Projekte

  • 17-112-T

    Neu

    «Energie der Zukunft – Eine Weiterbildungsveranstaltung für Mittelschüler und - Schülerinnen»

    Prof. Dr. Roger Alberto, Chemisches Institut, Universität Zürich
    CHF 7'200.-

    In diesem ganztägigen Kurs werden Schülerinnen und Schüler aus der Gymnasialstufe theoretisch und praktisch in Aspekte aktueller Fragestellungen aus dem Energiebereich vertieft eingeführt. Konkret behandelt werden die drei Themengebiete:

    – Energieerzeugung mit Solarzellen,

    – Energiespeicherung respektive Energieumwandlung,

    – Energieverbrauch von "Organic Light Emitting Diodes" (OLED).

     

    Zur Vorbereitung erhalten die Schülerinnen und Schüler vorgängig Informationsmaterial. Die Themen werden mit Experimenten erlebbar gemacht, um einen tieferen Einblick in die zugrundeliegenden physikalischen und chemischen Gesetzmässigkeiten zu erhalten. Der Kurs wird von Theorieblöcken begleitet, um die chemischen und physikalischen Prinzipien verstehen zu lernen.

    Die Schülerinnen und Schüler werden selbst eine "Dye Sensitized Solar Cell" (DSSC, Grätzel Zelle) herstellen und ihre Leistung quantifizieren.

    Weiter wird mit dem sogenannten "Sabatier Prozess" Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserstoff (H2) in Methan (CH4) und Wasser umgewandelt. Moderne quantitative Analytik mit Gaschromatographen erlaubt dabei die Beobachtung der Umsetzungsgeschwindigkeit sowie die Bestimmung der Gleichgewichtsthermodynamik.

    Schliesslich bauen die Teilnehmenden selbständig eine OLED, um die physikalischen Prinzipien dieser wichtigen Lichtquellen zu verstehen.

     

    Der Kurs soll auch dazu anregen, Möglichkeiten der zukünftigen Energieversorgung und des Energieverbrauches kritisch zu diskutieren. Der Kurs ist in einem Handout dokumentiert. Begleitet wird er von einer Laborführung, in welcher den Teilnehmenden modernste Methoden gezeigt werden, die für eine zukunftsgerichtete Energieforschung unabdingbar sind.

    Durchführung: Hansruedi Dütsch, Michael Bleichenbacher, Christophe Eckard, Ueli Ehrensperger, Roger Alberto und Felix Zelder. Der Kurs findet an 3 Tagen im September 2017 statt und wird im Januar 2018 wiederholt.

     

  • 17-110-R

    Neu

    «Ethik der Planetaren Nachhaltigkeit»

    Dr. Andreas Losch, Universität Bern
    CHF 109'500.-

    Das Konzept der Nachhaltigkeit ist heute weitgehend als politische Leitlinie anerkannt. Ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte der Nachhaltigkeit werden bereits diskutiert. Die gegenwärtigen Bemühungen, mit Weltraumbergbau zu beginnen, machen es erforderlich, die Diskussion hin zu einer «planetaren Nachhaltigkeit» zu erweitern, die den Weltraum um die Erde herum miteinbezieht. Auch das drängende Problem des Weltraumschrotts muss berücksichtigt werden. Bis heute wird der Ausdruck «planetare Nachhaltigkeit» hauptsächlich auf die Erde bezogen verwendet.

    Das Projekt möchte seine Bedeutung im Anschluss an eine entsprechende Initiative der NASA erweitern. Diese wünscht sich nicht nur

    1) eine Welt, in der alle Völker Zugang zu ausreichend Wasser, Nahrung und Energie haben, ebenso wie Schutz vor schweren Stürmen und Folgen des Klimawandels und

    2) ein gesundes und nachhaltiges weltweites ökonomisches Wachstum aus erneuerbaren Produkten und Ressourcen, sondern auch

    3) eine multiplanetare Gesellschaft, in der die Ressourcen des Sonnensystems für die Völker der Erde verfügbar sind.

    Während natürlich alle diese Dimensionen wesentlich sind, sollen in diesem Projekt insbesondere der Realitätsgehalt und die visionäre Bedeutung des noch wenig untersuchten dritten Punktes evaluiert und ethisch bewertet werden. Der Gesuchsteller geht das Thema von dem philosophischen und theologischen Zugang eines konstruktiv-kritischen Realismus an. Dabei arbeitet er in Kooperation mit nationalen und internationalen Forschern. An der Universität Bern, an der das Projekt angesiedelt ist, sind dies Prof. Dr. Kathrin Altwegg (Weltraumforschung), Prof. Dr. Claus Beisbart (Philosophie), Prof. Dr. Willy Benz (Astrophysik) und PD Dr. Martin Rubin (Astrophysik). Weiterhin sind Forscher der Universitäten Bochum, Cambridge, Edinburgh, Genf, Lund, Lyon, Madrid, Montana, Princeton, Stockholm, Zürich, des Davidson College und der Weltraumagenturen CNES und NASA beteiligt.

    Der Gesuchsteller ist selbst Theologe, auf den Dialog zwischen Theologie, Philosophie und Naturwissenschaften spezialisiert und hat zuvor drei Jahre am Center for Space and Habitability der Universität Bern gearbeitet.

    www.planetarysustainability.unibe.ch

     

     

  • 17-109-R

    Neu

    «Public Understanding of Science in a Post-Truth World»

    Dr. Ryan McKay, Dept Psychology, Royal Holloway, University of London
    CHF 139'642.-

    Im "postfaktischen" Zeitalter in dem wir heute 2017 leben, stehen wissenschaftliche Fakten und belegte Tatsachen mit "alternativen Fakten", "Fake-News" und dem Apell an Emotionen im Wettbewerb. Wissenschaftlicher Konsens betreffend dem menschengemachten Klimawandel, dem Nutzen von Impfungen, dem wirtschaftlichen Nutzen der Immigration oder auch zur Ungefährlichkeit genetisch veränderter Organismen wird in der öffentlichen Meinung nur begrenzt geteilt. Vielfach macht die politische Polarisierung bei solchen Themen eine faktenbasierte Diskussion kaum mehr möglich.

    Hier setzt dieses 18-monatige Projekt an. Die Gesuchsteller versuchen herauszufinden, wie solcher "Fehlglauben" entsteht und warum er über die empirische Realität hinaus weiterbesteht und sich sogar – entgegen aller wissenschaftlichen Evidenz – aufrecht erhalten kann.

    Das Projekt hat zwei Teile in denen untersucht wird:

    1. Wie weit sozio-kulturelle Milieus die menschliche Tendenz zu voreiligen Schlüssen verbreiten und verstärken.
    2. Wie weit die Bewertung der Fakten von sozialen ­ statt wissenschaftlichen (wahrheits-suchenden) ­ Motivationen geleitet ist, dass also die Übernahme falscher Interpretationen eine Zustimmung zur sozialen Gruppe, von der man abhängt, signalisieren soll.

    Uneinigkeit darüber, was Fakten sind und wie man diese zu bewerten hat, kann katastrophale Folgen für das öffentliche Leben haben – mögliche Folgen sind ein Kollaps des Gesundheitssystems, gewalttätige Auseinandersetzungen, Finanzkrisen und Umwelt­katastrophen.

    Nur wenn die kognitiven und sozio-kulturellen Faktoren, die solche Gegensätze aufrechterhalten, verstanden werden, können Methoden gefunden werden, welche dafür sorgen, dass wissenschaftliches Wissen wieder vermehrt in der Öffentlichkeit aufgenommen wird.

     

  • 17-107-R

    Neu

    «Entwicklung und Einführung von MINT-Unterrichtsmaterialien auf der Basis des neuen Interkantonalen Lehrplans 21»

    Prof. Tibor Gyalog/Dr. Stefan Kruse, Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz, Basel
    CHF 14'000.-

    Bei diesem Projekt geht es um die Entwicklung bzw. Einführung von Experimentier-Material für die Volksschule, die im Lehrplan 21 verankert werden soll. Damit kann vor allem der MINT-Anteil im Kindergarten und in der Primarschule verstärkt werden. Die Idee, Kinder auch in der Primarschule mit naturwissenschaftlichem Experimentieren in Kontakt zu bringen, ist im Sinne der cogito foundation, da so das Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaft verbreitert werden kann.

     

    Im Rahmen einer Public Private Partnership arbeitet die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz mit dem Industriepartner Pro Lehrsysteme AG zusammen. Im vorliegenden Projekt werden Experimentiermaterialien aus dem System PRIBOX für das praktische Arbeiten in Kindergärten und Primarschulen an die Vorgaben des Lehrplans 21 angepasst und die in diesem Zusammenhang neu entstandenen Lehrmittel entwickelt. Dazu hat der Industriepartner bestehende Experimentier-Systeme auf die Schweizer Bedürfnisse adaptiert. Mit dem Projekt wird die Praxistauglichkeit dieser Anpassung an zwei Kindergärten und drei Primarschulen in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft getestet und evaluiert. Die PH FHNW erarbeitet alsdann gemeinsam mit den involvierten Lehrpersonen Handlungsempfehlungen zuhanden des Industriepartners und hilft bei deren Implementierung. Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Einführung und der Schulung der Lehrpersonen und deren Zugang zu Best Practice Unterrichtsmaterialien.

     

  • 17-102-P

    Neu

    «ColourLex: Naturwissenschaft und Malerei (Anschlussgesuch 15-104-P)»

    Dr. Juraj Lipscher, MINT-Lernzentrum ETHZ
    CHF 10'500.-

    Die Website ColourLex hat sich zum Ziel gesetzt, Verbindungen zwischen der Malerei und den Naturwissenschaften aufzuzeigen. Sie enthält eine Fülle von Angaben über die naturwissenschaftlichen Untersuchungen von Kunstwerken, über die physikalischen und chemischen Methoden, welche man in diesem Bereich einsetzt, sowie zu einzelnen Pigmenten. Die Stärke von ColourLex liegt eindeutig in der didaktischen Aufbereitung der Inhalte, was sich in der stetig steigenden Besucherzahl widerspiegelt. Die Materialien von ColourLex werden ebenfalls von zwei Universitäten in der Lehre eingesetzt (University of Mississippi, Mississippi, USA  (Departement of Classics, Dr. Hilary Becker) und Monash University, Melbourne, Australia (Departement of Chemistry, Dr. Angela Ziebell).

     

    Die Website wurde in den letzten drei Jahren mit der Unterstützung der cogito foundation ausgebaut. In der Zukunft sollte der Bestand an Gemälden und Pigmenten erweitert, die Website auf dem neuesten Stand der Technik gehalten  und die ganze Infrastruktur und Datenbank unterhalten werden. Hierfür wurden von der cogito foundation CHF 10'500.- gesprochen, verteilt über drei Jahre.

     

    http://www.colourlex.com

  • 16-121-T

    Neu

    «What to think about machines that think»

    Carlos Mora, Jannes Jegminat, reatch Zürich
    CHF 36'000.-

    Künstliche Intelligenz (KI) verändert unsere Gesellschaft auf verschiedenen Ebenen: Auf dem Arbeitsmarkt durch Automatisierung, in Politik und Konsum durch Vorhersage von menschlichen

    Präferenzen, im zwischenmenschlichen Umgang durch personalisierte Trainer und Partnervermitt­lung, im Transport durch autonome Fahrsysteme, im Recht durch die Vorhersage von Verbrechen und neuen Rechtsentitäten, im Militär durch Kampfroboter.

    Obwohl KI derzeit viel Aufmerksamkeit erhält, zeichnet sich in der öffentlichen Debatte ein verzerrtes Bild der Technologie ab: Unrealistische "Terminator-Szenarien", das Gespenst der Massenarbeitslosigkeit oder ein KI-Paradies erschweren eine faktenbasierte Meinungsbildung. Damit aber die Potenziale von KI genutzt werden können, ohne unverantwortliche Risiken einzugehen, sind zwei Dinge entscheidend: Erstens muss die Gesellschaft verstehen, welche Möglichkeiten KI eröffnet und welche nicht. Zweitens braucht es einen gesellschaftlichen Verständigungsprozess, wie diese Möglichkeiten genutzt werden sollen.

    Ziel des Projekts

    reatch möchte helfen, Verständnis für Möglichkeiten und Grenzen der KI zu schaffen und einen Dialog darüber anzustossen: Dazu wird eine siebenteilige Veranstaltungsreihe "What to think about machines that think" durchgeführt. Mit Unterstützung der cogito foundation wird eine interaktive Ausstellung im Hauptgebäude der ETH organisiert, um über KI zu informieren. Anschliessend folgen fünf Podiumsdiskussionen zu verschiedenen KI-relevanten Themen. Blog-Einträge zu jedem Event sollen die Inhalte sammeln und vertiefen. Das aggregierte Wissen wird in ein Policy-Paper einfliessen. Auf diese Weise wird der öffentliche Diskurs über die Potenziale und Risiken von KI wissenschaftlich fundiert bereichert und ein hoffentlich politisch relevanter Beitrag geleistet.

     

  • 16-114-T

    «Nacht der Forschung an der Universität Bern: das grosse Wissensfest»

    Dorothea Bergler, Universität Bern
    CHF 20'000.-

    Am Samstag, 16. September 2017, lädt die Universität Bern zur dritten «Nacht der Forschung». Wie bei den vergangenen Durchführungen soll das Publikum Neuigkeiten entdecken und gut unterhalten werden. Ziel ist, dass die 400 Angehörigen der Universität, die sich an der Nacht der Forschung beteiligen, mit der Bevölkerung in einen direkten Dialog treten, eventuell vorhandene Hemmschwellen abbauen und auch Kinder und Jugendliche für die Wissenschaft begeistern. Kultur- und gastrono¬mische Angebote ergänzen die Forschungsnacht.
    Die «Nacht der Forschung» findet auf dem Universitätsgelände rund um die grosse Schanze statt und der Besuch ist kostenfrei. Von 16.00 bis 24.00 Uhr werden die rund 7000 Besucherinnen und Besucher eingeladen, bei Experimenten selber Hand anzulegen oder in den Hörsälen bei vertiefenden Vorträgen und Diskussionen mitzureden. Viele Programmpunkte sind auch für Kinder ab fünf Jahren geeignet.
    Die cogito foundation fördert innerhalb des Projektes insbesondere die naturwissenschaftliche Projekte und ermöglicht auf diese Weise den Einblick in 50 Jahre Weltraumforschung an der Universität Bern, zeigt die Beobachtung von Weltraumschrott und präsentiert im Kleinen eine Reise durch die Geschichte der Elementarteilchenphysik. In der Geologie kann das Publikum mit der Augmented Reality Sandbox Topographie-Modelle selbst erstellen.
    Der nationale Forschungsschwerpunkt RNA & Disease organisiert einen Parcours, indem spielerische Einblicke in die Proteinforschung gegeben werden. Im Institut für Anatomie kann unter dem Mikroskop entdeckt werden, was ein kleiner Fisch über die Entwicklung und Regeneration des Herzen lehren kann.
    Mit der Förderung unterstützt die cogito foundation, Bemühungen weitere Bevölkerungskreise auf eine niederschwellige und lustvolle Art für Naturwissenschaften zu begeistern. Detaillierte Informationen: www.nachtderforschung.unibe.ch

     

  • 16-110-R

    Abgeschlossen

    «Die Entstehung des Drehimpulssatzes (Anschlussgesuch R-105-14)»

    PD Dr. Andreas Verdun, Astronomisches Institut, Universität Bern
    CHF 75'329.-

    Das Projekt zielt darauf ab, die Entstehung des Drehimpulssatzes bei Leonhard Euler (1707–1783) wissenschaftshistorisch im Detail zu erfassen und zu rekonstruieren sowie philosophisch vor dem Hintergrund der Erkenntnistheorie von Immanuel Kant (1724–1804) zu reflektieren. Die bisherigen Forschungen im Projekt, das die cogito foundation vom 1.7.2014 bis zum 30.6.2016 finanzierte, haben umfangreiches, bisher teils unbekanntes und nicht publiziertes Quellenmaterial erschlossen und dabei unerwartete Erkenntnisse geliefert. Die zukünftigen Forschungen sollen in zwei Etappen erfolgen. Ziel des ersten, wissenschaftshistorischen Projektteils ist es, die bisher gewonnenen Resultate in einer Mono¬graphie darzustellen, die den Entstehungsprozess des Drehimpulssatzes bei Euler detailliert rekonstruiert und dokumentiert. Die Monographie soll nicht nur Transkriptionen aller relevanten Quellen enthalten, sondern auch auf deren Basis analysieren, wie Euler die für seine Entdeckung wichtigen Phänomene konzeptualisierte und dabei neue, mathematische Begriffe bildete. Damit wird die Monographie beispielhaft die Strategie der Mathematisierung darlegen, die charakteristisch für die moderne Physik ist. Hauptziel des zweiten, wissenschaftsphilosophischen Projektteils ist es, Eulers Entdeckung im Lichte der Kantischen Philosophie zu würdigen. Dabei soll einerseits der Entstehungsprozess des Drehimpulssatzes im Lichte von Kants kritischer Erkenntnistheorie untersucht werden. Andererseits soll die Bedeutung des Drehimpulssatzes für Kants Projekt einer Metaphysik der Natur herausgearbeitet werden. Leitfrage der Untersuchungen ist, inwiefern Kant angesichts von Eulers Entdeckungen seinem Anspruch gerecht wird, eine erkenntnistheoretische und metaphysische Fundierung der theoretischen Naturwissenschaften zu geben. In diesem Zusammenhang sollen erstmals auch Kants Schriften zur Erdrotation und zur Theorie des Himmels, die sich implizit auf den Drehimpulssatz beziehen, sowie seine Metaphysik der Naturwissenschaft hinsichtlich des damals aktuellen Forschungsstandes zum Drehimpulssatz geprüft werden.
    Im bisherigen Verlauf des Projekts wurden mehr neue Erkenntnisse aus den Notizbüchern Eulers gewonnen als erwartet. Deshalb wurde das Projekt für ein weiteres Jahr finanziert, um den wissenschaftshistorischen Teil des Projektes abzuschliessen.


     

  • 16-107-R

    «"Iv MAiK": Intervention Mathematisches Argumentieren im Kindergarten»

    Prof. Dr. Esther Brunner, Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG), Kreuzlingen
    CHF 67'000.-

    Im Rahmen eines Pilotprojekts soll die Förderung des mathematischen Argumentierens im Kindergarten mit der Weiterbildung von jungen Kindergärtnerinnen verbunden werden. Dazu werden mit zehn ausgewählten Lehrpersonen aus dem Kindergarten Lernumgebungen zum mathematischen Argumentieren entwickelt, die anschliessend in den Kindergärten erprobt werden. Ziel des Projektes ist einerseits, mehr Erkenntnisse über das mathematische Argumentieren von Kindergartenkindern zu gewinnen und andererseits Lernumgebungen zu entwickeln, mit welchen die Kompetenz des mathematischen Argumentierens gezielt gefördert wird. Letzteres ist auch relevant im Kontext des Lehrplans 21, wo diese Kompetenz gefordert wird, es aber an praxiserprobten Beispielen fehlt.
    Beim Thema „Argumentieren“ aus der Mathematikdidaktik ist eine Interaktion zwischen naturwissenschaftlichem und geisteswissenschaftlichem Denken zwangsläufig vorhanden. Mathematikdidaktik im Kindergarten ist ein relativ neues Gebiet. Das mathematisch-naturwissenschaftliche Denken im Kindergarten erhält normalerweise wenig Aufmerksamkeit. Die Kindergärtnerinnen sind normalerweise auch nicht sehr naturwissenschaftlich ausgerichtet. Die vertiefte Auseinandersetzung mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Denkprozessen im Kindergarten und ihre Förderung könnte es jedoch ermöglichen, dass Probleme der Vermittlung von mathematischen Inhalten auf höheren Stufen verbessert werden können. Aus diesem Grunde wird das Projekt bewilligt, um solche Überlegungen zu fördern.

     

  • 16-106-T

    «Swiss Young Physicists‘ Tournament (SYPT) & Swiss Young Naturalists‘ Tournament (SYNT)»

    Eric Schertenleib, Verein Pro IYPT-CH, Küsnacht
    CHF 50'000.-

    Das Schweizer Young Physicists‘ Tournament (SYPT) ist ein Teamwettbewerb für physik- und technikbegeisterte Mittelschüler und Mittelschülerinnen aus der ganzen Schweiz. Jedes Jahr veröffentlicht ein internationales Komitee 17 offen gestellte Physikprobleme, welche die Schüler motivieren sollen, selbst in die wissenschaftliche Forschung einzutauchen und die Probleme sowohl experimentell wie auch theoretisch zu untersuchen.
    Anders als bei anderen wissenschaftlichen Wettbewerben handelt es sich beim SYPT um einen Team Wettbewerb. Die Schüler bilden Dreiergruppen und treten am Turnier in sogenannten "Physics Fights" (auf Englisch) gegeneinander an. Als Erstes präsentiert eine Gruppe ihre erarbeitete Lösung, welche dann in einer wissenschaftlichen Debatte vom gegnerischen Team hinterfragt und diskutiert wird. Das dritte Team fasst dann die Präsentation und die Diskussion noch einmal kritisch zusammen. Zuletzt werden die Leistungen aller drei Teams von einer fachkundigen Jury benotet.
    Die fünf besten Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, die Schweiz am "International Young Physicists‘ Tournament" (IYPT) zu vertreten und sich mit Mittelschülern aus der ganzen Welt zu messen. So stellen sich die Schüler der internationalen Konkurrenz und knüpfen Kontakte mit Gleichgesinnten aus aller Welt.
    Am 18. und 19. März findet das SYPT 2017 an der EPFL statt. Um allen interessierten Mittelschülern gute Voraussetzungen fürs Turnier zu schaffen, wird eine nationale Vorbereitungswoche unter dem Namen „SYPT Physics Week“ ins Leben gerufen. Diese bietet den Teilnehmenden eine kompetente Betreuung und die Möglichkeit, auf erstklassiges Experimentiermaterial zurückzugreifen. Die erste „SYPT Physics Week“ findet vom 13. bis 17. Februar 2017 am MNG Rämibühl in Zürich statt. Dafür werden je Fr. 17'600.- für 2 Jahre beantragt, d.h. Fr. 35'200.-.
    Seit 2013 wird auf internationaler Ebene das "International Young Naturalists‘ Tournament" (IYNT) durchgeführt. Der Wettbewerb hat den erfolgreichen Modus des IYPT übernommen, richtet sich aber an ein jüngeres Publikum (12 bis 16 Jährige). Zudem ist das IYNT interdisziplinärer, da es die drei naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik abdeckt.
    Die Gesuchsteller möchten nun auch die Idee des IYNT in die Schweiz bringen.
    Um den jungen Teilnehmenden eine gute Vorbereitung zu gewährleisten, möchten sie im Rahmen eines dreitägigen Workshops ein Coaching durchführen. Dafür werden Fr. 7'400.- für 2 Jahre beantragt

     

    Gold für die Schweiz am IYNT

     

    http://www.sypt.ch

  • 16-105-T

    «The 10th International Carbon Dioxide Conference, Interlaken, 21-25 August 2017»

    Profs Fortunat Joos, Martin Grosjean, Oeschger-Zentrum für Klimaforschung, Universität Bern
    CHF 50'000.-

    Der globale Klimawandel ist eine der grössten Herausforderungen für die Menschheit. Die menschengemachten Klimaänderungen, primär verursacht durch die Emission von Kohlendioxid, verlangen vielschichtige Massnahmen zur Vermeidung des und zur Anpassung an den Klimawandel. Ein wirksamer Entscheidungsprozess benötigt fundierte wissenschaftliche Grundlagen sowie eine Übersetzung und einen Transfer dieses Wissens für Gesellschaft und Politik. Dazu trägt die 10. Internationale Kohlendioxid-Konferenz (ICDC10) Wesentliches bei.

    ICDC10 versammelt die führenden Expertinnen und Experten sowie Nachwuchsforschende in Interlaken und bündelt den aktuellsten Stand der Forschung zum globalen Kohlenstoffkreislauf. ICDC10 wird von den weltweit führenden Organisationen und Programmen (u.a. World Climate Research Programme; Future Earth; Intergovernmental Panel on Climate Change) unterstützt und ist die weltweit wichtigste Konferenz zum Thema. Trotz ihrer Grösse (800 Teilnehmende) finden die Veranstaltungen hauptsächlich im Plenum statt. Damit wird eine holistische Sicht gefördert, zu der die verschiedenen Disziplinen ihren Beitrag leisten müssen und welche zwingend notwendig ist, um wissenschaftlich fundierte, lösungsorientierte und umsetzbare Vorschläge ausarbeiten zu können.
    Dank der Unterstützung der cogito foundation, werden die Ergebnisse der Konferenz über die Wissenschaft hinaus für eine breitere Öffentlichkeit aufbereitet.

     

    http://www.icdc10.ch

  • 16-104-T

    «Rigi-Workshop 2016 «Storyboarding Science»»

    Dr. Isabel Klusman, Life Science Zurich, Universität Zürich
    CHF 10'000.-

    Um einen interdisziplinären Austausch unter jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu fördern, hat die Plattform Biologie der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) den Rigi-Workshop ins Leben gerufen. Das Thema des Workshops wechselt jedes Jahr, hat aber immer sowohl einen Bezug zur Biologie als auch einen interdisziplinären Charakter. Für den Rigi-Workshop 2016 hat Life Science Zurich zusammen mit der Plattform Biologie ein viertägiges Programm für Lifescientists und Filmemacher zusammengestellt.
    Gute Forschende sind darauf spezialisiert, viel über ein bestimmtes Thema zu wissen. Brillante Forschende können aus diesem Wissen sogar Geschichten kreieren, die für ein interessiertes Laienpublikum verständlich sind. Obwohl Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit für eine Forschungskarriere heute wichtig sind, gelingt es vielen Forschenden nicht immer, aus ihrem Projekt eine attraktive Story zu machen. Leider wird dieser Fähigkeit während des Studiums auch zu wenig Bedeutung beigemessen. Im Rigi-Workshop «Storyboarding Science» konnten Lifescientists die konzeptuellen und technischen Grundlagen des Filmemachens (Drehbuch schreiben, Ablauf, Filmen und Editieren) hautnah kennenlernen. Gleichzeitig erhielten Filmemacher spannende Inhalte aus erster Hand. Ziel des Workshops war es auch, Kollaborationen zwischen Forschenden und Personen aus der Filmwelt zu initiieren. Diese Zusammenarbeit könnte künftig sogar zu grösseren Projekten führen.
    Der intensive "hands-on"-Workshop hat den Forschenden gezeigt, wie sie komplexe Themen auf attraktive Art zusammenfassen können, während die Teilnehmenden aus der Filmbranche einen Einblick in wissenschaftliche Arbeitsmethoden erhielten. Von Beginn weg entstanden unter den Teilnehmenden über die Disziplinen hinaus spannende Diskussionen. Nach vier aktiven und inspirierenden Tagen lagen vier Kurzfilme vor, die nun auf der Webseite von SCNAT angeschaut werden können:

    Webseite von SCNAT

     

  • 16-102-R

    «Epigenetics and the Public: Encodings and Decodings»

    Profs. Aviad Raz/Jonathan Weitzman, CNRS/University Paris-Diderot
    CHF 11'400.-

    Das Projekt fokussiert auf die Kommunikation wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Rezeption durch die Öffentlichkeit, angewendet auf die Publikation wahrnehmungskritischer Ergebnisse der – von den Gesuchstellern als relativ junge Wissenschaft bezeichneten – Epigenetik. Sie verstehen darunter vererbliche Veränderungen in der Gen-Expression, welche keine entsprechenden Veränderungen der DNA-Sequenz nach sich ziehen. Es handelt sich um Veränderungen, die einzelne Menschen erfahren, beeinflusst durch Alter, Umwelt, Lebensstil oder Krankheit. In Zusammenarbeit mit dem Medizinsoziologen Aviad Raz (Universität Beerscheba) soll vor allem die sprachliche Codierung der genannten Erkenntnisse untersucht werden, und zwar sowohl downstream, indem nach der sprachlichen Codierung und ihren Implikationen gefragt wird, welche bei der Veröffentlichung für ein breiteres Publikum von den Experten angewendet wird, als auch upstream, indem nach dem Umgang eben jenes Publikums mit den Metaphern und Bildern gefragt wird, die in der Publikation verwendet werden. Die Untersuchung erfolgt in drei Phasen: Die im Film auftretenden Experten geben in einer Befragung Auskunft über ihren Gebrauch von sprachlichen Mitteln (Metaphern, Begriffe, Bilder). Mittels einer bestimmten Methodik wird der Umgang der Öffentlichkeit mit diesen Informationen genauer bestimmt (Fokusgruppen unterschiedlicher Zusammensetzung im Blick auf Bildung, Religion, Herkunft und ähnliches werden befragt). Die Ergebnisse werden analysiert und verglichen, wobei herkömmliche soziologische Methoden zur qualitativen und quantitativen Analyse verwendet werden. Das Projekt verspricht neue Erkenntnisse zum Thema "Wahrnehmung wissenschaftlicher Kommunikation in der Öffentlichkeit".

     

  • 15-129-R

    Abgeschlossen

    «Wie Sprache unseren Sinn für Landschaft prägt»

    Prof. Ross Purves, Dr. Flurina Wartmann, Geographisches Institut, Universität Zürich
    CHF 112'039.-

    Ökosysteme erfüllen Leistungen, die für die Menschen von grundlegender Wichtigkeit sind. Sie stellen beispielsweise die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sicher, ermöglichen die Bestäubung von Nahrungspflanzen durch Insekten und vermitteln kulturelle Werte, welche die Schönheit von Landschaften und deren Potential zur Vermittlung von Identität beinhalten. Kulturelle Werte sind mit naturwissenschaftlichen Methoden allerdings schwer messbar und wurden erst wenig untersucht. Bisher lag der Fokus überwiegend auf quantifizierbaren, materiellen Werten von Ökosystemen.

    Dieses interdisziplinäre Projekt hat zum Ziel, natur- und sozialwissenschaftliche Methoden zu kombinieren, um kulturelle Werte von Landschaften zu erforschen. Ein Hauptaugenmerk liegt darauf, eine Verbindung zwischen Sprache und kulturellen Werten der Landschaft herzustellen. So wird beispielsweise mittels linguistischen und ethnographischen Methoden der Frage nachgegangen, wie Menschen Landschaften wahrnehmen und dies durch Sprache zum Ausdruck bringen. Die Untersuchungen werden in drei Gebieten der Schweiz durchgeführt: Zürichsee, Lägern und in den Alpen.

    In einer ersten Phase werden Volksbegriffe für Landschaften identifiziert wie – Weiher, Alpweide oder Blumenwiese. Dieses Inventar an Landschaftsbegriffen wird mit unterschiedlichen Methoden aufgebaut. So werden Besucherinnen und Besucher im Studiengebiet befragt, nutzergenerierte Web-Inhalte wie Bilder-Tags analysiert und Bildbeschreibungen in einem öffentlich zugänglichen Web-Interface erfasst. In einer zweiten Phase wird die Beziehung zwischen den Volksbegriffen und den kulturellen Werten einer Landschaft erforscht. Dies erfolgt wiederum durch Befragungen in situ und über eine öffentliche Website, um die Meinungen möglichst breiter Bevölkerungskreise im Sinne von "Citizen Science" zu erfassen. In einem Workshop werden mit Praktikern und Wissenschaftlern die Möglichkeiten ausgelotet, wie die Ergebnisse in der Praxis umgesetzt werden können, um die kulturellen Werte von Landschaften zu beurteilen.

    Die cogito foundation finanziert den Postdoc von Flurina Wartmann für ein Jahr und den Workshop.


     

  • 15-126-R

    «Achtsamkeitsmeditation und Stress in sozialen Bewertungssituationen»

    Profs. Pierre-Yves Brandt, Uni Lausanne, Matthias Kliegel, Uni Genf
    CHF 69'110.-

    Das Projekt interessiert sich für den Zusammenhang zwischen Achtsamkeitsmeditation ("mindfulness meditation") und Stress in einer bestimmten Hinsicht: Während der genannte Zusammenhang deskriptiv recht gut erforscht ist, ist bisher kaum auf den Einfluss kontextueller Faktoren - wie spirituelle Erfahrungen oder Veränderungen des Erkennens - geachtet worden. Mittels einer Kombination von psychologischen, religionswissenschaftlichen und neurowissenschaftlichen Methoden soll untersucht werden, inwiefern der Stress, der durch eine sozial bewertende Situation entsteht, durch die Achtsamkeitsmeditation mit ihren kontextuellen Faktoren beeinflusst respektive beseitigt werden kann. In der (Religions-)Psychologie spricht man von "coping“ Strategien, die durch religiöse Praxis gewonnen werden und so dazu führen können, dass Menschen ihr Leben besser bestehen. Eine wichtige Dimension ergibt sich aus der Tatsache, dass der Einfluss von Stress auf Gesundheit und Wohlbefinden, v.a. physische und mentale Aspekte des Lebens beträchtlich ist. Die Möglichkeiten einer Reduktion und Bewältigung von Stress (z.B. solche die durch mentale Aktivitäten wie Achtsamkeitsmeditation bewirkt werden) haben somit eine grosse Bedeutung für die Gesellschaft.

    Die Interdisziplinarität besteht in diesem Projekt in einer Kombination von psychologischen, religionswissenschaftlichen und neurowissenschaftlichen Theorien und Methoden. Stress-Intensität wird mit biologischen Markern (z.B. das Stresshormon Cortisol) gemessen. Psychologische und neurowissenschaftliche Zugangsweisen, die sich in der Regel durch Säkularität auszeichnen, als sie religiöse Erfahrungen als Faktoren oft weniger beachten , werden hier kombiniert mit religionswissenschaftlichen Erkenntnisweisen, die religiösen Erfahrungen einen Stellenwert für und Effekte auf menschliches Verhalten zugestehen. Diese Kombination kann die Einseitigkeiten einer säkularistischen Wahrnehmungsweise ebenso überwinden wie die einer spirituellen Fokussierung.
    Die cogito foundation finanziert die Kosten für diese interdisziplinären Studien.

     

  • 15-125-T

    Abgeschlossen

    «Internationale Physik-Olympiade 2016 Schweiz/Lichtenstein»

    Dr. Markus Schaad, UZH Foundation
    CHF 100'000.-

    Die Internationale Physik-Olympiade (IPhO) 2016 findet vom 11.-17. Juli 2016 erstmals in der Schweiz statt. Es ist ein hochstehender internationaler Wettbewerb, Treffpunkt der besten Nachwuchsphysiker der Welt. Die Olympiade findet an der Universität Zürich statt. Involviert werden ca. 900 Personen sein: rund 450 Jugendliche aus über 80 Ländern, die von 250 Begleitpersonen (Lehrpersonen, Forschende) betreut werden. Dazu kommen Behördenvertreter und rund 200 freiwillige Helfer. Besonders begabten und leistungsstarken Nachwuchsphysikern bietet der internationale Wissenschaftswettbewerb die Möglichkeit, ihre Talente und Stärken international zu vergleichen.

    Um möglichst viele junge Menschen von der Primarschule über die Mittelschule bis zur Hochschule für MINT-Fächer zu begeistern, unterstützt und gestaltet die Universität Zürich gemeinsam mit Partnern eine Vielzahl von Projekten und Initiativen mit: unter anderem die Forschungs- und Lernlaboratorien "Science Lab" und "Life Science Learning Center" für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen.

    Die Internationale Physik-Olympiade 2016 in der Schweiz ist Teil der MINT-Strategie der Universität Zürich. Damit will die Universität Zürich gemeinsam mit ihren Partnern dazu beitragen, die Attraktivität der MINT-Fächer an den Mittelschulen zu stärken und beim Übergang von Gymnasium zur Hochschule die Wahl eines MINT-Studiengangs zu fördern.

    Die Organisation dieser Grossveranstaltung ist nicht nur organisatorisch sondern auch finanziell eine grosse Herausforderung. Die Gesamtkosten betragen nach verschiedenen Einsparungen knapp drei Millionen Franken. Davon wird ein Teil durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) getragen sowie durch die Co-Organisatoren Universität Zürich, Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden mit seinem Verein Schweizer Physik-Olympiade SwissPhO und das Schulamt Fürstentum Lichtenstein. Hinzu kommen die symbolischen Teilnahmegebühren der Teams. Im Unterschied zu anderen Ländern, in denen die Bildungsministerien die Organisation und Finanzierung vollständig übernehmen, gilt es in der Schweiz, die Finanzierung über Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen sicherzustellen.

    Bilder: www.flickr.com/photos/ipho2016
    www.ipho2016.org
    www.facebook.com/IPhO2016


     

    http://www.ipho2016.org/ipho2016/delegationen-und-resultate

  • 15-124-P

    «Junior Euler Society Mathematics»

    Prof. Thomas Kappeler, Mathematisches Institut der Universität Zürich
    CHF 80'000.-

    Die Junior Euler Society (JES) bietet für interessierte Jugendliche seit 2007 verschiedene Kurse in Mathematik an und unterstützt diese bei der Vorbereitung von nationalen und internationalen Mathematik-Wettbewerben. In den angebotenen Kursen werden Themen aus verschiedenen Gebieten der Mathematik behandelt, die im Mathematikunterricht an den Schulen nicht oder nur am Rande vorkommen. Unter wissenschaftlicher Anleitung und zusammen mit Gleichgesinnten können Jugendliche von der Primarschule bis ins Gymnasialalter selbständig mathematische Aufgaben lösen und eigene Lösungsmethoden entwickeln. Seit 2011 ist die Junior Euler Society Teil des sich im Aufbau befindenden Science Lab der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF) der Universität Zürich.

    Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit der JES ist ein nachhaltiges Kursangebot und eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen auf allen Stufen. Neben den erwähnten Kursen, die innerhalb des Schuljahres angeboten werden, organisiert die JES in Zusammenarbeit mit ausländischen Organisationen Sommer- und Winterakademien. Ziel ist es, auf diese Weise die internationale Ausrichtung der Mathematik zu vermitteln. Im Januar organisiert die JES regelmässig eine Winterakademie mit internationaler Beteiligung. Im Sommer 2015 ergab sich zum ersten Mal für eine Gruppe von begabten Jugendlichen die Möglichkeit, das Euler Institut in St. Petersburg zu besuchen und an speziell organisierten mathematischen Veranstaltungen teilzunehmen.

    JES erfüllt das Ziel der cogito foundation, das Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaftler in der Öffentlichkeit zu fördern. Die cogito foundation finanziert die Erhöhung des Arbeitspensums der Leiterin Dr. Tatiana Samrowski, von 20% auf 50% für 2 Jahre. Gleichzeitig soll auch geprüft werden, wie solche Angebote regional verwirklicht werden können.

     

    http://www.eulerzentrum.uzh.ch/

  • 15-123-T

    «FameLab Schweiz»

    Dr. Marc Creus, Universität Basel, Dr. Isabel Klusman, Life Science Zurich
    CHF 15'200.-

    FameLab ist ein internationaler Science Slam Wettbewerb für junge Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Seit 2012 findet FameLab auch in der Schweiz statt. Die Idee stammt von den Organisatoren der Cheltenham Festivals in Grossbritannien, die Umsetzung wird vom British Council im jeweiligen Land unterstützt. In der Schweiz sind momentan Life Science Zurich (Universität und ETH Zürich) und die Universität Basel für die Organisation zuständig.

    FameLab setzt sich zum Ziel, Wissenschaft zu popularisieren und künftige Wissenschaftskommunikatoren zu entdecken und zu fördern. Dazu tragen junge Forschende ihr Projekt ohne Powerpoint-Präsentation einem Laienpublikum vor und versuchen dabei das 3 C-Prinzip einzuhalten: korrekter Inhalt (Content), klare Botschaft (Clarity) und Charisma. Die dreiminütigen Präsentationen werden nach dem 3 C-Prinzip von einer Jury bestehend aus Personen aus der Wissenschaft bzw. aus der Kommunikationsbranche beurteilt. Das Publikum kann jeweils den Publikumsliebling bestimmen. Üblicherweise finden in der Schweiz jedes Jahr zwei Vorrunden statt: eine in der Deutschschweiz und eine in der Romandie. Die 10 besten aus den Vorrunden können an einem zweitägigen Kommunikationsworkshop teilnehmen und anschliessend im nationalen FameLab-Finale um den ersten Platz kämpfen. Der Gewinner oder die Gewinnerin am nationalen FameLab-Finale vertritt schliesslich die Schweiz am Cheltenham Science Festival in Grossbritannien.

     

  • 15-120-R

    «Exploring the interdisciplinarity of concepts: Toward an integration of quantitative and qualitative research»

    Prof. Dr. Fred Mast, Dr. Corinna Martarelli, Universität Bern
    CHF 44'500.-

    In diesem Projekt soll der Einfluss verschiedener Disziplinen auf die Definition von interdisziplinär verwendeten Konzepten untersucht werden. Bislang wurden solche Definitionen (z.B. der Begriff "Realität") nicht vergleichend untersucht. Diskussionen unter Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen lassen Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennbar machen, letztlich aber vermag erst ein empirischer Ansatz genauere Informationen zu liefern. Dieses Forschungsprojekt besteht aus einer Kombination von quantitativen und qualitativen Methoden. In einem ersten Schritt werden halbstandardisierte Interviews mit Professoren/innen verschiedener akademischer Fächer (z.B. Physik, Biologie, Literaturwissenschaft, Soziologie) durchgeführt. Diese Professoren/innen werden ausgewählte Begriffe wie z.B. Religion, Zeit und Nachhaltigkeit aus ihrer eigenen wissenschaftlichen Perspektive definieren. In einem nächsten Schritt werden diese Definitionen von unabhängigen Personen in Bezug auf ihre Ähnlichkeit beurteilt. Die räumlichen Relationen zwischen den Definitionen werden mittels multidimensionaler Skalierung (MDS) ausgewertet. Damit lassen sich für jedes Konzept (z.B. Religion) gemittelte Karten bestimmen, wodurch die zu Grunde liegende kognitive Struktur sichtbar wird. Die durch das MDS Verfahren gewonnene metrische Darstellung ermöglicht ein differenziertes Erkennen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Disziplinen, die man durch eine direkte Befragung nicht erkennen würde. Ein besseres Verständnis bestehender Unterschiede zwischen den Disziplinen ist die Basis einer erfolgreichen Kommunikation zwischen den Wissenschaften.

