulforschung
auf verständliche Weise darzustellen. Die Inhalte der
3
cogito-Foren: “Neue Harmonie oder Generationenkonflikt?”,
(12. Mai 2006) “Gesund sein bis zum Tod ? - Medizin am
Lebensende” und “Vom Jugendwahn zum Alterskult – Jugend
und Jugendlichkeit” (beide am 13. Mai 2006) stützen
sich auf die vielfältigen wissenschaftlichen Forschungsprojekte
ab, die auf diesen Gebieten bei den Zürcher Hochschulen
laufen. Auf attraktive Weise soll so einem breiten Publikum
Forschung näher gebracht werden. Das Projekt schlägt
Brücken zwischen der Medizin und den Naturwissenschaften
einerseits und den Geistes- und Sozialwissenschaften andererseits.
|
| |
|
| S-127/05 |
"Bleibender
Schutz gegen invasive Bakterienerkrankungen"
Doktorandin Géraldine Blanchard, Universität Genf,
resp. Oxford University
Stipendium für 3 Jahre in der Höhe von je Fr. 14'000.-
Doktorarbeit zum Thema “Immunreaktion von Zellen und
Wirkung von Impfungen gegen Meningitis“ an der University
of Oxford bei Prof. Andrew Pollard, einem europaweit führenden
Spezialisten auf dem Gebiet der ansteckenden Bakterienerkrankungen.
Ziel der Arbeit ist es, die Immunreaktion gegen die Bakteria „Neisseria
Meningitidis“ verstehen zu lernen und zu analysieren
wie das Immunsystem auf eine Impfung mit dieser Bakterie
reagiert (Reaktionszeit und Vermehrungsgeschwindigkeit).
In der zweiten Phase soll der soziale und ökonomische
Zusammenhang einer Impfung untersucht werden. Dabei soll
die Forschungsmethodik der Naturwissenschaften (biologische
Zellforschung) und der Sozialwissenschaften (qualitative
Interviews) genutzt werden. Ein Teil ihrer Doktorarbeit widmet
sich der Frage, wie Impfungen in Entwicklungsländern
erschwinglich, einfach anzuwenden und gesellschaftlich akzeptiert
gemacht werden können. |
| |
|
| P-128/05 |
"Life Science Learning Center"
Dr. Peter Jann, Geschäftsführer LSLC, Universität
Zürich
für 2 Jahre als Anschubfinanzierung Fr. 55'000.-
Life Science Zurich möchte Schulklassen und der interessierten Öffentlichkeit
ermöglichen, nach Voranmeldung, jederzeit Labor-Demonstrationen
und Praktika zu besuchen. Damit soll das Verständnis
für Life Science in der Gesellschaft erhöht werden.
Das Life Science Learning Center (LSLC)
wird auch Bindeglied zwischen der pädagogischen Hochschule, dem Zürcher
Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik
sowie den Fachwissenschaften der Biologie von ETH und Universität
Zürich. Auf diese Weise fördert es die Zusammenarbeit
und den Dialog zwischen den naturwissenschaftlichen Disziplinen
der Life Sciences und der geistes- und sozialwissenschaftlich
orientierten Pädagogik. Für die Startphase
soll ein didaktisch naturwissenschaftlicher Projektmitarbeiter
für 1 Jahr im Rahmen einer 30% Anstellung verpflichtet
werden.
Das Projekt will 4 Ziele erreichen: - Fachvertiefende Ausbildung in den Life Sciences für
zukünftige Lehrpersonen,
- Weiterbildungsangebot für Mittelschullehrpersonen,
- Labor-Demonstrationen und Praktika für Schulen
und Öffentlichkeit,
- zusätzlich soll auf Internet
eine Wissens-, Lehr- und Lernplattform über Life Sciences
aufgeschaltet werden.
|
| |
|
| |
|
|
|
 |