|
 |
 |
| |
 |
| |
 |
| |
Projekte 2009 (Last Update: 07.05.2010) |
| |
|
| |
| P-101/09 |
"KIDSinfo - Daniela Düsentrieb braucht Kolleginnen!"
Dr. Barbara Tschopp, SVIN, Schweiz. Vereinigung Ingenieurinnen, Zürich
(Anschlussgesuch P-104/02 u. P-102/05) Fr. 10'000.-
Die cogito foundation hat das Projekt bereits 2002 mit Fr. 2'000.- und 2005 mit Fr. 10'000.- unterstützt. Während zwei Jahren wurde es teilweise durch das Eidg. Büro für Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt. Das Projekt ist jedoch langfristig angelegt, da auch heute noch viele Mädchen bei ihrer Berufswahl einen technischen Beruf gar nicht in Erwägung ziehen, weil ihnen dazu weibliche Vorbilder fehlen.
KIDSinfo stellt das Spektrum von technischen Berufen für Mädchen und Buben gleichermassen attraktiv dar. Die Schülerinnen erhalten früh Einblick in technische Berufe von Frauen, die sie später Fächern wie Physik, Chemie, Geologie etc. zuordnen können. Damit Probleme von Naturwissenschaften und Technik in der breiten Öffentlichkeit verstanden werden, müssen diese den Schülern bereits im frühen Schulalter nahe gebracht werden. Auf dieser Altersstufe fehlen jedoch konkrete und realitätsbezogene Massnahmen oder Lehrmittel. Mit dem für einstündige Präsentationen speziell erarbeiteten Material (Foliensatz, Bilder) und weiteren Informationsmitteln (Flyer, Plakate und Internet) tragen die Gesuchstellerinnen zum Stiftungszweck bei: Ein besseres Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit zu erreichen. Dies geschieht in besonderem Masse bei Frauen, einem wichtigen Zielpublikum für unser Anliegen.
www.kids-info.ch/an.html |
| |
|
| P-103/09 |
"Brain Bus: Mobile Ausstellung zu Themen rund ums Gehirn"
Mark Bächer, Life Science Communication AG, Küsnacht, Fr. 60'000.-
Um das Verständnis für Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften zu fördern und als Ergänzung zu den jährlich stattfindenden "Brain Awareness Weeks", entwickelte Life Science Communication das Projekt "Brain Bus". Anstatt Einzelausstellungen immer wieder auf- und abzubauen, sollen die wissenschaftlichen Inhalte in einen Bus integriert werden, der an verschiedene Orte gefahren und dort genutzt werden kann. Die cogito foundation finanziert diesen Bus (Fr. 20'000.-) und die Innenausstattung
(Fr. 40'000.-) und stellt ihn der EDAB (Europäische Dana Alliance for the Brain) und weiteren universitären Institutionen für Informationsanlässe rund um Life Science Themen zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit verschiedenen neurowissenschaftlichen Instituten und Life Science Zurich werden die Ausstellungsinhalte und didaktisches Material für Lehrpersonen erarbeitet. Die mobile Ausstellung vermittelt Grundlagen zur Anatomie und Funktionsweise des Gehirns und zeigt mit eingängigen Experimenten Erkenntnisse aus dem Bereich der Neuro- und Life Science Wissenschaften. Die Inhalte richten sich an die breite Bevölkerung, wobei ein Schwerpunkt auf der jungen Generation liegt, bei der das Interesse an Naturwissenschaften auch im Hinblick auf die Berufswahl geweckt werden soll. Dank der spielerischen multimedialen Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte eignet sich der Bus besonders für Besuche von Schulklassen.