     

  • 15-115-R

    «Text Mining als Werkzeug zur Überwindung der Wissensfragmentierung in der psychiatrischen Forschung (PsyMine)»

    Prof. Meichun Mohler-Kuo; Drs. Simon Foster, Fabio Rinaldi, UZH
    CHF 188'892.-

    Psychische Erkrankungen sind für einen substantiellen Anteil der weltweiten Krankheitslast verantwortlich. Aufgrund der schieren Menge an wissenschaftlicher Literatur und deren Verteilung über die sehr unterschiedlichen Disziplinen (z.B. Molekulargenetik, Neurobiologie, Psychiatrie, und Soziologie) ist es für Forschende und klinisch tätige Personen jedoch ausserordentlich schwierig, sich einen Überblick über das Ursachengefüge einer psychischen Erkrankung zu verschaffen. Tatsächlich – und ziemlich paradox – behindert die rasche Zunahme an jährlich publizierten Fachartikeln die Entwicklung eines integrativen Verständnisses von Erkrankungen. Stattdessen sind die verschiedenen disziplinären Gruppen, welche die gleiche Erkrankung erforschen, auf ihre je eigenen Verursachungshypothesen fokussiert, anstatt die Entwicklung eines integrativen Verständnisses der Erkrankung voran zu treiben. In diesem Projekt soll eine Software entwickelt werden, die wissenschaftliche Artikel auf Beziehungen zwischen Ursachen (z.B. psychosoziale) einerseits und psychischen Erkrankungen andererseits durchsucht und einen Prototyp zur automatischen Texterfassungsanalyse entwickelt, welcher spezifisch darauf ausgerichtet ist, die beschriebene Wissensfragmentierung zu überwinden. Das Hauptergebnis der neuen Softwareentwicklung wird aus einer Datenbank von Ursache-Erkrankungs-Beziehungen bestehen, welche aus der wissenschaftlichen Literatur über die disziplinären Grenzen hinweg herausgefiltert werden. Diese Datenbank soll allgemein zugänglich gemacht werden und zu neuen, gesamtheitlichen Erkenntnissen zu psychischen Erkrankungen führen. Damit soll eine Grundlage gelegt werden, um integrative Fragestellungen zur multifaktoriellen Ursachenforschung psychischer Krankheiten zu beantworten und von der Arbeit von Forschenden aus dem gesamten disziplinären Spektrum zu profitieren. Das Projekt besteht aus drei Arbeitspaketen:

    1. die Entwicklung der benötigten Terminologien,
    2. die Entwicklung der Beziehungs-Extraktion-Anwendung ("relation extraction"),
    3. die Erstellung der Datenbank mit den Ursache-Erkrankungs-Beziehungen, welche über ein Web-interface öffentlich zugänglich sein wird.

    Das Projekt basiert im Wesentlichen auf Computerlinguistik, die fachliche Unterstützung der Psychiatrie ist aber unverzichtbar – einerseits beim Aufbau der Wortschatzdatenbank, aber auch für die fachliche Überprüfung der Qualität der von der Software gefundenen Beziehungen.

     

  • 15-114-T

    «Architecture, neuroscience & embodiment»

    Dr. Isabella Pasqualini, EPFL
    CHF 2'200.-

    Die Verkörperungstheorie hat sich in der Architektur seit vielen Jahrhunderten als Grundlage für die Entwurfslehre etabliert. Dank technologischem und wissenschaftlichem Fortschritt wurde in den letzten Jahrzehnten in der Bewusstseinsforschung der Begriff des "Embodiment" (oder Verkörperung) als zentrales Element der menschlichen Wahrnehmung geprägt. Dazu gehört auch das Erforschen der Raumwahrnehmung. Die Gesuchstellerin befasst sich seit längerem mit interdisziplinärer Forschung im Bereich der architektonischen Wahrnehmung in der kognitiven Neurowissenschaft.

    Es geht darum, wie schon Winston Churchill sagte: "Wir gestalten Gebäude, die uns später formen" (We shape our buildings, and afterwards, our buildings shape us). Neue neurowissenschaftliche Erkenntnisse könnten Architekten anleiten, wie Raumempfinden dazu beitragen kann, dass sich Leute besser fühlen. In der Schweiz ist dies zwar ein neues Thema, das jedoch auf internationaler Ebene auf wachsende Resonanz stösst. Sowohl in den Neurowissenschaften wie in der Architektur ist die Schweiz führend und könnte sich somit als Zentrum für die Forschung in kognitiven Bereichen der Architektur etablieren. Dies scheint umso wichtiger angesichts der Herausforderungen vor denen die Architektur und der Städtebau in der Zukunft stehen. Dafür kommen noch unerforschte Technologien zum Tragen. Die Gesuchstellerin hat deshalb die Initiative ergriffen, um an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne am 4. Mai 2016 eine Tagung mit namhaften internationalen Experten zum Thema "Architektur, Neurowissenschaften und Embodiment" zu organisieren.

     

    http://archizoom.epfl.ch/empirical_en

  • 15-111-S

    «Kernenergierecht in Raum und Zeit (Anschlussgesuch zu 14-121-S) »

    Dr. Reto Müller, Juristische Fakultät, Universität Basel
    CHF 15'000.-

    Bezüglich Gegenstand und Inhalt wird am ursprünglichen Projekt 14-121-S (siehe dort) festgehalten, nämlich die Bezüge zwischen Recht und Rechtsanwendung einerseits, Erkenntnissen der Exakten und Naturwissenschaften andererseits darzustellen (oder darauf hinzuweisen, wenn solche Bezüge zwar geboten wären, jedoch in der Umsetzung fehlen oder ungenügend berücksichtigt werden).

    Insbesondere in technologierechtlichen Bereichen erscheint zentral, dass die Rechtsetzung technischen Gegebenheiten und technologischen Spezifika Rechnung trägt. Daraus resultiert sowohl eine gewisse Beschränkung in der Rechtsetzung als auch eine Dynamik innerhalb der Regelungsmaterie selbst. Dies zu zeigen, ist das Ziel des Projekts.

    Während der bisherigen Projektzeit konnte die Gelegenheit genutzt werden, einen Teil der aus den Arbeiten fliessenden Resultate in selbstständiger Kommentarform (rund 380 Buchseiten) zu publizieren sowie zwei Aufsätze zu Einzelthemen zu erstellen.

    Daraus resultierten inhaltliche Synergien zur Monografie, welche das wichtigste Ergebnis des Projekts sein wird. Diese kann nun konziser gefasst werden und auf die vorliegenden Publikationen verweisen. Dies erweitert einerseits den Umfang der Arbeit, andererseits führte es zu zusätzlichem Zeitbedarf.

    Durch das Anschlussgesuch kann die Monographie beendet werden.

     

  • 15-109-T

    Abgeschlossen

    «Designing Moral Technologies – Theoretical, Practical and Ethical Issues»

    Dr. Markus Christen, Ethikzentrum, Universität Zürich
    CHF 6'000.-

    Die Konferenz will zeigen, wie empirische Disziplinen wie Soziologie, Psychologie, Neurowissenschaften oder Anthropologie die Grundlagen, Mechanismen und Bedingungen des menschlichen Moralvermögens untersuchen. Dieses Wissen bildet die Grundlage für Interventionen mittels "moralischen Technologien", die darauf ausgelegt sind, moralische Entscheidungen und Handlungen zu beeinflussen. Diese Beeinflussungen zielen aber nicht auf Argumentationen ab, sondern wollen direkt die dem Moralvermögen zugrunde liegenden neurologischen, psychischen oder sozialen Prozesse ändern. Diese Technologien umfassen beispielsweise pharmakologische Interventionen ("moral enhancement"), sozialtechnologische Anpassungen ("nudging") oder Verhaltensveränderungen mittels technologischer Hilfsmittel ("persuasive technologies").

    Angesichts der weltweit beobachtbaren "Verwissenschaftlichung" und „Moralisierung“ zahlreicher Lebensbereiche ist anzunehmen, dass moralische Technologien in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Das aber wirft wichtige ethische Fragen auf wie: Welche Vorstellung des Guten verfolgen moralische Technologien? Sind kontextsensitive moralische Technologien möglich? Inwieweit ist es moralisch vertretbar, Argumentationen zwecks Verbesserung des menschlichen Moralvermögens zu umgehen? Gefährden moralische Technologien ethische Pluralität? Die Beantwortung dieser und verwandter Fragen erfordert ein tiefes Verständnis der theoretischen, wissenschaftlichen, technologischen und ethischen Aspekte, die mit moralischen Technologien einhergehen.

    An der Konferenz "Designing Moral Technologies – Theoretical, Practical and Ethical Issues" im Centro Stefano Franscini (Monte Verità, 10.-15. Juli 2016) werden international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen mit Nachwuchsforschenden und Praktikern diese Fragen untersuchen.
    Referierende sind unter anderem: David Abrams (University of Pennsylvania), Molly Crockett (University of Oxford), Batya Friedman (University of Washington), Paul Slovic (University of Oregon), John Sullins (Sonoma State University), Ann Tenbrunsel (University of Notre Dame) und Nicole Vincent (Georgia State University).
    Die cogito foundation übernimmt die Finanzierung der Reise- und Unterkunftskosten von drei internationalen Referenten in der Höhe von Fr. 6'000.-.


     

  • 15-107-T

    «Chemie macht Licht – Licht macht Chemie»

    Prof. Dr. Roger Alberto Institut für Chemie, UZH
    CHF 4'500.-

    Licht und Farbe sind enge Verwandte und gehören zu den faszinierendsten Erscheinungen der Natur. In der Chemie spielen Licht und Farben eine ganz besonders wichtige Rolle: fast alle Farbstoffe, die wir tagtäglich verwenden, sind chemische Produkte, viele chemische Reaktionen werden durch Licht in Gang gebracht und es gibt chemische Reaktionen, die unter Aussendung von Licht ablaufen.
    Das Institut für Chemie der Universität Zürich und das ScienceLab der Universität haben sich zusammen mit einigen Chemielehrern das Ziel gesetzt, im Rahmen des Internationalen Jahr des Lichts eine ganztägige Veranstaltung speziell für Mittelschülerinnen und Mittelschüler anzubieten, in der das Thema Licht und Chemie im Zentrum steht.
    Bereits vor dem Kurs erhalten sie Informationen und Materialien, um durch Selbststudium und eigene Experimente verschiedene Aspekte des Lichts zu erforschen und sich auf den Weiterbildungstag vorzubereiten. Der Weiterbildungstag an der Universität Zürich beinhaltet Einführungen in die theoretischen Hintergründe von Licht und Chemie, ergänzt mit Experimenten und Demonstrationen. Sie können in Labors der Universität experimentieren und mit einem selber synthetisierten Stoff einen Knick-Leuchtstab herstellen.
    Das gemeinsame Mittagessen in der Mensa der Universität bietet Gelegenheit mit Doktoranden der Chemie ins Gespräch zu kommen. In Führungen durch verschiedene Forschungslabors der Universität lernen Sie am Nachmittag die Bedeutung des Lichts in der chemischen Forschung kennen. In einem Referat erhalten Sie Einblick in die aktuelle Energieforschung am Institut für Chemie.

    Der Beitrag der cogito foundation ist bestimmt für die 3tägige Vorbereitung der Lehrpersonen und für Chemikalien.

     

    http://www.chem.uzh.ch/events/schuelerlabor/Licht_Flyer_schuelerlabor.pdf

  • 15-106-R

    Abgeschlossen

    «Die fundamentale Ontologie der natürlichen Welt»

    Prof. Dr. Michael Esfeld, Universität Lausanne
    CHF 65'000.-

    Der Gesuchsteller hat sich seit langem als Philosoph mit den Grundbausteinen der Physik auseinander gesetzt. Im letzten Jahr verbrachte er sein Sabbatical am Zentrum für Mathematische Philosophie der Ludwig-Maximillians-Universität München, um an einem Buch über die grundlegende Beschreibung der Physik in atomistischer und strukturenrealistischer Denkart zu arbeiten. Dort hat er Kontakt zu mathematischen Physikern geknüpft, die von der physikalischen Seite her zu ähnlichen Schlüssen wie er gekommen sind. D. Lazarovici wird er nun dank der Unterstützung der cogito foundation zur Fertigstellung seines Buches als Postdoc für 20 Monate an die Universität Lausanne einladen. Das Projekt verbindet in vorbildlicher Weise die Expertise sowohl aus den Geisteswissenschaften wie den Naturwissenschaften.

    Das Ziel ist, eine fundamentale Ontologie der physikalischen Welt zu formulieren, die auf der einen Seite möglichst einfach und möglichst generell ist und auf der anderen Seite in der Lage ist, die experimentellen Daten zu erklären. Der klassische Atomismus erfüllt diese Bedingungen. Aber die Atome so anzusehen, dass sie durch intrinsische Eigenschaften gekennzeichnet sind, scheitert spätestens in der Quantenphysik an den Zustandsverschränkungen. Es bleibt daher die räumliche Verteilung als Charakteristikum der Atome. Daraus ergibt sich die Hypothese einer räumlichen Konfiguration von Materie, die aus Punktteilchen besteht, welche allein strukturell individuiert sind, nämlich durch die räumlichen Beziehungen zwischen ihnen und deren Veränderung. Dynamische Parameter – wie Masse in der klassischen Mechanik, oder die Wellenfunktion in der Quantenmechanik – beschreiben die zeitliche Entwicklung dieser Konfiguration. Während mit dieser Hypothese auch eine Lösung des Messproblems der Quantenphysik erreicht werden kann (wie anhand der de Broglie-Bohm-Bell Quantentheorie ersichtlich), ist die grösste Herausforderung, wie sich diese Hypothese zu Feldern – sowohl klassisch als auch quantenphysikalisch – stellt. Im Ausgang von Feynmans Kritik an Feldern als physikalischen Objekten wird exemplarisch die Wheeler-Feynman Theorie des Elektromagnetismus daraufhin untersucht, wie eine relativistische Theorie der direkten Wechselwirkung zwischen Teilchen aussehen kann und was deren Konsequenzen für das Verständnis der Naturgesetze sind. Die geplanten Arbeiten haben das Potential etwas spannendes Neues hervorzubringen.


     

  • 15-104-P

    «ColourLex: Naturwissenschaft und Malerei»

    Dr. Juraj Lipscher, MINT-Lernzentrum ETHZ
    CHF 15'000.-

    Der Gesuchsteller, ein pensionierter Chemielehrer, hat eine Website mit verschiedensten Informationen zu naturwissenschaftlichen Grundlagen der Malerei erstellt. Die Beschreibungen der spezifischen Pigmente und die Pigmentanalysen der Gemälde werden stets in den kunsthistorischen Kontext gesetzt. Dies gibt dem Ganzen eine Breite, die Interesse und Informationen in zwei Richtungen propagiert: Einerseits erhält die breite Bevölkerung Informationen über Chemie, andererseits zeigt die Verbindung mit Kunstwerken, wie die chemischen Eigenschaften der Farbe zu künstlerischen Aussagen werden. Dies heisst eigentlich, dass ein Maler nicht nur Künstler sein muss, sondern bis zu einem gewissen Grad auch Chemiker (viele bekannte Maler haben ihre eigene Farben hergestellt).
    Über die nächsten 3 Jahre werden weitere Informationen aufgeschaltet, insbesondere zu den naturwissenschaftlichen Charakterisierungen verschiedener Pigmente, sowie eine Vielzahl weiterer Pigmentanalysen von Gemälden beschrieben.
    Für das Erstellen der Datenbank sowie den Unterhalt der Website und der Datenbank werden Herrn Lipscher Fr. 15'000.- gesprochen, verteilt über drei Jahre.

     

    http://colourlex.com/

  • 15-102-P

    «"SimplyNano1®" - Experimentierkoffer für die Sekundarstufe 1»

    Dipl. Natw. ETH Thomas Flüeler, SimplyScience Stiftung
    CHF 25'000.-

    Der "SimplyNano1®" - Experimentierkoffer ist ein innovatives Lehrmittel für die Sekundarstufe 1. Der Experimentierkoffer enthält Labor- und Versuchsmaterialien zu 8 spannenden Experimenten aus der Nanotechnologie. Beispielsweise sind alle Materialien für die Entdeckung des natürlichen sowie des künstlichen Lotus-Effekts® vorhanden oder für die Konstruktion eines LEGO®- Rasterkraftmikroskops. Zusätzlich sind in digitaler Form Experimentieranleitungen, Präsentationen und Kommentare für Lehrpersonen beigelegt. In halbtägigen Weiterbildungskursen erhalten je 20-25 Lehrpersonen eine Einführung zum Thema "Nano", sie haben die Möglichkeit einzelne Versuche aus dem Koffer selbst durchzuführen und Fragen zu Risiken und Anwendungen von Nanotechnologien und -materialien zu diskutieren. Dadurch sind sie in der Lage, den Koffer beispielsweise in Projektwochen oder im regulären Unterricht einzusetzen. Ziel ist es, die Begeisterung von Jugendlichen für MINT-Fächer zu steigern und sie für das Thema Nanotechnologie zu sensibilisieren. Der Koffer wurde 2012 von der SimplyScience Stiftung zusammen mit der Innovationsgesellschaft, St.Gallen entwickelt. Seither wurden rund 1'400 Koffer produziert und an rund 60 Weiterbildungskursen an Lehrpersonen abgegeben.

    http://innovationsgesellschaft.ch/kompetenzen/aus-und-weiterbildung/simplynano/

    Für die Herstellung von 50 "SimplyNano1®" - Experimentierkoffern und die Durchführung von zwei Weiterbildungskursen wurden der SimplyScience Stiftung Fr. 25'000.- zugesprochen.

     

  • 14-146-T

    Abgeschlossen

    «reatch - research and technology in Switzerland»

    Claudio Ruch, reatch, Zürich
    CHF 25'000.-

    reatch ist ein von Studenten gegründeter Think Tank, der zum Ziel hat, objektive Information über Forschung und Technologie in der Schweiz auszutauschen, aber auch an politischen Debatten teilzunehmen oder Diskussionen über Themen anzustossen, die (noch) nicht im Fokus der Gesellschaft liegen.

    Die Gesuchsteller werden 5 Veranstaltungen und eine Blog-Serie zu zwei Themen durchführen:

    Brauchen wir Grundlagenforschung?
    Wissenschaft wird gemeinhin in angewandte und Grundlagenforschung unterteilt. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint es eine klare Trennlinie zu geben zwischen Experimenten, die ausschliesslich dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn dienen, und Untersuchungen, die anwendungsorientiert sind. Oftmals geht damit auch ein Werturteil einher: Projekte der angewandten Forschung werden von der Gesellschaft in der Regel als wertvoller eingeschätzt als Vorhaben der Grundlagenforschung. Eine Folge davon ist, dass private wie auch öffentliche Geldgeber bevorzugt jene Projekte fördern, welche einen direkten gesellschaftlichen Nutzen versprechen. Damit stellen sich die folgenden Fragen:

    • Wie lassen sich angewandte und Grundlagenforschung voneinander abgrenzen?
    • Wie wird wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Nutzen definiert?
    • Wozu braucht es überhaupt Grundlagenforschung?

    Das Projekt "Brauchen wir Grundlagenforschung?" wird versuchen, diese und andere Fragen zu beantworten. Im Rahmen einer Vorlesungsreihe sollen unterschiedliche Aspekte der Grundlagenforschung beleuchtet und zugleich deren Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft diskutiert werden. Überdies wird reatch eine Blog-Serie ins Leben rufen, die verschiedene Meilensteine der Grundlagenforschung vorstellt und deren langfristigen Einfluss auf unseren Alltag nachzeichnen soll.

     

    Was soll Wissenschaft (heute)?

    Die Hürden auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiezukunft
    Die Diskussion um die "richtige" Energiestrategie ist ein politischer Dauerbrenner. Im In- und Ausland wird darüber diskutiert, welche Energieträger dazu geeignet sind, die Welt in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Regelmässig wird von der "Energiewende" gesprochen, doch worin diese besteht und wie sie eingeläutet werden soll - darüber herrscht oft Uneinigkeit, weil wirtschaftliche, umweltpolitische, wissenschaftliche sowie ideologische Standpunkte häufig im Widerspruch zueinander stehen. reatch möchte deshalb verschiedene Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende beleuchten:

    • Welchen Anforderungen muss das Stromnetz der Zukunft genügen?
    • Welche Rolle wird die Nuklearenergie in der Zukunft spielen?
    • Wie lässt sich Energie langfristig und effizient speichern?

    Energie speichern - Lösungen für morgen

    Neben technischen Fragen sollen aber auch gesellschaftliche Herausforderungen erörtert werden:

    • Inwiefern weicht die öffentliche Meinung von den wissenschaftlichen Fakten ab, wenn es um Themen wie Klimawandel und Energiezukunft geht?
    • Sind sogenannte Smart Grids aus Sicht des Datenschutzes ein Problem?
    • Welche Auswirkungen haben energiepolitische Neuerungen auf unser Individualverhalten?

     

  • 14-140-R

    «Zur Natur des Bewusstseins: eine EEG-fMRT-Untersuchung und transdisziplinäre Perspektiven»

    Prof. Stefan Schmidt, Ulf Winter, Klinik für Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Freiburg i/Br
    CHF 87'000.-

    Das Projekt setzt eine grundlegende Unterscheidung in der Erforschung des Bewusstseins voraus: Während in den Geisteswissenschaften, namentlich in der wissenschaftlichen Reflexion spiritueller und philosophischer Traditionen aller Zeiten, das Bewusstsein prinzipiell von der subjektiven Innenperspektive betrachtet wird, wird dieses in den Neurowissenschaften aus der intersubjektiven (also empirisch erhobenen) Außenperspektive angegangen. Die spirituelle und philosophische Praxis und Theorie des Bewusstseins unterscheidet sich von der neurowissenschaftlichen auch insofern, als diese beim Bewusstsein immer vom "Bewusstsein von etwas" ausgeht, während jene das Konzept eines "reinen", von jedem Inhalt befreiten Bewusstseins haben und es auch als Realität bezeugen. Diese Erfahrung eines reinen Bewusstseins stellt nach dem Urteil des Antragstellers eine minimale Grundform bewussten Erlebens dar und eröffnet "einen neu- und einzigartigen, direkten Zugang zum Verständnis des minimalen neuronalen Korrelats des bewussten Zustands an sich".

    Dieses neuronale Korrelat soll in einem Experiment mit 15 erfahrenen Meditationsexperten unterschiedlicher buddhistischer Traditionen genauer unter die Lupe genommen werden: Verglichen wird dabei das neuronale Korrelat der Meditationsexperten sowohl im Zustand des Bewusstseins mit Inhalt als auch in demjenigen des reinen Bewusstseins. In einer Kontrollgruppe mit Meditations-Novizen soll dasselbe gemacht werden. Mithilfe modernster neurowissenschaftlicher Methoden soll versucht werden, Unterschiede in den neuronalen Korrelaten beider Bewusstseinszustände aufzufinden. Besonderes Augenmerk soll hierbei Unterschieden in der Synchronisierung der Aktivität verschiedener Bereiche des Gehirns geschenkt werden.

    Die experimentelle Forschung soll begleitet werden mit interdisziplinären Dialogen mit Forschern und Praktizierenden, welche sich in ganz unterschiedlichen Bereichen mit dem Phänomen des Bewusstseins beschäftigt haben.

     

  • 14-139-R

    «Embodied (e)motions: brain mechanisms and their socio-cultural modulation»

    Prof. Alessio Avenanti, Uni Bologna, Italy - Anschlussgesuch 2. Jahr (R-117/13)
    CHF 60'000.-

    Die cogito foundation hat das Projekt bereits für 1 Jahr unterstützt. Das Projekt hat drei Komponenten:

    1. Analyse der kortikalen Aktivität vor und während der motorischen Phase, in welcher der Proband verschiedene emotionale Ausdrucksweisen beobachtet.
    2. Analyse der Auswirkung von Kultur und Gruppe auf die motorisch-kortikale Aktivität und die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen. Frühere Studien legen nahe, dass die Emotionen von Menschen der eigenen Gruppen- und Rassenzugehörigkeit besser gelesen werden können als diejenigen von Menschen anderer Gruppen. Diese Neigung kann durch sozialpsychologische Methoden vermindert werden. Die Gesuchsteller möchten untersuchen, was unter diesen Umständen im Kortex vor und während einer Aktion abläuft.
    3. Die Gesuchsteller planen, die kortikalen Vorgänge mittels magnetischer Stimulation durch die Schädeldecke (TMS) zu beeinflussen um zu sehen, ob diese Massnahmen dazu beitragen, Emotionen lesen zu können und zu beurteilen, ob sie im passenden sozialen Umfeld erfolgen.

    Die Gemeinschaft der Gesuchsteller besteht aus Gruppen in Bologna und Rom mit Forschungserfahrung in diesem interessanten Gebiet der kognitiven Neurowissenschaft. Zum Team gehören sowohl Neurowissenschaftler wie Sozialpsychologen. Die vorgeschlagenen Experimente haben das Potential, neue Einsichten über die Bedeutung des expliziten und impliziten "Nachmachens" von körperlichem Ausdruck im Zusammenhang mit bestimmten Emotionen zu vermitteln.
    Der Zwischenbericht zeigt, dass die Gruppen sehr aktiv waren und 10 Publikationen verfassten.

    Das Gesuch wird für ein 2. und letztes Jahr nochmals mit Fr. 60'000.- unterstützt.

     

  • 14-136-T

    Abgeschlossen

    «Denk-Event-Reihe: Nachdenken über die Wissenschaft»

    Franziska Wettstein, Philosophie.ch, Bern
    CHF 15'221.-

    Die Denk-Event-Reihe "Nachdenken über die Naturwissenschaft" ist ein Projekt des Vereins Philosophie.ch (Swiss Portal For Philosophy), einer von der Universität Bern ausgehenden Initiative, welche der Bevölkerung den philosophischen Diskurs näher bringen will und Wissenschaftskommunikation im Bereich Philosophie als eines seiner Hauptziele gesetzt hat. Konkret geht es im vorliegenden Projekt um jene Philosophie, die sich mit Naturwissenschaften beschäftigt.

    Ziel des Projekts ist es, die philosophische Auseinandersetzung der breiten Bevölkerung im Bereich Wissenschaftsphilosophie zu fördern und anzureichern.

    Dazu werden drei Podiumsdiskussionen organisiert:

    • Philosophie der Physik, im Hauptgebäude der Universität Bern, HG 115, Dienstag, 14. April 2015, 18:30 Uhr.
      Philosophie der Physik
    • Bewusstsein: Philosophie und Naturwissenschaft, an der ETH Zürich Zentrum, HG E 33.3, Mittwoch, 20. Mai 2015, 18:30 Uhr.
      Bewusstsein
    • Philosophie der Biologie, im Hauptgebäude der Universität Bern, HG 115, Donnerstag, 25. Juni 2015, 18:30 Uhr.

    Es geht darum, eine Brücke zwischen Philosophie als Geisteswissenschaft und den Naturwissen-schaften zu schlagen. Konkret soll die Schnittstelle zwischen der Philosophie und den Naturwis-senschaften betrachtet werden, um zu ergründen, was die Philosophie in diesen Bereichen beizusteuern hat.

    In den Veranstaltungen soll ein Dialog mit dem Publikum aufgenommen werden und die Besucher haben dabei die Möglichkeit über die wissenschaftsphilosophischen Themen mitzudiskutieren und aktiv Philosophie zu betreiben. Dies ist im Interesse des öffentlichen Verständnisses primär der Philosophie, sekundär auch der Naturwissenschaften. Alle Veranstaltungen haben eine interdisziplinäre Dimension.

    http://philosophie.ch/events/calendar.php?action=in&intro=2

    http://www.philosophie.ch/nachdenken.html


     

  • 14-135-T

    «Films for Health»

    Prof. Mitchell Weiss/Dr. Margrit Leuthold, Swiss Tropical and Public Health Institute (TPH), Basel
    CHF 5'800.-

    In Zusammenarbeit mit Filmschaffenden aus Indien und Public Health Spezialisten organisiert das Tropeninstitut in Basel am 31. März/1. April 2015 einen 2-tägigen Workshop. Ziel ist es Filmwissen-schaftler, Studierende der Filmwissenschaften, Filmemacher und Public Health Spezialisten zusammen zu bringen, um gemeinsam zu entwickeln, wie das Medium Film im Public Health Bereich, insbesondere in der Ausbildung, besser genutzt werden kann.

    Das Projekt knüpft an die langjährige Forschungszusammenarbeit des Swiss TPH mit indischen Partnern im Public Health Bereich und profitiert von der langen Tradition Indiens sowohl im Film- wie auch im Public Health Bereich. Am Vorabend des Workshops findet im Stadtkino Basel eine öffentliche Abendveranstaltung statt, an welcher in Anwesenheit der indischen Regisseure und Schauspieler ein indischer Spielfilm mit einem Thema der öffentlichen Gesundheit gezeigt wird: "Astu – So be it" beleuchtet die unterschiedlichen Erfahrungen von Familie und Betreuern mit eines demenzkranken Elternteil in Pune, der manchmal philosophisch und weise, manchmal kindisch, lieb oder böse reagiert.

    Filme und Public Health Wissenschaften haben bislang wenig Berührungspunkte. Das Projekt möchte eine Brücke zwischen diesen beiden Disziplinen schlagen mit dem Ziel, ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Sprache zu entwickeln, die synergetisch genutzt werden können, um das Medium Film für Public Health Anliegen einsetzen zu können. Die transkulturelle Komponente im Austausch mit Indien bringt eine zusätzliche Attraktivität.

    Die cogito foundation übernimmt die Reise- und Übernachtungskosten der vier hochkarätigen Experten aus Indien.

     

    http://www.swisstph.ch/news-events/symposia/films-for-health-2015.html

  • 14-132-R

    Abgeschlossen

    «Opinion profile construction from social media. A case of study of restaurant reviews»

    Prof. Hatem Ghorbel, Haute Ecole Arc Ingénierie, St-Imier, Martin Hilpert, Uni Neuchâtel
    CHF 48'500.-

    Die Gesuchsteller, ein Computerwissenschafter und ein Linguist interessieren sich für die Algorithmen hinter dem alltäglichen Sprachgebrauch, vor allem beim Verständnis ambivalenter Sprache. Dies ist von besonderem Interesse im "text-mining", wo es darum geht, aus einer Flut von Daten in z.B. "social media Plattformen" mehr Informationen zu gewinnen. Die zu diesem Zweck entwickelten Algorithmen, müssen in der Lage sein, die Sprache, die in diesen Medien verwendet wird, zu "verstehen" bzw. den Kern der Information daraus zu destillieren. Als Modell-Beispiel werden Restaurant-Bewertungen untersucht, wo verschiedene Kriterien der umgangssprachlichen Bewertung zu einer Ambivalenz führen können, die für Computer schwierig zu interpretieren sind. Durch die grosse Verbreitung von solchen Restaurant-Kritik- Foren besteht aber genügend Daten-Material, um die Algorithmen entsprechend zu "trainieren", damit schlussendlich eindeutige Aussagen gemacht werden können.

    Der Computerwissenschafter ist spezialisiert im Umgang mit grossen Datenmengen. Er ist aber nicht ausgebildet in der qualitativen Analyse von Bewertungen, resp. der Bedeutung von Bewertungen. Hier braucht es die Zusammenarbeit mit einem Linguisten. Das Projekt gründet auf früheren Arbeiten bezüglich Restaurant-Bewertungen und will Aussagen über zentrale Bewertungen von Restaurants zusammenfassen, resp. positive oder negative Worte zusammenstellen, um die Aussagen zu verbessern.


     

  • 14-130-R

    «Pseudo-Masha’allah, On the Astrolabe»

    Dr. Ronald B. Thomson, Institute of Mediaeval Studies, Toronto, Canada
    CHF 7'000.-

    Der Mediävistiker Ronald Thompson beschäftigt sich mit einer kommentierten Neuausgabe von Masha’allahs Astrolab. Diese "Anleitung" zu einem der ersten wissenschaftlichen Instrumente hat im 19. Jahrhundert einige Aufmerksamkeit erhalten. Es interessant zu sehen, wie im dunkelsten Mittelalter die Naturwissenschaft und die Vernunft im arabischen Raum hochgehalten wurden. Diese Aktualität hat es nicht verloren, aber es ist inzwischen fast in Vergessenheit geraten. Es ist sogar sehr schwierig überhaupt noch Kopien davon zu finden.

    Die cogito foundation finanziert die Akquisition der Manuskripte (Filme) von "On the Astrolabe" von Masha’allah, welche anschliessend von Ronald Thompson bearbeitet, kommentiert und publiziert werden.

     

  • 14-129-T

    «Weltenreise: vom Gesicht zur Identität»

    Hans Syfrig Fongione, Universität Basel
    CHF 4'000.-

    Die Universität Basel ist bestrebt, mit attraktiven Projekten und «Plattformen» den Dialog von Wissenschaftlern und Forschenden mit der Öffentlichkeit zu ermöglichen. Café Scientifique, Kinderuni, Science Slam, FameLab sind einige erfolgreiche Beispiele solcher Wissensvermittlung. Seit 2011 verfügt die Universität Basel mit «Weltenreise» über eine einzigartige Veranstaltungsform, mit der sie ein breites – vorwiegend jüngeres – Publikum ansprechen will. Die «Weltenreise» findet bewusst nicht an der Universität, sondern im Schauspielhaus Basel und im Hotel Engel, Liestal (BL), statt. Dabei treten Forschende verschiedenster Fachrichtungen der Universität Basel auf und beleuchten gemeinsam ein Thema. Der Saal ist dabei dunkel und alles Gesagte wird mittels einer übergrossen Leinwand mit Bildern, Fotos, Illustrationen, Grafiken, Filmen usw. visualisiert. Es soll ein Kinogefühl entstehen und die referierenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die Rolle eines Reisebegleiters. Die Visualisierungen wie auch das grafische Konzept entstehen in Zusammenarbeit mit Studierenden des Instituts für Visuelle Kommunikation der Fachhochschule Nordwestschweiz. So erhält der Anlass einen optisch professionell gemachten Auftritt und entspricht den aktuellen Gestaltungstrends eines eher jüngeren Publikums. Zudem ist diese Form der Zusammenarbeit zwischen einer Universität und einer Fachhochschule neu. Mit den beiden Anlässen werden rund 450 Personen erreicht. Alle Weltenreise-Abende sind filmisch dokumentiert:

    www.weltenreise.unibas.ch

    Das ursprüngliche Konzept von «Weltenreise» sah vor, dass jedes Jahr zwischen naturwissenschaftlichen und geistes- bzw. sozialwissenschaftlichen Themen abgewechselt wird. Die letzten drei Weltenreise-Veranstaltungen haben gezeigt, dass es in der modernen Wissenschaft je länger je mehr um Themen und Fragestellungen geht, bei denen die Wissenschaft als ganzes gefordert ist, Antworten beizusteuern. Die Herausforderung mit Dozierenden aus beiden Wissenschaftswelten zusammenzuarbeiten und gemeinsam einen Abend zu bestreiten ist gross. Die Prozesse und Impulse, welche die beteiligten Referierenden während der intensiven Vorbereitungszeit untereinander auslösen und diskutieren, sind jedoch spannend und haben bereits zu neuen Projekten und Zusammenarbeiten unter den Forschenden geführt.

    Die «Weltenreise 2014», findet am 5. Dezember 2014 im Schauspielhaus Basel und als Wiederholung am 9. Dezember 2014 in Liestal statt. Sie beleuchtet unter dem Titel «Vom Gesicht zur Identität» aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven das Gesicht und seine Bedeutung für die Identität. Ein Ethnologe, ein Kunstwissenschaftler, ein Bildwissenschaftler, ein Chirurg, ein Psychiater und ein Informatiker berichten in kurzen und verständlichen Vorträgen über ihre neusten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet.

    Der Beitrag der cogito foundation wird für die Dokumentation, das New Media Center und die Website verwendet.

     

  • 14-128-P

    «Enzyklopädie zur Geschichte der Naturwissenschaften in der Schweiz»

    Prof. Dr. Erwin Neuenschwander, UZH
    CHF 20'000.-

    2015 feiert die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT, vormals SNG, Schweizerische Naturforschende Gesellschaft) ihr 200-jähriges Bestehen. Aus Anlass dieses Jubiläums sollen die naturwissenschaftlich relevanten Artikel des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS), wie sie von 2002-2014 in den 13 Bänden des HLS erschienen sind, in einem aktualisierten, preisgünstigen Einzel-band für ein möglichst breites Publikum neu herausgegeben werden. Dieser beinhaltet ca. 40 Sach-artikel zu naturwissenschaftlichen Disziplinen und Themen sowie über 1'200 Naturwissenschaftler-Biographien und präsentiert damit eine kompakte Geschichte der Naturwissenschaften sowie derer Akteure in der Schweiz unter Einbezug historischer und sozio-ökonomischer Kontexte.

    Hauptaufgabe und Ziel des Projektes ist die Aufdatierung und Zusammenstellung der teilweise bereits 20 Jahre alten naturwissenschaftlichen HLS-Biographien und Sachartikel. Dabei sollen bei der Revi-sion der Texte etwaige Lücken, Fehler und Ungenauigkeiten durch bio-bibliographische Nachfor-schungen in Datenbanken, Bibliotheken und Archiven behoben respektive ergänzt werden. Der aktua-lisierte, neu zusammengestellte Wiederabdruck liefert auf diese Weise eine bisher nicht erhältliche, kompakte Dokumentation zur Geschichte der Naturwissenschaften in der Schweiz. Diese ermöglicht es, die Lebensläufe bedeutender Naturforscher, wegweisender Epochen und Institutionen mit Schweiz-Bezug (z.B. Euler, Bernoulli, Einstein, Schrödinger) in einem einzigen enzyklopädischen Werk zusammengefasst zu verfolgen und zu kontextualisieren. Zusätzlich dazu wird auch der wissen-schaftliche Beitrag von Genf im Zeitalter der Aufklärung, der Aufbau der chemischen Industrie, der Aufstieg des CERN, die Entwicklung der Klimaforschung beleuchtet. Neben diesen herausragenden Persönlichkeiten und Themenkreisen der Schweizerischen Wissenschaftsgeschichte werden über 1'000 weniger bekannte Forscher-Persönlichkeiten sowie zahlreiche Sachgebiete in prägnanten und aktuellen Lexikoneinträgen vorgestellt, über die bisher kaum neuere Literatur erhältlich ist oder die in dieser konzisen Form nur schwer zu finden sind.

    Die Aufarbeitung der Geschichte der Naturwissenschaften erfordert inhärent geistes- sowie natur-wissenschaftliche Kenntnisse, respektive die gleichzeitige Auseinandersetzung mit den beiden diesbe-züglichen wissenschaftlichen Bereichen und deren Methodologien. Ferner eröffnet die Publikation im Zusammenhang mit dem 200-Jahr-Jubiläum der SCNAT die Möglichkeit, das Verständnis für natur-wissenschaftliches und technologisches Denken in der Öffentlichkeit zu stärken. Die angestrebte grossräumige Verbreitung des Druckbandes, das erfahrungsgemäss rasche Einfliessen von den neu erarbeiteten Forschungsresultaten in die elektronischen Medien (neues E-HLS, Wikipedia etc.) tragen dazu bei, die Naturwissenschaften und deren Geschichte mit Bezug zur Schweiz auch weltweit adä-quater darzustellen sowie deren Nutzwert aufzuzeigen und in geeigneter Form zu verbreiten. Dadurch werden über die Grenzen der Naturwissenschaften hinaus neue Fragestellungen in und für die Gesell-schaft erkannt. Es können optimalere Lösungen für die Interaktionen zwischen Natur-, Technik- und Geisteswissenschaften gefunden werden, sowohl auf epistemologischer als auch sozio-ökonomischer Ebene.

