Projekte
«Geowissenschftlicher Experimentier- und Spielekoffer»
Martin Wyss und Jörg Hermann
Die Geowissenschaften liefern zentrale Antworten auf einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie sichern wir Energie und Rohstoffe? Wie begegnen wir Naturgefahren und den Folgen des Klimawandels? Wie gestalten wir trotz Ressourcenknappheit eine lebenswerte Zukunft? Ungeachtet dieser enormen gesellschaftlichen Bedeutung stossen geowissenschaftliche Themen in der Öffentlichkeit und insbesondere bei Jugendlichen bislang auf wenig Interesse – mit absehbaren Folgen für den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs. Hier setzt das Projekt «Geowissenschaftlicher Experimentier- und Spielekoffer» an. Es verwandelt den Geografieunterricht am Gymnasium in ein interaktives Erlebnis: Statt abstrakter Theorie stehen eigenständiges Experimentieren, spielerisches Entdecken und praxisnahe Anwendungen im Mittelpunkt. Mit innovativen Materialien, anschaulichen Experimenten und eigens entwickelten Lernspielen werden komplexe Prozesse greifbar gemacht und mit dem Alltag der Schüler:innen verknüpft. Themen wie Energiewende, CO₂-Speicherung oder nachhaltige Rohstoffnutzung werden auf diese Weise verständlich, spannend und unmittelbar erlebbar. Der Experimentier- und Spielekoffer wird auch der breiten Öffentlichkeit in Naturhistorischen Museen / Naturmuseen zur Verfügung stehen. Mit dem Experimentier- und Spielekoffer entsteht ein lebendiges «Lernökosystem» im Sinne eines «Edutainments», das weit über das Klassenzimmer hinauswirkt. Er schafft weit mehr als nur neues Unterrichtsmaterial: Er weckt Neugier, stärkt das Verständnis für naturwissenschaftliche Grundlagenforschung, fördert eigenständiges, (natur-)wissenschaftliches Denken, vermittelt exemplarisch die Methodik des Erkenntnisgewinns und eröffnet Jugendlichen Perspektiven für Studium und Beruf. Langfristig trägt der Koffer auch dazu bei, die Naturwissenschaften generell und die Geowissenschaften im Speziellen als das sichtbar zu machen, was sie sind: Der Schlüssel, um den Herausforderungen unserer Zukunft adäquat zu begegnen. Dadurch wird eine Generation herangebildet, die fundierte Entscheidungen im Umgang mit den Ressourcen und Herausforderungen unseres Planeten treffen kann.
«Grundlagenforschung in Perspektive – eine multimediale Artikelreihe»
Hannah Schoch
Obwohl Grundlagenforschung die Basis vieler technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen bildet, ist ihre Bedeutung für viele Menschen ausserhalb der Hochschulen nicht leicht nachzuvollziehen, da der direkte Anwendungsbezug fehlt und die ursprüngliche Forschung häufig Dekaden zurückliegt. Durch die Verbindung von lebensnahen Beispielen, methodischer Reflexion und multimedialer Aufbereitung stärkt das Projekt „Grundlagenforschung in Perspektive“ das Verständnis für wissenschaftliche Denkweisen und macht die gesellschaftliche Bedeutung von Grundlagenforschung konkret nachvollziehbar. Gerade junge Menschen sind zunehmend mit gesellschaftlichen Entwicklungen konfrontiert, die ein grundlegendes Verständnis wissenschaftlicher Prozesse erfordern. Ziel ist es, für junge Menschen ausserhalb von Hochschulen, die dieses Verständnis nicht durch das Studium aufbauen können, greifbar zu machen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, sich weiterentwickeln und technologische sowie gesellschaftliche Veränderungen prägen. Durch das multimediale Format berücksichtigen wir ihre Mediennutzungsgewohnheiten und können sie so besser erreichen. Als multimediale Artikelreihe mit einem einleitenden Rahmenartikel und neun vertiefenden Einzelbeiträgen konzipiert, zeigen wir anhand konkreter Beispiele aus der Grundlagenforschung den Weg von naturwissenschaftlichen Entdeckungen hin zu heutigen Anwendungen mit gesellschaftlicher Relevanz. Dabei wird systematisch herausgearbeitet, welche wissenschaftlichen Methoden, Denkweisen und Prozesse diesen Entdeckungen zugrunde liegen und wie diese durch technologische Anwendung oder gesellschaftliche Nutzung Wirkung entfalten. Die Inhalte werden als fachlich fundierte und klar auf junge Menschen (16- bis 25-Jährige) ausgerichtete Artikel aufbereitet. Als niederschwelliger Einstieg und didaktisch ergänzendes Mittel wird für jeden Artikel ein kurzes Erklärvideo erstellt, das die Inhalte verdichtet vermittelt. Die Veröffentlichung wird auf Deutsch, Französisch und Englisch erfolgen.