Ab Mitte April 2010 wird der "Brain Bus" während rund 100 Betriebstagen an über 20 Standorten in der Deutschschweiz und der Romandie, an Schulen, Universitäten und auf öffentlichen Plätzen stationiert sein. In Ergänzung zum Ausstellungsbetrieb finden auch Veranstaltungen zu Themen aus der Hirnforschung statt.
www.brainbus.ch |
| |
|
| P-104/09 |
Ausstellung "Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit"
Dr. Isabel Klusman, Life Science Zürich, Universität Zürich Fr. 17'505.-
Zu den vielfältigen Aktivitäten, welche die Lebenswissenschaften der Universität und ETH Zürich zum Darwin-Jahr 2009 organisieren, gehört als Höhepunkt die dreitägige RailCity-Ausstellung im Hauptbahnhof Zürich (4. - 6. September 2009). Die weltweit einmalige Ausstellung «Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit» gibt Auskunft über wichtige Ereignisse der Evolutionsgeschichte, von den Wurzeln vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren bis heute. Sie beantwortet Fragen wie: Woher kommen wir? Wie lange gibt es uns schon? Der in der Bahnhofshalle nachgebildete Baum lädt Kinder und Erwachsene ein, mehr über das Thema «Darwin und die Evolution» zu erfahren. Informationstafeln, Filmsequenzen, Experimente und Broschüren erklären wichtige evolutionsbiologische Begriffe und Mechanismen und der Baum bietet die Möglichkeit, die Evolutionswege regelrecht abschreiten zu können. Fachleute stehen bereit, um zusätzliche Informationen zu liefern. Eine weitere Attraktion sind die Dinosaurierskelette und andere Tierpräparationen, aber auch lebende Tiere wie zum Beispiel Riesenschildkröten.
Die cogito foundation finanziert den Flyer und den "Guide der Evolution" zur Ausstellung.
http://www.uzh.ch/news/articles/2009/den-stammbaum-des-lebens-entdecken.print.html |
| |
|
| T-105/09 |
"Emotions & machines"
Dr. Thomas Cochrane, Swiss Center for Affective Sciences, Universität Genf Fr. 2'200.-
Das Nationale Kompetenz-Zentrum (NCCR) für "Affective Sciences" ist ein Forschungsnetzwerk an der Universität Genf, finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds. Verhalten kann oft nicht verstanden werden ohne Einbezug von affektiven Phänomenen. Das NCCR bringt Forscher zusammen, welche biologische, psychologische und soziale Affekte studieren. Daraus soll ein besseres Verständnis von Emotion, Motivation, Stimmungen, Stress von verschiedenen Perspektiven analysiert werden. Dafür arbeiten Psychologen, Philosophen, Wirtschaftswissenschafter, Juristen, Kriminologen, Psychiater, Neurologen, Bildungswissenschafter, Soziologen, Literaturwissenschafter, Historiker und Sozialanthropologen zusammen.
Zum Thema "Emotionen und Maschinen" organisiert der Gesuchsteller am 21. August 2009 an der Universität Genf eine Tagung, um Fragen zu diskutieren, wie Menschen auf Maschinen emotional reagieren, wenn letztere in Funktion und/oder Aussehen etwas "Menschliches" haben. Referenten aus vielen Fachgebieten wie Robotik, Computerwissenschaften, Philosophie, Politik und Musikwissenschaft sind eingeladen. Die cogito foundation übernimmt die Kosten der auswärtigen Referenten der Tagung "Emotions & Machines".
http://www.affective-sciences.org/event/2308 |
| |
|
| R-117/09 |
"Mapping the evolution of intelligence"
Dr. Alex Taylor, University of Auckland Fr. 52'000.- (2 Jahre)
Das Projekt will die in der menschlichen Kognitionsforschung intensiv diskutierte Frage, wie stark menschliche Intelligenz modular organisiert ist, untersuchen. Es geht darum, herauszufinden, ob Problemlösungsstrategien z.B. im technisch-naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Bereich in unterschiedlichen neuronalen Repräsentationen verankert sind, weil diese sich evolutiv unter unterschiedlichen Selektionsdrucken herausgebildet haben. Wie die höheren Primaten bei den Säugetieren, haben bei den Vögeln die Rabenarten die höchsten mentalen Fähigkeiten entwickelt. Der Gesuchsteller will der Modularitätsfrage bei vier Corviden-Arten vergleichend ethologisch nachgehen. Die vier Arten verfügen in ihrer natürlichen Umwelt über verschiedene Typen von Problemlösungsstrategien, die Taylor als "physical cognition" (z.B. Futtergewinnung unter Werkzeuggebrauch) und "social cognition" (z.B. Futterverbergen vor Artgenossen) klassifiziert. Im Labortest sollen alle Arten mit demselben Set von Aufgaben aus beiden Bereichen konfrontiert werden. Die Frage lautet, ob sich die biologisch differenziert vorgeprägten Arten bei den Problemlösungstests unterscheiden, ihre Strategien also domänenspezifisch organisiert und gebunden sind, oder ob die Tiere über die Aufgabenstellung hinweg generalisieren können.