     

  • 14-124-S

    «Sacred Sites: From Ecology to Socio-Ecological Linkages»

    Dr. Fabrizio Frascaroli, Univeristät Zürich
    CHF 72'000.-

    Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, welche ökologischen Folgen "heilige Stätten" (sacred sites) haben, vor allem im Blick auf die Bewahrung der Biosphäre. Der Antragsteller, der schon beträchtliche Arbeit auf diesem Feld geleistet hat, konzentriert sich auf heilige Stätten in Mittelitalien, weil dort eine reiche religiöse Kultur zu beobachten war (und ist) und weil dort zugleich eine recht grosse Biodiversität anzutreffen ist. Es tritt immer klarer zu Tage, dass die Bewahrung von Biodiversität besser nicht durch Gesetze oder politische Regulierung ausgelöste Schonung von bestimmten Gebieten zu leisten ist, sondern durch bereits vorhandene soziale Normen, die in diese Richtung vorangetrieben werden.
    Heilige Stätten zum Beispiel mobilisieren im Vergleich zu Gesetzen oder politischer Regulierung einen breiteren Bereich von sozialen und kulturellen Werten, die zur Bewahrung von und zum Respekt vor natürlichen Gegebenheiten beitragen. Das Projekt untersucht den kulturellen und ökologischen Nutzen, die Schwächen und die kritischen Bereiche einer Bewahrung der Biodiversität aus religiösen Motiven. Es identifiziert die sozialen Vereinbarungen, welche am meisten zur Bewahrung natürlicher Gegebenheiten beitragen, und untersucht die Bedeutung und den Wert, welche die Lokalbevölkerung diesen Örtlichkeiten zuschreibt. Als Beispiele seien einige Fragen genannt, die hier gestellt und möglicherweise beantwortet werden: Was sind die symbolischen und ebenso die utilitaristischen Werte, welche Sacred Natural Sites (SNS) zugeschrieben werden? Was sind die sozialen Übereinkünfte, welche das effektive ökologische Management von SNS gefördert haben? Was ist die Zukunft dieser Bewahrung von SNS und wie kann diese verbessert werden? Das Projekt soll im Department of Religion der Universität Florida durchgeführt werden.

     

  • 14-121-S

    «Kernenergierecht in Raum und Zeit»

    Dr. Reto Müller, Juristische Fakultät, Universität Basel
    CHF 50'000.-

    Die Ausgestaltung des Schweizer Kernenergierechts hat sich in seiner noch jungen Geschichte bereits mehrfach stark gewandelt. Die rechtswissenschaftliche Erschliessung dieses Sachgebiets war bescheiden. Die beiden letzten tief greifenden gesetzlichen Anpassungen datieren aus den Jahren 2003 (KEG) und 2007 (ENSI-Gesetz). In der vergangenen Dekade bildeten in der Schweiz bloss einzelne Teilbereiche des Kernenergierechts Gegenstand (weniger) juristischer Aufsätze oder Urteilsbesprechungen. Eine umfassende aktuelle juristische Arbeit zum Kernenergierecht liegt nicht vor. Jüngst manifestierten sich in einem wichtigen Rechtsstreit markante inhaltliche Unterschiede der urteilenden Gerichte selbst bezüglich institutioneller Fragen.

    Seit den Ereignissen in Japan vom März 2011 berät die Schweizer Politik einschneidende energiepolitische Massnahmen zum Ausstieg aus der Kernenergie. Dies wäre ein neuerlicher ? auch rechtlicher - Paradigmenwechsel, dessen Folgen zu untersuchen sind. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den wichtigsten Elementen des Schweizer Kernenergierechts unter Einbezug technischer und internationaler Entwicklungen sowie rechtsvergleichender Aspekte ist angezeigt. Gestützt darauf sind aktuelle Rechtsfragen zu beantworten.

    Entsprechend der Ausbildung des Gesuchstellers sind die formulierten Ziele juristischer Natur. Insbesondere hat die Gewährleistung der Nuklearsicherheit (durch die Verteilung der Verantwortung und die Ausgestaltung der Aufsicht) gesellschaftliche Implikationen und zeitigt die Umsetzung der Energiestrategie 2050 durch die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen grosse volkswirtschaftliche Auswirkungen für die Schweiz.

    Im Rahmen des vorliegenden Projekts geht es aber auch darum, die Bezüge zwischen Recht und Rechtsanwendung einerseits, Erkenntnissen der Exakten und Naturwissenschaften andererseits darzustellen (oder darauf hinzuweisen, wenn solche Bezüge zwar geboten wären, jedoch in der Umsetzung fehlen oder ungenügend berücksichtigt werden). Es ist deshalb nicht unerheblich, ob die Rechtsetzung auch den technischen Gegebenheiten Rechnung trägt, was das Ziel der vorliegenden Arbeit ist.

    Ein intensiver Dialog mit Vertretern der Exakten und Naturwissenschaften sowie der Risikoforschung ist geplant. Interdisziplinäre Bezüge sollen und müssen im ganzen Projekt zum Ausdruck kommen. Zur Gewährleistung der interdisziplinären Abstützung und Orientierung des Projekts hat der Gesuchsteller aktiv Kontakt zu Forschenden und Praktikern der betreffenden Wissenschaftszweige gesucht und geknüpft.

     

  • 14-111-T

    Abgeschlossen

    «Nacht der Forschung 2014»

    Nicola von Greyerz, Universität Bern
    CHF 20'700.-

    Am 23.9.2011 lud die Universität Bern zur ersten «Nacht der Forschung» ein. Rund 400 Angehörige der Universität stellten damals der Öffentlichkeit mit interaktiven Präsentationen ihre Forschung vor. Über 7'000 Besucherinnen und Besucher liessen sich während sieben Stunden vom vielfältigen Programm begeistern. Aufgrund dieses Erfolgs hat die Universitätsleitung beschlossen, alle drei Jahre eine «Nacht der Forschung» für die Öffentlichkeit durchzuführen. Am 6. September 2014 von 16-24 Uhr können die Besucherinnen und Besucher in die faszinierende Welt der Wissenschaften eintauchen. Dabei steht die persönliche Begegnung zwischen Forschenden und dem Publikum im Vordergrund. 500 Wissenschaftler präsentieren und erklären verständlich und unterhaltsam ihre Forschungsarbeiten und Ergebnisse und stehen Rede und Antwort. Das Publikum soll Gelegenheit haben, Neues zu erfahren, aber ebenso gut unterhalten zu werden. Es soll Wissenschaft zum Anfassen und zum Staunen erleben. Damit sollen auch Junge für die Wissenschaft begeistert werden. Dieses Fest des Wissens findet auf der Uniterrasse in Zelten und nebenan im Hauptgebäude der Uni Bern, der UniS und im Institut für Exakte Wissenschaften statt. Zusätzlich sind die Besucher in den Hörsälen zu vertiefenden Vorträgen eingeladen, wo auch Raum für Diskussionen bleibt.
    Die Eigenleistungen der Universität Bern allein reichen nicht aus, diese Grossveranstaltung ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung durchzuführen. Die cogito foundation hat die Finanzierung von 9 der 24 vorgeschlagenen Projekten im Umfang von Fr. 20'700.- genehmigt: Hirnfunktionen, dem Gehirn beim Denken zusehen; Gehirnaktivität, Aufmerksamkeit und das Erleben von Schmerz; Das interaktive Albert Einstein Dorf; Spuren im Schlamm; Radiokarbondatierung; Blickpunkt Klima an der «IsoBar»; Weltraumforschung; Test & Train your Brain; Der kleine Prinz auf «wissenschaftlich». Diese erfüllen die Zielsetzung der Stiftung ein besseres Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaftler in der Öffentlichkeit zu erreichen und die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung zu zeigen.


     

    http://www.nachtderforschung.unibe.ch

  • 14-110-T

    «Science on Stage Switzerland»

    Janine Hermann, Verein Science on Stage Switzerland, Feldmeilen
    CHF 10'000.-

    "Science on Stage" ist eine internationale Veranstaltung bei der Schweizer Lehrpersonen in einem Wettbewerb gute Unterrichtsinhalte zu naturwissenschaftlichen Themen präsentieren. Dabei werden die Inhalte nicht nur von einer Jury, sondern auch von den Lehrern gegenseitig bewertet.

    Neben dem internationalen Wettbewerb gibt es hier - wie auch bei den Wissenschafts-Olympiaden oder dem Young Physicists Tournament - nationale Vorausscheidungen. Ein solcher Anlass ist sicher sinnvoll, gerade im Hinblick auf die Ausbildung an der Sekundarschule. Die Vermittlung von gutem Naturwissenschaftsunterricht bringt sehr viel, um Mädchen und Jungen für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu begeistern und in der Gesellschaft das Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaften zu fördern.

    Dieses Jahr wurden insgesamt 10 Schul-Projekte aus allen Landesteilen und aus allen Schulstufen der Schweiz für den nationalen Wettbewerb ausgewählt. Die Schulprojekte mussten die Kriterien der Jury erfüllen: Wissenschaftlichkeit, Unterrichtstauglichkeit, innovativ und finanziell durchführbar in Schweizer-Schulen. Alle 10 Projekte und Experimente werden an der nationalen Vorentscheidung am 15. November 2014 auf der Bühne des Technoramas in Winterthur präsentiert. Zusätzlich findet eine Ausstellung statt, wo alle Projekte auch noch an einem Stand gezeigt werden.

    Die Vernetzung aller Player zu institutionalisieren und die Inhalte zugänglich zu machen, ist denn auch ein Teil der Arbeit des Vereins Science on Stage Switzerland, der einen grossen Hebeleffekt haben kann. Der Verein lebt von viel Enthusiasmus und Fronarbeit.

    Die cogito foundation übernimmt die Reisekosten zur nationalen Vorausscheidung im Technorama sowie für die 5 Gewinner des nationalen Wettbewerbs die Reise zum internationalen Wettbewerb in London vom 17. -20. Juni 2015.

    Link zum Tagungsprogramm vom Samstag, 15. November im Technorama Winterthur:
    http://scienceonstage.ch/joomla322/index.php/de/nationaler-Wettbewerb

     

  • 14-108-R

    «Neuroethik – zur Frage des Wechselspiels zwischen Neurowissenschaften und Ethik»

    Prof. Dr. Elisabeth Hildt, Illinois Institute of Technology, Chicago
    CHF 99'000.-

    Das Projekt beschäftigt sich mit grundlegenden philosophischen, ethischen und erkenntnistheore-tischen Problemen der Neurowissenschaften. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen Bedingungen aus naturwissenschaftlichen, d.h. rein deskriptiven Erkenntnissen ethische - also normative- Schlüsse gezogen werden können. Im Rahmen der gängigen Einteilung der Neuroethik in zwei Teilgebiete, eines, das die Frage nach ethischen Implikationen der Neurowissenschaften und des ethisch richtigen klinischen Handelns stellt und das andere, das die Auswirkungen der Neurowissenschaften auf die philosophisch-ethische Reflexion untersucht, siedelt sich das Projekt im zweiten Teilgebiet an. So wird angesichts der Erkenntnisse moderner Neurowissenschaften ein neuer Blickwinkel eröffnet auf zentrale Konzepte philosophisch-ethischer Reflexion wie Willensfreiheit, Determination, Verantwortlichkeit oder personale Identität.

    Das Projekt geht auf grundlegende Fragen wie etwa Humes These, wonach es keinen Schluss vom Sein auf das Sollen geben kann oder G. E. Moore’s Aufdeckung des "naturalistischen Fehlschlusses" ein. Damit findet ein Brückenschlag zwischen Geistes- und Naturwissenschaften statt, indem nicht nur Methoden der einen Seite auf Gegenstände der anderen Seite angewendet werden, sondern vielmehr eine "Reflexion auf der Brücke" stattfindet, indem ethische Impulse neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und Denkweisen einer grundlegenden philosophischen Reflexion unterzogen werden. Die Antragstellerin ist in beiden Welten zuhause: Sie hat Biochemie in Tübingen und München studiert und kennt sich in ethischen und philosophischen Feldern gut aus. Geplant sind Publikationen in wichtigen englischsprachigen Zeitschriften.

    Die Gesuchstellerin hat inzwischen einen Ruf in die USA erhalten und wird das Projekt von dort aus bearbeiten. Der Projektbeginn wurde auf August 2015 verschoben.

     

  • 14-105-R

    Abgeschlossen

    «Die Entstehung des Drehimpulssatzes»

    PD Dr. Andreas Verdun, Prof. Claus Beisbart, Astronomisches Institut Universität Bern
    CHF 150'000.-

    Die beiden Gesuchsteller, ein promovierter Physiker mit Zweitpromotion in Philosophie und ein promovierter Astronom mit Habilitation in Philosophie, wollen am Beispiel des Drehimpulssatzes untersuchen, wie eine mathematische Naturbeschreibung zustande kommt und wie sich diese in die zeitgenössische Erkenntnistheorie Kants einbinden lässt.

    Das Projekt umfasst zwei Teile: Als erstes sollen die Notizbücher Leonard Eulers aus der Zeit während der er sich intensiv mit Kreiselbewegungen befasst hat, analysiert werden. In dieser Zeit hat Euler auch den Drehimpulssatz in seiner allgemeinen Form formuliert. Diese Notizbücher sind sehr umfassend und liegen elektronisch vor. Dies ist einer der ganz wenigen Fälle, bei denen eine durchgehend mathematische Beschreibung eines physikalischen Phänomens erarbeitet wurde und detailliert dokumentiert ist. Dies ist von grosser, wissenschaftshistorischer Bedeutung. Der zweite - mehr wissenschaftsphilosophische - Teil bringt diese Entwicklung eines abstrakten Konzepts in den Zusammenhang der zeitgenössischen Erkenntnistheorie.

    Die Kant’sche Erkenntnistheorie ist sehr qualitativ gehalten und hat daher keinen expliziten Zugang zu einer rein mathematischen Erkenntnis von Gesetzmässigkeiten - wie dies der Drehimpulssatz darstellt. Die erkenntnistheoretische Fragestellung, welcher sich die Gesuchsteller in diesem Zusammenhang stellen, ist, ob Kants Gedankengebäude fähig ist, diese mathematische Beschreibung aufzunehmen. Sowohl die wissenschaftshistorische als auch die wissenschaftsphilosophische Arbeit kann nur mit einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund erarbeitet werden. In diesem Zusammenhang ist es sicher interessant, die Defizite an Kants Erkenntnistheorie aufzuzeigen.


     

  • 14-104-R

    «Canopic Jar Project - Pilot study»

    Prof. Frank J. Rühli, Institut für Evolutionäre Medizin (IEM), Universität Zürich
    CHF 12'900.-

    Während die Erforschung von menschlichen Mumien eine lange Tradition hat, standen die Kanopen ("Eingeweidekrüge") mit ihren mumifizierten inneren Organen lange akademisch im Schatten. Das wissenschaftliche Interesse fokussierte sich fast ausschliesslich auf den künstlerischen Aspekt. Mit den erst seit kurzer Zeit erfolgreichen humangenetischen Untersuchungen an ägyptischen Mumien sind nun die Kanopen in das Blickfeld eines interdisziplinären Forschungsansatzes geraten, was es erlaubt, die Ägyptologie als Geisteswissenschaft mit naturwissenschaftlichen Ansätzen wie Medizin und Genetik in ergänzender Zusammenarbeit zu verbinden.

    Ziel des Projekts ist es, Kanopen und korrespondierende wichtige Mumien in zugänglichen Sammlungen in Europa und Nordamerika zunächst archäologisch zu erfassen und zu dokumentieren. In einem nachfolgenden Schritt sollen die mumifizierten Gewebereste naturwissenschaftlich untersucht werden. Durch histologische Untersuchungen sollen die Gewebearten bestimmt und mit den archäologischen Informationen gegengeprüft werden, ob sich wirklich die vermuteten Organe in den jeweiligen Kanopen befinden - wie Inschriften nahelegen. Danach können weitergehende Fragen nach Pathologien, Bakterienbefall und chemischer Zusammensetzung der Einbalsamierungssubstanzen untersucht werden. Das Erstellen von genetischen Profilen kann zum Abschluss ganz neue Antworten und Fragen zur Verwandtschaftsanalyse aber auch zur Evolution von funktionalen Allelen eröffnen.

    Das Projekt bringt Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen und Nationen zusammen. Es umfasst die Forschungsbereiche Ägyptologie, Medizin, Molekulargenetik, Radiologie und Histologie. Das Institut für Evolutionäre Medizin stellt die benötigte Infrastruktur und notwendigen Laboratorien sowie ein mobiles digitales Röntgengerät für das Projekt zur Verfügung. Toxikologie und CT-scans sollen im Rechtsmedizinischen Institut der Universität Zürich durchgeführt werden. Der Beitrag der cogito foundation wird zur archäologischen Erfassung und Dokumentation der Kanopen gesprochen (Reisekosten, Verbrauchsmaterial und Publikationskosten).
    Das Projekt stellt eine eigenständige Weiterentwicklung des "Swiss Mummy Projects" dar, welches von der cogito foundation 2008 unterstützt wurde (P-133/08).

     

  • T-123/13

    Abgeschlossen

    «International Conference on Culture, Climate and Environment Interactions at Prehistoric Wetland Sites, Bern 11. – 14.6.2014»

    Prof. Dr. Albert Hafner, Universität Bern
    CHF 5'000.-

    Die Universität Bern, Institut für Archäologische Wissenschaften und das Oeschger Zentrum für Klimaforschung (OCCR) führen zusammen mit dem International Geosphere-Biosphere Program Past Global Changes IGBP-PAGES im Juni 2014 eine Tagung mit dem Titel "Culture, Climate and Environment Interactions at Prehistoric Wetland Sites" durch. Mit der internationalen Konferenz sollen Forscherinnen und Forscher aus naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Disziplinen zusammengebracht werden. Im Fokus der Tagung stehen Themen aus der Palaeoökologie, der Klimaforschung und der Archäologie.

    Themen der Tagung sind:

    • Klima- und Umweltveränderungen im kulturellen Kontext und Auswirkungen auf frühe agrarische Gemeinschaften.
    • Holozäne Ressourcennutzung, Ökonomie und Ökologie in prähistorischen Seeufersiedlungen.
    • Prähistorische Pfahlbauten (5000–800 v.Chr.) im regionalen Kontext: Migration, Mobilität, Handel und Austausch.

    Zusammen mit der Tagung finden zwei Workshops zu den Themen "Zukunft Dendrochronologie" und "Forschung im UNESCO-Welterbe" sowie eine Exkursion statt. Die Tagung steht in Zusammenhang mit der Nominierung der prähistorischen Pfahlbauten des Alpenraums als UNESCO Welterbe (2011).

    Die Tagung findet vom 11. – 14.6.2014 an der Universität Bern statt.

    Die Referierenden sind international renommierte Forschende aus Europa und China. Die cogito foundation finanziert die Kosten der Chinesischen Teilnehmer.

    Internetseite der Tagung: Climate and Culture_BERN2014
    http://www.iaw.unibe.ch
    http://www.pages.unibe.ch


     

  • T-116/13

    «100 Jahre Nobelpreis an Alfred Werner»

    Prof. Roger Alberto, Direktor Anorganisch-chemisches Institut Universität Zürich
    CHF 10'000.-

    Zum 100. Jahrestag des Nobelpreises an Alfred Werner werden eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, welche die Bedeutung der Arbeiten Werners im heutigen Kontext zeigen. Dazu wird am 29. August 2013 eine Ausstellung über die Person Alfred Werner und sein wissenschaftliches Schaffen auf dem Gelände des Irchel-Campus eröffnet. Diese kann später auch an Gymnasien gezeigt werden. Daneben entsteht ein "Werner Labor" in welchem Schüler die Beobachtungen, Experimente und Interpretationen, die zum Nobelpreisgeführt haben, selber erleben und durchführen können. Obwohl Werners Theorie bahnbrechend war, waren seine Experimente einfach und die experimentellen Anforderungen bescheiden. Die Koordinationschemie von Werner wird leider an den Gymnasien wenig gelehrt, obwohl sich die Versuche für experimentelle Praktika eignen. Die entwickelten Schülerlabor-Versuche werden später im ScienceLab der Universität Zürich eingesetzt, können aber auch für die Lehrerweiterbildung verwendet werden.

    Zum Ende der Ausstellung wird am 22. November 2013 ein öffentliches Symposium mit führenden Wissenschaftlern aus aller Welt stattfinden. Damit soll der Öffentlichkeit die Bedeutung der chemischen Grundlagenforschung näher gebracht und auch den Forschungsplatz Zürich dargestellt werden.

    Der Beitrag der cogito foundation wird für die Entwicklung der Schüler-Versuche verwendet, welche anschliessend nachhaltig im ScienceLab der Universität eingesetzt werden können (P-113/10).

    http://www.uzh.ch/news/articles/2013/genialer-wissenschaftler-und-lebemann.html
    http://www.alfred-werner.uzh.ch/

     

  • T-108/13

    «10th Conference on the Application of Social Network Analysis»

    Prof. Karin Ingold, Universität Bern (Anschlussgesuch T-123/10)
    CHF 1'000.-

    Die Konferenz "Application of Social Network Analysis" (ASNA) feiert 2013 das 10jährige Jubiläum mit einem Rückblick auf 10 Jahre Forschung und Anwendung der Netzwerkanalyse. Es ist eine Konferenz, die den Sozialwissenschaftlern die Netzwerkanalyse zugänglich machen will. Damit geht es klar um den Austausch zwischen Exakten- und Sozialwissenschaften. Die Tagung findet vom 27.-31. August 2013 an der Universität Zürich statt. Mit dem Rückblick auf 10 Jahre Netzwerkanalyse, wie auch dem Ausblick auf die Weiterentwicklung des Gebietes, wird diese Tagung 2013 besonders vielfältig. Jungen Forschenden wird auch ermöglicht, Netzwerk-Applikationen direkt bei deren Entwicklern zu lernen. Zudem ist die Tagung eine Plattform, die neusten Entwicklungen verschiedenster Disziplinen vorzustellen. Damit fördert die Konferenz den Austausch zwischen den Wissenschaften wie Mathematik und Neurobiologe mit den Sozial- und Geisteswissenschaften (Soziologie und Psychologie). Die Konferenz ist hochkarätig besetzt. Der Beitrag der cogito foundation dient der Finanzierung der Reisekosten von Professor James Fowler, University of California San Diego.

    http://www.uzh.ch/news/articles/2013/asna-konferenz.html
    http://www.asna.ch

     

  • S-131/13

    «Towards an experimental philosophy of aesthetics»

    Dr. Florian Cova, Swiss Centre for Affective Sciences (CISA), Universität Genf
    CHF 189'000.-

    Das Projekt bewegt sich in dem in letzter Zeit wichtiger werdenden Gebiet der Experimentellen Philosophie, einer Forschungsrichtung, die empirische Resultate aus den Kognitionswissenschaften verwendet, um traditionelle philosophische Probleme zu behandeln. Der Gesuchsteller möchte die Bedeutung der Ästhetik für moralisches Verhalten, mit einer neuen Methodologie erforschen, indem es sozialpsychologische und experimentell ökonomische Methoden in Beziehung setzt zu philosophischen und humanwissenschaftlichen Arbeitsweisen. Ein erster Teil widmet sich mit der möglichen Beziehung von Moralität und Ästhetik (als philoso-phisches Konzept gesehen), namentlich mit der Wirkung von Kunstwerken auf moralisches Verhalten. Ein zweiter Teil erforscht das Wesen ästhetischer Urteile im Spannungsfeld zwischen individuellem Geschmack und universaler Geltung. Ein dritter Teil schliesslich untersucht die menschliche Reaktion auf Fiktion, etwa die Frage, wie eine fiktionale Figur Menschen emotional bewegen kann. Die zweijährige Studie wird am CISA durchgeführt, das neben der Bereitstellung der Infrastruktur auch für eine interdisziplinäre Begleitung des Projekts durch den Philosophieprofessor Julien A. Deonna und den Psychologieprofessor David Sander sorgt.

     

  • R-134/13

    «The U-Gen project: can musicians contribute to the diffusion of scientific knowledge?»

    Dr. Lydie Lane, SIB Swiss Institute of Bioinformatics, Genf
    CHF 15'500.-

    In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Olivier Calmel und Professor Amos Bairoch will die Gesuchstellerin ein Konzert organisieren bei dem ein Musikstück basierend auf dem genetischen Code (bzw. der genetischen Vielfalt) aufgeführt wird. Zuerst wird der Komponist eine Einführung in die Genetik erhalten, so dass er die Konzepte genügend versteht, um daraus ein Stück zu komponieren. Die Première findet am 25. Juni 2014 in Genf statt mit Abdel Hamid el Shwekh, Sidonie Bougamont (Violinen, Soloisten des OSR-Orchestre de la Suisse Romande), Galina Favereau (Viola) und Alain Doury (Cello). Vor dem Konzert wird Prof. Aimos Bairoch in einem wissenschaftlicher Vortrag dem Publikum die Grundkonzepte der modernen Genetik in Erinnerung rufen. Das Ganze wird mit einer Podiumsdiskussion zwischen den aufführenden Musikern, Calmel, Lane und Bairoch abgeschlossen. Das Quartett führt die Komposition ein zweites Mal am 30. Juni 2014 an der Universität Genf vor einem ausschliesslich wissenschaftlichem Publikum auf. In der Nachbearbeitung soll mittels Befragung herausgefunden werden, was das Projekt den Musikern gebracht hat und ob sich über solche Konzerte ein Publikum für die Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen gewinnen lässt. Ob sich dadurch ein Publikum ansprechen lässt, das man sonst nicht erreicht, wird sich weisen.

    Das Musikstück wird veröffentlicht und kann für weitere wissenschaftliche oder kulturelle Zwecke erneut eingesetzt werden.

     

  • R-132/13

    Abgeschlossen

    «Auf Patienten fokussierte interkulturelle Zusammenarbeit von westlicher Medizin und traditionellem Heilwissen der Maya – Eine transdisziplinäre Fallstudie in Guatemala»

    Dr. Pius Krütli, Monica Berger, Martin Hitziger, Natural and Social Science ETHZ
    CHF 50'000.-

    Das Projekt entspringt dem ursprünglich im Jahr 2010 bewilligten R-146/10 und R-130/11 über die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen durch Maya Heiler. Das Projekt hat sich über Erwarten gut entwickelt. Die Projektleiterin, Frau Monica Berger, hat 65 Interviews mit "Ältesten" aus fünf verschiedenen ethnischen Gruppen geführt und damit eine Fülle von Information gewonnen. Eine Delegation aus den verschiedenen Ältestenräten hat letzten Sommer die Schweiz besucht und unsere Methoden der Krebsbehandlung kennen gelernt.

    Nicht ganz unerwartet hat sich gezeigt, dass die Konzepte der Behandlung in den beiden Kulturen grundverschieden sind: während bei uns die Bekämpfung der Tumore mittels Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie ("Slash, Burn, Poison") im Vordergrund steht, behandeln die Maya Heiler den Menschen als Ganzes. Ihre Methoden beruhen nicht auf einem tieferen biomedizinischen Verständnis, sondern auf Empirie. Dabei kommt neben einem ausgeklügelten phytotherapeutischen System vor allem die psychologische Verstärkung der Selbstheilungskräfte durch spirituelle Massnahmen zum Einsatz. Die Mayas waren höchst erstaunt, wie wenig Zeit sich unsere Ärzte in der Regel nehmen, um sich um die seelischen Nöte der Patienten zu kümmern. Sie legen auch grossen Wert auf die soziale Integration der Kranken.

    Die ETH hat nach zwei Jahren Anschubfinanzierung durch die cogito foundation das Projekt übernommen. Nun möchten die Gesuchsteller es um einen ein patientenbezogener Aspekt und eine vergleichende Studie der Therapien erweitern: Einzelne Patienten, die an einer "chronischen, nichtinfektiösen, verbreiteten" Krankheit leiden, sollen von beiden Arten von Ärzten – traditionellen Maya Heilern und modernen Medizinern – diagnostiziert werden. Es wird erwartet, dass unter etwa 30 Patienten bis zu 10 Krebserkrankungen diagnostiziert werden, die dann gemeinsam weiter evaluiert werden sollen. Die anschliessende Maya-Behandlung soll wissenschaftlich begleitet und dokumentiert werden. Die enge Zusammenarbeit zwischen Maya-Heilern, guatemaltekischen und schweizerischen Medizinern verspricht eine vollständige Abdeckung des Diagnose- und Therapieprozesses.

    Die cogito foundation finanziert die Feldarbeit, sowie die lokale Koordination und Reise- und Transportkosten.


     

    http://rdcu.be/uQ0J

  • R-127/13

    Abgeschlossen

    «Beeinflusst der Verlust einer Hand das Denken?»

    Dr. Tamar R. Makin, Universität Oxford, Prof. Peter Brugger, Universität Zürich
    CHF 67'488.-

    Das Konzept des "verkörperlichten Denkens" ("embodied cognition") besagt, dass selbst abstrakte Denkleistungen stark von sensomotorischen Eigenschaften unseres Körpers abhängen. Es erfreut sich zunehmender Popularität in (neuro)-psychologischen und philosophischen Kreisen. Das Projekt wird auf Verhaltens- und bildgebender Ebene Denkleistungen von Personen mit bloss einer Hand untersuchen. Dabei wird mit normal zweihändigen Personen gearbeitet, mit solchen, die eine Hand im Erwachsenenalter verloren haben und mit solchen, denen eine Hand seit Geburt fehlt. Am Beispiel der Zahlenverarbeitung wird das Verhältnis zwischen Körperlichkeit und Kognition untersucht. Einerseits im Verhaltensexperiment (Schätzen/Zählen/Rechnen), andererseits mit funktioneller Magnetresonanztomographie (Änderungen kortikaler Aktivierungsmuster während des Zählens/Rechnens als Funktion des Handverlustes). Es wird berücksichtigt, dass allfällige Phantomempfindungen für das Aufrechterhalten verkörperlichten Denkens möglicherweise eine wichtige Rolle spielen. Die Ergebnisse der Experimente könnten nicht nur wesentliche Erkenntnisse für die Kognitionsforschung liefern, sondern auch zur Entwicklung von Rehabilitationsstrategien nach traumatischem Handverlust beitragen.


     

  • R-117/13

    «Embodied (e)motions: brain mechanisms and their socio-cultural modulation»

    Prof. Alessio Avenanti, Universita Bologna
    CHF 60'000.-

    Viele menschlichen Emotionen hängen mit körperlichen Aktionen zusammen (z. B. Glück –> Lächeln). Menschen neigen dazu, körperliche Aktivitäen, die sie beobachten, zu kopieren. Dieses Nachmachen kann explizit sein oder auf der kortikalen Ebene bleiben. Einfach gesagt: das Hirn "denkt" die körperliche Aktion, führt sie aber nicht aus. Die Gesuchsteller nehmen an, dass wegen des starken Zusammenhangs zwischen körperlichem Ausdruck und Emotion, das einfache "Nachmachen" (oder über das "Nachmachen" nachdenken) eines Ausdrucks der eine zugehörige Emotion auslöst und damit ein besseres Verständnis ("Gefühl") für die Emotionslage der Person vermittelt.

    Das Projekt hat drei Komponenten:

    1. Analyse der kortikalen Aktivität vor und während der motorischen Phase, in welcher der Proband verschiedene emotionale Ausdrucksweisen beobachtet.
    2. Analyse der Auswirkung von Kultur und Gruppe auf die motorisch-kortikale Aktivität und die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen. Frühere Studien legen nahe, dass die Emotionen von Menschen der eigenen Gruppen- und Rassenzugehörigkeit besser gelesen werden können als diejenigen von Menschen anderer Gruppen. Diese Neigung kann durch sozialpsychologische Methoden vermindert werden. Die Gesuchsteller möchten untersuchen, was unter diesen Umständen im Kortex vor und während einer Aktion abläuft.
    3. Die Gesuchsteller planen, die kortikalen Vorgänge mittels magnetischer Stimulation durch die Schädeldecke (TMS) zu beeinflussen um zu sehen, ob diese Massnahmen dazu beitragen, Emotionen lesen zu können und zu beurteilen, ob sie im passenden sozialen Umfeld erfolgen.

    Die Gemeinschaft der Gesuchsteller besteht aus Gruppen in Bologna und Rom mit Forschungserfahrung in diesem interessanten Gebiet der kognitiven Neurowissenschaft. Zum Team gehören sowohl Neurowissenschaftler wie Sozialpsychologen. Die vorgeschlagenen Experimente haben das Potential, neue Einsichten über die Bedeutung des expliziten und impliziten "Nachmachens" von körperlichem Ausdruck im Zusammenhang mit bestimmten Emotionen zu vermitteln.
    Das Gesuch wird vorerst für 1 Jahr bewilligt.

     

  • P-114/13

    «Wissenschaft Kommunizieren»

    Gian-Andri Casutt, UZH/HTW Chur
    CHF 24'000.-

    Der Gesuchsteller ist Dozent an der Life Science Graduate School von Universität und ETH Zürich und gibt auch Kurse an der Universität Bern. Er unterrichtet vor allem Doktorierende in Wissenschaftskommunikation. Nach seinem 2002 abgeschlossenen Geschichtsstudium arbeitet er seit 2012 an einer Dissertation im Fachgebiet Publizistik an der Universität Zürich zu "Wissenschaftskommunikation in der Schweiz". Daneben ist er Präsident von Anda – "Wissenschaft in der Gesellschaft", welche gute Anlässe wie "Science Clouds" organisiert. Er möchte nun seine Kenntnisse in Form eines Handbuches über "Ziele und Wirkungen von Wissenschaftskommunikation" veröffentlichen. Darin sollen klare, einfache Beispiele aufgeführt werden, wie Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften an Laien und Fachfremde übermittelt werden können. Das Büchlein soll klein und handlich sein, voll mit Tipps und Beispielen, die Mut machen, Wissenschaft zu vermitteln.
    In der Wissenschaftsvermittlung sind Bücher immer noch stark im Gebrauch. Zunehmend wird aber auch Internet genutzt. Zwar kann es ein solches Handbuch nicht ersetzen, aber gut ergänzen. Eine Website ist deshalb in Planung, denn auf Internet können Inhalte gut verlinkt und auch rasch nachgeführt werden. Die Online-Version soll anschauliche Filme verlinken und die Inhalte des Buches fürs Internet aufbereiten und so einen Gratis-Zugang schaffen, um noch mehr Wissenschaftler zu erreichen und auf das Buch aufmerksam zu machen. Das Buch richtet sich ausschliesslich an Wissenschaftler und kann somit seine Kosten nicht einspielen.
    Wenn mehr Wissenschaftler ihre Forschung besser in der Öffentlichkeit vorstellen, können mehr Leute die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung erfahren und ein besseres Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaften erreichen.
    Die cogito foundation übernimmt deshalb die Kosten von Fr. 9'000.- für die Programmierung der Website und das Layout sowie die Gestaltung des Handbüchleins in der Höhe von 15'000.-.

     

  • P-111/13

    «Wunderkammer Technorama»

    Roy Schedler, Technorama Winterthur
    CHF 15'000.-

    Neben den vielen Kunstmuseen mit hervorragenden Kunstsammlungen befindet sich in Winterthur auch das Technorama, das einzige Science Center der Schweiz. Im Rahmen des "Kulturherbst Winterthur 2013" will das Technorama zeigen, dass Kunst und Wissenschaft viel mehr gemeinsam haben, als die vorherrschende Meinung wahrhaben will. Tatsächlich gibt es im Technorama eine ganze Reihe von Exponaten, die von Künstlern geschaffen oder von Künstlern inspiriert wurden. Sie werden in diesem Projekt entlang von Themen gruppiert, die in den Wissenschaften wie auch in der Kunst verwendet werden: Licht und Schatten, Perspektive, Chaos und Struktur und weitere mehr. Kunst kann einen alternativen Zugang zu Naturphänomenen eröffnen und dabei auch die Schönheit von Wissenschaft zeigen.

    Zwei Vermittlungsprojekte sollen die beiden Wissenschaftsbereiche verbinden:

    • Eine 24-seitige Broschüre in der gleichen Aufmachung wie bisherige andere Publikationen des Technorama;
    • Eine Serie von kunstgeschichtlichen Führungen für eine interessierte Öffentlichkeit.

    Mit diesem Projekt will das Technorama den Dialog zwischen den Vertretern der Naturwissenschaften und der Geistes-/Sozialwissenschaften neu beleben. Denn obwohl sich moderne Wissenschaft und Kunst in ihrer Methodik und Zielsetzung unterscheiden, entstehen in ihrem Zusammenspiel und gegenseitiger Inspiration immer wieder überraschende Kunstwerke, die ungewöhnliche Erfahrungen mit Naturphänomenen erlauben. Sie lassen uns innehalten und die Welt mit anderen Augen sehen.
    Das Projekt wird durch die externen Kunsthistorikerinnen Karin Frei und Mirjam Fischer sowie von Naturwissenschaftlern des Technorama betreut. Mit dem Begriff "Wunderkammer" wird an die Anfänge naturwissenschaftlichen Interesses durch Fürsten, Mäzene etc. angeknüpft, die ein Sammelsurium interessanter Objekte aufbauten und Erklärungen für die verschiedensten Phänomene zu suchen begannen.
    Der Beitrag der cogito foundation wird für die inhaltliche Erarbeitung der Ausstellung (Fr. 4'500.-), die Redaktion der Broschüre (Fr. 9'000.-) und für Führungen (Fr. 1'500.-) verwendet.

     

  • P-101/13

    Abgeschlossen

    «Waldzeit – Mensch, Wald, Wissenschaft»

    Peter Lippuner, Präsident Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur
    CHF 15'000.-

    Die Ausstellung findet im Mai 2014 im Rahmen des 750 Jahr-Jubiläum der Stadt Winterthur statt. Sie will ein breites Publikum auf dem Neumarkt in Winterthur erreichen und eine Brücke schlagen zwischen den Disziplinen im Dreieck: Ökologie/Naturwissenschaft – Ökonomie/Technik – Soziales/Gesundheit. Erwartet werden an den 3 Tagen 8'000-10'000 Besucher. Diese sollen überraschende und spannende naturwissenschaftliche Fakten zu Holz und Wald erfahren. Mit interaktiven Demonstrationen und Experimenten wird der Wald in seinen verschiedensten Facetten beleuchtet: als Wasserreservoir, Rohstofflieferant, Naturschutzelement. Waldpflege kann mit einer speziell hergestellten Software spielerisch selber geübt und Biodiversität soll spielerisch erfahren werden. Auch das Thema "Wald und Energie" wird thematisiert. In Zusammenarbeit mit der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und dem Forstamt werden Standfestigkeit, Baumkrankheiten, neue Baumsorten, aber auch geschützte Pflanzen, Heilpflanzen und Pilze beleuchtet. Daneben kommt auch die Geschichte nicht zu kurz mit Jahrringforschung, C-14-Analysen und Geologie. Zudem werden der Wald als Erlebniswelt sowie "Wald und Psyche" beleuchtet. Viele Experimentierstationen werden von der WSL, der Forschungsanstalt Zollikofen, der ZHAW und der NGW zur Verfügung gestellt. Zur Ausstellung wird eine Sonderbeilage im Landboten erarbeitet, die in 90'000 Haushalten verteilt wird. Sie soll den Besuchern zusätzliche Informationen vermitteln.


     

    http://www.ngw.ch

  • F-122/13

    Abgeschlossen

    «Visual touches /touching Views»

    Dr. Isabella Pasqualini, EPFL / HEAD Genève
    CHF 75'000.-

    Architektur, könnte man auf das Essentielle reduziert sagen, hat die Aufgabe Räume zu schaffen, in denen sich Menschen wohlfühlen. Das tönt zunächst banal, führt aber zu einer Fülle faszinierender Fragen, wenn man anfängt, über die Umsetzung dieser Aufgabe nachzudenken. Schon das Wörtchen "sich" hat es in sich, besonders in Verbindung mit "fühlen". Es impliziert eine Ich-Wahrnehmung, die keineswegs trivial ist. Was ist es, das "sich fühlt"? Ist es mein Körper oder meine Seele? Oder einfach "Ich"? Dieses "Ich", diese Selbstwahrnehmung, die uns so selbstverständlich ist wie dem Fisch das Wasser, ist ebenso schwer zu verstehen wie das Wasser für den Fisch und scheint ausschliessliche Domäne der Philosophie zu sein. Jüngst hat sich auch die Neuropsychologie dieses Fragenkomplexes angenommen. Es konnte insbesondere gezeigt werden, dass körpereigene Empfindungen in einem bestimmten Hirnareal mit Empfindungen von aussen gleichberechtigt zu einer gesamthaften Ich-Wahrnehmung zusammengefügt werden. Soweit zum "sich fühlen". Was aber ist "Raum"? Er kann in diesem Zusammenhang nur als Lieferant von Empfindungen verstanden werden: visuelle, taktile, akustische, thermische, vielleicht olfaktorische. Alles, was ein Raum an Signalen aussendet, beeinflusst die Ich-Wahrnehmung. Künstlerische Installationen wollen einen Raum gezielt dazu bringen, bestimmte Wahrnehmungen auszulösen; vielleicht Harmonie oder Chaos, um damit das Ich-Befinden des Betrachters zu beeinflussen. Es ist diese Interaktion zwischen Raum und Ich-Bewusstsein, welche die Gesuchstellerin mit den Werkzeugen untersucht, die ihr im Institut von Professor Blanke an der EPFL zur Verfügung stehen. Mit dem cogito-Fellowship wird sie mit einem 70%-Pensum an der Haute École d'Art et de Design (HEAD) in Genf ihre Forschung vertiefen können.


     

  • T-136/12

    «Evolutionary Biology and the Human/Social Sciences: New Perspectives»

    Prof. Marcelo Sánchez, Universität Zürich, Dr. Naomi Beck, Max-Planck-Institut für Ökonomik, Jena
    CHF 30'000.-

    Im Herbstsemester 2013 organisieren die Gesuchsteller eine Veranstaltungsreihe im Zoologischen Museum der Universität Zürich an welcher verschiedenste Aspekte der Evolutionsbiologie an Sozial- und Geisteswissenschafter vermittelt werden sollen. Die diskutierten Themen werden durch Fachexperten eingeführt und sprechen die gesamte moderne Evolutionsbiologie sowie ihre Auswirkungen auf das Sozialverhalten an. Den Vorträgen folgt eine moderierte Diskussion durch die Gesuchsteller. Der Abend wird mit einem Nachtessen abgeschlossen. Die Zuhörer rekrutieren sich aus dem Graduate Campus der UZH sowie durch direkte Vermittlung und Kontakte der Geisteswissenschaftlichen Fakultäten.