«Radio Cosmos 2.0»
Dr Mark Sargent
„Radio Cosmos“ ist eine bereits bestehende, vierteilige Pilot-Podcast-Serie auf Französisch, die die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine Reise in die unendlichen Weiten unseres Universums mitnimmt. Sie erforscht einige der fundamentalsten wissenschaftlichen Fragen unserer Zeit. Ziel ist es, durch unterhaltsame und dialogorientierte Inhalte mit Fokus auf die Geschichte der Radioastronomie das öffentliche Verständnis für die Grundlagenforschung in den MINT-Fächern, die wissenschaftliche Methodik und ganz allgemein für Technologien des täglichen Gebrauchs zu stärken. Die Radioastronomie ist ein Zweig der Astrophysik, der in der Schweiz und weltweit rasant wächst – dank einer neuen Generation von Instrumenten und Radioteleskopen, die eine Vielzahl wissenschaftlicher Entdeckungen ermöglichen werden. In einer sich schnell verändernden, KI-getriebenen Kommunikationslandschaft soll dieses Projekt „Radio Cosmos“ auf die nächste Stufe heben. Wir werden modernste KI-Tools nutzen, um die Stimmen zu klonen und die Inhalte der bestehenden Pilot-Serie ins Deutsche, Italienische und Englische zu übersetzen. Dies ermöglicht eine effiziente und weitaus umfassendere Verbreitung von zugänglichen und unterhaltsamen MINT-Inhalten für ein mehrsprachiges Publikum – was bisher aufgrund von Zeit- und Budgetbeschränkungen des Projekts unmöglich war. Dieses Kommunikationsforschungsprojekt soll zeigen, dass künstliche Intelligenz als neues Werkzeug eingesetzt werden kann, um die Reichweite populärwissenschaftlicher Inhalte zu erhöhen – gerade in einer Zeit, in der Forschende und Fachkräfte aus der Wissenschaftskommunikation mit begrenzten und oft sinkenden Budgets konfrontiert sind.
«Berzelius und der Code des Lebens: DNA, Molekularbiologie und Epistemologie»
Claudia Buser
Das Berzelius-Projekt ist ein Teil des Instituts Mathematische, Naturwissenschaftliche und Technische Bildung der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) und entstand als gemeinsame Initiative mit der Metrohm Stiftung. Es stellt Maturitäts- und Berufsschulen kostenlos ausleihbare Hightech-Instrumente zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch multimediale Berzelius-Laborjournale (BLJ), Maturaarbeiten sowie didaktische Erweiterungen aus dem Bereich Scientainment und Gamification, die epistemisches Lernen in den Naturwissenschaften fördern. Der Namensgeber Jöns Jacob Berzelius steht dabei Pate: Mit der Einführung der modernen chemischen Symbolsprache und der experimentellen Bestimmung relativer Atommassen prägte er die Chemie des 19. Jahrhunderts nachhaltig und inspirierte eine Generation bedeutender Chemiker. Seit 2021 hat das Berzelius-Projekt über Workshops mehr als 1’000 Schülerinnen und Schüler (SuS) erreicht und rund 100 Maturaarbeiten unterstützt. Die SuS erleben dabei hautnah, wie wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen: von der Hypothese über das Experiment bis zur kritischen Interpretation von Daten. Ebenfalls prägen wir die Lehrergeneration von morgen: Unsere inhaltlich, methodisch und im Schwierigkeitsgrad skalierbaren Produkte setzen wir auch in der Lehre der Pädagogischen Hochschule St.Gallen ein. Darüber hinaus haben wir im Rahmen von Fachschaftstagungen, Chemie-Zentralkursen sowie Seminaren und Weiterbildungen deutlich über 100 Lehrpersonen geschult. In diesem Projekt wird «Berzelius» um einen Molekularbiologie-Schwerpunkt erweitert. Geplant sind die Entwicklung und Durchführung von Workshops rund um die DNA. Dabei erfahren die SuS den Weg von unbekanntem Probenmaterial bis zur DNA-Sequenz – von der DNA-Extraktion über die Polymerase Chain Reaction (PCR) und Sanger-Sequenzierung bis hin zu einem Einstieg in die Bioinformatik. Parallel dazu entstehen zwei neue BLJ sowie Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen.