Das Projekt soll während seiner Postdoktorandenzeit in Neu Kaledonien - bei einer der vier Testarten, der auf Werkzeuggebrauch bisher schon gut untersuchten New Caledonian Crow - durchgeführt werden und zentrale Fragen der Kognitionsforschung bearbeiten. |
| |
|
| T-124/09 |
"Tagung Blicklandschaften ZH"
Prof. Christophe Girot, Dr. Fred Truniger, ETH Zürich Fr. 8'000.-
Die Theorie der Landschaft ist seit einigen Jahrzehnten in Bewegung geraten. Doch es erstaunt, wie wenig neben den Veränderungen im Realraum, die veränderte Wahrnehmung der Landschaft diskutiert wird.
Obwohl theoretische Ansätze existieren, die neben der landschaftlichen Topografie auch das wahrnehmende, interpretierende und sozial interagierende Wesen "Mensch" als eigentlichen Produzenten der Landschaft thematisieren, wird in der Praxis der Landschaftsarchitektur die zentrale Frage nach der visuellen Kultur des Entwurfs oft nicht gestellt. Mit der Tagung "Landscape Video Conference", die vom 13. – 15. Mai 2010 in Zürich stattfindet soll eine transdisziplinäre Diskussion über die visuelle Kultur der Landschaftsarchitektur angeregt werden.
Die Konferenz beleuchtet drei Schwerpunkte:
- Transcriptions vereint Ansätze, welche die Topografie in visuelle Medien übersetzen und behandelt insbesondere die Entwicklung neuer Kartografien.
- Experience rückt die Visualisierung der körperlichen Erfahrung ins Zentrum.
- Narratives schliesslich behandelt die Rolle von Erzählungen in der Repräsentation von Landschaft.
Als Begleitprogramm der Konferenz finden drei Filmabende statt:
Am 13. Mai 2010 werden im Filmpodium Zürich die 3 Kurzfilme "Divina Obsesión", "Alles was wir haben" und "Oral History" von Volko Kamensky gezeigt, mit anschliessender Diskussion zwischen Fred Truniger und dem Filmemacher.
Am 14. Mai 2010 findet die Eröffnung der Ausstellung "Blicklandschaften" auf der Polyterrasse der ETH und die Buchvernissage der Publikation "Blicklandschaften – Landscape in Motion" statt. Keynote Speaker ist Amos Gitai, Filmemacher Paris/Tel Aviv, dessen Film "Wadi 1981-1991" gefolgt von einer Diskussion mit Christophe Girot.
Am 15. Mai 2010 diskutiert der Filmemacher Christoph Hochhäusler nach der Visionierung seines Films "Falscher Bekenner" mit Sabine Wolf.
http://www.landscapevideo.net |
| |
|
| R-125/09 |
"Visualisierung von Wissen"
Prof. Dr. Paul Michel, Universität Zürich Fr. 80'000.- (2 Jahre)
Wissensvermittlung geschieht nicht nur mittels Sprache, sondern (vor allem seit der Entwicklung guter Reproduktionstechniken im Buchdruck) immer mehr durch Bilder, Schemazeichnungen und andere Graphiken. Wie erfüllen die Illustratoren den Auftrag, ein bestimmtes Wissens-Element graphisch zu realisieren? Das Ziel ist, einen hinlänglich auflösendes, systematisches, womöglich kulturübergreifendes Kategorienraster, gleichsam eine "Grammatik der Bildsprache" zu erstellen, das Visualisierungen zu analysieren vermag. Klassifiziert wird nach drei Dimensionen:
- (O) Logischer Status des Objekts, das visualisiert wird.
