the cogito foundation
 
  Projekte 2011   (Last Update: 1.11.2011)
   
 
P-101/11

"ZURICH.MINDS Science Videos"
Dr. Rolf Dobelli, ZURICH.MINDS Foundation, Zürich Fr. 100'000.-

Die ZURICH.MINDS Foundation hat in den letzten vier Jahren im Raum Zürich einen wichtigen Austausch zwischen Wissenschaft,Wirtschaft und Kultur ins Leben gerufen. Es gelingt dem Gesuchsteller immer wieder, Forschende mit internationaler Ausstrahlung nach Zürich zu bringen und die Faszination der Wissenschaft zu vermitteln, die sonst hinter den Türen der Universitäten versteckt bleibt. Es ist wichtig zu zeigen, wie wissenschaftliche Entdeckungen unser Leben prägen und verändern. Zudem ist die ZURICH.MINDS Foundation Katalysator für interdisziplinäre Projekte, sei es zwischen den verschiedenen Wissenschaftsbereichen oder zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft. Nun möchte die ZURICH.MINDS Foundation die Faszination der Wissenschaft einer breiteren Bevölkerung vermitteln. Dazu sollen eine Reihe von inspirierenden Videos produziert werden, in denen die Forschenden selbst ihre Motivation und Faszination für ihre Untersuchungen und Experimente im Gespräch verständlich darlegen. Vorerst sind 50 solche Videos geplant.

Die Videos werden über die ZURICH.MINDS Webseite, YouTube, Facebook, Science Blogs etc. der Öffentlichkeit – insbesondere auch jungen Menschen – zugänglich gemacht, um diese für die Wissenschaft zu begeistern. Die cogito foundation bewilligt für die Produktion der ZURICH.MINDS Videos Fr. 100'000.-.

   
T-102/11

Symposium: "Himmelsgesetze – Naturgesetze: Rechtsförmige Interpretationen kosmischer Phänomene in der antiken Welt"
Profs. Konrad Schmid, Christoph Uehlinger, Theologische Fakultät, Universität Zürich Fr. 3'000.-

Am 5.-6. September 2011 findet an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich ein in Zusammenarbeit mit dem Forschungsfeld «Begriffe und Taxonomien» (Forschungsgruppe «Recht – Gesetz – Ordnung») des Universitären Forschungsschwerpunkts Asien und Europa und mit der Schweizerischen Gesellschaft für orientalische Altertumswissenschaft organisiertes Symposium statt. Es geht um die Erhellung der historischen Ursprünge, Bedingungen, Entwicklungen und Wirkungen der Anwendung von Gesetzesterminologie bzw. -metaphorik auf die Deutung kosmischer Phänomene. Im Unterschied zur herrschenden Forschungsmeinung, wonach die Vorstellung von Naturgesetzen zuerst im klassischen Griechenland entwickelt wurde, will das Symposium aufzeigen, dass altorientalische und alttestamentliche Texte sehr viel früher Regeln und Gesetzmässigkeiten thematisierten, die als Vorläufer der modernen Auffassung von Naturgesetzen zu verstehen sind. Damit möchte die Tagung zu einem umfassenderen und differenzierten Verständnis der Rede von «Naturgesetzen» in ihren historischen Entstehungskontexten gelangen und so die Vielgestaltigkeit der Interpretation regelhafter Prozesse in der Natur in der antiken Welt aufzeigen.
Die Beiträge der Tagung stammen von namhaften Vertreterinnen und Vertretern der Ägyptologie, Assyriologie, Bibelwissenschaft, Klassischen Philologie, Physik und Religionswissenschaft aus den USA, Europa und Israel: Matthias Albani, Moritzburg; Jeffrey Cooley, Boston; Jörg Hüfner, Heidelberg; Wayne Horowitz, Jerusalem; Francesca Rochberg, Berkeley; Stefan Maul, Heidelberg; Franziska Naether, Leipzig; Christian Wildberg, Princeton; David P. Wright, Brandeis, sowie von den Veranstaltern selbst.