«FRiMINT - ein Schüler:innenlabor für alle in der Romandie»
Viola Vogler-Neuling, Pitt Hild
Das Projekt hat zum Ziel, ein langfristiges MINT-Sch üler:innenlabor für die Primarschulen des Kantons Freiburgs und der Romandie im Pavillon Vert der Universität Freiburg einzurichten. Dieses Projekt bezieht sich zunächst auf die Einrichtung eines MINT-Labors für die Schülerinnen und Schüler des 1. Zyklus, da das Angebot in diesem Bereich schweizweit schwach und im Kanton gar nicht vertreten ist. Für eine Laufzeit von zunächst zweieinhalb Jahren soll das Schüler:innenlabor aufgebaut und in den Sprachen Deutsch und Französisch angeboten werden. Hiermit wird das kantonale Angebot im Bereich der MINT-Förderung f ür den 1. Zyklus ergänzt. In diesen zweieinhalb Jahren sollen insgesamt sechs Module aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik entwickelt werden und modular für die Primarschullehrpersonen über das Portal ”Culture et école“ buchbar sein. Hiermit ermöglicht es allen Schülerinnen und Schülern des Kantons, unabhängig von ihrem Elternhaus, eine hochwertige MINT-Ausbildung.
«Kinder-UZH on Tour»
Ladina Härtli
«Kinder-UZH on Tour» der Kinder-Universität Zürich bringt seit 2021 kostenlose Wissenschafts-Workshops direkt in die Schulzimmer – unabhängig vom sozialen oder akademischen Hintergrund der Familien mit jährlich 105 bzw. 115 durchgeführten Schulbesuchen, siehe Projekt 24-110-P. Ebenso werden neue Formate entwickelt, die das Programm inhaltlich und methodisch bereichern. Das Angebot umfasst heute über 25 Themen mit MINT-Fokus und erreicht jährlich rund 2 200 Kinder der 3. bis 6. Primarklasse. Für die Folgeperiode sollen 100 bis 120 Workshops pro Schuljahr durchgeführt, das Themenspektrum mit mindestens drei bis vier neuen Workshops erweitert und ein neues Format «Forschung & Innovation» eingeführt werden, das Kinder an wissenschaftliches Problemdenken heranführt. Parallel bereitet sich die Kinder-UZH auf eine künftige Erweiterung des Angebots auf Stadtzürcher Tagesschulen vor.
«"Wissenschaft Mittendrin"»
Alexandra Hofmänner
Fake News, Populismus und Polarisierung belasten weltweit – auch in der Schweiz – das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Projekt «Wissenschaft Mittendrin» hat zum Ziel, gemeinsame Aktivitäten zu initiieren, innovative Formen der Zusammenarbeit zu erproben, partnerschaftliche Initiativen langfristig in der Region zu verankern und damit das Verhältnis zwischen diesen Bereichen nachhaltig zu stärken.
Das Vorhaben umfasst drei Phasen; das vorliegende Projekt bezieht sich auf die achtmonatige Projektentwicklungsphase von Oktober 2025 bis Mai 2026. In diesem Zeitraum werden Mission, Leitbild, Organisationsform und Kommunikationsstrategie ausgearbeitet, ein fünfjähriger Projekt- und Finanzplan erstellt sowie erste Kurse, Veranstaltungen und Werkstattformate getestet.
«Workstream «Naturwissenschaftliche Denkweise, Zusammenarbeit und Biodiversität» des ersten schweizweiten sektorübergreifenden Biodiversitätskongresses»
Kuno Spirig
Auf Initiative der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur NGW und in Zusammenarbeit mit der NGW soll in Winterthur ab 2026 jährlich anfangs September ein 1-tägiger Biodiversitätskongress BDK stattfinden- direkt nach dem Swiss Green Economy Symposiums SGES und koordiniert mit diesem (1-4. September 2026, mit Biodiversitätskongress am 4.09.2026).