- (F) Funktion(en) des Bildes.
- (T) Techniken der Visualisierung.
Die Beschreibung eines Bildes geschieht mit einem O-F-T-Tripel. Um Trennschärfe zu bekommen, muss eine hinlänglich grosse Zahl (je etwa ein Dutzend) von einzelnen Objekt-Typen, Funktionen, Techniken unterschieden werden.
Sinnvollerweise geht man von einfachen Fällen aus, die sich in der Zeit noch wenig weit entwickelter Naturwissenschaft und Technik sowie in wissensvermittelnden Werken für Laien (mithin in älteren Lexika, Enzyklopädien) am ehesten finden. Um nicht in einer einengenden eurozentristischen Logik befangen zu bleiben, soll das Problem parallel in einer aussereuropäischen Kultur (China, wo es eine reiche illustrierte Enzyklopädistik gab und gibt) verfolgt werden. |
| |
|
| R-129/09 |
"Farbeinsatz im Neuroimaging"
Dr. Deborah Ann Vitacco, USZ; Dr. Markus Christen, UFSP Ethik, Uni Zürich Fr. 62'000.-
Im Rahmen einer Art "Ikonographie der Bilder vom Gehirn" wollen die Gesuchssteller die Farbkodierung neuronaler Gehirnaktivitäten - wie sie mit bildgebenden Verfahren erfasst werden - einer kritischen Analyse unterziehen. Das Problem wird von den Neurowissenschaftern selbst gar nicht oder höchstens marginal und wenn, dann rein technisch behandelt. Viele Fragen stehen zur Diskussion:
- Wie werden die analog registrierten neuronalen Aktivitäten kategorial in Farbklassen übersetzt?
- Welche Farben und Farbabstufungen werden gewählt?
- Wie variiert die Farbkodierung je nach der anvisierten Zielgruppe?
- Welche Reaktionen lösen verschiedene Farbkodierungsweisen wahrnehmungspsychologisch beim Betrachter aus?
Die Gesuchssteller sehen in den beim Neuroimaging erhaltenen Bildern nicht nur sekundäre Produkte der Messverfahren, sondern operationelle Instrumente, die selbst auf die weitere Datenerfassung zurückwirken - nicht zuletzt deshalb, weil die "Daten" auf technisch aufwändigen Selektionen und Verarbeitung grosser Primärdatenmengen beruhen. Zunächst sollen die Farbkodierungsmodi in Artikeln verschiedener Zeitschriftenkategorien systematisch erfasst werden. Anschliessend sollen die Forschenden online die folgenden Fragen beantworten müssen:
- Anhand welcher Kriterien wurde wann welche Farbkodierung vorgenommen?
- Haben sich bestimmte Standards herausgebildet?
- Welche Rolle spielt das Wissen um die wahrnehmungspsychologische Wirkung beim Betrachter?
- Kommen beim Bildgeber ikonographische Kenntnisse zum Einsatz?
Damit soll kritisch analysiert werden, welche komplexen Prozesse der Generierung von Fehlfarbenbildern lokalisierter Gehirnaktivitäten zugrunde liegen, damit die erhaltenen Bilder nicht einfach plakativ für simplifizierende Aussagen von oft weitreichender Bedeutung eingesetzt werden. Die cogito foundation finanziert dafür eine 50%-Stelle während eines Jahres. |
| |
|
| T-135/09 |
"Mathematics as Practice and Culture: Interdisciplinary Perspectives
on Mathematics"
Prof. Martina Merz, Soziologisches Institut Universität Luzern Fr. 11'800.-
Die Gesuchstellerin hat an der Ludwig-Maximilian Universität München in Physik promoviert und sich später der Geschichte der Wissenschaft zugewandt. Sie ist Mitglied des Organisationskomitees der Tagung "Mathematics as Practice and Culture", die vom 27.-29. Mai 2010 in Bielefeld stattfinden wird. Die Epistemologie der Naturwissenschaften geht unter anderem der Frage nach: was sind wissenschaftliche Erkenntnisse. Dabei wurde die Mathematik lange Zeit weitgehend unberücksichtigt gelassen. Die Frage, ob eine mathematische Erkenntnis entdeckt oder erfunden wurde ist besonders heikel, wie etwa das Beispiel des sechsten platonischen Körpers im vierdimensionalen Raum zeigt. Auch die Frage, welches denn die "epistemischen Dinge" der Mathematik sind, blieb lange Zeit unbeantwortet. In den letzten Jahren hat man sich vermehrt an solche Themen herangewagt und die Tagung soll die daran Forschenden zum Gedankenaustausch vereinen und verspricht interessante Gespräche. Dafür werden die Reisespesen der Referenten finanziert.