Programm

   
T-106/11

"BrainFair 2012: Gehirn und Technologie"
Dr. Isabel Klusman, Life Science Zurich Fr. 10'000.-

Die Brainfair 2012 findet vom 12. -18. März 2012 an der ETH Zürich statt. Ziel der interaktiven Ausstellung ist es, die modernsten Technologien rund um das Gehirn der Öffentlichkeit näher zu bringen. Neben weiteren publikumswirksamen Aktivitäten sollen auch Laborführungen und Praktika für Schulklassen angeboten werden. Dafür werden Unterrichtselemente produziert und Schulklassen zu speziellen Führungen eingeladen. Die Praktikumseinheiten werden von zukünftigen Lehrpersonen, die am Life Science Zurich Learning Center ihre Masterarbeit schreiben, bis nächsten Frühling entwickelt. Diese Praktika sind aber nicht nur eine einmalige Angelegenheit für die BrainFair, sondern kommen danach im Rahmen des Life Science Learning Centers zum weiteren Einsatz.

Die cogito foundation finanziert Fr. 7'000.- für die Entwicklung der Lernmaterialien, Fr. 2'000.- für Klassenführungen während der BrainFair und Fr. 1'000.- für Besuche des Magnetresonanzzentrums am Kinderspital nach der BrainFair, d.h. total Fr.10'000.-.

   
F-112/11

"Depersonalization and body awareness in epileptic patients"
Dr. Lukas Heydrich, Universitätsspital Genf/ EPFL Fr. 20'050.-

Der Gesuchsteller möchte im Rahmen seiner klinischen Ausbildung am Department Neurologie der Universität Genf sein Forschungsprojekt weiterführen, welches bereits die Grundlage für seine Dissertation bei Prof. Olaf Blanke an der EPFL war. So plant er, seine klinische Anstellung auf 80% zu beschränken und beantragt, für die ausgesparte Forschungszeit von der cogito foundation einen 20%-Lohn zu erhalten.

Sein Projekt befasst sich mit den körperbezogenen Aspekten des "Ich-Bewusstseins". Diese sehr grundlegende Form des "Ich-Bewusstseins" (der Mensch erlebt sich und den Ursprung seines Erlebens als in seinem Körper lokalisiert) wurde beispielsweise bereits im Rahmen der ausserkörperlichen Erfahrung (out-of-body experience) bei Epileptikern im Vergleich zu gesunden Personen untersucht. Das geschieht einerseits mittels klinischer Methoden (Läsionsanalyse, Elektroenzephalographie), andererseits mit einem in Lausanne entwickelten und bereits gut erprobten experimentellen Verfahren, bei der sich die Versuchsperson mit Hilfe einer 3-D-Brille in die Videoaufnahmen ihrer selbst projiziert und sich virtuell ausserhalb ihres Körpers wahrnimmt. Ihrem realen Körper applizierte mechanische Reize empfindet sie, als habe man sie ihrem virtuellen Körper zugeführt.

Störungen des körperlichen "Ich-Bewusstseins" mit seinen Aspekten der "Ich-Lokalisation", "Ich-Perspektive" und "Selbstidentifizierung" können bei Epileptikern besonders ausgeprägt sein (neben ausserkörperlichen Erfahrungen können das auch depersonalisations-ähnliche Erfahrungen sein). Daher sollen im Projekt Epilepsie-Patienten mit Störungen des Ich-Bewusstsein sowohl mittels klinischen und experimentellen Methoden näher untersucht werden. Die Hypothese lautet, dass in Situationen virtueller Realität die Epilepsie-Patienten mit einer bereits bestehenden Störung des Ich-Bewusstsein der Körper-Illusion leichter als gesunde Probanden zugänglich sind. Gleichzeitig werden von bestimmten Cortex-Arealen die induzierten elektrischen Aktivitäten abgeleitet. Nach Vorstudien scheinen der rechte Gyrus angularis im Übergangsgebiet Temporal-/Parietallappen und der mediale präfrontale Cortex an jeweils verschiedenen Aspekten der körperlichen Selbstwahrnehmung beteiligt zu sein.

Durch die Zusammenarbeit mit Frau Prof. Margitta Seeck vom Genfer Universitätsspital ist die klinische Anbindung gegeben.