Ziel des Biodiversitätskongresses ist es, im Sinne einer dialogischen Lösungssuche einem breiten Publikum Wissen und Herausforderungen zur Biodiversität zu präsentieren, praktische Lösungen aufzuzeigen und kluges wirksames Handeln zu fördern. Die Choreographie des Kongresses beruht auf der seit 2013 bewährten Methodik des Swiss Green Economy Symposium: (A) systematische dialogische Einbindung (Publikum und Referierende) der vier zentralen Stakeholdergruppen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft; (B) Gemeinsame Programmentwicklung mit den zentralen Stakeholdern (Co-Creation); (C) Faktenorientierte hochwertige Präsentationen und Diskussionen unterschiedlicher Sichtweisen (Multiperspektivität); (D) hohe Interaktion zwischen allen Kongressteilnehmern; (E) starke Verbindung von Theorie und Praxis mit dem Ziel, gemeinsames konkretes Handeln und Forschen auszulösen.
Der Biodiversitätskongress besteht aus einem 3.5h-Hauptprogramm (Vormittag, vier Themenblöcke, 300 Teilnehmende), vier vertiefende themenspezifische Nachmittag-Fachveranstaltungen – sogenannte Innovationsforen (mit je 75 Teilnehmenden, total 300) und einer begleitenden Innovationsausstellung. Ein Workstream des Kongresses fokussiert sich auf das Thema «Naturwissenschaftliche Denkweise, Zusammenarbeit und Biodiversität». Dieser Workstream orientiert die Teilnehmenden umfassend über die Methoden zur Erfassung und des Managements der Biodiversität, über die Herausforderungen und wie mit quantitativen, naturwissenschaftlichen Denkweisen und dialogischer Zusammenarbeit praxisrelevante Lösungen entwickelt werden können. Jedes Jahr umfasst der Workstream einen Themenblock im Hauptprogramm (ca. 50’) sowie die Integration/Diskussion der naturwissenschaftlichen Denkweisen in allen Innovationsforen.
«Systemisches Denken spielend fördern»
Inlusio Interactive
Das Projekt fördert eine essentielle Denk- und Arbeitsweise der Naturwissenschaften: systemisches Denken mit Concept Mapping. Schüler*innen der Sekundarstufe I & II werden über ein digitales Lernspiel niederschwellig an ein Gesellschaft-Umwelt-System herangeführt, in dem Flora, Fauna und Funga miteinander verbunden sind. Mit einem digitalen Tool übertragen sie die erlernten Aspekte in Concept Maps, um Verbindungen und Abhängigkeiten sichtbar zu machen. So lernen sie, in Zusammenhängen und Systemen zu denken und Informationen kritisch einzuordnen – eine Schlüsselkompetenz für verantwortungsvolles Handeln in einer global vernetzten Welt und eine Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
«Interfinity – Exoplanets»
Lukas Loss
Das Basler Festival Interfinity verbindet Wissenschaft und Kunst und macht Grundlagenforschung durch Kultur für ein breites Publikum erlebbar. 2026 steht das Festival im Zeichen von Exoplaneten und Kosmos. Höhepunkt ist ein Konzert mit dem Sinfonieorchester Basel in der Basler Messehalle, das auf spielerische Weise – durch Intermezzi und Publikumsbeteiligung – zentrale Erkenntnisse der Exoplanetenforschung vermittelt.
«ZELLWELT – Publikumsausstellung für eine neue Perspektive auf die Vielfalt des Lebens»
Fabio Valsangiacomo, c/o Prof. Dr. Oliver Mühlemann
Die Publikumsausstellung ZELLWELT macht erlebbar: Alles Leben auf der Erde besteht aus Zellen, die von einer gemeinsamen Urzelle abstammen und nach gleichen biologischen Prinzipien funktionieren. In immersiven Installationen erleben Besucher:innen, wie Zellen agieren, vernetzt sind und biologisches Leben ermöglichen. Aktuell in der Konzeptphase.
«Pint of Science Switzerland Edition 2026»
Fanny Krebs
Pint of Science ist ein weltweites Wissenschaftsfestival, das Forscher und die Öffentlichkeit an informellen Orten wie z. B. Cafés zusammenbringt, um die Wissenschaft zugänglich zu machen und sie zu inspirieren.