http://www.socialsciences.manchester.ac.uk/disciplines/sociology/events/mpc/
|
| |
|
| T-137/09 |
"TEXTURES", 6. Europäische Tagung der SLSA / 1. Konferenz der SLSAeu.
Dr. Manuela Rossini, European Society for Literature, Science, and the Arts (SLSAeu) Fr. 6'000.-
Die internationale Society for Literature, Science and the Arts (SLSA) fördert den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Natur- und Technikwissenschaften, Computer- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin, den Sozial- und Geisteswissenschaften und den Künsten. Seine Mitglieder treffen sich jährlich in den USA (Herbsttagung) und seit 2000 jedes zweite Jahr in einem europäischen Land (2000: Brüssel; 2002: Aarhus; 2004: Paris; 2006: Amsterdam; 2008: Berlin). 2008 wurde die europäische Schwestergesellschaft der SLSA ins Leben gerufen (SLSAeu). Die erste Konferenz wird vom 15.-19. Juni 2010 in Riga (Lettland) stattfinden.
Die Tagung widmet sich dem Thema TEXTURES und wird vom internationalen akademisch-künstlerischen Netzwerk electronic text and textiles (e-t+t) organisiert. Die Teilnehmenden sind aufgefordert, sich mit den Stoffen, Strukturen, Oberflächen und Interfaces einer durch die Technowissenschaften und vernetzte Medien stark veränderten Welt auseinanderzusetzen. Diese Transformationen weisen klare "Texturen" auf, die sowohl durch verbale und nicht-verbale "Texte" entstanden sind wie auch durch die Interaktion zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Systemen, die sich oftmals einer symbolischen Deutung entziehen. Thematische Schwerpunkte des wissenschaftlichen und künstlerischen Programms sind: Materialität und Textualität, Netzwerke und Nachhaltigkeit, Tissue Cultures, Architexturen, Kunst als Forschung.
Die cogito foundation finanziert die folgenden ausländischen Keynote-Speaker Catherine Malabou, Frankreich; Daina Taimina, USA; Joanna Zylinska (UK).
www.e-text-textiles.lv/SLSAeu2010/home.htm |
| |
|
| T-138/09 |
"Hat der Humanismus eine Zukunft? – L’Humanisme a-t-il un avenir?"
Prof. A. Holderegger, Universität Freiburg Fr. 5'000.-
Ein international und interdisziplinär besetztes Symposium widmete sich vom 3.-5. Dezember 2009 der Frage: Hat der Humanismus eine Zukunft? Den Begriff des Humanismus lieferte das «Leitbild» der Universität Freiburg selbst. Es verweist nicht nur auf die Verantwortung der Wissenschaften gegenüber dem Menschen und seiner Welt, sondern auch auf die innere Verbindung der Wissenschaften und Fakultäten untereinander. Das Symposium ging der Frage nach, inwiefern der Begriff angesichts heutiger Herausforderungen durch den technologischen Fortschritt in Wissenschaft und Gesellschaft noch als Leitbegriff dienen kann. Enthält er ein kritisches Potential; hilft er einen normativen Begriff von Menschenwürde gegenüber naturalistischen Deutungen des Menschen zu verteidigen? Das Programm war in sechs Sektionen gegliedert, welche die Themen "Naturalismus, Speziesismus, Vielfalt der Kulturen, Neuordnung des Wissens, säkulare und religiöse Deutungen, der zukünftige Mensch" aufgegriffen haben. Für die jeweiligen Sektionen konnten namhafte Referenten und Referentinnen gewonnen werden, die sich in ausgiebigen Diskussionen jeweils den kritischen Nachfragen der Ko-Referenten und des Publikums stellten. Den Auftakt zum Symposium bildete ein öffentlicher, äusserst anregender Vortrag von Prof. Julian Nida-Rümelin, München, zum Thema: Naturalismus und Humanismus.