    Montag, 30. September 2013: "Phylogeny & Co-evolution"
    Dr. Robert Asher, University of Cambridge, Department of Zoology
    Prof. Paul Schmid-Hempel, ETH Zürich, Department of Environmental Systems Science.

    Montag, 21. Oktober 2013: "Culture and Evolutionary Economics"
    Prof. Carel van Schaik, UZH, Institute of Anthropology
    Prof. Ulrich Witt, Director of the Evolutionary Economics Group, Max Planck Institute of Economics, Jena.

    Montag, 4. November 2013: "Evolutionary Psychology"
    Dr. Gillian Brown, University of St. Andrews, School of Psychology and Neuroscience.

    Montag, 2. Dezember 2013: "Development, Adaptation & Epigenetics"
    Prof. Mike Richardson, University of Leiden, Institute of Biology, Eco Evo-Devo
    Prof. Ueli Grossniklaus, UZH, Institut of Plant Biology Epigenetics.

    Die Vorträge und Diskussionen sollen video-editiert und daraufhin online publiziert werden. Die cogito foundation übernimmt die Veranstaltungskosten.

     

  • T-125/12

    «Diversität: Geschichte und Aktualität eines Konzepts»

    Profs. André L. Blum, Vincent Barras, Hans-Jörg Rheinberger
    CHF 19'900.-

    Die Gesuchsteller organisieren vom 5. bis 7. September 2013 auf dem Campus der Universität Lausanne eine Tagung zum Thema der Diversität. Diese soll es ermöglichen, auf einer Meta-Ebene ein Konzept der Diversität zu entwickeln. In den letzten Jahren ist das Thema der Diversität intensiv und oft auch kontrovers diskutiert worden. Ausgehend von der Biodiversitätsforschung einerseits ("Diversität als Mass der Gesundheit eines Ökosystems") und der post-modernen Philosophie andererseits ("relativistische Weltanschauung") hat das Diversitätsdenken alle Berichte der Geistes- und der exakten Wissenschaften durchdrungen, ohne dass ein klares Konzept gefunden und der Nutzen der Diversität kritisch hinterfragt worden wäre. Im Rahmen des betont interdisziplinären Workshops präsentieren hochstehende Vertreter aus Philosophie, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und den Künsten ihre Ansichten.

    Initial wird ein historischer Zugang gewählt – die Fachvertreter beschreiben anhand von ausgewählten, besonders eindrücklichen geschichtlichen Beispielen Übergänge von diversen zu einheitlichen oder umgekehrt von einheitlichen zu diversen Konzepten. In den nachfolgenden Diskussionen werden die Aktualität des Diversitätskonzepts, seine Potentialitäten und Gefahren ausgelotet. Es handelt sich um eine geschlossene Tagung, an der aufgrund einer Ausschreibung eine beschränkte Zahl von Studenten und Postdoctoral Fellows sowie weitere, speziell am Thema interessierte Gäste als Zuhörer und Diskutanten teilnehmen können; eine Abendveranstaltung mit künstlerischen Darbietungen zum Thema der Diversität (diversiThéatres) ist öffentlich. Die Tagung dient als Grundlage für eine Buchpublikation beim Verlag Königshausen & Neumann.

     

  • T-122/12

    Abgeschlossen

    «Rigi Workshop 2013: Thinking Big in a Small World»

    Dr. Marc Creus & Prof. Stefan Willitsch, Universität Basel
    CHF 4'000.-

    Vom 20.-22. Januar 2013 findet ein interdisziplinärer Workshop auf der Rigi "Thinking Big in a Small World: Creativity in the Molecular Sciences" statt. Teilnehmende sind 40 Doktorierende aus der ganzen Schweiz, die sich mit einem Motivationsbrief und einem Abstract ihrer Forschungsarbeit dafür bewerben mussten. Sie kommen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen: von Molekular- und Zellbiologie über Bioinformatik bis zu den verschiedensten Unterdisziplinen der Chemie. Sie sollen ihren Horizont über das eigene Fachgebiet hinaus auf andere Bereiche der Naturwissenschaften, der Neurowissenschaften und der Psychologie bis hin zu künstlerischen Bereichen ausdehnen und sich mit verschiedenen Formen von Kreativität beschäftigen.

    Folgende Dozenten werden Vorträge halten:

    • Tim Hunt: Creative Science and How to win a Nobel Prize;
    • Daniel Schümperli: Parallel creative domains – Arts, Science, Nature;
    • Helmut Schwarz: The Magic of Molecular Soccer: Beauty and Purpose of Curiosity-driven Research and Chemistry with Methane: Concepts rather than Recipes;
    • Jay Siegel: Passion, Pride and Purpose in Curiosity Driven Research and Aromatic Architecture: Design and Synthesis;
    • Elsbeth Stern: Where does creativity come from? A Cognitive Science perspective.

    Daneben wird ein Konzert des HUGO Trio stattfinden, eine Formation, die DNA Codes und andere genetische / biologische Daten in Musik verwandelt. René Oetterli, ein Doktorand in Chemie, wird Kunstwerke ausstellen, die von der Molekularwelt inspiriert sind. Ferner werden die Teilnehmenden ihre Forschungsprojekte mithilfe von Postern und Kurzpräsentationen vorstellen und während der Brain Storming Sessions aktiv kreative Lösungen für verschiedene Problemstellungen suchen.

    Der Beitrag der cogito foundation wird für die Reisekosten, die Unterbringung der Referenten und Motivationspreise für die Teilnehmenden verwendet.


     

    http://biologie.scnat.ch/d/Veranstaltungen/rigi-workshop/

  • T-113/12

    «Scientifica¹² - Zürcher Wissenschaftstage»

    Prof. Dr. Daniel Wyler, Universität Zürich
    CHF 40'000.-

    Nach dem grossen Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr laden die Universität Zürich und die ETH auch dieses Jahr wieder zur « Scientifica12» ein. Diesmal steht das Thema Gesundheit im Mittelpunkt der Zürcher Wissenschaftstage vom 1. und 2. September. Was bedeutet Gesundheit, wann sind wir gesund? Was heilt den Körper, wenn er krank ist? Wohin entwickelt sich die Medizin? Wie halten wir uns geistig fit? Und wie gesund ist unsere Umwelt oder unser Finanzsystem? An der Universität Zürich und der ETH forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Elektroingenieur bis zur Juristin, vom Chemiker bis zur Finanzspezialistin, von der Krebsforscherin bis zum Psychologen an allen Aspekten des Themas «Gesundheit». Rund 50 Ausstellungsstände und 40 Kurzvorlesungen machen dieses grosse Spektrum der Forschung einem breiten Publikum zugänglich. In den Hauptgebäuden der Universität und der ETH werden unter anderem zahlreiche Projekte an der Schnittstelle zwischen Medizin und Technik zu sehen sein, so etwa im Bereich Bildgebung oder in der Rehabilitation. Neueste MRI-Techniken werden ebenso vorgestellt, wie computer- und roboterunterstützte Geräte zur Rehabilitation von Querschnittgelähmten und Schlaganfallpatienten. Sie sind ein Beispiel dafür, wie Forschende der beiden Hochschulen, gemeinsam mit dem Universitätsspital zusammenarbeiten.

    Die «Scientifica12» bietet Wissenschaft in ungewöhnlicher und unterhaltender Form. Studierende und Doktorierende zeigen in den Science Slams, dass Wissenschaft durchaus witzig und unterhaltsam präsentiert werden kann. Auch dieses Jahr ist das Publikum gefordert, den besten Slammer, die beste Slammerin zu küren. Spektakel versprechen zudem die Chemieshows, bei denen es im Hörsaal gehörig raucht und kracht.

     

  • T-109/12

    Abgeschlossen

    «Rhythmanalysis»

    Dr. des Shintaro Miyazaki, Resident Fellow, Akademie Schloss Solitude
    CHF 3'762.-

    Das Symposium "Rhythmanalysis" wird vom 22. bis 23. Nov. 2012 an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart stattfinden. Rhythmen findet man im Körper, in der Stadt, in den Finanzströmen, in der Arbeit, in der Musik, bei Insekten, im Telefonnetz, im Film oder im Militär. Rhythmen sind essentieller Bestandteil von Körpertechniken in archaischen Zeiten, bei der Entwicklung neuer Fertigungsprozesse im Zeitalter der Industrialisierung wie in den Lebensformen und bei der Echtzeitkommunikation der modernen Gesellschaft – kurzum: Rhythmen sind allgegenwärtig. Das Symposium soll acht englischsprachige Beiträge unterschiedlicher disziplinärer Kontexte zum Thema «Rhythmus» vereinen, die aus der Kulturwissenschaft, Entomologie, Kognitionswissenschaft, Finanzökonomie, Kunstwissenschaft, Ingenieurwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte und der zeitgenössischen Musik stammen.

    Die disziplinübergreifende Leitfrage, welche die teilweise gegensätzlichen Denkweisen, die am Symposium präsentiert werden, vereinen wird, ist die Frage nach der Bedeutung des Rhythmus für ihre Arbeitsweisen, für ihre Forschung oder für ihre Ästhetik. Das Symposium «Rhythmanalysis» wird zeigen, dass die Metapher des Rhythmus der zunehmenden Schwierigkeit, hoch komplexe dynamische Prozesse allein durch die Metapher des Netzwerke zu verstehen, überwinden könnte.


     

  • T-106/12

    Abgeschlossen

    «Symposium "Autopsie und Religion" »

    Prof. Dr. Brigitte Tag, Rechtswissenschaftliches Institut, Universität Zürich
    CHF 2'000.-

    Am 30. November 2012 findet am Universitätsspital Zürich ein interdisziplinäres Symposium zur Frage der religiösen Einstellungen zur Autopsie statt. Veranstaltet wird die Tagung vom Kompetenzzentrum Medizin-Ethik-Recht Helvetiae (MERH) und dem Doktoratsprogramm "Biomedical Ethics und Law" in Zusammenarbeit mit dem Departement Pathologie des USZ.
    Die Autopsie (die man gewöhnlich mit der gerichtlichen Obduktion identifiziert) hat verschiedene Dimensionen und dient auch weiteren Zielen: der Ausbildung von Ärzten (anatomische Autopsie); der Feststellung von Todesursachen (klinische Sektion), der eindeutigen Klärung von Todesursachen auf Wunsch der Hinterbliebenen (Privatsektion) oder der Klärung von Straftaten. Bei der Einstellung zur Autopsie spielt die religiöse Orientierung der Beteiligten eine grosse Rolle. Die unterschiedlichen religiösen Zugänge zur Autopsie (jüdisch, katholisch, evangelisch-reformiert, buddhistisch, islamisch) werden diskutiert ebenso wie die rechtlichen und ethischen Standpunkte zur Autopsie.

    Die Tagung hat einen eindeutig disziplinübergreifenden Charakter (Medizin, Theologie, Rechtswissenschaft, Religionswissenschaft, Naturwissenschaft werden in den Dialog gebracht). Die cogito foundation finanziert die Kosten für die beiden Referierenden aus dem Ausland und die 10 Referierenden aus dem Inland.

    http://www.merh.uzh.ch/veranstaltungen/aktuell/autopsieundreligion.html
    http://www.merh.uzh.ch/veranstaltungen/aktuell/autopsieundreligion/autopsiereligion.pdf


     

  • T-102/12

    Abgeschlossen

    «Internationale Tagung Nanomedizin»

    Prof. Dr. Brigitte Tag, Rechtswissenschaftliches Institut, Universität Zürich
    CHF 2'000.-

    Am 2. November 2012 findet am Universitätsspital Zürich eine Tagung statt, welche der Auseinandersetzung mit der Nanotechnologie im Bereich von Medizin, Recht und Ethik gewidmet ist. Veranstaltet wird sie vom Kompetenzzentrum Medizin-Ethik-Recht Helvetiae (MERH) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Salzburg. Referierende aus Natur- und Geisteswissenschaften werden die bereits bestehenden oder anvisierten Anwendungsgebiete der Nanotechnologie in der Medizin z.B. in der Krebstherapie vorstellen und die rechtlichen und ethischen Problemstellungen erörtern, welche mit dieser neuen Technologie einhergehen können. Neben Medizinern, Biologen, Juristen und Ethikern ist auch ein Physiker eingeladen. Es werden ca. 120 Experten aus der Schweiz und Europa erwartet. Die Tagung steht aber auch Studierenden und Doktorierenden sowie interessierten Fachpersonen offen. Referate, Diskussionen und Resultate der Tagung sollen anschliessend in einem Tagungsband veröffentlicht werden.

    Der Beitrag der cogito foundation dient zur Deckung der Reise- und Unterkunftskosten des ehemaligen Präsidenten des Physikalischen Instituts in Bratislava, Stefan Luby.

    http://www.med.uzh.ch/news/tagungnanomedizin.html
    http://www.med.uzh.ch/news/tagungnanomedizin/flyer_nanomedizin.pdf


     

  • T-101/12

    Abgeschlossen

    «International Biology Olympiad 2013 – IBO 2013»

    Irene Steinegger-Meier, Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden, IBO 2013
    CHF 50'000.-

    Die Wissenschafts-Olympiaden gehen auf Schülerwettbewerbe in Zentraleuropa zurück. Dank der Ermutigung der UNESCO und dem Engagement einiger Pioniere weitete sich der Teilnehmerkreis aus und umfasst heute alle fünf Kontinente. Die erste internationale Wissenschafts-Olympiade fand 1959 in Mathematik statt. Physikwettbewerbe wurden erstmals 1967 durchgeführt. 1968 folgte die Chemie, 1989 die Informatik, 1990 die Biologie, 1993 die Philosophie, 1996 die Astronomie und die Geographie sowie 2003 die Linguistik.
    Im Jahr 2004 gründeten die fünf Olympiaden-Vereine der Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik gemeinsam den Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden (VSWO). An der Universität Bern konnte eine ständige Geschäftsstelle eingerichtet werden. Die Schweizer Teilnehmenden schneiden in vielen Disziplinen recht gut ab und sind gute Vorbilder für Jugendliche, um Studiengänge naturwissenschaftlicher Fächer beliebter zu machen.
    Nun wurde die Schweiz als Austragungsort für die Durchführung der Internationalen Biologie Olympiade (IBO 2013) angefragt, was sehr positiv ist, obwohl die Kosten solcher Veranstaltungen nicht nur hier sehr hoch sind. Es ist ein Grossanlass mit einem Budget von Fr. 3,5 Mio., wovon ca. Fr. 2,5 Mio. mit Spenden und Beiträgen von Stiftungen gedeckt werden müssen.
    Die IBO 2013 ist die erste Wissenschaftsolympiade, welche in der Schweiz durchgeführt wird. Sie findet vom 14.-21. Juli 2013 in Bern statt. Dann messen sich die besten internationalen Biologie-Nachwuchstalente während einer intensiven Woche in einem hochstehenden Wettbewerb.

    Der Anlass wird durch seine Medienpräsenz dazu dienen, Naturwissenschaften, speziell Biologie bei den Jungen ins Blickfeld zu bringen und erfüllt somit die Nebenzielsetzung der cogito foundation.


     

    http://www.ibo2013.org

  • S-126/12

    Abgeschlossen

    «Wissensgeschichte der Cochleaimplantatsforschung 1930-1985»

    Dr. Shintaro Miyazaki, Universität Basel
    CHF 64'850.-

    Das Projekt will die epistemologischen und kulturwissenschaftlichen Aspekte der frühen Forschung zum Cochleaimplantat – eine medizintechnische Hörprothese – untersuchen. Der Gesuchsteller sieht in dieser "Neurotechnologie" die erste verbreitete Gehirn-Computer Schnittstelle. Damit wird erkenntnistheoretisches und kognitionswissenschaftliches Neuland betreten. Die Schnittstelle zwischen Hirn und Computer ist ein anspruchsvolles Problem. Miyazaki's Herangehensweise ist der Rheinberger'sche Ansatz der historischen Epistemologie, welche die historische Dynamik der Experimentalsysteme zu rekonstruieren versucht. Dabei will er keine Erfolgsgeschichte des Cochleaimplantats schreiben, sondern vielmehr die Schwierigkeiten und Störung ihrer oft allzu linearen Geschichte herausarbeiten: Wie nehmen die Patienten die neu erworbene Hörfähigkeit wahr? Offenbar nicht als Ersatz der verlorenen Hörfähigkeit sondern als etwas Neues, dessen Interpretation zuerst erlernt werden muss.
    Methodisch betrachtet kombiniert er medienarchäologische Herangehensweisen (Kittler, W. Ernst) mit wissenschaftshistorischen Verfahren (Rheinberger, Pickering, Galison, Borck). Als Resultat dieser Forschung ist keine "aha!"– Erkenntnis zu erwarten. Vielmehr ist zu hoffen, dass eine Grundlage für das (spätere) Verständnis der Dynamik der Integration von technischer und biologischer Informationsverarbeitung geschaffen wird.


     

  • S-118/12

    «The neurocognitive basis of congenital and posthypnotic synaesthesia»

    Extension of postdoctoral fellowship (Anschlussgesuch S-151/09) Dr. Devin Blair Terhune, Oxford University
    CHF 8'796.-

    Es geht um eine dreimonatige Verlängerung (Nov. 2012 – Jan. 2013) des Postdoktoranden-Fellowships (S-151/09) bei welchem die Frage geprüft wird, ob sich neuronale Mechanismen bei endogener und induzierter (virtueller) Synästhesie unterscheiden. Diese lässt sich auch exogen - etwa durch Hypnose - induzieren. Als neurobiologische Grundlage der Synästhesie werden in der zur Zeit dominierenden Hypothese exzessive neuronale Verbindungen zwischen Gehirnregionen diskutiert. Es ist allerdings schwierig für die Studie genügend Hypnose-geeignete Studierende zu finden. Der Gesuchsteller will mit der induzierten Synästhesie die Hypothese testen, dass physiologische Prozesse, wie vor allem Disinibitionen beim Synästhesie-Phänomen beteiligt sind. Ab März 2013 wird er ein Marie Curie Intra-European Fellowship bekleiden. In der (Zwischen-) Finanzierungsperiode sollen die Daten der Bildanalysen ausgewertet und die entsprechenden Publikationen verfasst werden.

    Im Rahmen seiner Postdoktorandentätigkeit hat Dr. Terhune bereits sehr erfolgreich publiziert: 2010–2011 wurden acht "First-author papers" veröffentlicht, darunter eine Arbeit in Current Biology.

     

  • S-117/12

    «Fairness evaluations of scarce medical interventions: the case of infectious disease»

    Dr. Timo Smieszek, Health Protection Agency (HPA), London, Dr. Pius Krütli, ETHZ
    CHF 99'305.-

    Was eine gerechte Verteilung knapper medizinischer Dienstleitungen und Güter bedeutet, wird schon seit Jahren unter Ärzten und Ethikern sowie innerhalb von Gesundheitsbehörden und in der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert. Verschiedene ethische Prinzipien, welche für die Verteilung medizinischer Ressourcen leitend sein können und sollen, wurden entwickelt und gegeneinander abgewogen. Empirisch hinterlegte Erkenntnisse darüber, was die Öffentlichkeit im Allgemeinen und Interessengruppen im Speziellen als gerechte Verteilungsprinzipien wahrnehmen und akzeptieren, sind selten.

    Im FairMed-Projekt untersuchen die Gesuchsteller im Rahmen einer Pilotstudie die Gerechtigkeitsvorstellungen bezüglich der Zuteilung knapper vorbeugender oder behandelnder Massnahmen gegen hoch virulente Infektionskrankheiten. Das methodische Vorgehen besteht aus:

    • einer epidemiologischen Simulation;
    • einem Online-Experiment mit Teilnehmenden, die über den Einsatz von Präventions- und Behandlungsmassnahmen entscheiden sowie
    • der Sammlung zusätzlicher quantitativer und qualitativer Daten, um die Ergebnisse des Experiments besser interpretieren zu können.

    Insbesondere wird untersucht, ob Unterschiede bezüglich der Gerechtigkeitsvorstellungen zwischen praktizierenden Ärzten (Leistungsverteiler) und medizinischen Laien (mögliche Leistungsempfänger) feststellbar sind. Weiter werden die Gründe für die jeweiligen Gerechtigkeitsbeurteilungen erfragt. Es wird überdies untersucht, ob die Gerechtigkeitseinschätzungen der Studienteilnehmenden vom Wissen darüber abhängt, wie verschiedene Verteilungsprozesse eine Epidemie auf gesellschaftlicher Ebene eindämmen können, sowie, ob die Teilnehmenden einen Unterschied zwischen vorbeugenden und behandelnden Massnahmen machen.

     

  • R-138/12

    «Pilotphase der Edition des Dietrich-Tagebuchs (Einsiedeln)»

    Dr. Gabriela Schwarz-Zanetti, Universität Bern
    CHF 12'000.-

    Im Archiv des Klosters Einsiedeln steht ein 18-bändiges, mehr als 11'000 Seiten starkes Tagebuch des Paters Joseph Dietrich aus den Jahren 1670-1704, welches unter anderem sehr viele Wetterbeobachtungen enthält. Nicht nur der Beobachtungsort und die grosse Datendichte, sondern auch der Zeitraum machen diese Aufzeichnungen besonders wertvoll. Denn dieser fällt in das sogenannte Maunder-Minimum (1645-1715), einer Phase mit verminderter Sonnenfleckenaktivität, welche die Durchschnittstemperatur fallen liess. Diese Phase ist einer der Tiefpunkte der Kleinen Eiszeit. Zudem erlaubt die Höhe von Einsiedeln (882 m ü. M.), im Übergang zwischen Mittelland und Alpen, eine besonders gute Dokumentation von Trends. Das Projekt ist also klimahistorisch wichtig. Daneben enthält das Tagebuch eine Fülle weiterer Informationen, so unter anderem zur Kantons-, Alltags-, Kirchen- oder Erdbebengeschichte.

    Die Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte am Historischen Institut der Universität Bern (Prof. Dr. Christian Rohr, Nachfolger von Prof. em. Dr. Christian Pfister) mit ihrer grossen klimahistorischen Datenbank "Euroclimhist" ist an der Integration der Klimadaten sehr interessiert und beherbergt deshalb das Projekt. Dieses ist auch über Prof. Rohrs Gruppe "Environmental History and Historical Climatology" mit dem "Oeschger Centre for Climate Change Research" an der Universität Bern verbunden.

    Der Beitrag der cogito foundation ermöglicht die Finanzierung einer Informatikunterstützung für eine Pilotphase von 6 Monaten, um die digitale Edition des Tagebuchs (XML-Editor) so weit vorzubereiten, dass anhand der Transkription der ersten Hälfte des 6. Bandes die Struktur des Projektes festgelegt und sichtbar gemacht werden kann. Gesamtziel ist es, diese nicht leicht lesbare Handschrift des 17. Jahrhunderts zuverlässig zu transkribieren und mit Kommentaren zu ergänzen. Gleichzeitig sollen Online-Recherchen nach Sachbegriffen, Orten und Personen ermöglicht werden. Für die Wetterbeobachtungen wird das Kategoriensystem des "Euroclimhist" übernommen, womit sie direkt auswertbar werden.

     

  • R-137/12

    «Neuroscience and Behavioral Economics of Poverty»

    Prof. Ernst Fehr, Dr. Johannes Haushofer, IEW Universität Zürich (Anschlussgesuch zu R-133/11 und R-116/10)
    CHF 40'740.-

    Das Projekt gehört zum stark wachsenden Bereich der "Verhaltensökonomie". Das Forschungsinteresse gilt dem Zusammenhang von Armut und Stress. Zwei Fragen sollen beantwortet werden: Welches sind die neurobiologischen und psychologischen Folgen von Stress? Und: beeinflussen diese das ökonomische Verhalten und perpetuieren so die Armut? Die Untersuchungen finden sowohl unter Laborbedingungen in der Schweiz wie - mittels einer neu entwickelten Technik, sogenannte RCTs (Randomized Controlled Trials) - in den Slums von Nairobi statt. Ökonomen, Neurobiologen und Psychologen arbeiten zusammen. Es konnte gezeigt werden, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem sozio-ökonomischen Status einer Person und dem Level des Stresshormons Cortisol im Speichel: Ein Prozent mehr Einkommen bedeutet 3% weniger Cortisol. Die Feldexperimente in Kenia ergaben, dass der Verlust von Vieh oder Ernteausfällen zu einem höheren Cortisolspiegel führt. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Einkommen und dem Gefühl der Menschen, Kontrolle über ihr Leben zu haben. Menschen mit besserem Einkommen haben stärker das Gefühl, ihr Leben selbst bestimmen zu können. Dies beeinflusst ihr Verhalten und ihre Entscheidungen. Menschen, die Einkommen einbüssen, fällen mehr kurzfristige und kurzsichtige Entscheidungen. Armut hat psychologische und neurobiologische Konsequenzen. Diese führen zu einem Verhalten, das Armut verstärkt. Aktuell wird untersucht, wie sich das Stressniveau und das Verhalten von armen Menschen verändern, wenn diese 300 Dollar erhalten. Die Frage ist, ob die grössere materielle Sicherheit die Menschen entspannt und sie langfristiger denken lässt. Wenn Menschen unter Stress stehen, neigen sie dazu, Geld auszugeben, statt zu sparen. So wird der langfristige Wohlstand dem kurzfristigen Genuss geopfert. Ziel ist es deshalb, mit wissenschaftlich gestützter Armutsbekämpfung bessere Effekte erzielen zu können.
    Aus dem per Ende September 2012 vorgelegten Zwischenbericht geht hervor, dass das Projekt erfolgreich vorangetrieben wird und somit der Beitrag für das 3. und letzte Jahr gesprochen wird.

     

  • R-135/12

    Abgeschlossen

    «Theoretische Psychologie»

    Dr. Kurt Stocker, Psychologisches Institut, Universität Zürich
    CHF 109'804.-

    Das Projekt befasst sich mit dem Erklären und Vorhersagen von grundlegenden und abstrakten mentalen Phänomenen in einem einheitlichen theoretischen Rahmen. Es ist darauf ausgerichtet, kognitive Strukturen, Elemente und Prozesse, die der Wahrnehmung und dem Denken unterliegen, zu identifizieren. Mentale Aspekte, welche in die einheitliche Theorie integriert werden, sind: räumliche, zeitliche, kausale, konditionale, numerische, digitale/analoge und verkörperte Kognition.

    Die drei hauptsächlich angewendeten methodischen Vorgehensweisen sind:

    • Synthese von Befunden der experimentellen kognitiven Psychologie/Neurowissenschaft (Naturwissenschaft) und von Befunden der kognitiven Linguistik (Geisteswissenschaft);
    • Benützen von kognitiv-linguistischen Methoden zur Identifizierung von mentalen Strukturen;
    • Kombinieren von Methoden der experimentellen kognitiven Psychologie/Neurowissenschaft und von Methoden der kognitiven Linguistik in kooperativer Forschung.

    Potentielle Anwendungsgebiete beinhalten die klinische Psychologie und die künstliche Intelligenz. In der Kognitionswissenschaft fehlt im Allgemeinen ein wahrer kooperativer Geist, der die Arbeit von experimentellen kognitiven Ansätzen ("hard science") und nichtexperimentellen kognitiven Ansätzen ("soft science") systematisch zusammenführen könnte. Solche (manchmal so genannten) "harten" and "weichen" Wissenschaftsansätze vermehrt zusammenzubringen sind auch Ziele der cogito foundation. Dieses Projekt möchte aufzeigen, dass eine solche Synergie in der Kognitionswissenschaft einen möglichen Weg darstellt, unser Verständnis des menschlichen Geistes (der human mind) bedeutend zu vertiefen und zu erweitern. Das Projekt wird während 18 Monaten anschubfinanziert.


     

    http://www.psychologie.uzh.ch/fachrichtungen/neuropsy/Team/kurtstocker.html

  • P-131/12

    «Brain Bus 2013 (Anschlussgesuch P-103/09) »

    Mark Bächer, Life Science Communication, Zürich
    CHF 20'000.-

    Die cogito foundation hat 2009 den Brain Bus gekauft und die Umrüstung in ein modernes Schul-zimmer finanziert (Fr. 60'000.-). Dieser ist seither erfolgreich mit verschiedenen Themen unterwegs. Auch 2013 tourt die Roadshow wieder durch 40 Schweizer Städte. Die mobile Ausstellung rund um das Gehirn befasst sich dieses Jahr mit Themen wie Alzheimer, Demenz, MS oder Depressionen und bringt so Licht in die tiefen Windungen unseres Denkapparates. Zusätzlich werden themenbezogene Abendveranstaltungen sowie Spezialtage durchgeführt. Die cogito foundation unterstützt die folgenden Veranstaltungen und Themen:
    Wie entsteht Sucht?
    Ein Höhepunkt der diesjährigen Ausstellung ist das transparente Gehirnmodell zum Thema Sucht. Es erklärt das Belohnungssystem des Gehirns und weshalb Menschen von Aktivitäten oder Substanzen abhängig werden. Ein gewisses Zentrum unseres Gehirns reagiert auf Reize wie eine schmackhafte Mahlzeit oder eine attraktive Person und löst bei Erlangen des Ziels eine Belohnung aus. Dieser Mechanismus dient unserem Selbsterhalt, ist aber zugleich verantwortlich für unsere Suchtanfälligkeit. Das neue Gehirnmodell zeigt eindrücklich, wo sich das Belohnungssystem befindet, wie es funktioniert und welche Substanzen uns besonders abhängig machen.
    Welt-Parkinson-Tag in Brig am 11. April 2013
    Parkinson ist eines der Themen im Brain Bus. Mehr als 15'000 Menschen in der Schweiz leiden an der neurodegenerativen Erkrankung. Bei Parkinson kommt es zum fortschreitenden Untergang von Nervenzellen im zentralen Nervensystem. Die Folgen sind Einschränkungen im Alltag.
    Spezialtage mit Fragile Suisse: Hirnschlag, Hirnverletzung
    Die Folgen einer Hirnverletzung können sehr unterschiedlich sein, abhängig davon, welcher Teil des Gehirns verletzt wurde und wie schwer. Viele der Behinderungen sind unsichtbar, jedoch für Betroffene meist schwerwiegender als die sichtbaren Folgen! Die Hirnverletztenorganisation Fragile Suisse informiert am 28. April und 4. Mai 2013 in Luzern und am 20. Juni 2013 in Aarau.
    Volkskrankheit Depression: Wie kann Burnout verhindert werden?
    Depressive oder manisch-depressive Störungen sowie Burnout sind häufig (10% der Erwachsenen sind betroffen). Die Auslösefaktoren sind vielfältig. Es gibt organisch-bedingte depressive Störungen, z.B. bei Herzkreislauferkrankungen, Multipler Sklerose oder Parkinson. Häufig spielt auch die familiäre Veranlagung eine Rolle. Aktuelle Befunde zeigen, dass z.B. die Fehlregulation von Stressreizen, frühkindliche Mangelerfahrungen und geringes Selbstwertgefühl entscheidend sind. Mit neuen Untersuchungsmethoden konnte gezeigt werden, dass verschiedene Neurotransmitter an der Auslösung depressiver Störungen beteiligt sind, darunter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Der Brain Bus informiert über Therapien.

    Am Mittwoch, 29. Mai 2013 besucht der Brain Bus das Museum für Gestaltung in Zürich an der Ausstellungsstrasse 60. Um 17:00 Uhr wird Dr. Lukas Heydrich ein spannendes Referat über sein cogito-Projekt F-112/11zum Thema "Depersonalisation und Körperbewusstsein bei Epilepsie-Patienten" halten. www.brainbus.ch

     

  • P-129/12

    «Ausstellung: "Wir und unsere Ängste"»

    Dr. Isabel Klusman, Life Science Zurich (UZH & ETH Zürich)
    CHF 20'000.-

    Die Universitäten Genf und Zürich und die ETH Zürich planen für die interessierte Öffentlichkeit eine wissenschaftliche Ausstellung zum Thema "Wir und unsere Ängste". Die Ausstellung wird verschiedene Aspekte der Angst beleuchten:

    • physiologische Reaktionen in Bezug auf Angst
    • neuronale Angst-Netzwerke
    • Angst in der Tierwelt
    • wenn Angst fasziniert
    • grosse Ängste in der Geschichte
    • Phobien
    • andere Angststörungen

    Die Ausstellung befasst sich mit dem Thema Angst aus verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln (Neurowissenschaften, Psychologie, Zoologie, Genetik, Soziologie, Geschichte und Psychiatrie). Die cogito foundation unterstützt die Ausstellung mit insgesamt Fr. 20'000.-:
    Fr. 10'000.- für Konzeption, Übersetzung und den Druck der Unterlagen für besuchende Schulklassen, Fr. 10'000.- für Podiumsdiskussionen und öffentliche Vorträge.

     

  • P-124/12

    Abgeschlossen

    «Buchprojekt: "Winkelried der Genforschung"»

    Dr. Florian Fisch, Wissenschaftsjournalist, Bern
    CHF 20'000.-

    Das Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen in der Landwirtschaft nimmt die Forschung bewusst aus. Im Hinblick auf die immer wiederkehrende öffentliche Auseinandersetzung um die Verlängerung des Moratoriums möchte der Gesuchsteller, promovierter Biologe, mit einem Buch zeigen, dass die Forschungsfreiheit trotzdem beeinträchtigt wird. Das Buch wird den Fall des Feldversuchs mit dem gegen die Pilzkrankheit "Stinkbrand" resistenten Weizen des ETH-Forschers Christof Sautter spannend erzählen. Durch heitere Anekdoten und die Darstellung absurder Situationen während des mehrjährigen - höchst politischen - Bewilligungsverfahrens hat das Buch das Potential, eine grössere Lesergemeinde anzusprechen. So hat sich zum Beispiel Sautter durch seine wissenschaftliche Neugier selbst ein Bein gestellt, als er den zuständigen Beamten nicht mitteilte, bis zu welchen Windgeschwindigkeiten Schutzzelte halten, sondern bei welcher sie dies nicht mehr tun. Neben der Hauptgeschichte sind Hintergrundartikel zu den verschiedensten Aspekten des Sautterschen Versuchs vorgesehen: Kulturgeschichte des Weizens, Gentechnik und Medien, Umgang mit Risiken etc. sowie Interviews mit den damals direkt Beteiligten und Fachpersonen.


     

  • T-124/11

    Abgeschlossen

    «"Stress, Science and Society" Conference »

    Prof. Dr. Carmen Sandi, Lausanne, EPFL, Prof. Dr. Dominique de Quervain, Universität Basel
    CHF 11'900.-

    Die dreitägige wissenschaftliche Konferenz auf dem Monte Verità behandelt die heute viel diskutierte Stress-Thematik auf breitester Front. Der Kreis der Referenten besteht aus namhaften Experten:
    http://fss2012.epfl.ch/index.php?page=speakers

    Die Konferenz beginnt am 23. September 2012 mit einem cogito foundation Symposium: "Stress, science, and society". Die aktuelle Thematik wird interdisziplinär diskutiert.
    http://fss2012.epfl.ch/index.php?page=pprogram

    Zusammen mit Doktoranden und Postdoktoranden werden 130 Teilnehmer erwartet. Die cogito foundation übernimmt die Reise- und Unterkunftskosten der Referenten am "cogito-Symposium" Bruce McEwen, Rockefeller University, New York; Regina Sullivan, New York University; Eric Nestler, University of New York; Isabelle Mansuy, ETH Zürich.


     

  • T-123/11

    Abgeschlossen

    «Schweizerischer Lateintag»

    Marie Louise Reinert, Wettingen
    CHF 3'000.-

    Der dritte schweizerische Lateintag findet am Samstag, 17. November 2012 von 9:30 bis 19 Uhr in Brugg statt. Er hat zum Ziel, die Zugänge zu den Quellen der Wissenschaftsgeschichte und der europäischen Literatur für kommende Generationen offen zu halten durch die Weitergabe der Kenntnisse der lateinischen Sprache. Anhand von Workshops, Diskussionsforen, Referaten, Podiumsgesprächen und einem Theaterwettbewerb soll gezeigt werden, was in lateinischer Sprache an literarischen und wissenschaftlichen Inhalten verborgen ist, wie Lateinunterricht das logische Denken fördert und hilft, weitere Sprachen schneller und leichter zu erlernen und welches Potential dieser Sprache innewohnt.

    Die Menschen, die Latein lesen, verstehen und schätzen, vielleicht sogar lieben lernten, sollen in der Öffentlichkeit laut sagen, was es mit diesen Kenntnissen auf sich hat: Dass sie erfreuen und bereichern und den Horizont weiten. Der dritte schweizerische Lateintag bietet dazu Gelegenheit: Für ein breites Publikum werden Einblicke angeboten in die Schätze, welche die lateinische Sprache zu bieten hat.

    Der Lateintag richtet sich nicht nur an Fachpersonen, sondern auch an Laien, also an ein breites Publikum und baut so Brücken zwischen dem wissenschaftlichen Denken und der Öffentlichkeit. Damit soll auch die Fortführung des Lateinunterrichts in der Schule unterstützt werden. Auch der Dialog zwischen den Wissenskulturen der sprachlichen und der naturwissenschaftlichen Ausrichtung sollte gefördert werden.

    Programm


     

  • T-115/11

    «Zürcher Wissenschaftstage – «Scientifica¹¹»»

    Prof. Dr. Daniel Wyler, Prorektor Universität Zürich
    CHF 40'000.-

    Im Nachgang zu der «Nacht der Forschung» der Universität Zürich und der ETH möchten die beiden Universitäten auf dem Platz Zürich über ein Wochenende ihre aktuellen Forschungen gemeinsam der breiten Öffentlichkeit präsentieren. Damit soll der Forschungsstandort auf dem Platz Zürich gestärkt und gefördert werden. Forscherinnen und Forscher zeigen an der «Scientifica» vom Freitag, 26. bis Sonntag, 28. August, was die Wissenschaft bewegt.

    Sie präsentieren im Lichthof der Universität, in der Haupthalle der ETH sowie im «Scientifica-Zelt» auf der Polyterrasse ihre neusten Projekte unter dem Motto «Energie für Geist, Körper und Alltag». Dabei zeigen sie eindrücklich, dass auch anspruchsvolle, wissenschaftliche Modelle kinderleicht zu verstehen sind.

    Spannend ist zum Beispiel der Roboter-Workshop für 8- bis 16-Jährige, welcher am Sonntag, 28. August an der Universität stattfindet.

    Beim Basteln eines DNS-Modells erfährt man, wie das menschliche Erbgut in den Zellkernen aufgebaut ist und wie gewisse Proteine (Histone) je nach Art des Umwelteinflusses Gene aktivieren oder blockieren können. Dieser Mechanismus sorgt zum Beispiel dafür, dass Mäuse, welche in einem abwechslungsreichen Umfeld leben, auch im hohen Alter noch sehr lernfähig sind.

    Die cogito foundation unterstützt «Scientifica11» mit Fr. 40'000.-.für die Unterstützung der 50 Ausstellungsprojekte der Universität Zürich.

    http://www.scientifica.ch/
    http://www.uzh.ch/news/articles/2011/truemmerschlangen-und-begehbare-daermen.html

     

  • T-106/11

    Abgeschlossen

    «BrainFair 2012: Gehirn und Technologie»

    Dr. Isabel Klusman, Life Science Zurich
    CHF 10'000.-

    Die Brainfair 2012 findet vom 12. -18. März 2012 an der ETH Zürich statt. Ziel der interaktiven Ausstellung ist es, die modernsten Technologien rund um das Gehirn der Öffentlichkeit näher zu bringen. Neben weiteren publikumswirksamen Aktivitäten sollen auch Laborführungen und Praktika für Schulklassen angeboten werden. Dafür werden Unterrichtselemente produziert und Schulklassen zu speziellen Führungen eingeladen. Die Praktikumseinheiten werden von zukünftigen Lehrpersonen, die am Life Science Zurich Learning Center ihre Masterarbeit schreiben, bis nächsten Frühling entwickelt. Diese Praktika sind aber nicht nur eine einmalige Angelegenheit für die BrainFair, sondern kommen danach im Rahmen des Life Science Learning Centers zum weiteren Einsatz.

    Die cogito foundation finanziert Fr. 7'000.- für die Entwicklung der Lernmaterialien, Fr. 2'000.- für Klassenführungen während der BrainFair und Fr. 1'000.- für Besuche des Magnetresonanzzentrums am Kinderspital nach der BrainFair, d.h. total Fr.10'000.-.


     

  • T-102/11

    Abgeschlossen

    «Symposium: "Himmelsgesetze – Naturgesetze: Rechtsförmige Interpretationen kosmischer Phänomene in der antiken Welt"»

    Profs. Konrad Schmid, Christoph Uehlinger, Theologische Fakultät, Universität Zürich
    CHF 3'000.-

    Am 5.-6. September 2011 findet an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich ein in Zusammenarbeit mit dem Forschungsfeld «Begriffe und Taxonomien» (Forschungsgruppe «Recht – Gesetz – Ordnung») des Universitären Forschungsschwerpunkts Asien und Europa und mit der Schweizerischen Gesellschaft für orientalische Altertumswissenschaft organisiertes Symposium statt. Es geht um die Erhellung der historischen Ursprünge, Bedingungen, Entwicklungen und Wirkungen der Anwendung von Gesetzesterminologie bzw. -metaphorik auf die Deutung kosmischer Phänomene. Im Unterschied zur herrschenden Forschungsmeinung, wonach die Vorstellung von Naturgesetzen zuerst im klassischen Griechenland entwickelt wurde, will das Symposium aufzeigen, dass altorientalische und alttestamentliche Texte sehr viel früher Regeln und Gesetzmässigkeiten thematisierten, die als Vorläufer der modernen Auffassung von Naturgesetzen zu verstehen sind. Damit möchte die Tagung zu einem umfassenderen und differenzierten Verständnis der Rede von «Naturgesetzen» in ihren historischen Entstehungskontexten gelangen und so die Vielgestaltigkeit der Interpretation regelhafter Prozesse in der Natur in der antiken Welt aufzeigen.
    Die Beiträge der Tagung stammen von namhaften Vertreterinnen und Vertretern der Ägyptologie, Assyriologie, Bibelwissenschaft, Klassischen Philologie, Physik und Religionswissenschaft aus den USA, Europa und Israel: Matthias Albani, Moritzburg; Jeffrey Cooley, Boston; Jörg Hüfner, Heidelberg; Wayne Horowitz, Jerusalem; Francesca Rochberg, Berkeley; Stefan Maul, Heidelberg; Franziska Naether, Leipzig; Christian Wildberg, Princeton; David P. Wright, Brandeis, sowie von den Veranstaltern selbst.