Die Schweizer Ausgabe hat sich zu einem landesweiten Projekt entwickelt: Für die Ausgabe 2025 organisierten 118 Freiwillige Veranstaltungen in 12 Städten, bei denen 159 Rednerinnen und Redner auftraten und über 2.800 Besucherinnen und Besucher begrüsst wurden. Das Festival hilft der Öffentlichkeit, die Wissenschaft besser zu verstehen, schult Forscher, insbesondere Nachwuchswissenschaftler, in ihren Kommunikationsfähigkeiten und vermittelt Freiwilligen wertvolle Erfahrungen in den Bereichen Führung, Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit. Auf diese Weise stärkt Pint of Science sowohl das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Forschung als auch die Vorbereitung der nächsten Generation sozial engagierter Wissenschaftler.
«Laborangebote des Swiss Science Center Technorama 2026–2028»
Mina Dello Buono
Technorama Labore: Naturwissenschaften erleben, Zukunft gestalten
Das Swiss Science Center Technorama betreibt mit seinen sieben spezialisierten Laboren das grösste ausserschulische Laborprogramm der Schweiz. Jährlich nehmen über 30'000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Workshops in Biologie, Chemie, Physik und Tinkering teil. Zusätzlich ermöglichen die täglich geöffneten OpenLabs rund 50'000 Besucherinnen und Besuchern freies Experimentieren unter fachlicher Anleitung.
Im Projektzeitraum 2026–2028 sollen physische und digitale Elemente stärker verknüpft werden, um Naturwissenschaften noch unmittelbarer erfahrbar zu machen. Kinder und Jugendliche werden mit dem kreativen Prozess des Experimentierens und Untersuchens vertraut gemacht und erleben, wie wissenschaftliches Denken konkret angewendet wird. Sie werden dazu angeregt, gemeinsam Lösungen für reale Fragestellungen zu entwickeln – und stärken dabei zentrale Zukunftskompetenzen wie kritisches Denken, Kommunikation, Kreativität und Zusammenarbeit.
Die Angebote sind inhaltlich und methodisch mit dem offiziellen Lehrplan abgestimmt und ergänzen den Unterricht gezielt. Lehrpersonen erhalten kostenlose Erkundungsbesuche und didaktische Beratung zur optimalen Vorbereitung.
Mit diesem Projekt leistet Technorama einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung von MINT-Nachwuchs und zur Stärkung wissenschaftlicher Kompetenzen in einer zunehmend komplexen Welt.
«Skills Kiosk. Kinder stärken durch spielerisches Erfinden und Forschen.»
Marion Alig Jacobson
Der "Skills Kiosk" ist ein Freizeitangebot der Stiftung Science et Cité, das Kindern und Jugendlichen durch Pop-up Science und Tinkering-Aktivitäten hilft, wichtige Zukunftskompetenzen zu entwickeln. Dabei stehen insbesondere MINT-Themen im Vordergrund. Ziel des Projekts ist es, das Interesse an Forschung, Wissenschaft und Engineering zu wecken und gleichzeitig Fähigkeiten wie kreatives Denken, Problemlösung und Zusammenarbeit zu fördern. Der Skills Kiosk findet in der Freizeit statt, zum Beispiel an Treffpunkten der offenen Kinder- und Jugendarbeit, auf Schulhausplätzen oder bei schulergänzenden Betreuungen. Die Teilnahme ist freiwillig, und die Kinder entscheiden selbst, welche Aktivitäten sie wie lange ausüben. Der Skills Kiosk findet in verschiedenen Regionen der Schweiz statt, wobei Science et Cité jeweils mit lokal verankerten Partnerorganisationen zusammenarbeitet, um Kinder und Jugendliche sowie deren Familien zu erreichen. Ein zentraler Aspekt des Skills Kiosk ist die Fokussierung auf Kinder und Jugendliche, die normalerweise wenig Zugang zu solchen ausserschulischen Angeboten haben. Auch Eltern werden in das Programm einbezogen, da das Angebot vor Ort und kostenlos ist und ihnen Anregungen gibt, wie sie das Interesse ihrer Kinder zu Hause weiter fördern können. Ein weiterer zentraler Aspekt des Projekts ist es, Tagesschulen und Jugendarbeitsorganisationen dazu zu ermutigen, solche Angebote langfristig in ihre Freizeitprogramme aufzunehmen. Die betreuenden Fachkräfte werden dabei durch Workshops und Coachings unterstützt, um die Angebote selbstständig weiterzuführen. So wird ein nachhaltiger Wissenstransfer ermöglicht, der Kindern auch nach dem Skills Kiosk Zugang zu MINT-relevanten Aktivitäten bietet.