Beim Verlag Schwabe Basel/Academic Press Fribourg wird voraussichtlich im Herbst 2010 ein Tagungsband im Umfang von ca. 600 Seiten erscheinen.
www.unifr.ch/ethique/assets/files/tagungskonzept |
| |
|
| T-146/09 |
"Environmental Decisions: Risks and Uncertainties"
Prof. Dr. Renate Schubert, Dr. Vivianne Visschers, IED ETHZ Fr. 12’000.-
Vom 25. - 29. April 2010 organisiert das Institut für Umweltentscheidungen zusammen mit der Professur für Sozialpsychologie der Universität Zürich (Prof. Gutscher) auf dem Monte Verità eine interdisziplinäre Tagung, welche die Entscheidungsprozesse von Umweltproblemen untersucht. Insbesondere soll versucht werden, individuelle und kollektive Umweltrisiken sowie deren Unsicherheiten besser verstehen zu lernen. Dies bedeutet, dass die Bewertung, die Wahrnehmung, das Management und die Steuerung von Risiken mit Personen unterschiedlicher Fachrichtungen diskutiert werden, um die wichtigsten Faktoren zu eruieren, welche den komplexen Entscheidungsprozess der Entscheidungsträger in der Gesellschaft beeinflussen. Zu diesem Thema gibt es in verschiedenen Ländern unterschiedliche Studien. Um globale Risiken, wie z.B. den Klimawandel besser steuern zu können, werden acht internationale Experten aus den USA (fünf), Norwegen, Deutschland und Grossbritannien und drei Schweizer Experten als Keynote-Speaker eingeladen, um mit den Mitgliedern der organisierenden Institute und weiteren Schweizer und internationalen Wissenschaftlern, Lösungen und Methoden für bessere Risikoentscheidungen zu erarbeiten.
Die Tagung ist in 4 Haupt-Themenkreise aufgeteilt, die in parallelen Workshops bearbeitet werden.
- Risikobewertung: z.B. Modellierung stochastischer Risiken, minimale Risiken, Umgang mit Unsicherheiten;
- Risikowahrnehmung: z.B. spätere Eintretenswahrscheinlichkeit von Risiken, Vertrauen in Wissenschaftler, Behörden, speziell auch im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel, etc.;
- Risikomanagement: z.B. Modellierung extremer Risiken, reale versus unrealistische Risiken;
- Steuerung von Risiken: z.B. Modellierung von verschieden guten Risiko-Regulierungen.
Die Themen werden immer im Zusammenhang mit Umweltproblemen diskutiert und in den Plenarteilen der Tagung zusammengeführt.
Die cogito foundation übernimmt die Kosten der internationalen Keynote-Speaker. |
| |
|
| S-147/09 |
"Interaktiv kontrollierte Sprache als Brücke zwischen Recht und künstlicher Intelligenz"
Dr. Stefan Höfler, Universität Zürich, Fr. 93'718.-
Künstliche Intelligenz und Recht erforscht, wie Methoden der künstlichen Intelligenz für theoretische und praktische Fragestellungen der Rechtswissenschaft eingesetzt werden können. Ein Hauptproblem stellt dabei die Tatsache dar, dass Gesetzestexte in natürlicher Sprache verfasst sind, während die Methoden der künstlichen Intelligenz über formal-logischen Repräsentationen operieren. Eine automatische Übersetzung von der einen in die andere Darstellungsform ist aufgrund natürlich sprachlicher Mehrdeutigkeiten nur schwer zu bewerkstelligen.
