"Tagung Blicklandschaften ZH" 
Prof. Christophe Girot, Dr. Fred Truniger, ETH Zürich Fr. 8'000.-
Die Professur für Landschaftsarchitektur führte am 14. / 15. Mai an der ETH Zürich die LandscapeVideo Conference durch. Die Tagung fand in der Semper Aula der ETH Zürich statt, vor deren Balkonen auf der Polyterrasse die Ausstellung "Blicklandschaften" zu sehen war. An drei Abenden (13.-15. Mai) wurden ausserdem im Filmpodium der Stadt Zürich drei Filmprogramme gezeigt, welche die Diskussion um den Stellenwert filmischer Bilder für die Landschaftsarchitektur bereicherten.
Die Tagungsbeiträge waren in drei thematische Blöcke unterteilt:
Den Anfang machte unter dem Titel "Transcriptions" die Diskussion um die notwendigen Übertragungen von landschaftlichen Phänomenen in visuelle Formen, die für den Entwurf in der Landschaftsarchitektur unabdingbar sind. Nach einer Einführung durch Prof. Christophe Girot, der auch Einblick in die inzwischen zehnjährige Arbeit seines Lehrstuhls mit Video gewährte, widmeten sich sechs Beiträge den unterschiedlichsten Praktiken der Umsetzung von landschaftlichen Phänomenen in Bilder. Die Breite der Diskussion reichte von traditionellen Arbeitsweisen der Landschaftsarchitektur mit Bildern und Visualisierungen (Elena Cogato-Lanza, Martin Rein-Cano) über experimentelle Ideen der Übersetzung von Bewegungsphänomenen bzw. sozialer Fragestellungen (Prof. Charles Waldheim, Prof. Jörg Stollmann) bis hin zur Abbildungspraxis der Landschaft in den Arbeiten von Spiel- und Experimentalfilmregisseuren (Beatrice Schultz, Barbara Pichler).
Am zweiten Tag wurden zwei Themen diskutiert, die ins Zentrum der Auseinandersetzung mit Landschaft und Film weisen. Der Morgen stand unter dem Titel "Experience" und versammelte vier Vorträge, die sich den Schwierigkeiten näherten, das subjektive Erleben des Menschen in geeignete Repräsentationsformen zu überführen. Aus der Sicht der Architektur, des Filmemachens, der Soziologie sowie der Film- und der Landschaftstheorie wurde beispielsweise auf die Bedeutung des Tons als Teil der Atmosphäre der Landschaft hingewiesen (Marc Schwarz), der Film als Möglichkeit den gelebten Moment einzufangen behandelt (Prof. Christian Schmid, Dr. Robin Curtis) und der Wahrnehmungsmodus des (schnellen) Fahrens thematisiert (Dr. Janike Kampevold Larsen).
Am Nachmittag wurde abschliessend das Thema der "Narration" behandelt. In ihren Vorträgen gingen die drei Redner (Prof. Dr. Volker Pantenburg, Dr. Sébastien Marot, Volko Kamensky) auf Beispiele aus der Filmgeschichte ein, in welchen Sie darlegten, wie stark das Landschaftsverständnis von Erzählungen geprägt ist. Landschaftsbilder, so wurde klar, können kaum je ohne einen narrativen Kontext wahrgenommen werden, der die Art und Weise ihrer Bewertung durch den Menschen bisweilen vollständig monopolisieren kann.
Die drei Themen erfuhren in abschliessenden Paneldiskussionen eine Zusammenfassung, in welchen aber auch klar wurde, wie schwierig die Integration der unterschiedlichen Positionen von Landschaftsarchitekten und -theoretikern und Filmemachern und -theoretikern noch immer ist. Mit der Tagung ist auf dem Weg zu einer transdisziplinären Kooperation ein fruchtbarer Schritt getan worden. Gleichzeitig sind aber auch neue Herausforderungen in den Blick gerückt.
http://www.multimedia.ethz.ch/conferences/2010/landscapevideo |