«Action fürs Hirn? Neugierige Jugendliche fördern mit den Wissenschafts-Olympiaden»
Mirjam Sager
Bei den Wissenschafts-Olympiaden nehmen in der Schweiz jährlich 8’800 neugierige Jugendliche in 11 Fächern teil: Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Schülerinnen und Schülern unter 20 Jahren erhalten die Möglichkeit der Teilnahme an einen ausserschulischen Wettbewerb mit Unterricht, Peer-to-Peer-Betreuung sowie Austausch mit Gleichgesinnten. Die Teilnehmenden eignen sich während des Olympiadenjahres neues Wissen und neue Fähigkeiten an und vertiefen ihr wissenschaftliches Interesse bei Kursen und Lagern, die mehrheitlich von jungen Studierenden geleitet werden. Dies ist wichtig, weil neugierige und talentierte Jugendliche, die sich für Wissenschaft interessieren, in der Schule oft unterfordert und zum Teil isoliert sind. Über unsere Medienarbeit und Kommunikation in den sozialen Medien vermitteln wir einer breiteren Öffentlichkeit ein positives Bild der Wissenschaft. Dies entlastet Eltern, Schulen und Lehrpersonen, denen oft die Zeit und die Mittel fehlen, um die begabten jungen Menschen zu fördern oder sie mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Die cogito foundation unterstützt die Durchführung der Olympiaden in Physik, Chemie und Biologie.
«From robots to artificial intelligence»
Giovanni Pellegri
Die technologischen Fortschritte in der Robotik und der künstlichen Intelligenz (KI) werden in unserem täglichen Leben immer deutlicher. Von hochentwickelten Haushaltsrobotern wie Staubsaugern und Kinderspielzeug bis hin zu KI-gestützten virtuellen Assistenten, die zu menschenähnlichen Gesprächen fähig sind, erleben wir einen bedeutenden Wandel. Diese rasante Entwicklung verändert nicht nur unsere Gewohnheiten und Denkweisen, sondern definiert auch Schlüsselbereiche wie Wirtschaft, Recht und Bildung neu. Um diesen Wandel erfolgreich zu bewältigen, müssen die Bürgerinnen und Bürger von klein auf zu kritischem Denken erzogen werden, damit sie sich mit der Formulierung von Fragen und der Suche nach Antworten vertraut machen und der Versuchung widerstehen können, die Komplexität von Phänomenen und Situationen zu sehr zu vereinfachen. Das Projekt zielt darauf ab, den kritischen Ansatz, der für wissenschaftliches Denken typisch ist, auf eine ansprechende, erfahrungsorientierte und spielerische Weise zu fördern. L'ideatorio wird spezifische Didaktik- und Vermittlungsinstrumente für Schulkinder im Alter von 6 bis 16 Jahren entwickeln, um die wichtigsten Herausforderungen dieser unaufhaltsam fortschreitenden Technologie zu bewältigen. Es werden interaktive Aktivitäten entwickelt, die es den Kindern ermöglichen, mit Robotern und künstlicher Intelligenz zu experimentieren und kritisch über die Auswirkungen ihres Einsatzes in unserem täglichen Leben nachzudenken.