In diesem Projekt wird untersucht, ob sich Gesetzessprache (insbesondere die schweizerische Gesetzessprache) durch Einschränkungen ihrer Syntax und Semantik so kontrollieren lässt, dass sie einerseits natürlich und ausdrucksstark bleibt, andererseits aber maschinell in formale Logik übersetzt werden kann. Das Projekt ist eine Kooperation des Instituts für Computerlinguistik und des Zentrums für Rechtsetzungslehre der Universität Zürich und wird zusätzlich vom Sprachendienst der Bundeskanzlei begleitet. Es versucht einen zweifachen Brückenschlag zwischen Geistes- und Naturwissenschaften: Die Verbindung von natürlicher Sprache und formaler Logik soll die weitere Erforschung des Verhältnisses zwischen juristisch-hermeneutischem und formal-automatischem Schlussfolgern ermöglichen. Es sind sowohl theoretisch relevante Erkenntnisse (v.a. im Hinblick auf das Verhältnis zwischen schweizerischer Gesetzessprache und formaler Logik) als auch in der Praxis einsetzbare Produkte zu erwarten.
http://www.cl.uzh.ch/research/cnl/collegis.html
|
| |
|
| P-148/09 |
"Inter- und Transdisziplinarität Neuste Konzepte in Lehre und Forschung: Methoden, Tools, Evaluation"
Theres Paulsen, IUKB/Td-net, Sion, Fr. 5'000.-
Die Stellung der Wissenschaft in unserer Gesellschaft hat sich gewandelt. Wie kann sie den hohen Erwartungen und Anforderungen gerecht werden und dabei ihre Identität und Selbständigkeit bewahren?
Welchen gesellschaftlichen Beitrag leistet die Wissenschaft zum Fortschritt der globalisierten Welt? Der politische Druck nimmt stetig zu, Wissen gilt als die wesentliche Ressource westlicher Gesellschaften und soll für die Lösung ihrer Probleme zur Verfügung stehen. Damit verändert sich das Selbstverständnis der Wissenschaft grundlegend; bis anhin bewährte Arbeitsweisen und Methoden, die das Erkennen und Beschreiben fundamentaler Gesetzmässigkeiten in Natur und Gesellschaft ins Zentrum stellen, Berechnungen an- und Prognosen aufstellen, müssen um Konzepte erweitert werden, die es erlauben komplexe Probleme adäquat zu strukturieren und zu bearbeiten.
Hierzu müssen traditionelle Pfade verlassen, Gebietsgrenzen durchlässiger und die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht und gefördert werden. Dieser Aufruf ist nicht neu. Der Fokus der Forderungen ist dabei sowohl auf das In-Beziehungen-Denken gerichtet, wie auch auf die Suche nach Alternativen zu den etablierten Logiken des Trennens, Teilens und Zerlegens der Dinge, sodass Sowohl-als-Auch Denkansätze wissenschaftlich zugänglich werden.
Was bedeutet dies für Theorie und Praxis, für das Lehren und Lernen? Veränderungsprozesse sind im Gang, in der Ausbildung versucht man, auf diese neuen Anforderungen zu reagieren und zu neuen Denkansätzen anzuregen. Verschiedene Autorinnen und Autoren aus der Schweiz und dem französischsprachigen Ausland beschreiben ihre Reflexion und Umsetzung an ihrenWirkungsstätten und anhand verschiedener Thematiken. Es gibt Einblick in Unterrichtssequenzen und Forschungsbereiche, die aufzeigen, was es bedeutet disziplinenübergreifend zu denken und zu arbeiten und welche Hürden dabei noch immer zu meistern sind. Nur das Nachdenken darüber, wie die inter- und transdisziplinäre Arbeit an Hochschulen umgesetzt werden kann, bringt uns auch in der Überlegung weiter, welche Funktion die Wissenschaft als Begleiterin gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse übernehmen soll. Die Zusammenstellung von deutsch- und französischsprachigen Beiträgen legt zudem den Unterschied der beiden Denkkulturen offen, ohne diesen zu werten. Hiermit wird eine weitere Dimension des Voneinander-Lernens ermöglicht. Behandelte Themen sind: Problemorientiertes Lernen – Reflexion über wissenschaftliches Denken und die Anleitung dazu – interdisziplinäre Ansätze in der Ethik – Wandlung der Wissenschaften – Experten für Nachhaltige Entwicklung – Interkulturelle Kommunikation – Überlegungen zu den Möglichkeiten innerhalb des Bologna-Rahmens.