   
R-113/11

"Korrespondenz zwischen Johann I Bernoulli und Johann Jakob Scheuchzer"
Dr. Fritz Nagel, Bernoulli-Forschungsstelle der Universitätsbibliothek Basel Fr. 55'558.-

Dieses Gesuch ist im Zusammenhang mit der seit Jahren andauernden Edition der Briefwechsel der Mathematiker Bernoulli zu sehen, die der Gesuchsteller seit 1989 wissenschaftlich begleitet hat. Zum 550-jährigen Jubiläum der Universität Basel beschloss das Rektorat, ein "Bernoulli-Euler-Zentrum" zu gründen, in dem die Bernoulli- und die Euler-Edition in Zukunft beheimatet sein werden. Um die Arbeit der langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Bernoulli-Edition, Frau lic. phil. Sulamith Gehr, weiterführen zu können, gewährt die cogito foundation eine Übergangsfinanzierung für ein 50%-Pensum der Doktorandin. Frau Gehr bereitet eine Dissertation über Johann I Bernoulli unter der Leitung von Prof. Kaspar von Greyerz, Basel, vor. Im Rahmen des hier geförderten Projektes erarbeitet sie – ehrenamtlich begleitet vom Gesuchsteller – eine Edition der über 300 lateinisch und französisch geschriebene Briefe umfassenden Korrespondenz zwischen Johann I Bernoulli (1667-1748) und dem Zürcher Gelehrten Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733). Der schriftliche Dialog der beiden Gelehrten berührt fast alle Wissensgebiete ihrer Zeit. Der Inhalt der zu bearbeitenden Korrespondenz reicht von der Physik über die Mathematik bis hin zur Naturgeschichte und der Theologie sowie zur Geschichte Basels, Zürichs und der Schweiz in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kommentierung der Briefinhalte setzt daher Fachkenntnisse in verschiedenen Gebieten voraus und wird deshalb transdisziplinär und unter Beizug auch externer Editoren erfolgen. Das Projekt leistet insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der Lebensleistung und der Lebenswelten beider Briefpartner, zur kulturellen Topographie von Basel und Zürich im 18. Jahrhundert und damit zur Wissenschafts- und Kulturgeschichte der Schweiz.

   
T-115/11 

"Zürcher Wissenschaftstage – «Scientifica11»"
Prof. Dr. Daniel Wyler, Prorektor Universität Zürich Fr.40'000.-

Im Nachgang zu der «Nacht der Forschung» der Universität Zürich und der ETH möchten die beiden Universitäten auf dem Platz Zürich über ein Wochenende ihre aktuellen Forschungen gemeinsam der breiten Öffentlichkeit präsentieren. Damit soll der Forschungsstandort auf dem Platz Zürich gestärkt und gefördert werden. Forscherinnen und Forscher zeigen an der «Scientifica» vom Freitag, 26. bis Sonntag, 28. August, was die Wissenschaft bewegt.

Sie präsentieren im Lichthof der Universität, in der Haupthalle der ETH sowie im «Scientifica-Zelt» auf der Polyterrasse ihre neusten Projekte unter dem Motto «Energie für Geist, Körper und Alltag». Dabei zeigen sie eindrücklich, dass auch anspruchsvolle, wissenschaftliche Modelle kinderleicht zu verstehen sind.

Spannend ist zum Beispiel der Roboter-Workshop für 8- bis 16-Jährige, welcher am Sonntag, 28. August an der Universität stattfindet.

Beim Basteln eines DNS-Modells erfährt man, wie das menschliche Erbgut in den Zellkernen aufgebaut ist und wie gewisse Proteine (Histone) je nach Art des Umwelteinflusses Gene aktivieren oder blockieren können. Dieser Mechanismus sorgt zum Beispiel dafür, dass Mäuse, welche in einem abwechslungsreichen Umfeld leben, auch im hohen Alter noch sehr lernfähig sind.

Die cogito foundation unterstützt «Scientifica11» mit Fr. 40'000.-.für die Unterstützung der 50 Ausstellungsprojekte der Universität Zürich.

http://www.scientifica.ch/
http://www.uzh.ch/news/articles/2011/truemmerschlangen-und-begehbare-daermen.html