«Abenteuer Forschung»
Morana Mihaljević
Forschungsthemen sind komplex und manchmal abstrakt. Sie erfordern oft viel Hintergrundwissen, um verstanden zu werden. Ziel der Ausstellung ist es, die Hemmschwellen zu reduzieren, die Neugier auf Naturwissenschaften zu wecken und Vertrauen in Naturwissenschaften zu fördern. Die Besucher*innen können die Ausstellung je nach Präferenz auf zwei verschiedene Arten erleben: zum einen durch die aktive Teilnahme an der Forschung-Challenge, zum anderen durch das freie Erkunden der sechs Themeninseln (Neugier, Forschung, Teamwork, Ausdauer, Modell, Präzision). Das tragende Element der Ausstellung ist eine Science Mystery Storage Machine, die nach Zufallsprinzip die Besucher*innen mit spannenden Rätseln herausfordert. Die Forschung-Challenges sind fachlich breit und für diverse Zielgruppen mit unterschiedlichen Niveaus konzipiert. Dabei liegt der Fokus auf der Vermittlung des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns, der aus verschiedenen Schritten (z.B. Beobachtung, Experiment) besteht, diverse Kompetenzen (z.B. Kreativität, Präzision) benötigt und vielfältige Emotionen (z.B. Freude, Frustration) auslöst. Am Ende der Ausstellung haben die Besucher*innen die Möglichkeit, in einem Reflexionsbereich die gemachten Erfahrungen zu reflektieren und eine Verbindung zum Alltag zu schaffen.
«Matematicando 2026: a spasso con la matematica per le strade di Locarno»
Prof. Dr. Silvia Sbaragli
Das Matematicando-Festival ist eine kostenlose, für die Allgemeinheit zugängliche viertägige Veranstaltung, die seit 2014 alle zwei Jahre an verschiedenen Orten im Stadtzentrum von Locarno stattfindet. Die Veranstaltung, die für den Kanton Tessin von regionaler Bedeutung ist, hat sich zum Ziel gesetzt, Jung und Alt die Mathematik näher zu bringen. Das Programm wird Workshops und Veranstaltungen Shows kombinieren, um Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis achtzehn Jahren, Lehrern, aber auch Eltern, Großeltern und Freunden die Möglichkeit zu geben, Mathematik in Verbindung mit Literatur, Geografie, Jonglage, Kunst, Robotik und vielem mehr zu erleben. Für die Ausgabe 2026 werden 3'500 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen aller Schulstufen aus dem ganzen Kanton und rund 4'000 Personen während der für die Bevölkerung vorgesehenen Tage erwartet.
«LernFilm Festival 2026-2028»
Vera Krummenacher
Das LernFilm Festival ist eine Bildungsinitiative, die Kinder und Jugendliche dazu begeistert, im Unterricht eigene LernFilme zu einem selbst gewählten Thema zu produzieren. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur durch das Anschauen, sondern vor allem durch das Erstellen der LernFilme. Sie gehen spannenden Fragen nach und überlegen, wie sich Inhalte am besten vermitteln lassen. Neben dem Sammeln und Strukturieren wissenschaftlicher Fakten setzen sie sich auch damit auseinander, wie komplexe Sachverhalte vereinfacht und wirkungsvoll erklärt werden können. Dafür braucht es nicht nur filmisches Know-how, sondern auch die Fähigkeit, eine gute Geschichte zu erzählen. Diese Verbindung verschiedener Kompetenzen fördert den Lernerfolg fächerübergreifend und auf allen Schulstufen nachhaltig. Insbesondere Themen aus dem MINT-Bereich bieten dabei ein enormes Potenzial: Sie ermöglichen es, an die natürliche Neugier der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen und wissenschaftliches Denken aktiv zu fördern. Beim LernFilm Festival 2025, das unter anderem von der cogito foundation unterstützt wurde, wurden erstmals über 1’200 LernFilme eingereicht – ein neuer Rekord. Diese grosse Reichweite möchten wir in den kommenden Jahren gezielt nutzen, indem wir den Fokus des LernFilm Festivals stärker auf MINT-Themen legen und diese durch gezielte Unterstützungsangebote fördern.
«IYPT 2026 in der Schweiz»
Eric Schertenleib, Andreas Vaterlaus, Malte Uthoff
2026 wird das 39. International Young Physicists’ Tournament (IYPT) in Zürich ausgetragen. Das IYPT ist einer der grössten Wettbewerbe für Mittelschülerinnen und Mittelschüler mit Teilnehmenden aus allen Kontinenten. Die Austragung in der Schweiz bietet eine einmalige Gelegenheit zur Förderung moderner, projektorientierter Unterrichtsformen im MINT-Unterricht. Dies hat eine besondere Aktualität dank der Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität, welche in vielen Kantonen zu einem höheren Stellenwert solcher Unterrichtsformen führen wird. Daher wird das IYPT mit Rahmenveranstaltungen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Naturwissenschaftsbildung und der öffentlichen Wahrnehmung leisten.