|
| |
|
| S-151/09 |
"The neurocognitive basis of congenital and posthypnotic synaesthesia"
Devin Blair Terhune, Universitäten Lund/Oxford Fr. 142'620.- (2 Jahre)
Der Gesuchsteller wird bei Dr. Roi Cohen Kadosh am Departement für Experimentelle Psychologie an der Universität Oxford mit fMRI- und TMS-Methoden die Frage prüfen, ob sich die neuronalen Mechanismen bei endogener und induzierter (virtueller) Synästhesie unterscheiden. Synästhesie beschreibt das recht seltene Phänomen, bei Wahrnehmung einer Sinnesqualität oder gar -modalität stets eine andere mit zu perzipieren, z.B. bei der am besten untersuchten Graphem-Farben-Synästhesie Buchstaben stets farbig zu sehen oder in anderen Fällen Farben stets mit bestimmten Klängen assoziiert wahrzunehmen. Sie kann congenital angelegt sein, lässt sich aber auch exogen - etwa durch Hypnose - induzieren. Als neurobiologische Grundlage der Synästhesie werden in der zur Zeit dominierenden Hypothese exzessive neuronale Verbindungen zwischen Gehirnregionen diskutiert. Der Gesuchssteller will mit der induzierten Synästhesie dagegen die Hypothese testen, dass physiologische Prozesse, wie vor allem Disinibitionen beim Synästhesie-Phänomen beteiligt sind. |
| |
|
| S-152/09 |
"Das Potential traditioneller Naturschutzgebiete für einen neuen Ansatz im Naturschutz"
Claudia Rutte, Universität Bern Fr. 67'200.-
"Sacred natural sites" existieren in vielen Ländern und in den verschiedensten Kulturen und Habitaten. Lokale Gemeinschaften haben Normen entwickelt, die auf spirituellen Werten basieren. Auf diese Weise wurden Landschaften wie Wälder, Flüsse, Seen, Berge seit vielen Generationen vor der Ausbeutung durch den Menschen geschützt.
Diese traditionellen Naturschutzgebiete können einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten, da sie Arten schützen, welche andernorts nur noch selten vorkommen. Zudem sind sie Beispiele von informellen Institutionen, die erfolgreich eine gemeinschaftliche Ressource schützen und daher Beispiele für menschliche Kooperation.
Um diese "traditionelle Naturschutzinstitution" zu untersuchen, wird eine Datenbank entwickelt, die grundlegende Informationen zu den "sacred natural sites" der Erde sammelt. Die Datenbank SANASI wird über ein Webportal zugänglich gemacht. Die Daten werden auf zwei Wegen gesammelt: Zum einen wird die vorhandene Literatur ausgewertet, zum anderen können Wissenschaftler und Laien ihr Wissen über eine Eingabemaske im Internet einbringen.
Um die Bedeutung der "sacred natural sites" für den Erhalt der Biodiversität zu untersuchen, wird das dortige Artenvorkommen mit dem Artenvorkommen in nahe gelegenen formellen Naturschutzgebieten verglichen. Der soziale und kulturelle Mechanismus, der dem kooperativen Schutz der Natur zugrunde liegt, wird anhand evolutionärer Modelle untersucht, welche die Existenz von Kooperation unter bestimmten Voraussetzungen erklären.
Die Erkenntnisse dieses Projektes können helfen das Naturschutzmanagement durch Einbeziehen des menschlichen Verhaltens zu verbessern. |
| |
|
| |
|
| |
|
|
|
 |