    Programm


     

  • R-133/11

    «The Neuroscience and Behavioral Economics of Poverty»

    Prof. Dr. Ernst Fehr, Dr. Johannes Haushofer, IEW Universität Zürich (Anschlussgesuch R-116/10)
    CHF 62'775.-

    Vor einem Jahr wurde das Projekt für ein erstes Jahr finanziert (siehe Projekte 2010). Es gehört in den neuerdings stark wachsenden Bereich der behavioural economics. Die Antragsteller wollen erforschen, ob Eingriffe auf der Verhaltensebene im Bereich der Entwicklungsökonomik eine sinnvolle Strategie sind. Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, wird untersucht, ob Armut allenfalls "psychologische Konsequenzen" haben kann, welche Gegenstand der Psychologie sind. Die Konsequenzen sind nicht psychologisch, sondern psychisch; sie können indes psychologisch betrachtet und beschrieben werden: Das Projekt kombiniert Experimente unter Laborbedingungen und Feldstudien, wobei im letzteren Bereich eine neu entwickelte Technik angewandt wird, sogenannte RCTs (Randomized Controlled Trials). Um kulturelle Aspekte des Verhaltens besser zu verstehen, werden Untersuchungen in der Schweiz mit solchen in Kenia verglichen. Das Projekt möchte Mechanismen identifizieren, durch welche Armut sich selbst perpetuiert und mit deren Hilfe Programme der Armutsbekämpfung bessere Effekte erzielen könnten.

    Aus dem Zwischenbericht geht hervor, dass das Projekt erfolgreich fortschreitet. Die Fragestellungen werden laufend verfeinert und die Methoden den neuen Gegebenheiten angepasst. Es soll deshalb weiter unterstützt werden.

     

  • R-130/11

    «Maya and Contemporary Scientific Conceptions of Cancer»

    Prof. Roland W. Scholz, ETH Zürich (Anschlussgesuch R-146/10)
    CHF 50'000.-

    or einem Jahr wurde das Projekt anschubfinanziert (siehe Projekte 2010), das bei den Eingebornen Guatemalas (verschiedene Maya-Stämme) allenfalls vorhandenes medizinisches Wissen – insbesondere über Krankheiten, die wir als "Krebs" bezeichnen – zu eruieren und zu sichern. Es ist sehr schwierig, an dieses Wissen heranzukommen, weil Sitten und Gebräuche der Mayas respektiert werden müssen und der Zugang zu ihren Wohngebieten aufgrund der politischen Situation gefährlich ist. Eigentlich ist es ein Medizinethnologisches Projekt, das zeigt, dass Mayas nicht in Denkschemen eingebunden sind. Deshalb können Onkogene vorhanden sein, aber sie kommen nicht zum Ausbruch.

    Sind diese Hürden überwunden, folgt die eigentliche Schwierigkeit: das gegenseitige Verstehen! Die Interviews mit den "Ältesten" finden in ihren eigenen Sprachen statt und eine einfache Übersetzung ins Spanische oder Englische ist nicht ohne weiteres möglich. Zunächst muss ein umfangreiches Glossar erstellt werden, in dem die ungefähre Entsprechung der "medizinischen" Begriffe in den verschiedenen Idiomen definiert sind.
    In den ersten 9 Monaten ist es gelungen, bereits rund 50 Interviews abzuschliessen. Ein weiteres dutzend ist noch im Gang (ein Interview erstreckt sich über mehrere Wochen!). Zehn dieser Interviews liegen inzwischen auf Spanisch vor. Die Interviewprotokolle enthalten eine überwältigende Fülle von ethnologischer Information, die der Aufarbeitung harrt. Die Lektüre beeindruckt durch die Vielfalt der Aussagen und irritiert gleichzeitig durch die sich offenbarenden Unterschiede zu unserem Denken.

     

    http://www.uns.ethz.ch/res/irl/cei/macocc

  • R-122/11

    Abgeschlossen

    «Chronologie Ägyptens und Mesopotamiens im 2. Jahrtausend vor Christus»

    Dr. Rita Gautschy, Universität Basel (Anschlussgesuch R-134/10)
    CHF 66'500.-

    Vor einem Jahr wurde dieses Projekt bewilligt (siehe Projekte 2010). Es ist ein Musterbeispiel der Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaften. Es geht darum, die verschiedenen relativen und zum Teil "schwebenden" Chronologien in Ägypten und Mesopotamien im 1. und 2. vorchristlichen Jahrtausend mittels astronomischer Ereignisse, welche in zeitgenössischen Aufzeichnungen dokumentiert sind, zu synchronisieren.

    Die hohen Erwartungen wurden mehr als erfüllt. In den dreiviertel Jahren wurden bereits beachtliche Ergebnisse erzielt. Die Programme, welche zur Rekonstruktion der astronomischen Situation zu einem gegebenen Zeitpunkt benötigt werden, wurden fertig geschrieben resp. ergänzt. Die Grundlagenarbeit zur Bestimmung der durch die Änderung der Tageslänge entstehenden Zeitabweichung ist weit fortgeschritten. Dazu wurden gegen 100 - in neubabylonischen Quellen dokumentierte - Mond- und Sonnenfinsternisse analysiert. Aus denjenigen, die in der neubabylonischen Chronologie datiert sind, konnten mehrere zur Abschätzung der Zeitabweichung benutzt werden. Es wurden aber auch Diskrepanzen aufgedeckt, die auf Fehler in der Aufzeichnung oder auf einer Falschinterpretation der Datierung beruhen. Um diese zu korrigieren, muss der ganze Text neu analysiert und interpretiert werden, eine Art Hermeneutik, die Frau Gautschy beherrscht. Das Beispiel zeigt sehr schön, wie sich völlig unterschiedliche Disziplinen gegenseitig befruchten können: Die Astronomie kann auf Fehlinterpretationen von neubabylonischen Texten hinweisen und neubabylonische Texte können mithelfen, die Schwankungen der Tageslänge im Laufe der Jahrtausende zu bestimmen.


     

  • R-113/11

    Abgeschlossen

    «Korrespondenz zwischen Johann I Bernoulli und Johann Jakob Scheuchzer»

    Dr. Fritz Nagel, Bernoulli-Forschungsstelle der Universitätsbibliothek Basel
    CHF 55'558.-

    Dieses Gesuch ist im Zusammenhang mit der seit Jahren andauernden Edition der Briefwechsel der Mathematiker Bernoulli zu sehen, die der Gesuchsteller seit 1989 wissenschaftlich begleitet hat. Zum 550-jährigen Jubiläum der Universität Basel beschloss das Rektorat, ein "Bernoulli-Euler-Zentrum" zu gründen, in dem die Bernoulli- und die Euler-Edition in Zukunft beheimatet sein werden. Um die Arbeit der langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Bernoulli-Edition, Frau lic. phil. Sulamith Gehr, weiterführen zu können, gewährt die cogito foundation eine Übergangsfinanzierung für ein 50%-Pensum der Doktorandin. Frau Gehr bereitet eine Dissertation über Johann I Bernoulli unter der Leitung von Prof. Kaspar von Greyerz, Basel, vor. Im Rahmen des hier geförderten Projektes erarbeitet sie – ehrenamtlich begleitet vom Gesuchsteller – eine Edition der über 300 lateinisch und französisch geschriebene Briefe umfassenden Korrespondenz zwischen Johann I Bernoulli (1667-1748) und dem Zürcher Gelehrten Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733). Der schriftliche Dialog der beiden Gelehrten berührt fast alle Wissensgebiete ihrer Zeit. Der Inhalt der zu bearbeitenden Korrespondenz reicht von der Physik über die Mathematik bis hin zur Naturgeschichte und der Theologie sowie zur Geschichte Basels, Zürichs und der Schweiz in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Kommentierung der Briefinhalte setzt daher Fachkenntnisse in verschiedenen Gebieten voraus und wird deshalb transdisziplinär und unter Beizug auch externer Editoren erfolgen. Das Projekt leistet insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Rekonstruktion der Lebensleistung und der Lebenswelten beider Briefpartner, zur kulturellen Topographie von Basel und Zürich im 18. Jahrhundert und damit zur Wissenschafts- und Kulturgeschichte der Schweiz.


     

  • P-101/11

    «ZURICH.MINDS Science Videos»

    Rolf Dobelli, Luzern
    CHF 50'000.-

    Die ZURICH.MINDS Foundation hat in den letzten vier Jahren im Raum Zürich einen wichtigen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur ins Leben gerufen. Es gelingt dem Gesuchsteller immer wieder, Forschende mit internationaler Ausstrahlung nach Zürich zu bringen und die Faszination der Wissenschaft zu vermitteln, die sonst hinter den Türen der Universitäten versteckt bleibt. Es ist wichtig zu zeigen, wie wissenschaftliche Entdeckungen unser Leben prägen und verändern. Zudem ist die ZURICH.MINDS Foundation Katalysator für interdisziplinäre Projekte, sei es zwischen den verschiedenen Wissenschaftsbereichen oder zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft. Nun möchte die ZURICH.MINDS Foundation die Faszination der Wissenschaft einer breiteren Bevölkerung vermitteln. Dazu sollen eine Reihe von inspirierenden Videos produziert werden, in denen die Forschenden selbst ihre Motivation und Faszination für ihre Untersuchungen und Experimente im Gespräch verständlich darlegen.

    Die Videos werden über die ZURICH.MINDS Webseite, YouTube, Facebook, Science Blogs etc. der Öffentlichkeit – insbesondere auch jungen Menschen – zugänglich gemacht, um diese für die Wissenschaft zu begeistern.

     

  • F-112/11

    Abgeschlossen

    «Depersonalization and body awareness in epileptic patients»

    Dr. Lukas Heydrich, Universitätsspital Genf/ EPFL
    CHF 20'050.-

    Der Gesuchsteller möchte im Rahmen seiner klinischen Ausbildung am Department Neurologie der Universität Genf sein Forschungsprojekt weiterführen, welches bereits die Grundlage für seine Dissertation bei Prof. Olaf Blanke an der EPFL war. So plant er, seine klinische Anstellung auf 80% zu beschränken und beantragt, für die ausgesparte Forschungszeit von der cogito foundation einen 20%-Lohn zu erhalten.

    Sein Projekt befasst sich mit den körperbezogenen Aspekten des "Ich-Bewusstseins". Diese sehr grundlegende Form des "Ich-Bewusstseins" (der Mensch erlebt sich und den Ursprung seines Erlebens als in seinem Körper lokalisiert) wurde beispielsweise bereits im Rahmen der ausserkörperlichen Erfahrung (out-of-body experience) bei Epileptikern im Vergleich zu gesunden Personen untersucht. Das geschieht einerseits mittels klinischer Methoden (Läsionsanalyse, Elektroenzephalographie), andererseits mit einem in Lausanne entwickelten und bereits gut erprobten experimentellen Verfahren, bei der sich die Versuchsperson mit Hilfe einer 3-D-Brille in die Videoaufnahmen ihrer selbst projiziert und sich virtuell ausserhalb ihres Körpers wahrnimmt. Ihrem realen Körper applizierte mechanische Reize empfindet sie, als habe man sie ihrem virtuellen Körper zugeführt.

    Störungen des körperlichen "Ich-Bewusstseins" mit seinen Aspekten der "Ich-Lokalisation", "Ich-Perspektive" und "Selbstidentifizierung" können bei Epileptikern besonders ausgeprägt sein (neben ausserkörperlichen Erfahrungen können das auch depersonalisations-ähnliche Erfahrungen sein). Daher sollen im Projekt Epilepsie-Patienten mit Störungen des Ich-Bewusstsein sowohl mittels klinischen und experimentellen Methoden näher untersucht werden. Die Hypothese lautet, dass in Situationen virtueller Realität die Epilepsie-Patienten mit einer bereits bestehenden Störung des Ich-Bewusstsein der Körper-Illusion leichter als gesunde Probanden zugänglich sind. Gleichzeitig werden von bestimmten Cortex-Arealen die induzierten elektrischen Aktivitäten abgeleitet. Nach Vorstudien scheinen der rechte Gyrus angularis im Übergangsgebiet Temporal-/Parietallappen und der mediale präfrontale Cortex an jeweils verschiedenen Aspekten der körperlichen Selbstwahrnehmung beteiligt zu sein.

    Durch die Zusammenarbeit mit Frau Prof. Margitta Seeck vom Genfer Universitätsspital ist die klinische Anbindung gegeben.


     

  • T-149/10

    «denkfest»

    Andreas Kyriacou, Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS), Zürich
    CHF 11'000.-

    Ziel der Freidenker-Vereinigung der Schweiz ist es, kritisches Denken zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Sie ist politisch und konfessionell neutral. Um eine breiten Bevölkerung für Wissenschaft zu begeistern, organisiert sie vom 8.-11. September 2011 im Zürcher Volkshaus erstmalig ein Wissensfestival mit dem Namen "denkfest".
    Dort soll diskutiert werden

    • wie Behauptungen wissenschaftlich untersucht werden können
    • wie die (Neuro-)Psychologie erklärt werden kann
    • wie wissenschaftliches und kritisches Denken an Schulen vermittelt werden kann (dafür findet ein Workshop für Lehrpersonen statt und es werden Erfolgskonzepte vorgestellt)
    • was grosse Forschungsprojekte wie das Blue-Brain-Projekt der EPFL, das 12 Institutionen umfassende Systembiologie-Projekt Systems X oder der Large Hadron Collider (LHC) am CERN für die Schweiz bedeuten.

    Um die Attraktivität des Festivals zu erhöhen wird an den Abenden "intelligente Unterhaltung" angeboten, z.B. mit dem Physiker und Kabarettisten Vince Ebert.

     

    http://www.denkfest.ch

  • T-140/10

    «Wievieler Sprachen müssen wir mächtig sein? Sprachenvielfalt in den Wissenschaften»

    Profs. Johannes Fehr und Gerd Folkers, Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 15'000.-

    Der Referatsleiter des Ausschusses Internationale und Konstitutionelle Angelegenheiten des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Peter Schiffauer, hält am 9. Juni 2011 in der Semperaula der ETHZ einen öffentlichen Vortrag zur Bedeutung der Mehrsprachigkeit für die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen der EU. Dies ist der Auftakt zum Projekt-Workshop am Collegium Helveticum mit hochkarätig zusammengesetzten internationalen Experten. Als Teilnehmende für Vortrag und Workshop werden Persönlichkeiten eingeladen, die auf Grund eigener Erfahrung in ihrer wissenschaftlichen Forschung und/oder beruflichen Tätigkeit für diese Thematik in besonderer Weise sensibilisiert sind. Dort soll diskutiert werden, wie und ob sich Sprachenvielfalt auf den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess auswirkt.

    Erste These dazu ist: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich in Erkenntnisprozessen, zu denen Personen verschiedener Muttersprachen in diskursiven Prozessen beitragen, die Reduktion der Verständigung auf eine einzige Sprache auch inhaltlich auf das Resultat auswirkt, welches der Prozess hervorbringt.

    Zweite These: Am Beispiel des Englischen wird eine grundlegende Problematik sichtbar, die über die skizzierte Entwicklung hinausgreift, nämlich, dass wissenschaftliche Erkenntnis als solche der Übersetzung bedarf - und zwar von einer jeweiligen Fachsprache in die vor Ort gesprochenen Umgangssprachen.

    Darauf basierend sollen in einer weiteren Phase Vorschläge für konkrete Massnahmen formuliert werden, wie in Forschung und Lehre der Bedeutung der Sprachenvielfalt angemessen Rechnung getragen werden kann.

     

  • T-133/10

    Abgeschlossen

    «Conference "Social decision making: bridging economics and biology"»

    Prof. Laurent Lehmann, Université Neuchâtel
    CHF 18'000.-

    Am Centro Stefano Franscini (Monte Verità) findet vom 17. - 20. April 2011 das Symposium "Social decision making: bridging economics and biology"statt. Dort sollen Entscheidungsstrukturen im Bereich von Ökonomie und Evolutionsbiologie verglichen und auf ihre gemeinsamen Grundlagen geprüft werden. In beiden Bereichen müssen handelnde Agenten (Organismen oder Personen) individuelle Kosten/Nutzen-Entscheidungen innerhalb eines sich ständig wechselnden Umfelds treffen. Mit der Thematik ihres Symposiums haben die Veranstalter die Zeichen biologischer und sozialwissenschaftlicher Zeit treffend erkannt und ein Konzept entwickelt, das Theorieentwicklungen in beiden Bereichen forschungsnah und damit produktiv zu-sammenführt. In der Evolutionsbiologie werden heute die klassischen Ansätze, die von festen Genotyp-Verhaltens-Beziehungen ausgehen, zunehmend durch Modelle ersetzt, welche die Dynamik der Ontogenie und der Verhaltensmotive während der Lebensspanne der Organismen einbeziehen. In ähnlicher Weise hat sich die Ökonomie von ihren klassischen "rational-choice"-Ansätzen entfernt, die auf nahezu unbegrenztem Informationszugriff und Verarbeitungspotential der handelnden Personen beruhen, und Modelle entwickelt, die mit "bounded rationalities" operieren.

    Das Symposium will diese Konfluenz der Gedankenströme in Evolutionsbiologie und Ökonomie in vier Sessionen (Theoretische Parallelen zwischen evolutionsbiologischen und ökonomischen Theorien, "bounded rationality" im sozialen Kontext, dynamische Lernmodelle, Mikroökonomie und Verhaltensökologie) thematisieren, in denen jeweils ein Evolutionsbiologe und ein Ökonom das Einführungsreferat halten. Diesen Plenarvorträgen folgen Workshops und Diskussionsrunden. Von den Sessionen, die weitgehend als offene Diskussionsforen konzipiert sind, sollen vor allem Nachwuchswissenschaftler beider Disziplinen im Hinblick auf ihre Forschungsprojekte und die Möglichkeit neuer Forschungskooperationen profitieren. Hier liegt die Hauptstossrichtung der Veranstaltung.

    Der Beitrag der cogito foundation deckt Reise- und Unterkunftskosten von 12 Doktorierenden und Postdoktorierenden sowie die Kosten für die Einladung eines prominenten Redners für einen öffentlichen Abendvortrag (dieser musste leider kurzfristig abgesagt werden).


     

    http://www.evolvingeconomics.com/

  • T-127/10

    «10th International Summer School on Humour and Laughter: Theory, Research and Applications»

    Prof. Willibald Ruch, Universität Zürich
    CHF 2'500.-

    2001 wurde die "Summer School on Humour and Laughter" gegründet. Nach 2006 findet die jährliche Veranstaltung 2010 wiederum in der Schweiz (5.-10. Juli 2010) im Seminarzentrum Boldern statt. Ziel ist es, Studierende und renommierte Forscher aus der ganzen Welt während einer Woche zusammen zu bringen um neueste Forschungsresultate aus verschiedenen Blickwinkeln zu diskutieren. Die eingeladenen Referenten präsentieren in 22 Vorträgen ihre Forschungsarbeiten und bieten vier Workshops an. Es werden Methoden und empirische Resultate sowie Anwendungen der Humorforschung vor allem im Gesundheitsbereich mit Personen aus andern Gebieten wie Psychologie oder therapeutisch tätigen Clowns hinterfragt.

    Die Teilnehmer kommen aus allen Kulturkreisen der Welt von Australien, USA, Russland und zahlreichen europäischen Ländern. Die cogito foundation übernimmt die Reisekosten der Profs. Rod R. Martin, University of Western Ontario (Fr. 1'800.-) und Christie Davies, University Reading (Fr. 700.-) total Fr. 2'500.-.

     

    http://www.humoursummerschool.org/10

  • T-123/10

    «Conference "Application of Social Network Analysis" »

    Dr. Karin Ingold, ETH, Zürich
    CHF 2'000.-

    Die 7. Konferenz "Application of Social Network Analysis" (ASNA) hat zum Ziel den aktuellen Stand sowie Innovationen in der Sozialen Netzwerkforschung zu diskutieren. Sie findet mit internationaler Beteiligung an der ETH Zürich vom 15.-17. September 2010 statt. Sie will den Sozialwissenschaftern die Netzwerkanalyse und die Dynamik des Gebietes zugänglich machen. Jungen Forschenden wird ermöglicht, Netzwerk Applikation direkt bei deren Entwicklern zu lernen (Workshops am ersten Tag). Zudem ist die Tagung eine Plattform, an den beiden Folgetagen die neusten Entwicklungen verschiedenster Disziplinen vorzustellen. Damit fördert die Konferenz den Austausch zwischen den exakten Wissenschaften wie Mathematik und Neurobiologe mit den Sozial- und Geisteswissenschaften (Soziologie und Psychologie).

    Soziale Netzwerkanalyse (SNA) schlägt vor, den Fokus vom einzelnen Akteur auf eine Gruppe von Akteuren und Verbindungen zwischen diesen zu erweitern. SNA ist daher vom Paradigma geprägt, den strukturellen Kontext einzubeziehen, um verschiedene Phänomene aus unterschiedlichsten Wissenschaften wie Soziologie, Politologie, Kommunikationswissenschaften, Sozialpsychologie, Anthropologie, Wirtschaft, Biologie, Physik etc. zu studieren. In den letzten Jahren wurde zudem die zeitliche Dimension immer mehr in die Netzwerkforschung einbezogen. Es ist deshalb von Interesse ob und wie die Netzwerkstrukturen von vorherigen Strukturen abhängen oder welche zukünftige Dynamik angenommen werden kann. Die meisten interdisziplinären und sektorenübergreifenden Forschungsprojekte nehmen die zeitliche Achse und Dynamik des Netzwerkes heute auf.
    Die cogito foundation übernimmt die Reisekosten von Professor Thomas W. Valente, University of Southern California, Los Angeles.

     

    http://www.asna.ch

  • S-109/10

    Abgeschlossen

    «algorhythmisiert (Anschlussgesuch S-104/08)»

    Shintaro Miyazaki, Humboldt Universität, Berlin
    CHF 24'120.-

    Die allgemein herrschende Meinung, dass digitale Medien nur virtuell sind und keine Materialität haben, ist nur halb wahr. Der Gesuchsteller geht der These nach, dass eine Kulturtheorie, die sich mit Computern beschäftigt, sich auch mit Musik auseinandersetzen muss. Diese auf den ersten Blick abenteuerliche Aussage wurde in den letzten 2 Jahren untersucht. Digitale Informationstechnologien wurden auf ihre "Algorhythmik" hin "belauscht." Aktuelle digitale Techniken werden als Prozesse verstanden, die - gesteuert durch ultraschnelle und präzise Algorithmen - in Echtzeit ablaufen. Ähnlich ist Musik ein Phänomen, das der Zeit einen Rhythmus "aufprägt". Dies führt ihn zum heuristischen Begriff "Algorhythmus" eine Kombination von Computer (Algorithmus) und Musik (Rhythmus). "Algorhythmen" sind transsonische Prozesse, die meist unhörbar sind. Sie können aber mittels technischem Modulationsverfahren in hörbare, messbare und spürbare Rhythmen transformiert werden.

    Aufbauend auf diesem Begriff sollen die historischen, technischen und erkenntnistheoretischen Grundlagen, die Handhabung, Wirkung und das Erleben digitaler Informationstechnologien besser verstanden werden. Dabei lässt es der Gesuchsteller nicht damit bewenden, mit den verschiedensten Medien zu experimentieren, denn er möchte auch die Technik und Physik dahinter verstehen lernen. Dieses Anschlussgesuch ermöglicht, die Dissertation fertig zu stellen.


     

  • R-146/10

    Abgeschlossen

    «Krebs aus der Sicht der Maya-Kultur und des Stands der gegenwärtigen medizinischen Forschung : Die kulturelle Formung von biologischem Wissen und Umweltwissen»

    Prof. Roland W. Scholz, Monica Berger Gonzalez, ETHZ
    CHF 50'000.-

    Ziel des Projektes ist es die gegenwärtigen wissenschaftlichen Annahmen, Konzepte, Modelle und Theorien über Krebs mit dem Verständnis von Ursachen, Ontologie und Therapie von Krebs aus der Sicht des Maya Council of Elders of Guatemala (MCEG) in Beziehung zu setzen.

    Als Hauptprodukt wird eine Dokumentation des Maya Wissens auf der Grundlage der Ergebnisse von Interviews mit ausgewählten Maya "Elder" und Heilern aus fünf ethno-linguistischen Regionen der Mayas in Guatemala erstellt. Das Projekt beinhaltet Workshops, die einen Konsensus-Bildungs-Prozess der enthno-linguistischen Gruppen unterstützen und realisieren, um den heute vorhandenen gemeinsamen Wissens-Kern der Mayas beschreiben.

    Methodologisch wird dieses Projekt als transdisziplinäres Projekt im strikten Sinne durchgeführt. Dies bedeutet, dass auf allen Ebenen und in allen Phasen des Projektes die Entscheidungen in enger Zusammenarbeit, Abstimmung und gemeinsamer Leitung durch die Vertreter der Maya und der wissenschaftlichen Projektsteuerungsgruppe durchgeführt werden. Dies bedeutet insbesondere, dass die Leitfrage, der Forschungsplan und die Dokumentation der Kernaussagen der Interviews von der gemeinsamen Leitung (Prof. Scholz und Simeón Taquirá Sipac) geplant und verantwortet werden.

    Das Interesse seitens der Maya besteht einerseits darin, das Wissen über spirituell-kognitive und medizinisch-pflanzliche Behandlungsmethoden – welches verloren zu gehen droht – zu dokumentieren. Ein weiteres Interesse besteht darin, dass sie (in einem möglichen, ebenfalls transdisziplinären Folgeprojekt) die Wirksamkeit ihrer Therapie nachweisen möchten.

    Der Nutzen aus wissenschaftlicher Sicht besteht zum einen darin, einen medizin-historischen und ethnomedizinischen Beitrag zum Umgang der Maya mit Krebs zu leisten. Das Projekt wird von einem führenden Onkologen am Universitätsspital Zürich mitgeleitet. Andererseits wird erwartet, dass mit Hilfe der beteiligten Onkologen und Immunologen herausgearbeitet werden kann, welche Annahmen über psychosomatische und medikamentöse Effekte im Verlauf der Krebskrankheit sich mit den Erkenntnissen der Mayas in Beziehung setzen lassen. Darüber hinaus werden in dem Projekt eine Reihe von theoretischen Fragen aus erkenntnistheoretischer Perspektive diskutiert, welche für die Krebsforschung und die Theorie des Mensch/Umweltsystems von Bedeutung sind. Diese Fragen beziehen sich auf die Kommunikation zwischen Zellen oder die Interaktion zwischen verschiedenen zellularen Systemen wie Prozessen im kognitiven System und deren Beziehung zu Entscheidprozessen im Immunsystem.


     

  • R-134/10

    Abgeschlossen

    «Astronomische Chronologie des östlichen Mittelmeerraumes und Meso-potamiens im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr.»

    Dr. Rita Gautschy, Universität Basel
    CHF 58'330.-

    Es werden Anwendungen der astronomischen Chronologie im Bereich der Altertumswissenschaften untersucht. Die Chronologien Ägyptens, Assyriens, Babyloniens und der kleineren vorderasiatischen Reiche sind durch schriftlich belegte Synchronismen miteinander verwoben. Durch eine Analyse der belegten Synchronismen und der überlieferten astronomischen Beobachtungsdaten aus diesem grossen geographischen Raum wird versucht, die unterschiedlichen, teils stark divergierenden Chronologien der einzelnen Gebiete aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. in bessere Übereinstimmung zu bringen. Dazu werden einerseits ägyptische Monddaten, und andererseits babylonische Planetenbeobachtungen, Monddaten, Ominatexte und Finsternisberichte betrachtet. Für eine korrekte zeitliche Zuordnung astronomischer Beobachtungsdaten sind konsistente Berechnungen unabdingbar, deshalb werden eigene Computerprogramme verwendet, die auf den aktuellsten, für historische Ereignisse geeigneten Ephemeriden beruhen. Die bereits vorhandenen Programme werden erweitert, um sämtliche überlieferte astronomische Beobachtungen berücksichtigen zu können. Nach den Berechnungen müssen die Textquellen kritisch gelesen und deren Unsicherheiten beim Vergleich der Beobachtungsdaten mit den himmelsmechanischen Rechnungen berücksichtigt werden. Da viele astronomische Ereignisse von Natur aus zyklisch sind, werden zusätzliche Einschränkungen benötigt, um die Beobachtungsdaten zeitlich korrekt zu verankern. Dabei können schriftlich belegte Synchronismen, 14C-Daten und archäologische Daten wie die Zerstörungs- und Ablagerungsschichten des Vulkanausbruchs von Thera helfen. Eine übereinstimmende Chronologie für den gesamten Mittelmeerraum und den Nahen Osten wäre von grossem Nutzen für Untersuchungen, die sich mit den Kulturen und dem Handel untereinander im 2. Jahrtausend v. Chr. beschäftigen.


     

  • R-116/10

    «The Neuroscience and Behavioral Economics of Poverty»

    Prof. Ernst Fehr, Dr. Johannes Haushofer, IEW, Universität Zürich
    CHF 64'910.-

    Das Projekt gehört in den neuerdings stark wachsenden Bereich der "behavioral economics", d.h. Verhaltensökonomie. In einer Feldstudie soll erforscht werden, ob Eingriffe auf der Verhaltensebene im Bereich der Entwicklungsökonomik eine sinnvolle Strategie sind, um Armut zu verringern. Um eine Antwort auf die Frage zu finden, ob Armut psychisches Wohlbefinden beeinflusst, wird untersucht, welche psychologische Konsequenzen Armut allenfalls hat. Das Projekt kombiniert Experimente unter Laborbedingungen mit Feldstudien, wo eine in der Ökonomie noch junge Technik – sogenannte "Randomized Controlled Trials" (RCT) – eingesetzt werden. Um kulturelle Aspekte des Verhaltens besser einzubeziehen, werden Untersuchungen in der Schweiz mit solchen in Kenya verglichen. Damit sollen Mechanismen identifiziert werden, durch welche Armut sich selbst perpetuiert und mit deren Hilfe Programme zur Armutsbekämpfung bessere Effekte erzielen könnten.

    Das Projekt bringt Ökonomen, Neurobiologen und Psychologen zusammen. Es wird nicht mehr nur davon ausgegangen, dass ein materielles Phänomen wie Armut die Psyche und die Vernunft des Menschen beeinflusst, sondern dass auch umgekehrt psychische Dispositionen und vernünftige Strategien materielle Konsequenzen haben können. In ethischer Hinsicht nicht ganz unbedenklich sind die RCTs, wenn zum Beispiel einer Gruppe von "Armen" im Feldversuch Güter zugeführt werden, welche der Kontrollgruppe gleichzeitig vorenthalten werden. Diese Ungleichheit wird allerdings durch sorgfältige Aufklärung der Teilnehmer und angemessene Entschädigung für die von ihnen investierte Zeit verringert. Die cogito foundation unterstützt die weitgefächerten Feldstudien vorerst für ein Jahr.

     

  • R-114/10

    «Lehren aus Persönlichkeitsforschung an der sozial flexiblen Striemengrasmaus für Psychologie und Biologie»

    PD Dr. Carsten Schradin Universität Zürich
    CHF 30'000.-

    Die Persönlichkeit eines Individuums bestimmt, wie es sich in spezifischen Situationen verhalten wird. Das Verhalten unterscheidet sich daher zwischen Individuen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die Psychologie untersucht "Persönlichkeit" seit mehr als einem Jahrhundert – mit dem überraschenden Ergebnis, dass menschliches Verhalten unter natürlichen Bedingungen häufig wenig konsistent ist, so dass ein Individuum z. B. Pünktlichkeit in der Schule zeigt, aber nicht im privaten Bereich. In der Biologie entwickelte sich die Persönlichkeitsforschung erst in den letzten 10 Jahren. Das ist erstaunlich, da jeder, der Erfahrungen mit Haustieren hat, weiss, dass sich zum Beispiel Hunde und Katzen in spezifischen Situationen vorhersagbar verhalten und sich von anderen Individuen derselben Art unterscheiden. Biologen messen Persönlichkeitsmerkmale bei Tieren unter standardisierten Laborbedingungen, indem sie die Tiere in einer "Experimentalbox" unter künstlichen Bedingungen testen. Im Gegensatz zur Psychologie gibt es kaum Studien unter natürlichen Bedingungen. Auch gibt es wenige Langzeitstudien mit wild lebenden Tieren, welche uns die evolutiven Konsequenzen von Persönlichkeitsunterschieden verstehen lassen.
    Dieses Projekt will deshalb Persönlichkeitsmerkmale bei der südafrikanischen Striemengrasmaus (Rhabdomys pumilio) einer Art mit ausgeprägter sozialer Flexibilität, untersuchen:

    1. Ob im Freiland gemessene Persönlichkeitsmerkmale zeitlich konsistent sind, und ob sie mit Persönlichkeitsmerkmalen korrelieren, die unter standardisierten Laborbedingungen gemessen wurden. Dies ist die erste Studie, in welcher Persönlichkeitsmerkmale an einer anderen Art als dem Menschen im Freiland gemessen werden.
    2. Testen, ob sich die "Persönlichkeiten" von Striemengrasmäusen verändern, wenn sie ihre soziale Taktik ändern, z. B. vom Gruppenleben zu einer solitären Lebensweise.
    3. Ausserdem prüfen, inwieweit sich der Fortpflanzungserfolg von Mäusen mit verschiedenen "Persönlichkeiten" zwischen ökologisch unterschiedlichen Jahren unterscheidet, so dass in einem Jahr die eine Persönlichkeit besser ist, in einem anderen Jahr die andere. Dies könnte erklären, warum die Varianz in Persönlichkeitsmerkmalen aufrechterhalten wird.
    4. Testen, inwieweit das Hormon Testosteron und das Stresshormon Corticosteron mit verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen korrelieren.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wissen aus der Psychologie und der Biologie zusammengebracht werden soll, um zu einem besseren und umfassenderen Verständnis von "Persönlichkeit" zu kommen. Psychologen können menschliche Persönlichkeiten vielleicht besser verstehen, wenn sie wissen, dass "Persönlichkeit" ein im Tierreich weit verbreitetes Merkmal ist, welches evolutiv entstanden ist.

     

  • R-112/10

    Abgeschlossen

    «Natural Computation»

    Prof. Michael Hampe, Martin Schüle, ETH Zürich
    CHF 39'150.-

    Echt disziplinübergreifenden Arbeiten, wie das Projekt von Martin Schüle, sind in der heutigen Wissenslandschaft selten. Das Projekt ist Teil eines grösseren Forschungsvorhabens am Lehrstuhl für Philosophie der ETH in Kooperation mit dem Institut für Neuroinformatik von Universität und ETH Zürich. Hier findet die von der cogito foundation gewünschte Zusammenarbeit zwischen Philosophen und Naturwissenschaftern wirklich statt. Es versucht, die für viele heutige Naturwissenschaften wichtigen Begriffe "computation" und "information" einer grundlegenden Analyse zu unterziehen. Dabei wird den beiden Begriffen eine eingehende Untersuchung in den Natur- und den Computerwissenschaften gewidmet. Ausgehend von den klassischen Definitionen von "computation" und "information" (aufgestellt von Alain Turing und Claude Shannons) werden dazu alternative Konzepte und Ideen, wie sie in den letzten Jahren in den Naturwissenschaften entwickelt wurden, kritisch geprüft. Daran anschliessend erarbeitet das Projekt eine historische und die aktuelle Debatte berücksichtigende systematische Klärung der beiden Begriffe. Dies zeigt ihre Verbindung zu den grossen Themen der Mathematik- und Philosophiegeschichte auf, wie etwa zu Leibniz' Theorie der Infinitesimalrechnung oder zu Hilberts Programm zur Grundlegung der Mathematik. Der philosophisch-historische Teil weist aber auch einen Bezug zu aktuellen Diskussionen in den Naturwissenschaften auf, etwa zu den in den Neurowissenschaften und in der Philosophie des Geistes kontrovers diskutierten "natural computation", die das Gehirn oder der Geist tätigt, oder zur aktuellen Debatte in der Quanteninformatik zum epistemologischen und ontologischen Status von "Information".


     

  • P-145/10

    Abgeschlossen

    «Denke mit - nothing 4us without us»

    Dr. Barbara Tschopp, Thun
    CHF 40'000.-

    Im Bereich der Nachwuchsförderung für naturwissenschaftliche und technische Berufe bestehen in der Schweiz zahlreiche Projekte. Um Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern, werden ihnen je nach Altersstufe Programme angeboten, wo sie basteln, experimentieren, forschen und verschiedene wissenschaftliche Aufgaben lösen können. All die Projekte werden vom Erwachsenen-Standpunkt aus entwickelt - im Sinne: Was glauben Erwachsene, sei für Kinder und Jugendliche interessant.

    Im Projekt "Denke mit" jedoch diskutieren Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16-25 Jahren in eigener Regie auf Facebook über gesellschaftlich relevante Zukunftstechnologien und ihre diesbezügliche Verantwortung. Sie recherchieren, geben ihre Vorstellung preis, wie sie als Entscheidungsträger von Morgen die Zukunft gestalten würden. In Bezug auf ihre Rolle als Stimmberechtigte werden auch die "an Technik Uninteressierten" zur Meinungsäusserung motiviert. Damit im Eifer der Diskussion die sachliche Korrektheit nicht auf der Strecke bleibt, werden Experten mit einbezogen. Die auf Deutsch verfassten Texte könnten in Fremdsprachen übersetzt werden, damit sie als Grundlage für schulische, auf Zukunftstechnologien sensibilisierende Debatten benutzt werden können. Als Finale ist ein Diskussionswettbewerb vorgesehen, mit dem von den Jugendlichen ausgewählten Preis: "Begegnung mit einer Technologie des 21. Jahrhunderts".

    Auf der projekteigenen Website www.denkemit.ch werden Vorschläge von Themen und Links aufgeführt. Die Inhalte und die Art der Begegnung mit Experten werden von den Diskutierenden selbst erarbeitet. Der Preis des Wettbewerbs wird ebenfalls von den Jugendlichen selbst ausgewählt.

    Das Projekt soll die Teilnehmenden zum Nachdenken und Recherchieren über die Bedeutung von Naturwissenschaft und Technik motivieren, einerseits für ihre eigene berufliche Laufbahn, andererseits für das Wohl der Gesellschaft. Die Resultate der Debatte werden breiten Kreisen zugänglich sein. Dadurch wird zum Stiftungsziel beigetragen: Ein besseres Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit zu schaffen.


     

  • P-132/10

    «Nomadic Women and Health Practice. Islamic Belief and Medical Care»

    Dr. Anna Münch, Bern
    CHF 5'000.-

    Die Studie zu Gesundheitsverständnis und Krankheitsvorstellungen der Kel Alhafra Tuareg in Mali soll auf Englisch herausgegeben werden. Politische Veränderungen, Flucht und Vertreibung haben die Kel Alhafra Tuareg in Mali während der vergangenen Jahre zunehmend marginalisiert. Angesichts ihrer ungewissen Situation stellen religiöse Werte ein neu gewichtetes, Stabilität stiftendes Gerüst dar. Gleichzeitig findet ein entgegengesetzter Prozess der Rationalisierung statt, wobei sich die Haltung dem Körper gegenüber verändert: Es wird eine zunehmende Mechanisierung im alltäglichen Leben und ein Wissensdrang nach westlicher Medizin festgestellt. Die Studie zeigt den Einfluss dieser Dynamik auf Gesundheit, hilfesuchendes Verhalten und medizinische Versorgung in einer scheinbar radikalisierten islamischen Gesellschaft, mit einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Spezifisches Augenmerk gilt den nomadischen Frauen und Kindern, wobei aus vertraulichen Gesprächen von Frau zu Frau erstaunliche Einblicke in den Bereich jener Krankheiten und Erlebnisse gewonnen werden, die den weiblichen Lebenszyklus betreffen.

    Die interdisziplinäre Arbeit der Islamwissenschaftlerin verbindet anthropologische, linguistische und epidemiologische Ansätze und gelangt so zu einem umfassenden Verständnis von Gesundheit und Krankheit in einer Nomadengruppe, die am Rande und quer zur staatlichen, aber auch zur internationalen Gesundheitsversorgung lebt.

     

  • P-113/10

    Abgeschlossen

    «Das Wissenschaftszentrum der UZH im Campus Irchel»

    Prof. Michael Hengartner, Dekan MNF, Universität, Zürich
    CHF 250'000.-

    Initialfinanzierung einer Plattform der Mathematisch Naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF) der Universität Zürich, wo Schüler und Lehrer der Mittelschulen ein besseres Verständnis für Mathematik und Naturwissenschaften vermittelt und damit Neugier und Lust auf diese Fächer geweckt wird. Einerseits soll ein Lernlabor für Schulklassen entstehen, andererseits soll sich das Zentrum in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften auf Gymnasialstufe engagieren. Als Drittes sollen Kursangebote für besonders begabte Mittelschülerinnen und Mittelschüler geschaffen werden, damit diese frühzeitig in die wissenschaftliche Arbeit eingeführt werden.

    Es existieren bereits eine Reihe von Angeboten für Jugendliche an der MNF: wie die Junior Euler Society, Laborführungen für Interessengruppen oder das Life Science Learning Center. Das geplante Wissenschaftszentrum wird es erlauben, das bisherige Angebot sinnvoll zu ergänzen, zu koordinieren und damit wertvolle Synergien zu nutzen. Kenntnisse von Mathematik und Naturwissenschaften sind für unsere Gesellschaft von grosser Bedeutung, insbesondere deren Beitrag zur Lösung anstehender Probleme. Es ist deshalb wichtig, Schülerinnen und Schüler für diese Wissenschaften zu begeistern.

    Die vor bald 20 Jahren erlassene Maturitätsverordnung hat bewirkt, dass das naturwissenschaftliche und technische Bewusstsein der Jugend abgenommen hat. Hier möchte die cogito foundation zusammen mit der MNF in Zukunft Gegensteuer geben und einen neuen Schwerpunkt setzen. Wichtig ist auch, den Lehrerinnen und Lehrern den jetzigen Stand der Wissenschaft in den naturwissenschaft-lichen Fächern bekannt zu machen und ihnen zu zeigen wie Experimente aufgebaut werden und was daraus gelernt werden kann.


     

  • T-146/09

    Abgeschlossen

    «Environmental Decisions: Risks and Uncertainties»

    Prof. Dr. Renate Schubert, Dr. Vivianne Visschers, IED ETHZ
    CHF 12'000.-

    Vom 25. - 29. April 2010 organisiert das Institut für Umweltentscheidungen zusammen mit der Professur für Sozialpsychologie der Universität Zürich (Prof. Gutscher) auf dem Monte Verità eine interdisziplinäre Tagung, welche die Entscheidungsprozesse von Umweltproblemen untersucht. Insbesondere soll versucht werden, individuelle und kollektive Umweltrisiken sowie deren Unsicherheiten besser verstehen zu lernen. Dies bedeutet, dass die Bewertung, die Wahrnehmung, das Management und die Steuerung von Risiken mit Personen unterschiedlicher Fachrichtungen diskutiert werden, um die wichtigsten Faktoren zu eruieren, welche den komplexen Entscheidungsprozess der Entscheidungsträger in der Gesellschaft beeinflussen. Zu diesem Thema gibt es in verschiedenen Ländern unterschiedliche Studien. Um globale Risiken, wie z.B. den Klimawandel besser steuern zu können, werden acht internationale Experten aus den USA (fünf), Norwegen, Deutschland und Grossbritannien und drei Schweizer Experten als Keynote-Speaker eingeladen, um mit den Mitgliedern der organisierenden Institute und weiteren Schweizer und internationalen Wissenschaftlern, Lösungen und Methoden für bessere Risikoentscheidungen zu erarbeiten.
    Die Tagung ist in 4 Haupt-Themenkreise aufgeteilt, die in parallelen Workshops bearbeitet werden.

    • Risikobewertung: z.B. Modellierung stochastischer Risiken, minimale Risiken, Umgang mit Unsicherheiten;
    • Risikowahrnehmung: z.B. spätere Eintretenswahrscheinlichkeit von Risiken, Vertrauen in Wissenschaftler, Behörden, speziell auch im Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel, etc.;
    • Risikomanagement: z.B. Modellierung extremer Risiken, reale versus unrealistische Risiken;
    • Steuerung von Risiken: z.B. Modellierung von verschieden guten Risiko-Regulierungen.

    Die Themen werden immer im Zusammenhang mit Umweltproblemen diskutiert und in den Plenarteilen der Tagung zusammengeführt.

     

    Die cogito foundation übernimmt die Kosten der internationalen Keynote-Speaker.


     

  • T-138/09

    Abgeschlossen

    «"Hat der Humanismus eine Zukunft? – L’Humanisme a-t-il un avenir?"»

    Prof. A. Holderegger, Universität Freiburg
    CHF 5'000.-

    Ein international und interdisziplinär besetztes Symposium widmete sich vom 3.-5. Dezember 2009 der Frage: Hat der Humanismus eine Zukunft? Den Begriff des Humanismus lieferte das «Leitbild» der Universität Freiburg selbst. Es verweist nicht nur auf die Verantwortung der Wissenschaften gegenüber dem Menschen und seiner Welt, sondern auch auf die innere Verbindung der Wissenschaften und Fakultäten untereinander. Das Symposium ging der Frage nach, inwiefern der Begriff angesichts heutiger Herausforderungen durch den technologischen Fortschritt in Wissenschaft und Gesellschaft noch als Leitbegriff dienen kann. Enthält er ein kritisches Potential; hilft er einen normativen Begriff von Menschenwürde gegenüber naturalistischen Deutungen des Menschen zu verteidigen? Das Programm war in sechs Sektionen gegliedert, welche die Themen "Naturalismus, Speziesismus, Vielfalt der Kulturen, Neuordnung des Wissens, säkulare und religiöse Deutungen, der zukünftige Mensch" aufgegriffen haben. Für die jeweiligen Sektionen konnten namhafte Referenten und Referentinnen gewonnen werden, die sich in ausgiebigen Diskussionen jeweils den kritischen Nachfragen der Ko-Referenten und des Publikums stellten. Den Auftakt zum Symposium bildete ein öffentlicher, äusserst anregender Vortrag von Prof. Julian Nida-Rümelin, München, zum Thema: Naturalismus und Humanismus.

    Beim Verlag Schwabe Basel/Academic Press Fribourg wird voraussichtlich im Herbst 2010 ein Tagungsband im Umfang von ca. 600 Seiten erscheinen.


     

    http://www.unifr.ch/ethique/assets/files/tagungskonzept

  • T-137/09

    Abgeschlossen

    «"TEXTURES", 6. Europäische Tagung der SLSA / 1. Konferenz der SLSAeu. »

    Dr. Manuela Rossini, European Society for Literature, Science, and the Arts (SLSAeu)
    CHF 6'000.-

    Die internationale Society for Literature, Science and the Arts (SLSA) fördert den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Natur- und Technikwissenschaften, Computer- und Ingenieurwissenschaften, der Medizin, den Sozial- und Geisteswissenschaften und den Künsten. Seine Mitglieder treffen sich jährlich in den USA (Herbsttagung) und seit 2000 jedes zweite Jahr in einem europäischen Land (2000: Brüssel; 2002: Aarhus; 2004: Paris; 2006: Amsterdam; 2008: Berlin). 2008 wurde die europäische Schwestergesellschaft der SLSA ins Leben gerufen (SLSAeu). Die erste Konferenz wird vom 15.-19. Juni 2010 in Riga (Lettland) stattfinden.
    Die Tagung widmet sich dem Thema TEXTURES und wird vom internationalen akademisch-künstlerischen Netzwerk electronic text and textiles (e-t+t) organisiert. Die Teilnehmenden sind aufgefordert, sich mit den Stoffen, Strukturen, Oberflächen und Interfaces einer durch die Technowissenschaften und vernetzte Medien stark veränderten Welt auseinanderzusetzen. Diese Transformationen weisen klare "Texturen" auf, die sowohl durch verbale und nicht-verbale "Texte" entstanden sind wie auch durch die Interaktion zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Systemen, die sich oftmals einer symbolischen Deutung entziehen. Thematische Schwerpunkte des wissenschaftlichen und künstlerischen Programms sind: Materialität und Textualität, Netzwerke und Nachhaltigkeit, Tissue Cultures, Architexturen, Kunst als Forschung.
    Die cogito foundation finanziert die folgenden ausländischen Keynote-Speaker Catherine Malabou, Frankreich; Daina Taimina, USA; Joanna Zylinska (UK).


     

    http://www.e-text-textiles.lv/SLSAeu2010/home.htm

  • T-135/09

    Abgeschlossen

    «Mathematics as Practice and Culture: Interdisciplinary Perspectives on Mathematics»

    Prof. Martina Merz, Soziologisches Institut Universität Luzern
    CHF 11'800.-

    Die Gesuchstellerin hat an der Ludwig-Maximilian Universität München in Physik promoviert und sich später der Geschichte der Wissenschaft zugewandt. Sie ist Mitglied des Organisationskomitees der Tagung "Mathematics as Practice and Culture", die vom 27.-29. Mai 2010 in Bielefeld stattfinden wird. Die Epistemologie der Naturwissenschaften geht unter anderem der Frage nach: was sind wissenschaftliche Erkenntnisse. Dabei wurde die Mathematik lange Zeit weitgehend unberücksichtigt gelassen. Die Frage, ob eine mathematische Erkenntnis entdeckt oder erfunden wurde ist besonders heikel, wie etwa das Beispiel des sechsten platonischen Körpers im vierdimensionalen Raum zeigt. Auch die Frage, welches denn die "epistemischen Dinge" der Mathematik sind, blieb lange Zeit unbeantwortet. In den letzten Jahren hat man sich vermehrt an solche Themen herangewagt und die Tagung soll die daran Forschenden zum Gedankenaustausch vereinen und verspricht interessante Gespräche. Dafür werden die Reisespesen der Referenten finanziert.


     

    http://www.socialsciences.manchester.ac.uk/disciplines/sociology/events/mpc/

  • T-124/09

    Abgeschlossen

    «Tagung Blicklandschaften ZH»

    Prof. Christophe Girot, Dr. Fred Truniger, ETH Zürich
    CHF 8'000.-

    Die Theorie der Landschaft ist seit einigen Jahrzehnten in Bewegung geraten. Doch es erstaunt, wie wenig neben den Veränderungen im Realraum, die veränderte Wahrnehmung der Landschaft diskutiert wird.

    Obwohl theoretische Ansätze existieren, die neben der landschaftlichen Topografie auch das wahrnehmende, interpretierende und sozial interagierende Wesen "Mensch" als eigentlichen Produzenten der Landschaft thematisieren, wird in der Praxis der Landschaftsarchitektur die zentrale Frage nach der visuellen Kultur des Entwurfs oft nicht gestellt. Mit der Tagung "Landscape Video Conference", die vom 13. – 15. Mai 2010 in Zürich stattfindet soll eine transdisziplinäre Diskussion über die visuelle Kultur der Landschaftsarchitektur angeregt werden.
    Die Konferenz beleuchtet drei Schwerpunkte:

    • Transcriptions vereint Ansätze, welche die Topografie in visuelle Medien übersetzen und behandelt insbesondere die Entwicklung neuer Kartografien.
    • Experience rückt die Visualisierung der körperlichen Erfahrung ins Zentrum.
    • Narratives schliesslich behandelt die Rolle von Erzählungen in der Repräsentation von Landschaft.

    Als Begleitprogramm der Konferenz finden drei Filmabende statt:
    Am 13. Mai 2010 werden im Filmpodium Zürich die 3 Kurzfilme "Divina Obsesión", "Alles was wir haben" und "Oral History" von Volko Kamensky gezeigt, mit anschliessender Diskussion zwischen Fred Truniger und dem Filmemacher.
    Am 14. Mai 2010 findet die Eröffnung der Ausstellung "Blicklandschaften" auf der Polyterrasse der ETH und die Buchvernissage der Publikation "Blicklandschaften – Landscape in Motion" statt. Keynote Speaker ist Amos Gitai, Filmemacher Paris/Tel Aviv, dessen Film "Wadi 1981-1991" gefolgt von einer Diskussion mit Christophe Girot.
    Am 15. Mai 2010 diskutiert der Filmemacher Christoph Hochhäusler nach der Visionierung seines Films "Falscher Bekenner" mit Sabine Wolf.

    http://www.landscapevideo.net


     

  • T-105/09

    «Emotions & machines»

    Dr. Thomas Cochrane, Swiss Center for Affective Sciences, Universität Genf
    CHF 2'200.-

    Das Nationale Kompetenz-Zentrum (NCCR) für "Affective Sciences" ist ein Forschungsnetzwerk an der Universität Genf, finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds. Verhalten kann oft nicht verstanden werden ohne Einbezug von affektiven Phänomenen. Das NCCR bringt Forscher zusammen, welche biologische, psychologische und soziale Affekte studieren. Daraus soll ein besseres Verständnis von Emotion, Motivation, Stimmungen, Stress von verschiedenen Perspektiven analysiert werden. Dafür arbeiten Psychologen, Philosophen, Wirtschaftswissenschafter, Juristen, Kriminologen, Psychiater, Neurologen, Bildungswissenschafter, Soziologen, Literaturwissenschafter, Historiker und Sozialanthropologen zusammen.
    Zum Thema "Emotionen und Maschinen" organisiert der Gesuchsteller am 21. August 2009 an der Universität Genf eine Tagung, um Fragen zu diskutieren, wie Menschen auf Maschinen emotional reagieren, wenn letztere in Funktion und/oder Aussehen etwas "Menschliches" haben. Referenten aus vielen Fachgebieten wie Robotik, Computerwissenschaften, Philosophie, Politik und Musikwissenschaft sind eingeladen. Die cogito foundation übernimmt die Kosten der auswärtigen Referenten der Tagung "Emotions & Machines".

     

    http://www.affective-sciences.org/event/2308

  • S-152/09

    Abgeschlossen

    «Das Potential traditioneller Naturschutzgebiete für einen neuen Ansatz im Naturschutz»

    Claudia Rutte, Universität Bern
    CHF 67'200.-

    "Sacred natural sites" existieren in vielen Ländern und in den verschiedensten Kulturen und Habitaten. Lokale Gemeinschaften haben Normen entwickelt, die auf spirituellen Werten basieren. Auf diese Weise wurden Landschaften wie Wälder, Flüsse, Seen, Berge seit vielen Generationen vor der Ausbeutung durch den Menschen geschützt.

    Diese traditionellen Naturschutzgebiete können einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten, da sie Arten schützen, welche andernorts nur noch selten vorkommen. Zudem sind sie Beispiele von informellen Institutionen, die erfolgreich eine gemeinschaftliche Ressource schützen und daher Beispiele für menschliche Kooperation.

    Um diese "traditionelle Naturschutzinstitution" zu untersuchen, wird eine Datenbank entwickelt, die grundlegende Informationen zu den "sacred natural sites" der Erde sammelt. Die Datenbank SANASI wird über ein Webportal zugänglich gemacht. Die Daten werden auf zwei Wegen gesammelt: Zum einen wird die vorhandene Literatur ausgewertet, zum anderen können Wissenschaftler und Laien ihr Wissen über eine Eingabemaske im Internet einbringen.

    Um die Bedeutung der "sacred natural sites" für den Erhalt der Biodiversität zu untersuchen, wird das dortige Artenvorkommen mit dem Artenvorkommen in nahe gelegenen formellen Naturschutzgebieten verglichen. Der soziale und kulturelle Mechanismus, der dem kooperativen Schutz der Natur zugrunde liegt, wird anhand evolutionärer Modelle untersucht, welche die Existenz von Kooperation unter bestimmten Voraussetzungen erklären.

    Die Erkenntnisse dieses Projektes können helfen das Naturschutzmanagement durch Einbeziehen des menschlichen Verhaltens zu verbessern.


     

  • S-151/09

    «The neurocognitive basis of congenital and posthypnotic synaesthesia»

    Devin Blair Terhune, Universitäten Lund/Oxford
    CHF 142'620.-

    Der Gesuchsteller wird bei Dr. Roi Cohen Kadosh am Departement für Experimentelle Psychologie an der Universität Oxford mit fMRI- und TMS-Methoden die Frage prüfen, ob sich die neuronalen Mechanismen bei endogener und induzierter (virtueller) Synästhesie unterscheiden. Synästhesie beschreibt das recht seltene Phänomen, bei Wahrnehmung einer Sinnesqualität oder gar -modalität stets eine andere mit zu perzipieren, z.B. bei der am besten untersuchten Graphem-Farben-Synästhesie Buchstaben stets farbig zu sehen oder in anderen Fällen Farben stets mit bestimmten Klängen assoziiert wahrzunehmen. Sie kann congenital angelegt sein, lässt sich aber auch exogen - etwa durch Hypnose - induzieren. Als neurobiologische Grundlage der Synästhesie werden in der zur Zeit dominierenden Hypothese exzessive neuronale Verbindungen zwischen Gehirnregionen diskutiert. Der Gesuchssteller will mit der induzierten Synästhesie dagegen die Hypothese testen, dass physiologische Prozesse, wie vor allem Disinibitionen beim Synästhesie-Phänomen beteiligt sind.

     

  • S-147/09

    Abgeschlossen

    «Interaktiv kontrollierte Sprache als Brücke zwischen Recht und künstlicher Intelligenz»

    Dr. Stefan Höfler, Universität Zürich
    CHF 93'718.-

    Künstliche Intelligenz und Recht erforscht, wie Methoden der künstlichen Intelligenz für theoretische und praktische Fragestellungen der Rechtswissenschaft eingesetzt werden können. Ein Hauptproblem stellt dabei die Tatsache dar, dass Gesetzestexte in natürlicher Sprache verfasst sind, während die Methoden der künstlichen Intelligenz über formal-logischen Repräsentationen operieren. Eine automatische Übersetzung von der einen in die andere Darstellungsform ist aufgrund natürlich sprachlicher Mehrdeutigkeiten nur schwer zu bewerkstelligen.

    In diesem Projekt wird untersucht, ob sich Gesetzessprache (insbesondere die schweizerische Gesetzessprache) durch Einschränkungen ihrer Syntax und Semantik so kontrollieren lässt, dass sie einerseits natürlich und ausdrucksstark bleibt, andererseits aber maschinell in formale Logik übersetzt werden kann. Das Projekt ist eine Kooperation des Instituts für Computerlinguistik und des Zentrums für Rechtsetzungslehre der Universität Zürich und wird zusätzlich vom Sprachendienst der Bundeskanzlei begleitet. Es versucht einen zweifachen Brückenschlag zwischen Geistes- und Naturwissenschaften: Die Verbindung von natürlicher Sprache und formaler Logik soll die weitere Erforschung des Verhältnisses zwischen juristisch-hermeneutischem und formal-automatischem Schlussfolgern ermöglichen. Es sind sowohl theoretisch relevante Erkenntnisse (v.a. im Hinblick auf das Verhältnis zwischen schweizerischer Gesetzessprache und formaler Logik) als auch in der Praxis einsetzbare Produkte zu erwarten.


     

    http://www.cl.uzh.ch/research/cnl/collegis.html

  • R-129/09

    Abgeschlossen

    «Farbeinsatz im Neuroimaging»

    Dr. Deborah Ann Vitacco, USZ; Dr. Markus Christen, UFSP Ethik, Uni Zürich
    CHF 62'000.-

    Im Rahmen einer Art "Ikonographie der Bilder vom Gehirn" wollen die Gesuchssteller die Farbkodierung neuronaler Gehirnaktivitäten - wie sie mit bildgebenden Verfahren erfasst werden - einer kritischen Analyse unterziehen. Das Problem wird von den Neurowissenschaftern selbst gar nicht oder höchstens marginal und wenn, dann rein technisch behandelt. Viele Fragen stehen zur Diskussion:

    • Wie werden die analog registrierten neuronalen Aktivitäten kategorial in Farbklassen übersetzt?
    • Welche Farben und Farbabstufungen werden gewählt?
    • Wie variiert die Farbkodierung je nach der anvisierten Zielgruppe?
    • Welche Reaktionen lösen verschiedene Farbkodierungsweisen wahrnehmungspsychologisch beim Betrachter aus?

    Die Gesuchssteller sehen in den beim Neuroimaging erhaltenen Bildern nicht nur sekundäre Produkte der Messverfahren, sondern operationelle Instrumente, die selbst auf die weitere Datenerfassung zurückwirken - nicht zuletzt deshalb, weil die "Daten" auf technisch aufwändigen Selektionen und Verarbeitung grosser Primärdatenmengen beruhen. Zunächst sollen die Farbkodierungsmodi in Artikeln verschiedener Zeitschriftenkategorien systematisch erfasst werden. Anschliessend sollen die Forschenden online die folgenden Fragen beantworten müssen:

    • Anhand welcher Kriterien wurde wann welche Farbkodierung vorgenommen?
    • Haben sich bestimmte Standards herausgebildet?
    • Welche Rolle spielt das Wissen um die wahrnehmungspsychologische Wirkung beim Betrachter?
    • Kommen beim Bildgeber ikonographische Kenntnisse zum Einsatz?

     

    Damit soll kritisch analysiert werden, welche komplexen Prozesse der Generierung von Fehlfarbenbildern lokalisierter Gehirnaktivitäten zugrunde liegen, damit die erhaltenen Bilder nicht einfach plakativ für simplifizierende Aussagen von oft weitreichender Bedeutung eingesetzt werden. Die cogito foundation finanziert dafür eine 50%-Stelle während eines Jahres.


     

  • R-125/09

    Abgeschlossen

    «Visualisierung von Wissen»

    Prof. Dr. Paul Michel, Universität Zürich
    CHF 80'000.-

    Wissensvermittlung geschieht nicht nur mittels Sprache, sondern (vor allem seit der Entwicklung guter Reproduktionstechniken im Buchdruck) immer mehr durch Bilder, Schemazeichnungen und andere Graphiken. Wie erfüllen die Illustratoren den Auftrag, ein bestimmtes Wissens-Element graphisch zu realisieren? Das Ziel ist, einen hinlänglich auflösendes, systematisches, womöglich kulturübergreifendes Kategorienraster, gleichsam eine "Grammatik der Bildsprache" zu erstellen, das Visualisierungen zu analysieren vermag.
    Klassifiziert wird nach drei Dimensionen:

    • (O) Logischer Status des Objekts, das visualisiert wird.
    • (F) Funktion(en) des Bildes.
    • (T) Techniken der Visualisierung.

    Die Beschreibung eines Bildes geschieht mit einem O-F-T-Tripel. Um Trennschärfe zu bekommen, muss eine hinlänglich grosse Zahl (je etwa ein Dutzend) von einzelnen Objekt-Typen, Funktionen, Techniken unterschieden werden.
    Sinnvollerweise geht man von einfachen Fällen aus, die sich in der Zeit noch wenig weit entwickelter Naturwissenschaft und Technik sowie in wissensvermittelnden Werken für Laien (mithin in älteren Lexika, Enzyklopädien) am ehesten finden. Um nicht in einer einengenden eurozentristischen Logik befangen zu bleiben, soll das Problem parallel in einer aussereuropäischen Kultur (China, wo es eine reiche illustrierte Enzyklopädistik gab und gibt) verfolgt werden.


     

  • R-117/09

    «Mapping the evolution of intelligence»

    Dr. Alex Taylor, University of Auckland
    CHF 52'000.-

    Das Projekt will die in der menschlichen Kognitionsforschung intensiv diskutierte Frage, wie stark menschliche Intelligenz modular organisiert ist, untersuchen. Es geht darum, herauszufinden, ob Problemlösungsstrategien z.B. im technisch-naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Bereich in unterschiedlichen neuronalen Repräsentationen verankert sind, weil diese sich evolutiv unter unterschiedlichen Selektionsdrucken herausgebildet haben. Wie die höheren Primaten bei den Säugetieren, haben bei den Vögeln die Rabenarten die höchsten mentalen Fähigkeiten entwickelt. Der Gesuchsteller will der Modularitätsfrage bei vier Corviden-Arten vergleichend ethologisch nachgehen. Die vier Arten verfügen in ihrer natürlichen Umwelt über verschiedene Typen von Problemlösungsstrategien, die Taylor als "physical cognition" (z.B. Futtergewinnung unter Werkzeuggebrauch) und "social cognition" (z.B. Futterverbergen vor Artgenossen) klassifiziert. Im Labortest sollen alle Arten mit demselben Set von Aufgaben aus beiden Bereichen konfrontiert werden. Die Frage lautet, ob sich die biologisch differenziert vorgeprägten Arten bei den Problemlösungstests unterscheiden, ihre Strategien also domänenspezifisch organisiert und gebunden sind, oder ob die Tiere über die Aufgabenstellung hinweg generalisieren können.

    Das Projekt soll während seiner Postdoktorandenzeit in Neu Kaledonien - bei einer der vier Testarten, der auf Werkzeuggebrauch bisher schon gut untersuchten New Caledonian Crow - durchgeführt werden und zentrale Fragen der Kognitionsforschung bearbeiten.

     

  • P-148/09

    Abgeschlossen

    «Inter- und Transdisziplinarität Neuste Konzepte in Lehre und Forschung: Methoden, Tools, Evaluation»

    Theres Paulsen, IUKB/Td-net, Sion
    CHF 5'000.-

    Die Stellung der Wissenschaft in unserer Gesellschaft hat sich gewandelt. Wie kann sie den hohen Erwartungen und Anforderungen gerecht werden und dabei ihre Identität und Selbständigkeit bewahren?

    Welchen gesellschaftlichen Beitrag leistet die Wissenschaft zum Fortschritt der globalisierten Welt? Der politische Druck nimmt stetig zu, Wissen gilt als die wesentliche Ressource westlicher Gesellschaften und soll für die Lösung ihrer Probleme zur Verfügung stehen. Damit verändert sich das Selbstverständnis der Wissenschaft grundlegend; bis anhin bewährte Arbeitsweisen und Methoden, die das Erkennen und Beschreiben fundamentaler Gesetzmässigkeiten in Natur und Gesellschaft ins Zentrum stellen, Berechnungen an- und Prognosen aufstellen, müssen um Konzepte erweitert werden, die es erlauben komplexe Probleme adäquat zu strukturieren und zu bearbeiten.

    Hierzu müssen traditionelle Pfade verlassen, Gebietsgrenzen durchlässiger und die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht und gefördert werden. Dieser Aufruf ist nicht neu. Der Fokus der Forderungen ist dabei sowohl auf das In-Beziehungen-Denken gerichtet, wie auch auf die Suche nach Alternativen zu den etablierten Logiken des Trennens, Teilens und Zerlegens der Dinge, sodass Sowohl-als-Auch Denkansätze wissenschaftlich zugänglich werden.
    Was bedeutet dies für Theorie und Praxis, für das Lehren und Lernen? Veränderungsprozesse sind im Gang, in der Ausbildung versucht man, auf diese neuen Anforderungen zu reagieren und zu neuen Denkansätzen anzuregen. Verschiedene Autorinnen und Autoren aus der Schweiz und dem französischsprachigen Ausland beschreiben ihre Reflexion und Umsetzung an ihrenWirkungsstätten und anhand verschiedener Thematiken. Es gibt Einblick in Unterrichtssequenzen und Forschungsbereiche, die aufzeigen, was es bedeutet disziplinen­übergreifend zu denken und zu arbeiten und welche Hürden dabei noch immer zu meistern sind. Nur das Nachdenken darüber, wie die inter- und transdisziplinäre Arbeit an Hochschulen umgesetzt werden kann, bringt uns auch in der Überlegung weiter, welche Funktion die Wissenschaft als Begleiterin gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse übernehmen soll. Die Zusammenstellung von deutsch- und französischsprachigen Beiträgen legt zudem den Unterschied der beiden Denkkulturen offen, ohne diesen zu werten. Hiermit wird eine weitere Dimension des Voneinander-Lernens ermöglicht. Behandelte Themen sind: Problemorientiertes Lernen – Reflexion über wissenschaftliches Denken und die Anleitung dazu – interdisziplinäre Ansätze in der Ethik – Wandlung der Wissenschaften – Experten für Nachhaltige Entwicklung  – Interkulturelle Kommunikation – Überlegungen zu den Möglichkeiten innerhalb des Bologna-Rahmens.


     

  • P-104/09

    «Ausstellung "Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit"»

    Dr. Isabel Klusman, Life Science Zürich, Universität Zürich
    CHF 17'505.-

    Zu den vielfältigen Aktivitäten, welche die Lebenswissenschaften der Universität und ETH Zürich zum Darwin-Jahr 2009 organisieren, gehört als Höhepunkt die dreitägige Rail­City-Ausstellung im Hauptbahnhof Zürich (4. - 6. September 2009). Die weltweit einmalige Ausstellung «Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit» gibt Auskunft über wichtige Ereignisse der Evolutionsgeschichte, von den Wurzeln vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren bis heute. Sie beantwortet Fragen wie: Woher kommen wir? Wie lange gibt es uns schon? Der in der Bahnhofshalle nachgebildete Baum lädt Kinder und Erwachsene ein, mehr über das Thema «Darwin und die Evolution» zu erfahren. Informationstafeln, Filmsequenzen, Experimente und Broschüren erklären wichtige evolutionsbiologische Begriffe und Mechanismen und der Baum bietet die Möglichkeit, die Evolutionswege regelrecht abschreiten zu können. Fachleute stehen bereit, um zusätzliche Informationen zu liefern. Eine weitere Attraktion sind die Dinosaurierskelette und andere Tierpräparationen, aber auch lebende Tiere wie zum Beispiel Riesenschildkröten.
    Die cogito foundation finanziert den Flyer und den "Guide der Evolution" zur Ausstellung.

     

    http://www.uzh.ch/news/articles/2009/den-stammbaum-des-lebens-entdecken.print.html

  • P-103/09

    Abgeschlossen

    «Brain Bus: Mobile Ausstellung zu Themen rund ums Gehirn»

    Mark Bächer, Life Science Communication AG, Küsnacht
    CHF 60'000.-

    Um das Verständnis für Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften zu fördern und als Ergänzung zu den jährlich stattfindenden "Brain Awareness Weeks", entwickelte Life Science Communication das Projekt "Brain Bus". Anstatt Einzelausstellungen immer wieder auf- und abzubauen, sollen die wissenschaftlichen Inhalte in einen Bus integriert werden, der an verschiedene Orte gefahren und dort genutzt werden kann. Die cogito foundation finanziert diesen Bus (Fr. 20'000.-) und die Innenausstattung (Fr. 40'000.-) und stellt ihn der EDAB (Europäische Dana Alliance for the Brain) und weiteren universitären Institutionen für Informationsanlässe rund um Life Science Themen zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit verschiedenen neurowissenschaftlichen Instituten und Life Science Zurich werden die Ausstellungsinhalte und didaktisches Material für Lehrpersonen erarbeitet. Die mobile Ausstellung vermittelt Grundlagen zur Anatomie und Funktionsweise des Gehirns und zeigt mit eingängigen Experimenten Erkenntnisse aus dem Bereich der Neuro- und Life Science Wissenschaften. Die Inhalte richten sich an die breite Bevölkerung, wobei ein Schwerpunkt auf der jungen Generation liegt, bei der das Interesse an Naturwissenschaften auch im Hinblick auf die Berufswahl geweckt werden soll. Dank der spielerischen multimedialen Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte eignet sich der Bus besonders für Besuche von Schulklassen.
    Ab Mitte April 2010 wird der "Brain Bus" während rund 100 Betriebstagen an über 20 Standorten in der Deutschschweiz und der Romandie, an Schulen, Universitäten und auf öffentlichen Plätzen stationiert sein. In Ergänzung zum Ausstellungsbetrieb finden auch Veranstaltungen zu Themen aus der Hirnforschung statt.


     

    http://www.brainbus.ch

  • P-101/09

    «KIDSinfo - Daniela Düsentrieb braucht Kolleginnen!»

    Dr. Barbara Tschopp, SVIN, Schweiz. Vereinigung Ingenieurinnen, Zürich (Anschlussgesuch P-104/02 u. P-102/05)
    CHF 10'000.-

    Die cogito foundation hat das Projekt bereits 2002 mit Fr. 2'000.- und 2005 mit Fr. 10'000.- unterstützt. Während zwei Jahren wurde es teilweise durch das Eidg. Büro für Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt. Das Projekt ist jedoch langfristig angelegt, da auch heute noch viele Mädchen bei ihrer Berufswahl einen technischen Beruf gar nicht in Erwägung ziehen, weil ihnen dazu weibliche Vorbilder fehlen.
    KIDSinfo stellt das Spektrum von technischen Berufen für Mädchen und Buben gleichermassen attraktiv dar. Die Schülerinnen erhalten früh Einblick in technische Berufe von Frauen, die sie später Fächern wie Physik, Chemie, Geologie etc. zuordnen können. Damit Probleme von Naturwissenschaften und Technik in der breiten Öffentlichkeit verstanden werden, müssen diese den Schülern bereits im frühen Schulalter nahe gebracht werden. Auf dieser Altersstufe fehlen jedoch konkrete und realitätsbezogene Massnahmen oder Lehrmittel. Mit dem für einstündige Präsentationen speziell erarbeiteten Material (Foliensatz, Bilder) und weiteren Informationsmitteln (Flyer, Plakate und Internet) tragen die Gesuchstellerinnen zum Stiftungszweck bei: Ein besseres Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaften in der Öffentlichkeit zu erreichen. Dies geschieht in besonderem Masse bei Frauen, einem wichtigen Zielpublikum für unser Anliegen.

     

    http://www.kids-info.ch/an.html

  • T-161/08

    Abgeschlossen

    «Tagung: "Latente Bilder. Erzählformen des Gebrauchsfilms"»

    Profs. Christoph Schenker, Hannes Rickli, Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), Zürich
    CHF 15'000.-

    «Latente Bilder. Erzählformen des Gebrauchsfilms» ist ein Symposium im Rahmen des Forschungsprojektes der ZHdK "Überschuss. Videogramme des Experimentierens", welches Fallstudien zum Mediengebrauch in drei beteiligten verhaltensbiologischen Laboratorien mittels Video festhält. Nun soll dazu vom 18. - 20. Juni 2009 im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe unter der Leitung von Hannes Rickli des Instituts für Gegenwartskünste der ZHdK in Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum stattfinden. Dieses Institut ist - als vielleicht weltweit einziges - auf Industriefilme und weitere Formen des Gebrauchsfilms spezialisiert. Damit sollen, die Resultate des Forschungsprojekts der ZHdK in einen grösseren Zusammenhang gestellt und breit diskutiert werden, um eine zeitgenössische Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Wissenskulturen aufzunehmen.
    Die Tagung möchte die verschiedenen Akteure des Gebrauchsfilms - naturwissenschaftliche Operateure, ästhetische und geisteswissenschaftliche Interpreten - zusammenführen, sodass Biologen und Bildproduzenten gemeinsam ergründen, wie und wann sich wissenschaftliche Daten in ästhetische Objekte verwandeln und welche Bedeutung Ästhetik im Experiment zukommt. Insbesondere sollen die Übergänge vom Labor zum Kunstraum, vom Messresultat zum Film, von der wissenschaftlichen zur wissenschaftspolitischen Praxis und vom gefundenen zum verlorenen Material haben. Dies wird in vier Panels mit Referenten aus Naturwissenschaft und Kunst beleuchtet.


     

  • T-137/08

    Abgeschlossen

    «T-137/08 Symposium: "Understanding Violence – Recent advances on biology, sociology and modeling" »

    Prof. Carmen Sandi, EPFL Lausanne
    CHF 9'000.-

    Das Laboratorium für Verhaltensgenetik im Brain and Mind Institute der EPFL Lausanne organisiert ein internationales Latsis-Symposium zum Phänomen "Gewalt". Das Thema soll umfassend aus biologischer (molekulargenetischer und physiologischer), psychologischer und sozialwissenschaftlicher Sicht beleuchtet werden. Auf all diesen Gebieten ist in den letzten Jahren reiches empirisches Material zur Thematik "Gewalt" gewonnen worden. Die Nature/Nurture-Interaktionen treten an diesem krassen Beispiel menschlicher Verhaltensstörungen besonderst klar zutage. Die behandelten Themen reichen von Genpolymorphismen, Serotonin- und Glucocorticoid-(Hormon-)Systemen über Imaging-Studien (Analyse neuronaler Aktivitäten im präfrontalen Cortex und limbischen System) bis hin zum Einfluss sozialer Hierarchien auf Gesundheitszustand und Gewaltrisiko bei Primaten oder zu sozioökonomischen Fragen, die sich mit dem Einfluss von sozialer Ungleichheit und Armut auf das Gewaltpotential von Individuen und Gruppen befassen.
    Die Veranstalter haben ein hervorragendes Programm mit 25 internationalen renommierten Rednern und Diskussionsleitern zusammengestellt. Die cogito foundation übernimmt die Kosten für einen Redner aus Übersee und von zwei Nachwuchswissenschaftern.

    Programm: http://latsis2009.epfl.ch/index.php?page=program


     

  • T-136/08

    Abgeschlossen

    «Cosmic Enthusiasm: The cultural impact of space exploration on the Soviet Union and Eastern Europe»

    Prof. Monika Rüthers, Dr. Carmen Scheide, Julia Richers, Eva Maurer, Universität Basel Historisches Seminar /Universität Fribourg
    CHF 3'300.-

    Die Konferenz "Cosmic Enthusiasm: The cultural impact of space exploration on the Soviet Union and Eastern Europe since the 1950s" findet vom 22.-24. Januar 2009 statt. Sie untersucht die kurz-, mittel- und langfristigen Einflüsse des sowjetischen Raumfahrtprogramms auf die sowjetische und osteuropäische Kultur seit den 1950er Jahren. Dabei stehen nicht die politischen Konsequenzen des "Sputnik-Schocks" im Vordergrund, sondern vielmehr Alltag und Lebenswelten der Menschen im sozialistischen Osteuropa, wo der Aufbruch ins All auch zum Symbol eines gesellschaftlichen Neuanfangs wurde, wo Kosmonauten zu neuen sozialistischen Heldenfiguren wurden, und Architektur, Design, Literatur und Kunst die Technik und Formensprache der Raumfahrt in vielfältiger Weise aufnahmen und verarbeiteten. Kultur-, Kunst- und Wissenschaftshistorikerinnen und -historiker sowie Literaturwissenschafterinnen und -wissenschafter werden dabei den Bogen bis zur Bedeutung der Raumfahrt als (sowjetischer) Erinnerungsort im postsozialistischen Russland schlagen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Raumvorstellungen und der Visualität der Raumfahrtkultur liegt.

    Programm


     

  • T-120/08

    Abgeschlossen

    «Kopieren: Diebstahl geistigen Eigentums oder eine Form des Kompliments ?»

    PD Dr. Gerald Kerth, Universität Zürich, Dr. Alfred Köpf, Rentsch & Partner
    CHF 12'000.-

    Die Problematik des Kopierens ist in letzter Zeit auf grosses Interesse gestossen, sowohl in den Bereichen der Wirtschaft, der Rechtswissenschaften, der Kunst wie auch in der Biologie. In den erstgenannten gilt Kopieren als Diebstahl geistigen Eigentums, es führt zu finanziellen und gesundheitlichen Schäden, Arbeitsplatzverlusten und Reputationsschädigungen. In der Biologie hingegen gilt Kopieren als eine Form sozialen Lernens und es spielt zudem in der Mimikry eine wichtige Rolle. Bisher fehlt es aber an interdisziplinären Ansätzen, um die Gründe und Konsequenzen von Kopieren in der Gesamtheit zu verstehen. Die beiden Gesuchsteller bitten um finanzielle Unterstützung für ein eintägiges Symposium mit anschliessendem 2-tägigem Workshop. Am Symposiumstag werden international renommierte Persönlichkeiten aus Natur-, Kunst- und Rechtswissenschaften Vorträge halten. Im Workshop sollen Biologen, Juristen, Kunstschaffende, Wirtschaftende und Patentanwälte Fragen diskutieren wie:

    1. Ist das in der Öffentlichkeit weit verbreitete negative Bild des Kopierens gerechtfertigt oder kann Kopieren langfristig Vorteile haben (wenn ja, in welchen Situationen), die einerseits über den unmittelbaren Nutzen für Kopierende hinausgehen und andererseits für Kopierte den zunächst entstehenden Schaden ausgleichen?
    2. Profitieren Gesellschaften von einem Gleichgewicht zwischen Innovation und Kopieren? Steigert Kopieren letztendlich sogar die Innovationsfähigkeit und/oder Reputation von kopierten Personen und Gesellschaften?

    Symposium und Workshop bringen einen disziplinübergreifenden Dialog zum Thema "Kopieren" von Geistes- und Naturwissenschaftern sowie Kunstschaffenden zustande.

    Programm


     

  • S-148/08

    Abgeschlossen

    «Systeme auf der Bühne, Friedrich Dürrenmatts Übertragung naturwissenschaftlicher Denkmuster in seine politische Theorie und seine Theaterstücke»

    Patricia Käppeli, Prof. R. Käser, Universität Zürich
    CHF 76'715.-

    Im Zentrum des Dissertationsprojekts stehen die Entwicklung der politischen Theorie Friedrich Dürrenmatts und die Umsetzung dieser politischen Reflexionen in sein literarisches Werk. Das Hauptziel der Arbeit stellt die Analyse der politischen Theorie Dürrenmatts dar, welcher in der Forschung bislang kaum Beachtung geschenkt wurde. Es soll nun erstmals aufgezeigt werden, wie der Schweizer Schriftsteller in seinen Aufsätzen anhand des naturwissenschaftlichen Gesetzes der grossen Zahl eine Theorie seines politischen Denkens ausarbeitet und diese Reflexionen in sein literarisches Werk überträgt. Das Gesetz der grossen Zahl ist ein physikalisches Konzept, welches besagt, dass für die Forscher die Bewegungen des Einzelatoms chaotisch, zufällig und unberechenbar sind, während über das Verhalten einer gossen Menge von Gasmolekülen statistisch präzise Voraussagen gemacht werden können. Dürrenmatt übersetzt nun diese naturwissenschaftlichen Denkmuster auf einzelne Individuen (Einzelatome) und das gesellschaftliche System (grosse Menge Gasmoleküle). Durch diese Übertragung gelingt es Dürrenmatt, das für ihn zentrale Problem seines Schaffens, die Frage nach der Steuerbarkeit politischer Systeme der Moderne sowie der Verantwortbarkeit des individuellen Handelns in solchen Systemen, literarisch darstellbar zu machen. Die Dissertation wurde Anfang 2007 begonnen und soll im Hinblick auf den 90. Geburtstag von Friedrich Dürrenmatt im Jahre 2011 veröffentlicht werden.


     

  • S-104/08

    Abgeschlossen

    «Ubiquitäre Algorhythmen – Konturen einer Philosophie und Archäologie digitaler Medientechnologien»

    Shintaro Miyazaki, Humboldt Universität Berlin
    CHF 45'600.-

    In seiner Lizenziatsarbeit vertrat Herr Miyazaki die These, dass die Entwicklung des Computers etwas mit Musik zu tun habe. Er bezieht diese Einsicht zum einen aus der Geschichte, wo er in frühen Musiknotationen Anzeichen digitalen Codierens zu erkennen glaubt oder darauf hinweist, dass Musikautomaten zu den ersten codierten Maschinen gehörten. Zum andern betrachtet er das Phänomen der digitalen Musik in all seinen Formen und Ausprägungen. Er versteht digitale Techniken als Prozesse die - gesteuert durch einen Algorithmus - zeitlich ablaufen. Ähnlich ist Musik für ihn ein Phänomen, das der Zeit einen Rhythmus "aufprägt". Dies führt zum heuristischen Begriff "Algorithmus". Aufbauend auf diesem Begriff sollen die historischen und technischen Grundlagen, Handhabung, Wirkung und Erleben digitaler Musik besser verstanden werden. Dabei lässt er es nicht damit bewenden, mit den verschiedensten Werkzeugen zur Musiksynthese zu experimentieren, er möchte auch die Technik und Physik dahinter verstehen lernen.


     

  • R-155/08

    «Neurodidaktik der Fremdsprachen (Fortsetzung zu S-120/06)»

    Dr. Manuela Macedonia, MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
    CHF 39'618.-

    Die Gesuchstellerin hat in ihrer 16-jährigen Sprachunterrichtspraxis einen Zusammenhang zwischen Lernerfolg und der Anwendung ikonischer Gesten beim Vokabellernen beobachtet. Sie wollte kognitiv-psychologisch ergründen, warum Lernende, im Vergleich mit traditionellen audiovisuellen Lernen, sich mehr Vokabeln merken, wenn sie eine Bewegung zum Wort ausführen und, warum sie diese Vokabeln langsamer vergessen. Ihre Beobachtung aus der Praxis vertiefte sie in ihrer Dissertation (2003). Darin konnte sie nach Durchführung einiger Verhaltensstudien eine erste Erklärung zum Thema bieten: Sensomotorisch gelernte Vokabeln führen zu besseren Gedächtnisleistungen, weil sie komplex enkodiert werden, d.h. zu so genannten tiefen Codes führen. Wörter der Fremdsprache, die hingegen durch lesen und hören gelernt werden, führen zu seichter Enkodierung. Für die neurowissenschaftliche Fortsetzung ihrer Arbeit konnte die Antragstellerin 2006 die Partnerschaft von Frau Prof. Angela Friederici am Max-Planck-Institut für humane Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig gewinnen.

    Die erzielten Resultate der Zusammenarbeit sind bemerkenswert und neuartig: Macedonia konnte in einer Verhaltensstudie zeigen, dass nur Gesten mit Symbolizität und Kongruenz der Ausführung den Lernerfolg signifikant positiv beeinflussen. Andere Arten von Gesten unterstützen das Lernen der Vokabeln nicht im gleichen Ausmass. In einem weiteren Experiment mittels funktioneller Magnetresonanztomographie konnte Macedonia zeigen, dass Wörter  die durch symbolische bzw. kongruente Gesten gelernt werden, Aktivität im prämotorischen Kortex auslösen, selbst wenn die Versuchsperson die Wörter lediglich liest und hört. Dies ist nach Ansicht Macedonias darauf zurück zu führen, dass das Wort samt seiner im Training "hinzugefügten" motorischen Komponente gespeichert wird. Wenn ein Bereich des Wortnetzwerks durch sensorischen Reiz, in diesem Fall Schriftbild und lautliche Gestalt des Wortes aktiviert wird, breitet sich Aktivität auch in damit verbundene Teile des Netzwerkes aus, mitunter in die Motorik. Indem Motorik zur neuronalen Repräsentation des Wortes gehört, könnte seine Speicherung im prozeduralen Gedächtnis erfolgen und seine Langlebigkeit dadurch erklärt werden.
    Weiter konnte in diesen Experimenten gezeigt werden, dass Versuchspersonen mit schwachen Lernleistungen vom sensomotorischen Lernen besonderen Nutzen ziehen.

     

    http://www.youtube.com/watch?v=i3ACkpBqDeY

  • R-143/08

    Abgeschlossen

    «Entwicklung eines Masses für die Kohärenz von Wertesystemen»

    Dr. Markus Christen, Dr. Thomas Ott, UFSP Ethik, UZH/ZHAW Wädenswil
    CHF 20'000.-

    Die Antragsteller wollen mit diesem Projekt den in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Kontexten zentralen Begriff der "Kohärenz" mit Methoden der statistischen Physik und der computational linguistics operationalisieren und damit für empirische Forschung in der Ethik nutzbar machen. Kohärenz eines Wertesystems gilt innerhalb der philosophischen Ethik wie auch in weiteren gesellschaftlichen und politischen Diskussionen als wichtige Grundlage bei der Beurteilung von Begründungen und auch der Glaubwürdigkeit von Diskussionsteilnehmern. Ebenso gelten Unvereinbarkeiten zwischen verschiedenen Wertesystemen - also fehlende Kohärenz - als Ursache für zahlreiche Konflikte der heutigen Zeit. Es handelt sich um ein echt interdisziplinäres Projekt, das verschiedene Natur- und Humanwissenschaften umfasst. Bei diesem Projekt im Rahmen des Universitären Forschungsschwerpunktes Ethik geht es darum, eine gebrauchsfertige Software für die Analyse von Kohärenz herzustellen, die leicht auch von anderen Forschenden genutzt werden kann. Der Beitrag der cogito foundation wird für die Finanzierung der Programmentwicklung am Institut für Angewandte Simulation der ZHAW Wädenswil verwendet. Dafür müssen die Elemente eines Wertesystems (Prinzipien, Werte, Urteile, Einzelfall-Überzeugungen) deren Kohärenz untersucht werden soll, als "Daten", schriftlich vorliegen. Mit computational linguistics soll ein Mass entwickelt werden, um die Nähe unterschiedlicher Texte zu quantifizieren. Das Programm soll der empirischen Moralforschung ein Instrument in die Hand geben, um beispielsweise die Bedeutung der Kohärenz von Wertesystemen quantitativ zu erfassen. Zudem hat das Projekt das Potential, Beiträge zu grundlegenden Fragen der Informationsgesellschaft zu leisten.


     

  • R-116/08

    Abgeschlossen

    «Observing, understanding and perceiving climatic changes: historical case study of the year without summer»

    Prof. Brönnimann, ETHZ
    CHF 83'007.-

    Das Jahr 1816 ist als "Jahr ohne Sommer" in die europäische Klimageschichte eingegangen, wegen der Hungersnöte aber auch in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Man nimmt heute an, dass die extreme Abkühlung durch eine hohe stratosphärische Staubbelastung hervorgerufen wurde, die ihrerseits die Ursache in der aussergewöhnlich heftigen Vulkaneruption des Tambora in Indonesien im Jahr zuvor hatte. Diesen Zusammenhang kannte man damals nicht, deshalb reichten die Erklärungsversuche von wissenschaftlich (Sonnenflecken, Meereis) bis zu abergläubisch (Blitzableiter). Der primäre Forschungsgegenstand dieses Projektes ist die öffentliche Wahrnehmung eines solchen Ereignisses. Die Gesuchsteller schlagen vor, verschiedene Ebenen der Wahrnehmung zu unterscheiden (gemessen, verstanden, gefühlt, modelliert) und die Rückkopplungen zwischen diesen Wahrnehmungen sowie die Kanäle der Rückkopplung zu untersuchen (Medien!). Dieses Ereignis soll somit als "case study" für Wahrnehmungsmechanismen dienen, wie sie in unserer Zeit im Zusammenhang mit der weltweiten Klimaänderung stattfinden. Gewissermassen als Nebenprodukt hoffen die Gesuchsteller, zur Ursachenforschung beizutragen. Dazu werden auswärtige Experten beigezogen (z.B. Christian Pfister, Bern). Es ist keineswegs sicher, dass das Tambora Ereignis die alleinige Ursache dafür war, dass es in der Schweiz in jedem Monat bis in die Niederungen schneite. Variationen der Sonnenstrahlung und die Nordatlantische Meeresströmung könnten den Effekt verstärkt haben.


     

  • R-111/08

    Abgeschlossen

    «Der affektive Stachel – Psychochirurgie nach dem Zweiten Weltkrieg»

    Dr. Marietta Meier, Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 67'042.-

    Die Gesuchstellerin, promovierte Historikerin, will die - Mitte des letzten Jahrhunderts etwa 10-15 Jahre lang angewandte - psychochirurgische Praxis der Lobotomie, die bei psychisch unheilbar kranken Patienten angewandte Durchtrennung der frontalen thalamocorticalen Bahn, wissenschaftshistorisch aufarbeiten. Sie versucht, ein naturwissenschaftliches Phänomen aus geisteswissenschaftlicher Perspektive zu betrachten und dabei vor allem die gesellschaftliche Dimension einzubeziehen. Als wichtigstes primäres Quellenmaterial dienen fachwissenschaftliche Publikationen über diesen schon seinerzeit umstrittenen hirnchirurgischen Eingriff, Krankengeschichten und Klinikakten sowie zeitgenössische Publikationen von Psychiatern, Neurobiologen, Juristen, Theologen und Philosophen zum Thema. Im Zentrum der Untersuchung steht die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, das Burghölzli.


     

  • P-133/08

    Abgeschlossen

    «Swiss Mummy Project»

    PD Dr. Dr. Frank Rühli, Anatomisches Institut, Universität Zürich
    CHF 6'000.-

    Die Mumienforschung ist ein weltweit vernetztes Forschungsgebiet, in dem die Universität Zürich mit dem "Swiss Mummy Project" eine führende Rolle spielt. Das neue Spezialgebiet trägt entscheidend zum Verständnis von Leben, Krankheiten und Kulturen bei. Menschliche Körper sind das beste Archiv zum Studium von Lebensbedingungen und evolutionären Entwicklungen heutiger Krankheiten. In der Forschung an Mumien werden primär nicht-invasive Methoden angewandt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei kommen radiologische Untersuchungsmethoden wie Computertomographie und Magnetresonanz zum Einsatz. So wurde beispielsweise mittels eines modernen Multislice-Computertomographen "Oetzi" untersucht und bebildert. Solche Bilder zeigen das Innenleben der Mumie. Mit Hochleistungscomputern können diese dreidimensionalen, virtuellen Objekte interaktiv bewegt werden.

    Der Beitrag der cogito foundation dient dazu, die Erkenntnisse aus der Mumienforschung interaktiv Schulen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter der Leitung des Molekularbiologen und Didaktikers Luigi Bazzigher werden zusammen mit der Pädagogischen Hochschule, neue didaktische Konzepte für animierte, dreidimensionale, virtuelle Bildwelten als webbasierte Lernplattform wie auch Unterrichtsmaterialien entwickelt.


     

  • P-121/08

    Abgeschlossen

    «Atlas (working title)»

    Béatrice Barton, Yariv Friedman, BBD Polymedia Vésenaz
    CHF 25'000.-

    Die Gesuchsteller planen einen Dokumentarfilm zum Anlass der Inbetriebnahme des Large Hadron Collider (LHC) am CERN. Béatrice Barton arbeitet bei TSR (Télévison de la Suisse Romande) und betreibt daneben eine Produktionsfirma, Yariv Friedmann ist freischaffender Filmemacher. Der Film hat zwei Aspekte des einmaligen Experiments "LHC" zum Thema:

    1. Die wissenschaftliche Seite: Warum gibt man Milliarden aus, um (vielleicht) das Universum und seine Anfänge besser zu verstehen? Was bringt das für das tägliche Leben? Die Antwort des Films ist: "Die Freude an der Erkenntnis".
    2. Die menschliche Seite: Wie bringt man tausende von Wissenschaftern dazu, an einem solchen Projekt zu arbeiten und ihre persönlichen Ambitionen hintan zu stellen? Wie funktioniert ein solch gigantisches System aus Wissen, Wollen und Können?

    Diese Fragen werden am Beispiel von "Atlas", einem der riesigen Detektoren illustriert. Leitfiguren sind George Mikenberg, einer der Projektleiter, Fabiola Giannotti, Vizedirektorin des Atlas-Projekts und John Ellis, ein aussenstehender Physiker. Es kommen aber auch andere zu Wort: Junge Forscher, Arbeiter, eine indische Anthropologin.
    Der Film soll in zwei Versionen herauskommen: in einer 52-minütigen TV-Version und einer Kinoversion von 80 Minuten.


     

  • P-106/08

    Abgeschlossen

    «"Espaces Temps.net", une revue en ligne pour le dialogue interdisciplinaire»

    Prof. Jacques Lévy, EPF Lausanne
    CHF 90'000.-

    Seit 30 Jahren wird an EPFL und Universität Lausanne die Zeitschrift "Espaces Temps" herausgegeben. Seit 2002 erscheint diese nur noch elektronisch. Sie war ursprünglich interdisziplinär in dem Sinne, dass verschiedene Bereiche der Geistes- und Sozialwissenschaften (Philosophie/Soziologie mit Geographie und Architektur) verbunden waren. Ziel der Herausgeber ist es nun, verstärkt in den Dialog mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen, in anderen Sprachen und mit anderen Institutionen zu treten. Bisher ist die Hauptsprache Französisch. Normalerweise werden drei Artikel pro Woche aufgeschaltet. "Espace Temps" verfügt über ein eigenes "Peer review Team", eine neun-köpfige Redaktionskommission, ein "Wissenschaftliches Comité" und eine "Herausgeber-Crew" mit Webmaster und Redaktoren sowie Layoutern. Da die Ziele der cogito foundation mit den neuen Zielen von "Espaces Temps" übereinstimmen, wurde die cogito foundation angefragt, diesen Ausbau zu finanzieren. Eine elektronische Zeitschrift mit zahlreichen aktiven Mitarbeitenden aus verschiedenen Gebieten hat den Vorteil, dass diese selbst rasch in einen Dialog eingreifen und neue Sichtweisen einbringen können.


     

    http://www.espacestemps.net

  • F-151/08

    Abgeschlossen

    «Biotechnologie und Moralische Urteilsbildung im Schulzimmer»

    Dr. Philipp Aerni, IED, ETH Zürich/ Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 55'000.-

    Im Rahmen des SNF-NFP 59 "Nutzen und Risiko der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen" wurde ein Subprojekt "Swiss Education Policy and Agricultural Biotechnology: The Challenges of Enabling Students to make their own moral Judgments" bewilligt, das nun aufgeteilt wurde. Das Projekt versucht die Agrarbiotechnologie in die Schulen zu bringen. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei nicht nur mit neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auch mit innovativen Ansätzen in der Ethik und der Moralerziehung vertraut gemacht werden. Aus diesem Grunde wird Frau Darcia Narvaez, Associate Professor of Psychology an der Notre Dame University, für drei Monate (Mai - Juli 2009) ans Collegium Helveticum eingeladen, um ihre Erfahrung betr. Moralerziehung in das Projekt einzubringen. Thematisch ist geplant, Mittelschülerinnen und -schüler im Rahmen von "Biotechnologie im Schulzimmer" nicht nur mit den neuen Entwicklungen der Agrarbiotechnologie, sondern auch mit neuen Ansätzen der Moralerziehung und empirischen Sozialforschung vertraut zu machen. Das Projekt zielt auf die Ausarbeitung entsprechender Unterrichtskonzepte und Testverfahren - mit dem generellen Ziel, "ein fachlich kompetentes, aktives Interesse an der Materie für eine autonome moralische Urteilsbildung" zu wecken. Damit soll einer vor allem politisch bestimmten Urteilsbildung entgegen gewirkt werden. Mit detailliert ausgearbeiteten Plänen soll das Konzept an vier Kantonsschulen (SAM Davos, Altdorf, Limmattal, Enge, Alte Kantonsschule Aarau) erprobt werden.


     

  • T-136/07

    «World Knowledge Dialogue»

    Prof. Francis Waldvogel, WK Dialogue Foundation, Genf
    CHF 10'000.-

    Die World Knowledge Dialogue Foundation (WKD) wurde im Juni 2006 gegründet. Präsident ist André Hurdt, ehemaliger Rektor der Universität Genf. Francis Waldvogel, ehemaliger Präsident des ETH-Rats ist Direktor des Exekutivrates von WKD. Das Ziel – das gleiche wie das der cogito foundation – ist: Naturwissenschaften und Geistes- und Sozialwissenschaften einander näher zu bringen, um so die grossen Probleme unserer Zeit anzugehen. Vom 10. - 13. September 2008 soll nun das 2. Symposium erneut in Crans-Montana stattfinden, das unterstützt wird.

     

    http://wp.unil.ch/wkdialogue

  • T-133/07

    Abgeschlossen

    «T-133/07 "Erste Schweizer explore-it Erfindungsmesse für Kinder und Jugendliche»

    Prof. Dr. Ch. Weber, D. Vögelin, PH FHNW; R. Providoli, PHVS
    CHF 11'000.-

    Das 2005 lancierte Projekt „explore-it“ organisiert Lernanlässe für Schulen und Jugendliche, welche zum Forschen und Erfinden anregen. Ziel ist es, das Verständis für Technik und Naturwissenschaften bei der jungen Generation zu fördern und die Motivation für die Wahl von technischen Studienrichtungen zu erhöhen. „explore-it“ ist eine Initiative der Pädagogischen Hochschule Wallis und der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz.

    Im Laufe der Arbeit mit Kindern und Lehrpersonen entstand die Idee, eine Erfindermesse für Kinder und Jugendliche zu organisieren, um die „Erfinde-Teile“, d.h. von Schülern selbst entwickelte technische Objekte, speziell präsentieren zu können. Die erste wird am 4. Juni 2008 in Zofingen AG stattfinden. Die cogito foundation übernimmt die Kosten für die Planung, Organisation und die Referentenentschädigung, Preise, Mittagessen und Reisespesen sowie Verbrauchsmaterial für den Gruppenwettbewerb. Die 60 Schulklassen, welche bisher mit dem Material von „explore-it“ gearbeitet haben, wurden gebeten, die in den „Erfinde-Sequenzen“ entwickelten Objekte zu dokumentieren. Bis zu 150 Kinder werden aufgrund ihrer Arbeiten zur Erfindermesse eingeladen. Als Eintrittsticket für die ganze Klasse dienen also gelungene Arbeiten.


     

  • T-132/07

    «Neurotheologie – Kontroverse über den Ursprung religiöser Erfahrungen»

    Hans-Peter von Däniken, Paulus-Akademie Zürich
    CHF 4'800.-

    Die Paulus-Akademie führt am 13. März 2008 einen Workshop über „Neurotheologie“ durch. Mit Neurotheologie wird der Sachverhalt angesprochen, wonach religiös-emotionale Befindlichkeiten, Erlebnisse und Zustände mit ganz bestimmten Hirnzuständen verbunden sind. Was lange Zeit zum Kompetenzbereich der Geisteswissenschaften gehörte, ist zum Gegenstand der Hirnforschung geworden. Ist Glaube demnach nichts anderes als ein Hirnphänomen? Der echt interdisziplinär angelegte Workshop mit dem Neuroanatomen Prof. Michael Frotscher, Freiburg i.B., dem Theologen Prof. Ulrich Eibach, Bonn und dem Philosophen Prof. Thomas Schmidt, Frankfurt, konfrontiert die verschiedenen Perspektiven und gibt Gelegenheit zu vertiefter Reflexion.

     

  • T-114/07

    Abgeschlossen

    «Internationale Konferenz zur Geschichte der Kartographie (ICHC 2007)»

    Hans-Uli Feldmann, Arbeitsgruppe für Kartengeschichte der Schweiz, c/o Swisstopo, Wabern
    CHF 10'000.-

    Hauptziel der Konferenz ICHC2007 (22. Internationaler Kongress) ist die Förderung und Diskussion der Geschichte der Kartographie. Sie wird von der Arbeitsgruppe für Kartengeschichte zusammen mit dem Kartographischen Institut der ETH und dem Geografischen Institut der Universität Bern organisiert und findet vom 8. -13. Juli 2007 in Bern statt. Das Programm ist äusserst vielfältig und spannt den ganzen Bogen von rein historischen zu rein kartografietechnischen Fragestellungen. Vier Themenblöcke werden behandelt:
    1. Kartographische Geländedarstellung
    Mit Fragestellungen wie: Lässt sich bereits eine Geschichte der Kartographie des Meeresbodens schreiben? Wie haben Topographen und Kartographen die Geländedarstellung gemeistert? Welche Eigenheiten haben sich bei der Hochgebirgsdarstellung herausgebildet?
    2. Karten und Tourismus
    Wie hat der Tourismus die Kartierung und den Kartenhandel beeinflusst? Sind Muster der Kartennutzung erkennbar, die durch Reiseveranstalter des 19. und 20. Jahrhunderts angeregt wurden? Ab wann und wie wurden überhaupt touristische Karten als Massenprodukt verbreitet? Wie war es kommerziell möglich, Karten von Gebieten herzustellen, die für die meisten Menschen unerreichbar waren?
    3. Sprachen und Karten
    Wie gingen Kartenmacher mit Übersetzern und Übersetzungen um? Zeigen ihre Karten, die sie für verschiedene Nutzergruppen oder Länder hergestellt haben, dieselben geographischen Bezeichnungen? Wann werden Exonyme, wann Endonyme benutzt? Wurden Verlage durch die Sprachenpolitik eines Landes unter Druck gesetzt? Welche Probleme stellten sich insbesondere in mehrsprachigen Ländern? Kennen wir überhaupt die «Sprache» alter Karten?
    4. Zeit als vierte Dimension in der Kartographie
    Wann begannen Karten unsere dynamische Umwelt und nicht ein idealisiertes oder statisches Bild darzustellen? Lautet die Antwort anders, wenn wir an mittelalterliche oder so genannte thematische Karten denken? Wie lange waren Karten in Gebrauch, bis sie ersetzt wurden? Wie sieht es mit Kartenwerken aus, deren Herstellung Jahrzehnte dauerte?

    http://www.ichc2007.ch
    pocket programme


     

  • T-111/07

    «Mit Tempo in die Zukunft? Die Geschwindigkeit der Eisenbahn»

    Prof. Dr. Ulrich Weidmann, Institut für Verkehsplanung und Transportsysteme ETH Zürich
    CHF 3'500.-

    Die am 28. Juni 2007 stattfindende Tagung will die Nachfrage nach schneller Mobilität aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten: historisch, ökonomisch, technisch, raumplanerisch, soziologisch und das Thema auch im internationalen Kontext diskutieren. Daraus sollen Schlussfolgerungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft für die Zukunft des schweizerischen Hochgeschwindigkeitsverkehrswesens gezogen werden. Die Zusammenarbeit des Instituts für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH mit der ETH Technikgeschichte sowie der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Zürich hat ein vielfältiges, interessantes Programm ergeben, welches das Thema disziplinübergreifend behandelt. Die Referenten sind internationale und Schweizer Experten aus Technik, Sozialwissenschaften und Geschichte wie auch aus Wirtschaft und Politik. Der Beitrag finanziert die Teilnehmergebühren für Studierende.

     

    http://www.ivt.ethz.ch/news/20070628_seminar/

  • T-105/07

    Abgeschlossen

    «Jubliäums-Symposium: Universitäres Wissen teilen»

    Dr. Hansueli Rüegger, Universität Zürich
    CHF 70'000.-

    Das 2-tägige Symposium findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 175-Jahr Jubiläum der Universität Zürich am 17./18. März 2008 statt. Um wissenschaftlichen Umgang in interdisziplinären Dialogen zu reflektieren, wird zu Beginn des Symposiums an Beispielen aus der Geschichtswissenschaft, der Sprachwissenschaft und der Verhaltensbiologie betrachtet, wie unterschiedliche Disziplinen forschen, was sie unter «Wissen» verstehen, welche Methoden sie einsetzen und mit welcher Sprache Resultate vermittelt werden. Universitäres Wissen ist geteiltes Wissen. Es gibt keine Einheitswissenschaft, die universitäre Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit umfasst. Die Gegenstände wissenschaftlicher Betrachtung sind mitbestimmt durch die Betrachtungsweise der jeweiligen Disziplin. Damit disziplinäre Erkenntnisse Bestandteil universitären Wissens werden, braucht es den Dialog über die Grenzen der Disziplinen hinweg. Renommierte Wissenschafter aus allen Disziplinen spüren den Einsichten aus interdisziplinären Dialogen nach. Das Symposium richtet sich an ein akademisches Publikum, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit.


     

    http://www.175jahre.uzh.ch/symposium

  • S-153/07

    «Gesundheitsinterventionen für Nomaden der Sahelzone»

    Dr. Anna Katharina Münch, Princeton University, NJ
    CHF 112'825.-

    Im Dissertationsprojekt „Gesundheit der Tamasheq in Mali“ (R-108/04, R-112/05) “ wurden gültige Krankheitsrepräsentationen und deren Verteilung im kulturellen Kontext der Tamasheq Nomaden mit besonderer Berücksichtigung von Frauen und Kindern untersucht. Diese Grundlage soll nun dazu dienen, angepasste Gesundheitsstrategien im Hinblick auf spezifische Infektionskrankheiten wie HIV, Malaria, Tuberkulose und Syphilis zu entwickeln. Als Post-Doc-Arbeit wird die Arbeit in einer Forschungspartnerschaft zwischen dem „Office for Population Research“, Princeton University NJ, USA, (Prof. Burton Singer), dem Schweizerischen Tropeninstitut STI, Basel, (Prof. Marcel Tanner, PD Dr. Jakob Zinsstag) dem „Centre Suisse de Recherche Scientifique“ CSRS, Abidjan, Côte d’Ivoire (Prof. Bassirou Bonfoh) und dem „Institut du Sahel“, Bamako, Mali ausgeführt. Der Forschungsansatz bleibt nach wie vor stark interdisziplinär. Methodologisch werden in erster Linie Brücken geschlagen, diesmal jedoch nicht nur zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, sondern auch zwischen Nord und Süd und gleichzeitig zwischen Forschung und Entwicklung als transdisziplinärer Prozess im Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

     

  • S-129/07

    Abgeschlossen

    «Interpretations of Probability in Evolutionary Biology»

    Bengt Autzen, LSE London
    CHF 79'860.-

    Die Dissertation will untersuchen, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff der evolutionsbiologischen Theorienbildung am ehesten angemessen ist. Das Thema wird pluralistisch untersucht, um verschiedene Interpretationen und quantitative Formulierungen des Wahrscheinlichkeitsbegriffs zu vertiefen und dann zu prüfen, wie diese verschiedenen Fassungen des Wahrscheinlichkeitsbegriffs in den heute forschungsmässig sehr aktiven biologischen Disziplinen wie molekulare Phylogenie, Populationsgenetik oder evolutionäre Spieltheorie zum Zuge kommen. Alle diese Disziplinen arbeiten heute vermehrt mit theoretischen, mathematisch ausformulierten Modellen und wahrscheinlichkeitstheoretischen Instrumentarien. Nur damit können sie überhaupt zu biologisch relevanten Aussagen gelangen. Das Projekt ist auf ein mathematisch, biologisch und auch philosophisch relevantes Thema fokussiert, das bisher in dieser Form nicht oder höchstens in Teilaspekten disziplinspezifisch - aber nicht disziplinübergreifend - behandelt wurde.


     

  • S-115/06/Z

    «The Development of Cooperative Norms in Human Societies»

    Shakti Lamba, University College London
    CHF 30'449.-

    Zusatzgesuch zum 3-jährigen PhD-Stipendium S-115/06 für die Feldarbeit in Indien, da der grösste Teil der Mittel von Fr. 133'636.30 (für 3 Jahre) als Schulgeld an das University College in London geht.
    Das Projekt befasst sich mit der Entstehung und Etablierung altruistischen Verhaltens in der Gesellschaft. Konkret soll diese Problematik in dörflichen und kleinstädtischen Gemeinschaften untersucht werden, die über den gleichen kulturellen Hintergrund verfügen, sich aber in ökonomischen und demographischen Faktoren unterscheiden. Innerhalb dieser Gemeinschaften wird kooperatives Verhalten zwischen Individuen anhand standardisierter ökonomischer Spielparadigmen getestet. An der Schnittstelle von Soziobiologie und Soziologie, Verhaltensökologie und Ökonomie, Anthropologie und Kulturwissenschaft behandelt die Dissertation das aktuelle Thema der Evolution altruistischen Verhaltens beim Menschen. Die an verschiedenen Populationen des indischen Gond-Stammes durchzuführende verhaltensökologische, ökonomische und evolutionsbiologische Feldstudie bildet ein Kernstück des Projekts und wird aus den zusätzlichen Mitteln finanziert.

     

  • R-135/07

    «Recordo ergo sum: Neuroimaging of hypnosis and memory suppression»

    Dr. Patrik Vuilleumier, Universität Genf
    CHF 79'285.-

    Hypnose soll als Werkzeug benutzt werden, um den Mechanismen des Verdrängens von bestimmten Gedächtnisinhalten auf die Spur zu kommen. Niemandem ist es bis jetzt gelungen, die neuronalen Entsprechungen des Verdrängens von Erinnerungen nachzuweisen aus dem einfachen Grund, dass das verordnete und bewusste Verdrängen einer bestimmten Erinnerung gar nicht möglich ist. Aufgrund der Forschungsergebnisse von hypnotisch induzierten Lähmungen, welche zeigen, dass dabei diejenigen Hirnareale aktiviert wurden, von denen man weiss, dass sie motorische Vorgänge hemmen, soll nun die hypnotisch induzierte Verdrängung von Erinnerungen untersucht werden. Aus den fMRI - Beobachtungen werden grundlegende Erkenntnisse über die Funktionsweise des Erinnerns und des Vergessens erwartet. Besonders spannend ist die Unterscheidung des Erinnerns von Gesichtern und anderen Bildern, weil das Gehirn diese Kategorien unterschiedlich behandelt.

     

  • R-131/07

    Abgeschlossen

    «Nosognosia: unrealistic optimism and the denial of illness»

    PD Dr. Peter Brugger, Universitätsspital Zürich
    CHF 140'925.-

    Von allen Agnosien (Wahrnehmungsstörungen bei intakten Sinnesorganen) scheint die Anosognosie (die Unfähigkeit, die eigene Krankheit oder Behinderung wahrzunehmen) eine der rätselhaftesten zu sein. Heute gibt es keine Forschung darüber, was denn bei der Anosognosie nicht funktioniert oder was Nosognosie wirklich ist. Nicht einmal das Wort hat bisher existiert! Allerdings gibt es viele Publikationen über die Erwartung zukünftiger Erkrankungen mit einer weit verbreiteten Tendenz zu unrealistischem Optimismus. Der Grund könnte auf eine verminderte Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften zurückzuführen sein. Dies soll nun untersucht werden, indem die Veränderungen in der Wahrnehmung der gegenwärtigen und zukünftigen Gesundheit von Probanden während einer hemisphärischen Stimulation beobachtet werden. Die Untersuchung wird von der Doktorandin Corinne Tamagni durchgeführt.


     

  • R-123/07

    «Mathematical culture in treatises and in practitioners' hands: the role of mathematical instruments in the emergence of modern science»

    Dr. Samuel Gessner, Universität Lisabon
    CHF 9'140.-

    Der Gesuchsteller ist dipl. phys. EPFL mit einer Zusatzausbildung in Epistemologie der Universität Paris 7. Er promovierte in Wissenschaftsgeschichte an der Universität Lissabon, wo er nun als Post-Doc arbeitet. Sein Arbeitsgebiet ist die vor-galileische Wissenschaftsgeschichte. Er interessiert sich speziell für den Einfluss, den frühe „mathematische“ Instrumente auf die Entwicklung der Naturwissenschaften hatten. Instrumente wie Winkel, Transporteure, Astrolabien und Sextanten hatten zunächst einen rein praktischen Wert in der Baukunst und der Navigation. Wie kam es, dass diese schliesslich - zum Teil in weiterentwickelter Form - zu wissenschaftlichen Instrumenten wurden und damit die Anfänge der wissenschaftlichen Experimentierkunst ermöglichten? Diese faszinierende Fragestellung, die mit der Frage nach der Aufspaltung der Geistes- und Naturwissenschaften zusammenhängt, soll anhand von zeitgenössischen Schriften und Artefakten analysiert werden. Dazu sollen die einschlägigen Sammlungen in Paris, München, Florenz, London und Krakau studiert werden. Da die Heiminstitution die Spesen für diese Reisen nicht übernehmen kann, werden diese durch die cogito foundation finanziert.

     

  • R-120/07

    Abgeschlossen

    «Tool-related culture and vocal dialects in New Caledonian Crows»

    Professor Alex Kacelnik, Oxford University
    CHF 134'986.-

    Bei der Neu-Kaledonischen Dohle, Corvus moneduloides sollen die Mechanismen "kultureller" Innovation und "kulturellen" Transfers am Beispiel von Werkzeuggebrauch und vokaler Dialektbildung untersucht werden. Erstmals liesse sich damit bei einer Tierart die Hypothese testen, ob Imitationen erlernter Fähigkeiten über die Generationen hinweg zu schrittweisem Technologiefortschritt führen. Der Reiz der Langzeitstudie liegt vor allem darin, dass hier in einem räumlich beschränkten Inselareal die Gesamtheit der Subpopulationen erfasst, nach genetischen Verwandschaftsverhältnissen eingeordnet und nach vokalen Dialekten sowie nach Art und Vielfalt der erstellten Werkzeuge kartographiert werden kann. Das konzeptionell und technisch anspruchsvolle - jedoch aufgrund der geleisteten Vorarbeiten und der Erfahrung der Forschungsgruppe erfolgversprechende - Projekt dürfte mit seiner originellen, multidisziplinären Fragestellung biologisch einzigartig sein. Sollte sich Gavin R. Hunts Hypothese (publiziert in den Proceedings of the Royal Society) über die kulturelle Transferierbarkeit und den damit verbundenen "technologischen Fortschritt" (die kulturelle Amplifikation) bei Werkzeuggebrauch und Vokalisation der Dohlen bestätigen lassen, wäre bei einem höheren. nicht-humanen Vertebraten erstmals eine für die Evolution der Gattung Homo (nicht nur von H. sapiens) entscheidende Grundvoraussetzung nachgewiesen.

    Minikameras für Krähen:
    Forschern aus Oxford ist es gelungen, Krähen mit einer Minikamera auszurüsten. Die Technologie dazu kommt hauptsächlich aus der Mobiltelefonindustrie. Wissenschaftler zeigen sich begeistert: Die Aufnahmen geben einen völlig neuen Einblick ins Verhalten der Vögel.
    Mehr unter: http://www.sf.tv/sf1/einstein/index.php?docid=20080327


     

  • R-118/07

    «Inducing corporeal illusions to understand self and subjectivity: Combining philosophy of mind and cognitive neuroscience»

    Prof. Olaf Blanke, EPFL, Lausanne (Fortsetzungsgesuch R-122/05)
    CHF 61'828.-

    Es geht weiterhin um die Frage, wie man seinen eigenen Körper wahrnimmt und wie Störungen in dieser Wahrnehmung ausgelöst werden. Die extremste Form einer Störung ist die „Out of Body Experience“, wo der Körper und das „Ich“ an unterschiedlichen Orten wahrgenommen werden. Dieses Phänomen, das künstlich ausgelöst werden kann, wird oft im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen erwähnt und von einigen Forschern als Aspekt des Leib-Seele Problems gesehen. Olaf Blanke hat, zusammen mit dem Kognitionsphilosophen Thomas Metzinger, bei gesunden und psychisch kranken Probanden (zum Teil mit spontanen OB-Erfahrungen) solche Empfindungen durch Stimulationen bestimmter Areale des Cortex ausgelöst. In der Vorperiode beschränkten sich diese auf Störungen des vestibularen Systems und visuelle Illusionen. Es zeigt sich, dass das Gleichgewichtsorgan bei der Selbstwahrnehmung eine zentrale Rolle spielt, die weit über den Gleichgewichtssinn hinausgeht. Dies zeigt sich auch daran, dass die kortikalen Regionen, deren Stimulation „Out of Body“ Empfindungen auslösen mit einigen der bekannten Regionen des vestibularen Systems zusammenfallen oder in deren unmittelbaren Nähe liegen. Diese Erkenntnisse sollen nun vertieft analysiert werden.

     

  • P-149/07

    Abgeschlossen

    «Le défi de l'inter- et transdisciplinarité»

    Theres Paulsen, Institut Universitaire Kurt Bösch (IUKB), Sion
    CHF 5'000.-

    Um die Diskussion zum Thema „Herausforderung Inter- und Transdisziplinarität – Konzepte, Methoden und praktische Umsetzung in Lehre und Forschung“ weiter zu bringen, organisiert das IUKB am 7. März 2008 in Sion eine nationale Tagung. Konkret geht es darum, wie die Universitäten Studenten für inter- und transdisziplinäres Arbeiten ausbilden können. Alle wichtigen Akteure auf dem Gebiet der disziplinübergreifenden Arbeit sollen zusammen geführt werden. Zugesagt haben ihre Mitarbeit u.a. Exponenten von Universitäten vor allem aus der Westschweiz, aber auch aus Basel, der ETH, dem SNF, Collegium Helveticum und dem World Knowledge Dialogue. An der Tagung soll zuerst ein Überblick über die Inter- und Transdisziplinarität in der Wissenschaft gegeben und dann Masterstudiengänge vorgestellt und innovative Studiengänge diskutiert werden. Um die Ergebnisse der Diskussion einem breiten Publikum zugänglich zu machen, ist eine Publikation geplant, welche von der cogito foundation finanziell unterstützt wird.

    PDF Programm


     

  • P-126/07

    Abgeschlossen

    «The Journey of Maps and Images on the Silk Road»

    Prof. Dr. Andreas Kaplony, UZH, Dr. Philippe Forêt, ETHZ
    CHF 10'000.-

    Das orientalische Seminar veranstaltete am 14. Mai 2004 einen 2-tägigen Kongress zum Thema: „Die Seidenstrasse als Achse für den Austausch von visuellem Wissen“, welchen die cogito foundation unterstützt hat (T-116/03). Nun liegen die Tagungsunterlagen druckfertig vor. Die Aufbereitung der Manuskripte erfolgte in Zusammenarbeit des Instituts für Kartographie der ETH und dem orientalischen Seminar der Universität Zürich. Das Buch zeigt die Resultate der wirklich disziplinübergreifenden Konferenz. Sie wurde als Arbeitstagung mit stark interdisziplinärem Charakter (Astronomie, Kartographie, Klimatologie, Geographie, Medizin, Kunstwissenschaften, Kulturwissenschaften, Mediävistik, Islamistik) durchgeführt. Zur Verbreitung der Erkenntnisse dieser Konferenz wird die Publikation der Ergebnisse unterstützt (Kosten für das Lektorat und Publikationsbeitrag).


     

  • F-139/07

    «Social information and the evolution of culture»

    Dr. Daniel J. Rankin, Universität Bern
    CHF 5'050.-

    Aufgrund einer mathematischen Beschreibung soll untersucht werden, wann verschiedene Lernstrategien besonders effizient sind. Dabei geht es vor allem um den Unterschied des Lernens von Peers/Eltern oder ein Kopieren des Verhaltens eines einzelnen Führers. Wenn solche Strategien in einen grösseren Zusammenhang gestellt werden, erlaubt dies das Studium der kulturellen Evolution. Diese kann dann auch mit der biologischen Evolution verglichen werden. Das Thema wird bei einem Studienaufenthalt bei Kevin Foster in Harvard bearbeitet, wobei auch Interaktionen mit Martin Nowak geplant sind. Das Thema ist im Zeitalter des Web 2.0 nicht nur interessant sondern auch relevant, denn die partizipären Blogs und ähnliche Plattformen führen zu einer vollkommen neuen Art der Verbreitung von Memen.

     

  • T-132/06

    «"Deliberating Future Technologies: Identity, Ethics and Governance of Nanotechnology" vom 3. – 5. Mai 2007»

    Prof. Dr. Sabine Maasen, Universität Basel
    CHF 7'000.-

    Das Institut für Wissenschaftsforschung möchte internationale Experten einladen, um mit ihnen in einem Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaftern die Einflüsse zu beleuchten, welche die sozialwissenschaftlichen Begleitdiskurse auf die Genese der Nanowissenschaften ausüben. Inhaltlich will sich die Tagung mit der bislang wenig beachteten Fragestellung auseinandersetzen, wie sehr ethische Reflexion, Technikfolgenabschätzung, Techniksoziologie und rechtliche Implikationen die Nanotechnologie nicht nur begleiten sondern auch prägen. Dabei sollen auch die Unterschiede zu den „Gendiskursen“ und denjenigen in der Nanotechnologie aufgespürt werden, da hier die Diskussion zu einem sehr frühen Zeitpunkt begann.
    Dies wird mit dem Team der Universität Basel im Lichte der dort durchgeführten Arbeiten reflektiert und diskutiert. Beteiligt sind die 4 cogito-Projektnehmer: Mario Kaiser (R-119/03), Monika Kurath (R-126/04), Beatrix Rubin (R-117/03) und Sabine Maasen.

     

  • T-105/06

    «"WESPAC", wissenschaftliche Konferenz »

    Dr. Katja Wirth Bürgel, Kumamoto University, Japan
    CHF 1'686.-

    Die Gesuchstellerin ist Psychologin und hat im Projekt „Lärmstudie 2000“ doktoriert. Darin untersuchte sie die Auswirkungen von Fluglärm – namentlich auch im Umfeld des Flughafens Zürich – auf den Schlaf und die Belästigung der Flughafenanwohner. Ihre Resultate wurden bereits an diversen wissenschaftlichen Tagungen präsentiert und in verschiedenen Publikationen veröffentlicht.
    Die cogito foundation finanziert ihre Teilnahme an der Western Pacific Acoustics Conference (WESPAC) in Seoul vom 26. - 29. Juni 2006, um ihre interdisziplinären Forschungsresultate in internationalem wissenschaftlichen Rahmen vorzustellen.

    Wespac.ppt

     

  • T-104/06

    Abgeschlossen

    «Hirnforschung und Menschenbild»

    Profs. Drs. Adrian Holderegger und Beat Sitter-Liver, Universität Fribourg
    CHF 5'000.-

    Die Tagung über Hirnforschung und Menschenbild schlägt eine Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Es geht um die Auseinandersetzung mit Aspekten der Neurowissenschaften: Verdienst und Überschätzung, Chancen und Risiken, erwünschten und unerwünschten Folgen. Unverkennbar ist, dass das Menschenbild durch neue Ergebnisse der Neurowissenschaften stark betroffen wird, insbesondere bezüglich der Willensfreiheit. Die Tagung will im Interesse von Wissenschaft und Gesellschaft den Stand der wissenschaftlichen Errungenschaften erheben, die ausgelösten Kontroversen sichten und klären sowie die verschiedenen Positionen unter normativen Aspekten (Ethik, Recht, Politik) bewerten und sich über Empfehlungen für den kritisch-konstruktiven Umgang mit dem Abenteuer Hirnforschung verständigen. Die Tagung leistet ebenfalls einen Beitrag zum public understanding of science.

    http://www.hirnforschung-symposium.ch


     

  • T-101/06

    «6th International Summer School on Humor and Laughter: Theory, Research & Applications, 10-15 July 2006»

    Prof. Dr. Oswald Huber, Universität Fribourg
    CHF 2'080.-

    Erst seit 20 Jahren wird der Einfluss von Humor auf die Gesundheit untersucht oder wie Humor im Gehirn verarbeitet wird und welchen Einfluss Persönlichkeitsmerkmale auf die Humorverarbeitung haben. 2001 wurde die „Summer School on Humor and Laughter“ gegründet. Dieses Jahr findet sie vom 10. - 15. Juli 2006 in Fribourg statt. Sie bringt Forscher aus den Neurowissenschaften und den Geisteswissenschaften zusammen, um das Thema Humor und Lachen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und neue Erkenntnisse zu diskutieren. Der Beitrag finanziert Reise und Unterkunft des Referenten Prof. Rod A. Martin (University of Western Ontario), Präsident der Humor Society. Seine Forschungsarbeiten behandeln die Rolle von Humor und Stress sowie die Verknüpfung von Humor und Lachen mit physischem und psychischem Wohlbefinden. Er selbst verkörpert als klinischer Psychologe die für die cogito foundation wichtige disziplinübergreifende Denkweise.

    Programm

     

  • S-120/06

    Abgeschlossen

    «Neurodidaktik der Fremdsprachen»

    Dr. Manuela Macedonia, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig
    CHF 77'500.-

    Als Sprachlehrerin hat Frau Macedonia neuartige, originelle Methoden in den Fremdsprachenunterricht eingeführt, deren theoretische Grundlagen in ihrer Dissertation erarbeitet wurden und die nun mit dem vorliegenden Projekt (das ihre Habilitation ermöglichen soll) vertieft werden sollen.
    Diese neuen Lernmethoden basieren auf den Erkenntnissen der funktionellen Hirnforschung, welche Hinweise darauf geben, wie die Plastizität des Gehirns am effizientesten genutzt werden kann oder wie neue Gedächtnisinhalte am gründlichsten „verschaltet“ werden können. Zu diesem Zweck wird der audiovisuelle Lernvorgang mit einer sensomotorischen Komponente erweitert, d.h. es erfolgt eine Verstärkung des Lernvorgangs durch Gesten, Gebärden und Spiele, welche die zu lernenden Inhalte abbilden. Die Methode soll nun neurowissenschaftlich untersucht werden.


     

  • S-115/06

    «The Development of Cooperative Norms in Human Societies»

    Shakti Lamba, PhD Student, Indian Institute of Science, Bangalore, India, University College London
    CHF 133'636.-

    Vor dem Hintergrund des derzeit hohen Standes soziobiologischer Theoriebildung (Kin selection theory) und spieltheoretisch inspirierter Vorstellungen zur ökonomischen Entscheidungsfindung hat die Gesuchstellerin ein Projekt entwickelt, mit dem sie an einem konkreten Beispiel kulturell (weitgehend) einheitlicher Gemeinschaften den genetischen und ökonomischen Faktorenkomplex analysieren will, der elementaren kooperativen Verhaltensweisen zugrunde liegt. Die Problematik wird in dörflichen und kleinstädtischen Gemeinschaften untersucht, welche über den gleichen kulturellen Hintergrund verfügen (zum gleichen indischen Stamm der Raj Gond gehören), sich aber in ökonomischen und demographischen Faktoren unterscheiden. Innerhalb dieser Gemeinschaften wird kooperatives Verhalten zwischen Individuen anhand standardisierter ökonomischer Spielparadigmen getestet. Dabei gehen in die Analyse sowohl die ökonomische Struktur der Gemeinschaft als auch verschiedene soziale Statuskriterien der Individuen ein.
    An der Schnittstelle von Soziobiologie und Soziologie, Verhaltensökologie und Ökonomie, Anthropologie und Kulturwissenschaft behandelt die Forschungsarbeit das aktuelle Thema der Evolution altruistischen Verhaltens beim Menschen.

     

  • S-110/06

    Abgeschlossen

    «Integrating biodiversity conservation and game theory on human cooperation: The role of informal institutions and moral systems»

    Dr. Claudia Rutte, Universität Lausanne
    CHF 57'600.-

    Das Projekt geht von der Tatsache aus, dass staatlich verordnete Naturschutzgebiete ihren Zweck oftmals verfehlen, da die Integrität des Ökosystems und der Artenvielfalt nicht gewährleistet sind. Besser schneiden traditionelle "Heilige Haine" und religiöse Tabus ab. Dieses Phänomen soll unter dem Aspekt der Evolution sozialer Normen untersucht werden. Seit einigen Jahren ist bekannt
    (M. Nowak und K. Sigmund, später auch E. Fehr), dass die alte Formel "wenn jeder für sich sorgt, ist für alle gesorgt" nicht uneingeschränkt gilt. Menschen in sozialen Netzen sind altruistischer.
    Die Gesuchstellerin hat die Möglichkeit, die Feldarbeit in Südindien durchzuführen, wo Tabus und Traditionen noch stark sind. Für die Auswertung wird sie mit Martin Nowak an der Harvard University zusammenarbeiten.


     

  • S-106/06

    Abgeschlossen

    «Graduiertenprogramm für interdisziplinäre Ethikforschung an der Universität Zürich 2007 – 2010»

    Prof. Dr. Markus Huppenbauer, Universität Zürich
    CHF 144'000.-

    An der Universität Zürich gibt es ab Frühjahr 2007 ein Graduiertenprogramm in Ethik. Es wurden 88 Projekte eingereicht. Davon waren 14 erfolgreich; 12 Projekte werden durch den Schwerpunkt Ethik der Universität Zürich finanziert, eines von der Stiftung Mercator. Ethikprojekte, welche von Naturwissenschaftern durchgeführt werden, sind Beispiele für die Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaften. Die cogito foundation übernimmt die Finanzierung des disziplinübergreifenden Doktorandenprojektes von Adrian Jäggi, das sich mit Altruismus und Vorstufen der Moral bei Menschenaffen befasst und die natürlichen, evolutionären Wurzeln der Moral der Menschen untersuchen will.


     

  • R-111/06

    «Die Rolle der Emotionen: Ihr Anteil bei menschlichem Handeln und bei der Setzung sozialer Normen (Anschlussgesuch R-110/05 und R-109/04) »

    Prof. Dr. Gerd Folkers, Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 200'000.-

    Das Experiment der Neuausrichtung des Collegium unter Gerd Folkers läuft nun seit 18 Monaten. Das Projekt lebt. Die Autorenschaft des Gesuchs ist auf 11 Personen angewachsen, eine zwölfte dürfte demnächst dazukommen (die neue Professorin für Neuroimaging an der Uni Zürich, Frau Dr. Tania Singer). Es werden 13 Teilprojekte aufgelistet, die von 2 bis 5 Forschungsleitern betreut werden. Die Spanne reicht von Untersuchungen zur Natur des Bewusstseins bis zur Entwicklung eines Geräts zur nonverbalen Kommunikation von Schmerzempfindungen. Der Zweck der Zusammenarbeit ist, dass aus dem Zusammenwirken von mehreren Projekten etwas Unvorhergesehenes entsteht.

     

  • P-128/06

    «Körper-Seele-Leib-Geist, Tagungsband»

    Dr. Christina Aus der Au Heymann, Universität Basel
    CHF 4'000.-

    Druckkostenzuschuss für die Publikation des Tagungsbandes "Körper-Seele-Leib-Geist". Der Band vereinigt eine Reihe von Referaten der Tagung, die ein breites Spektrum von Themen abdecken, welche das Verhältnis von Natur- und Geisteswissenschaften beleuchten. Mit der Unterstützung soll ein Akzent in der Nachwuchsförderung für disziplinübergreifendes Arbeiten gelegt werden, denn die Autorinnen und Autoren sind noch recht jung und erhalten Gelegenheit zu publizieren.

     

  • P-124/06

    Abgeschlossen

    «Ägyptische Särge, Mumien und Masken in Schweizer Museen und Sammlungen»

    Renate Siegmann lic.phil., Universität Basel
    CHF 3'000.-

    Die in der Schweiz existierenden 45 ägyptischen Sammlungen, deren Objekte zum grossen Teil in Depots lagern und somit der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, wurden systematisch von Ägyptologen sowie der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist und dem Anatomischen Institut der Universität Zürich untersucht. Nun sollen die Beschreibungen der Öffentlichkeit mittels Publikation im Chronos Verlag quasi in einem „virtuellen Museum“ zugänglich gemacht werden. Das Buch umfasst ca. 200 Seiten mit ca. 140 Farb- und 40 Schwarz/weiss-Abbildungen. Die cogito foundation leistet dazu einen Druckkostenbeitrag.


     

  • P-121/06

    Abgeschlossen

    «Laborführungen & Praktika am Life Science Learning Center (Anschlussgesuch P-128/05) »

    Dr. Peter Jann, Life Science Learning Center, Universität Zürich
    CHF 35'000.-

    Das Life Science Learning Center wurde am 1. März 2006 eröffnet. Das Projekt „Labor-Demonstrationen & Praktika“ ist ein wichtiger Teil dieses Projekts und sehr erfolgreich. Die cogito foundation hat 2005 für die Startphase eine Anschubfinanzierung von Fr. 55'000.- für zwei Jahre gesprochen. Damit wurde unter anderem ein didaktisch naturwissenschaftlicher Projektmitarbeiter für ein Jahr im Rahmen einer 30% Anstellung finanziert. Das LSLC ging davon aus, dass dieser ab 1. Januar 2007 durch ETH und Universität Zürich besoldet würde. Nun wurde diese Entscheidung aus administrativen und organisatorischen Gründen verschoben. Damit diese wichtige Stelle und die disziplinübergreifende Zusammenarbeit mit den Pädagogen weitergeführt werden kann, wird ein Überbrückungskredit gewährt.


     

  • P-119/06

    Abgeschlossen

    «"Freiheitsfieber", Dokumentarfilm»

    Dr. Susanne Eigenheer Wyler, Schule für Kunst und Mediendesign, Zürich
    CHF 20'000.-

    Das Filmkonzept will völlig unterschiedliche, aussergewöhnliche Personen und deren Lebenswelten darstellen. Neben dem Häftling Roger, dem ehemaligen Lastwagenmechaniker und heutigen Ingenieur Michael sowie der freiheitsliebenden Olivia soll auch die ambitionierte Physikstudentin Barbara portraitiert werden. Alle suchen sie nach Freiheit. Durch die Auswahl der Personen ist der Film disziplinübergreifend.
    Der von der cogito foundation mitfinanzierte Teil, will die angehende Wissenschaftlerin (mit einer Auszeichnung von „Schweizer Jugend forscht“ und weiteren Preisen) vorstellen und zeigen, was es braucht, um in den Naturwissenschaften bestehen zu können. Der Film begleitet Barbara, die Studentin, durch Studium, Praktika, Ausdauertraining und Himmelsbeobachtungen. Er soll auch dazu dienen, Frauen für Naturwissenschaften zu begeistern.


     

  • T-125/05

    «Von 0 auf 100 – vom alt werden und jung bleiben»

    Prof. Dr. Alexander Borbély, Dr. Petra Bättig-Frey, Dr. Isabel Klusman, Life Science Zürich, Universität Zürich
    CHF 50'000.-

    Durchführung einer Podiums-Diskussions-Reihe zum Thema “Altern” anässlich der Zürcher Life-Science-Woche vom 12.-19. Mai 2006. Die Veranstaltungen stellen hochaktuelle, interdisziplinäre Themen vor, die von grossem, allgemeinem Interesse sind und somit bestens geeignet, wichtige Aspekte der Hochschulforschung auf verständliche Weise darzustellen. Die Inhalte der 3 cogito-Foren: “Neue Harmonie oder Generationenkonflikt?”, (12. Mai 2006) “Gesund sein bis zum Tod ? - Medizin am Lebensende” und “Vom Jugendwahn zum Alterskult – Jugend und Jugendlichkeit” (beide am 13. Mai 2006) stützen sich auf die vielfältigen wissenschaftlichen Forschungsprojekte ab, die auf diesen Gebieten bei den Zürcher Hochschulen laufen. Auf attraktive Weise soll so einem breiten Publikum Forschung näher gebracht werden. Das Projekt schlägt Brücken zwischen der Medizin und den Naturwissenschaften einerseits und den Geistes- und Sozialwissenschaften andererseits.

     

  • S-127/05

    «Bleibender Schutz gegen invasive Bakterienerkrankungen»

    Doktorandin Géraldine Blanchard, Universität Genf, resp. Oxford University
    CHF 14'000.-

    Doktorarbeit zum Thema “Immunreaktion von Zellen und Wirkung von Impfungen gegen Meningitis“ an der University of Oxford bei Prof. Andrew Pollard, einem europaweit führenden Spezialisten auf dem Gebiet der ansteckenden Bakterienerkrankungen. Ziel der Arbeit ist es, die Immunreaktion gegen die Bakteria „Neisseria Meningitidis“ verstehen zu lernen und zu analysieren wie das Immunsystem auf eine Impfung mit dieser Bakterie reagiert (Reaktionszeit und Vermehrungsgeschwindigkeit). In der zweiten Phase soll der soziale und ökonomische Zusammenhang einer Impfung untersucht werden. Dabei soll die Forschungsmethodik der Naturwissenschaften (biologische Zellforschung) und der Sozialwissenschaften (qualitative Interviews) genutzt werden. Ein Teil ihrer Doktorarbeit widmet sich der Frage, wie Impfungen in Entwicklungsländern erschwinglich, einfach anzuwenden und gesellschaftlich akzeptiert gemacht werden können.

     

  • S-106/05

    «A comparative study of environmental conflicts over industrial tree plantations in Ecuador and Cameroon: What perspectives for sustainability»

    Julien-François Gerber, Graduate Institute of Development Studies, Universität Genf; Prof. Dr. Jean Martinez Alier, Inst. of Environmental Sciences/Technologies, University of Barcelona
    CHF 47'500.-

    Ausslandsdissertation eines dipl. Naturwissenschafter, der in Barcelona doktoriert, wo er sich gleichzeitig eine Weiterbildung in Wirtschaft und Sozialpsychologie verspricht. Als Naturwissenschafter hat er erkannt, dass das Problem der Nachhaltigkeit – namentlich in der Dritten Welt – nicht nur naturwissenschaftlich angegangen werden kann, sondern auch entscheidende sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte zu berücksichtigen sind. Er wird die Wechselwirkungen zwischen Forstwissenschaft, Sozialpsychologie und Wirtschaft in zwei Projektgebieten untersuchen, in denen industrieller Waldbau betrieben wird: in Kamerun und in Equador. Die Voraussetzungen sind in mancher Hinsicht vergleichbar ausser in einer: die Rolle der indigenen Bevölkerung ist gegensätzlich.

     

  • R-122/05

    «Inducing corporeal illusions to understand self and subjectivity: Combining Philosophy of Mind and Cognitive Neuroscience»

    Prof. Olaf Blanke, EPFL, Lausanne
    CHF 78'464.-

    In Zusammenarbeit mit dem Kognitionsphilosophen Thomas Metzinger, Mainz, sollen die verschiedenen „Out of Body Experience“(OB) Phänomene untersucht werden. Diese lassen sich einerseits neurophysiologisch weitgehend deuten, doch berühren sie fundamentale Fragen der Rolle des Selbst. Es ist vorgesehen, bei gesunden und psychiatrischen Probanden (zum Teil mit spontanen OB-Erfahrungen) solche Empfindungen durch Stimulation bestimmter Areale des Cortex zu erzeugen. Dafür gibt es nicht invasive Methoden. Durch die Beobachtung des Phänomens mittels fNMR und EEG sowie Befragungen der Probanden sollen die Daten erhoben werden, welche ein tieferes Verständnis des Ich-Bewusstseins ermöglichen könnten.

     

  • R-115/05

    Abgeschlossen

    «Musikalische Kreativität in der Anwendung neuer Kompositions-Software»

    PD Dr. Guerino Mazzola, Institut für Informatik, Universität Zürich
    CHF 50'000.-

    Der Gesuchsteller hat es geschafft, die abendländische Tonkunst in mathematische Formeln zu fassen. Er hat alle Erkenntnisse über Analyse, Interpretation und Komposition von Musik in die Computerprogramme „Rubato“ (1992 entwickelt) und „Presto“ eingepackt. Seine Software zur Wiedergabe von Musikstücken verwendet winzige Verschiebungen in Lautstärke und Rhythmus, die einem Stück plötzlich einen swingenden Groove oder einen Hauch von Chinesischer Musik verleihen.
    In Zusammenarbeit mit Komponisten und Musikinformatikern der Ecole Normale Supérieure (ENS), wo Mazzola teilweise als Gastdozent arbeitet und dem IRCAM von Boulez in Paris soll der „Rubato Composer“ nun zu einem tauglichen Kompositions-Werkzeug vervollständigt und weiterentwickelt werden.


     

  • R-112/05

    Abgeschlossen

    «Kel Tamasheq (Anschlussgesuch R-108/04)»

    Prof. Reinhard Schulze, Anna Katharina Münch, Inst. für Islamwissenschaft, Universität Bern
    CHF 90'000.-

    Fortsetzungsgesuch, das Wege aufzeigen will, wie den in traditionellen und religiösen Tabus gefangenen Nomaden des südlichen Sahels den Zugang zur modernen Gesundheitsversorgung ermöglicht werden kann. Methoden der präventiven und therapeutischen Medizin einzuführen, scheitert oft an Misstrauen und Tabus. Untersucht werden soll das individuelle und das soziale Krankheitsempfinden dieser Leute von einer Schweizer Islamwissenschafterin, Anna Katharina Münch und dem einheimischen Mediziner Mohamed al Mouctar. Als Frau hat sie einen einfacheren Zugang zu den Patientinnen, zumal sie die lokalen Berbersprachen spricht.
    Das Projekt steht noch in der Phase der ersten Datenerhebungen. Diese verlaufen angesichts der schwierigen, zum Teil dramatischen Umstände erstaunlich erfolgreich. Behindert werden sie allenfalls dadurch, dass Nothilfe oftmals eine höhere Priorität erhält als die Forschung.


     

  • R-110/05

    Abgeschlossen

    «Die Rolle der Emotion: Ihr Anteil bei menschlichem Handeln und bei der Setzung sozialer Normen (Anschlussgesuch R-109/04)»

    Prof. Dr. Gerd Folkers, Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 200'000.-

    Die Arbeiten sind in den ersten 6 Monaten viel versprechend angelaufen. Es zeigt sich, dass die verschiedenen Gruppen im Laufe ihrer Arbeit auf Fragen stossen, die nur gemeinsam gelöst werden können. Es erfolgte eine Erweiterung der Thematik: neu „...und bei der Setzung sozialer Normen“ und des Teilnehmerkreises. Das Thema wird aus Sicht der unterschiedlichsten Disziplinen beleuchtet:
    Sozialwissenschaften: Die neuronalen Grundlagen moralischer Emotionen. Dieses Teilprojekt des cogito-Preisträgers Ernst Fehr hat bereits zu einer vielbesprochenen Publikation in der Zeitschrift „Nature“ geführt (Oxytocin),
    www.iew.unizh.ch/home/fehr/
    Pharmakologie: Mechanismen der emotionalen Schmerzunterdrückung und ihre Konsequenz für die rationale und "alternative" Schmerztherapie unter besonderer Berücksichtigung von sozialem Rollenverhalten und kulturellen Hintergründen (Prof. Gerd Folkers);
    Neurologie: Selbstorganisation des Gehirns durch Erfahrung (Prof. Hanns Möhler); Physik: Untersuchungen zum Code von Denken und Emotionen (Prof. Reinhard Nesper); Geschichte: Emotion in der Masse: Historische Perspektiven (Prof. Jakob Tanner).


     

    http://www.collegium.ethz.ch/projects/emotions.de.html

  • P-128/05

    Abgeschlossen

    «Life Science Learning Center»

    Dr. Peter Jann, Geschäftsführer LSLC, Universität Zürich
    CHF 55'000.-

    Life Science Zurich möchte Schulklassen und der interessierten Öffentlichkeit ermöglichen, nach Voranmeldung, jederzeit Labor-Demonstrationen und Praktika zu besuchen. Damit soll das Verständnis für Life Science in der Gesellschaft erhöht werden. Das Life Science Learning Center (LSLC) wird auch Bindeglied zwischen der pädagogischen Hochschule, dem Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik sowie den Fachwissenschaften der Biologie von ETH und Universität Zürich. Auf diese Weise fördert es die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den naturwissenschaftlichen Disziplinen der Life Sciences und der geistes- und sozialwissenschaftlich orientierten Pädagogik. Für die Startphase soll ein didaktisch naturwissenschaftlicher Projektmitarbeiter für 1 Jahr im Rahmen einer 30% Anstellung verpflichtet werden.

    Das Projekt will 4 Ziele erreichen:

    • Fachvertiefende Ausbildung in den Life Sciences für zukünftige Lehrpersonen,
    • Weiterbildungsangebot für Mittelschullehrpersonen,
    • Labor-Demonstrationen und Praktika für Schulen und Öffentlichkeit,
    • zusätzlich soll auf Internet eine Wissens-, Lehr- und Lernplattform über Life Sciences aufgeschaltet werden.

     

  • P-102/05

    «KIDSinfo – Mädchen und Technik»

    Dr. Andrea Leu, Dr. Barbara Tschopp, Vereinigung der Ingenieurinnen (SVIN), Zürich
    CHF 10'000.-

    Die cogito foundation hat bereits im Juni 2002 das Projekt KIDSinfo mit CHF 2'000.- unterstützt. Während zwei Jahren wurde es nun teilweise durch das Eidg. Büro für Gleichstellung von Frau und Mann unterstützt. Diese Finanzierung läuft Ende 2005 aus. Das Projekt ist jedoch langfristig angelegt, da auch heute noch viele Mädchen bei ihrer Berufswahl einen technischen Beruf gar nicht in Erwägung ziehen, weil ihnen dazu weibliche Vorbilder fehlen.
    KIDSinfo stellt das Spektrum von technischen Berufen für Mädchen und Buben gleichermassen attraktiv dar. Die Schülerinnen erhalten früh Einblick in technische Berufe von Frauen, die sie später Fächern wie Physik, Chemie, Geologie etc. zuordnen können. Damit Probleme von Naturwissenschaften und Technik in der Öffentlichkeit verstanden werden, müssen die Grundlagen dazu bereits im frühen Schulalter vermittelt werden.

     

    http://www.kids-info.ch/an.html

  • F-117/05

    Abgeschlossen

    «Crossing the boundaries between the normal and the paranormal (Anschlussgesuch F-110/03) »

    Dr. Peter Brugger, Dr. John Palmer, Neuropsychologische Abteilung, Universitätsspital Zürich
    CHF 62'700.-

    Es geht darum, das Phänomen des „Implicit Sequence Learning“ besser zu verstehen, ein Phänomen, das oft als Ausdruck telepathischer Fähigkeiten missverstanden wird.
    John Palmer und Peter Brugger haben im ersten Jahr bereits viele Experimente durchgeführt, zum Teil mit überraschenden Ergebnissen. Es wurde bestätigt, dass die Anhänger der Parapsychologie besser implizit lernen als die Skeptiker. Eine Reihe von Experimenten deutet darauf hin, dass dies damit zu tun hat, welche Hirnhälfte bei der Informationsgewinnung die Oberhand hat.
    Es zeigt sich, dass man implizites Lernen leicht ausschalten kann: es funktioniert nur, wenn die Probanden nicht wissen, dass sie etwas lernen werden. Viele Fragen bleiben offen oder wurden neu aufgeworfen. Sie sollen während des Aufenthaltes von John Palmer in Zürich noch beantwortet werden.


     

  • T-119/04

    Abgeschlossen

    «From Animal Mind to Human Mind»

    Prof. Dr. Ernst Hafen, Zoologisches Institut, Universität Zürich
    CHF 12'000.-

    Zum 65. Geburtstag und zum Rücktritt von Rüdiger Wehner als Direktor des zoologischen Instituts der Universität Zürich, wird am 12. Feb. 2005 in Zürich ein eintägiges, wissenschaftliches Symposium zum Thema "From Animal Mind to Human Mind" organisiert. Mit diesem Anlass sollen die wegbereitenden wissenschaftlichen Arbeiten und Verdienste von Rüdiger Wehner im Bereich Neurobiologie gewürdigt werden.
    Ins Hirn geschaut

    From Animal Mind to Human Mind


     

  • T-106/04

    Abgeschlossen

    «"Gemeinschaftliche Entscheidungsfindung bei Tieren und Menschen" 23.- 26. September 2004 »

    Prof. Dr. Marta Manser; PD Dr. Gerald Kerth, Zoologisches Institut der Universität Zürich
    CHF 15'000.-

    Der viertägige Workshop in Zürich will das Thema "gemeinschaftliche Entscheidungen bei Tieren und Menschen" sowohl aus Sicht der Verhaltensbiologie wie auch der Ökonomie diskutieren und die Konflikte zwischen individuellen und gemeinsamen Interessen einer Gesellschaft aufzeigen. Die Möglichkeit, despotische und demokratische Entscheidungen zu vergleichen, ist durch den Mangel an empirischen Studien limitiert. Deshalb ist ein Wissensaustausch in Form eines Workshops von grosser Bedeutung. Die Kurzvorträge der Teilnehmer sollen anschliessend in "Trends in Evolution and Ecology" publiziert werden, um eine gute Weiterverbreitung der Resultate zu erreichen.


     

  • T-103/04

    Abgeschlossen

    «Verändert das Klima die Welt?»

    Dr. Dominik Galliker, Academia Engelberg
    CHF 28'000.-

    Der diesjährige „Dialogue on Science“ der Academia Engelberg (29. 9.- 1. 10.04) hat den Klimawandel als Thema gewählt, der unter verschiedenen Blickwinkeln diskutiert werden soll. Kompetente Wissenschafter werden in die Klimaproblematik einführen und einen Überblick aus klimageschichtlicher, nationaler und internationaler Sicht geben. Dabei interessiert auch die Frage, wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse von der Öffentlichkeit und der Politik aufgenommen und verarbeitet werden. Weitere Facetten wie: Klimaänderung und Gesellschaft, Klimawandel und dritte Welt, Adaptation versus Mitigation sollen beleuchtet und in Workshops vertieft diskutiert werden. Die Workshops sollen die Kontroversen in der Klimadebatte sichtbar machen. Eine Gruppe von 20-25 Studenten der ETH Zürich wird diese Workshops vorbereiten und sich gleichzeitig vertieft mit diesem globalen Thema auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung von Studenten mit dem komplexen Thema ist geeignet, junge Wissenschafter für disziplinenübergreifendes Arbeiten und Denken zu sensibilisieren.


     

    http://www.academia-engelberg.ch

  • S-116/04

    «Wohlfahrtsstaat und Entwicklung»

    Dominic Rohner, Universität Cambridge (UK)
    CHF 45'000.-

    Dissertation an der University of Cambridge unter Prof. Sir Partha Dasgupta zum Thema "Wohlfahrtsstaat und Entwicklung". Sie soll einen Überblick über das Phänomen "Sozialstaat" in Entwicklungs- und Schwellenländern schaffen, um dann herauszuarbeiten, welche Aspekte eines Sozialstaates in welchen Ländern auf welche Art deren Wirtschaftswachstum positiv oder negativ beeinflussen können. Dabei werden Kriterien wie Mindestlöhne, soziale Sicherheit, Bildungswesen, Steuersystem etc. betrachtet. Mit der Entwicklung eines Modells wird angestrebt, den Einfluss verschiedener Parameter mittels Simulationen von Reformen zu ergründen. Die politologische Arbeit wendet explizit naturwissenschaftliche Methoden an, um vollständigere und besser abgestützte Resultate zu erhalten.

     

  • S-101/04

    «The Emergence and Evolution of Syntactic Ambiguity»

    Stefan Höfler, Universität Zürich; Professor James R. Hurford, Edinburgh
    CHF 121'900.-

    Die Doktorarbeit geht der Frage nach, wie in einer Sprache die charakteristischen Uneindeutigkeiten zustande kommen, die eine gute Maschinen-Übersetzung so schwierig machen. Das Projekt stellt eine Weiterentwicklung der Arbeiten an der "Language Evolution and Computation Research Unit" in Edinburgh dar, wobei eine abstrakte Sprache (bestehend aus einigen Begriffen und grammatikalischen Regeln) aufgrund gewisser Algorithmen von einem Computer-Programm verarbeitet wird, welches die "neue" Sprache alsdann an ein nächstes Computer-Programm weitergibt, das wiederum die Sprache "erlernen" muss. Damit konnte nachgewiesen werden, dass die kulturelle Weitergabe der Sprache dazu führen kann, dass deren Stuktur auch durch nicht-linguistische Bedingungen bestimmt ist und somit zu einem gewissen Teil nicht universell wird.

     

  • R-126/04

    Abgeschlossen

    «Risikokonzepte in Technikdiskursen. Eine vergleichende Analyse von Molekularbiologie und Nanowissenschaften»

    Prof. Sabine Maasen, Dipl. Natw. ETH Monika Kurath, Universität Basel
    CHF 70'000.-

    Bisher existieren weder Studien, die den Bereich der Nanowissenschaften der Molekularbiologie gegenüberstellen noch solche, welche Risikokonzepte wissenschaftsexterner Einrichtungen berücksichtigen oder die spezifische Charakteristika der akademischen Wissensproduktion eruieren. Die Analyse und der Vergleich von Risikokonzepten im Bereich von Nanowissenschaften und Molekularbiologie in der Schweiz wird als qualitative sozialwissenschaftliche Studie aufgebaut und konzentriert sich auf drei Fragekomplexe:

    • Wie sehen Wissenschafter die Risiken der Nanotechnologie?
    • Wie beurteilen Leute ausserhalb der Wissenschaft die Risiken der Nanotechnologie?
    • Lassen sich „boundary objects“ und“ trading zones“ finden, über die es zu Aushandlungen über differierende Risikowahrnehmungen kommt?

    Das Projekt könnte mit den neu gewonnenen Erkenntnissen Handlungsanweisungen für Wissenschaft und Politik im Umgang mit Technikkontroversen entwickeln. Die Ergebnisse fliessen am Schluss in Vorlesungen und Seminare ein und sollen an einer Internationalen Konferenz im Bereich Wissenschaftsforschung vorgestellt und zur Veröffentlichung in diversen Magazinen eingereicht werden.


     

  • R-113/04

    Abgeschlossen

    «Roots of Civilization (die Entstehung von Messtechniken in Mitteleuropa)»

    Dr. Aleksander Dzbynski, Universität Basel
    CHF 44'800.-

    Das Projekt beinhaltet eine kreative neue Forschungslinie in der Frühgeschichte Europas. Aus Grabbeigaben, die in gewissen Gesellschaften gefunden wurden, entnahm man, dass diese Gesellschaften das Prinzip des Messens kennen mussten, da die Grösse der Gefässe stets Verdoppelungen ihrer selbst waren. Dieser Prozess ist grundlegend für den Prozess der Entwicklung der Zivilisation, da nur auf diesem Weg die innere Welt des Menschen auf die Umwelt abgebildet werden kann. In Zentraleuropa ist darüber wenig bekannt. Dzbynski will mit Hilfe von Grabungen und weiteren Untersuchungen an verschiedenen Orten Zentraleuropas die Entstehung von Messtechniken erforschen.


     

  • R-109/04

    Abgeschlossen

    «Die Rolle der Emotion: Ihr Anteil am menschlichen Handeln»

    Prof. Dr. Gerd Folkers, Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 250'000.-

    Das Thema wird aus Sicht der unterschiedlichsten Disziplinen beleuchtet:
    Sozialwissenschaften: Die neuronalen Grundlagen moralischer Emotionen (Prof. Ernst Fehr); Pharmakologie: Mechanismen der emotionalen Schmerzunterdrückung und ihre Konsequenz für die rationale und "alternative" Schmerztherapie unter besonderer Berücksichtigung von sozialem Rollenverhalten und kulturellen Hintergründen (Prof. Gerd Folkers); Neurologie: Selbstorganisation des Gehirns durch Erfahrung (Prof. Hanns Möhler); Physik: Untersuchungen zum Code von Denken und Emotionen (Prof. Reinhard Nesper); Geschichte: Emotion in der Masse: Historische Perspektiven (Prof. Jakob Tanner).
    Die Hoffnung ist, dass die verschiedenen Gruppen im Laufe ihrer Arbeit auf Fragen stossen, die nur gemeinsam gelöst werden können. Dieser Annäherungsprozess soll durch geeignete Strukturen wie gemeinsame Seminarien, Projektbesprechungen und Statuskongresse gefördert werden. Das Funktionieren dieses Prozesses ist selbst Gegenstand eines Forschungsprojekts eines Soziologen aus dem Institut für Arbeitspsychologie.
    Die cogito foundation finanziert 3 Doktoranden und stellt CHF 100'000.– für Gäste und Stipendiaten zur Verfügung, insgesamt CHF 250'000.– für ein Jahr ab 15.10.04.


     

  • R-108/04

    «Gesundheit der Kel Tamasheq in Mali»

    Prof. Dr. Reinhard Schulze, Institut für Islamwissenschaft, Universität Bern
    CHF 75'000.-

    Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Islamwissenschaft der Universität Bern und des Basler Tropeninstituts. Forschungsgegenstand ist das Krankheitsempfinden der Angehörigen des pastoralen Nomadenvolkes der Kel Tamasheq in dem für sie typischen soziokulturellen Umfeld. Als Nomaden sind die Kel Tamasheq von der ohnehin unzureichenden öffentlichen Gesundheitsversorgung weitgehend ausgeschlossen. Das gilt ganz besonders für Frauen und Kinder. Die Therapie der häufigen Krankheiten – viele davon Zoonosen – erfolgt daher auf traditionelle Weise. Der Versuch, moderne Methoden der präventiven und therapeutischen Medizin einzuführen, scheitert an Misstrauen und Tabus. Untersucht werden soll das individuelle und das soziale Krankheitsempfinden dieser Leute von einer Schweizer Islamwissenschafterin, Anna Katharina Münch, und einheimischen Medizinern. Als Frau hofft sie, einen besseren Zugang zu den aktuellen und potentiellen Patientinnen zu haben, zumal sie die lokalen Berbersprachen spricht.

     

  • R-107/04

    Abgeschlossen

    «Science & Society (Anschlussgesuch zu R-106/03) »

    Prof. Dr. David Krieger, Peter Kirchschläger, Christian Filk, Universität Luzern (IKK)
    CHF 50'000.-

    Ziel des Forschungsprojektes ist es, Möglichkeiten und Grenzen der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik zu untersuchen. Dazu werden theoretische Grundlagen zur Gestaltung von Wissensprozessen formuliert und organisatorische Rahmenbedingungen und Modelle erarbeitet. Die Forschungsaktivitäten im abgelaufenen Jahr konzentrierten sich auf die Analyse und Dokumentation des empirischen Datenmaterials aus den Science &Society-Konferenzen, Interviews mit Akteuren und Experteninterviews. Sie zeigen viel versprechende Ansätze für bessere Kommunikationswege zwischen Wissenschaft und Politik. Aufbauend auf diesen Forschungsergebnissen werden Aspekte des Managens von Wissen untersucht. Im Mittelpunkt der Forschungstätigkeit für das zweite Jahr steht die Vervollständigung und Erweiterung der empirischen Untersuchungen und die Erarbeitung eines Kommunikationsmodells für die Kommunikation zwischen Parlamentariern und Wissenschaftern.


     

  • T-120/03

    Abgeschlossen

    «Homo Sapiens Technicus? Wie wird das Verhältnis von Technik und Gesellschaft verstanden?»

    Gesuchsteller: OK Homo Sapiens Technicus (Interuniversitäres Kolloquium, 23.-25. Januar 2004), Markus Schaffner, Prokjektleiter, Institut für Soziologie, Universität Basel
    CHF 3'000.-

    Seit Herbst 1998 organisieren die Soziologiestudenten der Universität Basel jährlich ein interuniversitäres Kolloquium an einer schweizerischen Universität. Die Themen stammten bisher aus dem Bereich von Soziologie und Gesellschaft. Im Januar 2004 findet das Kolloquium (Freitag bis Sonntag) zum Thema Gesellschaft und Technik statt. Ziel ist es, das Verhältnis von Technik und Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkeln und Fachrichtungen zu beleuchten und auch den Dialog zwischen jungen Wissenschaftern und der Industrie zu ermöglichen. Dazu werden Studierende sowohl der Geistes- wie auch der Naturwissenschaften eingeladen. Es finden auch technische Exkursionen statt. Da die Berührungspunkte zwischen den Disziplinen kaum formalisiert sind, könnte das Kolloquium einen ersten Beitrag zu einem fruchtbringenden Dialog zwischen jungen Studierenden verschiedener Fakultäten führen. Die cogito foundation unterstützt dieses Anliegen und wird die Verpflegung an diesem Kolloquium finanzieren.


     

  • T-118/03

    Abgeschlossen

    «"Neuland Forschung": Eine Ausstellung über lebende Modelle als Modelle des Lebens (2004 Landesmuseum) »

    Gesuchsteller: Dr. Isabel Klusman, Dr. Petra Bättig, Universität Zürich/Life Science Zurich
    CHF 50'000.-

    Life Science Zurich und das Landesmuseum organisieren von März bis Juli 2004 eine durch die Uni Zürich betreute Ausstellung (Gruppenführungen und Laborraum für Schulen) zum Thema "Faszination Forschung". Ziel der Ausstellung ist, die Neugier der Forscher einem breiten Publikum zu zeigen und darzustellen, wie Life Science Forschung grundlegende Fragen des Lebens zu klären versucht. Thematisiert wird auch die soziale und kulturelle Verarbeitung von Forschungsresultaten.
    Der mit diesem Beitrag finanzierte cogito-Raum am Schluss der Ausstellung soll den Besuchern helfen, die Erfahrungen und Erkenntnisse des Gesehenen zu verarbeiten und zu vertiefen und das Erlebte zu hinterfragen.

    Website: www.dergespiegeltemensch.ch


     

  • T-116/03

    Abgeschlossen

    «Conference: "Maps and Images: How They Have Transmitted Visual Knowledge Along The Silkroad"»

    Gesuchsteller: Dr. Andreas Kaplony, Orientalisches Seminar der Universität Zürich
    CHF 12'250.-

    Das orientalische Seminar veranstaltet am.14. Mai 2004 einen Kongress zum Thema: Die Seidenstrasse als Achse für den Austausch von visuellem Wissen. Die Konferenz ist eine Arbeitstagung mit stark interdisziplinären Charakter (Astronomie, Kartographie, Klimatologie, Geographie, Medizin, Kunstwissenschaften, Kulturwissenschaften, Mediävistik, Islamistik, usw.). Zur Finanzierung des interdisziplinären Gesprächs zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften werden die Reisekosten (11'250.-) und die Honorare (1'000.-) der an der Tagung auftretenden Referenten übernommen.

    CONFERENCE FINAL REPORT


     

  • T-114/03

    Abgeschlossen

    «Forum "cogito ergo sum", Abend im Haus zum Vorderen Sessel, Freitag, 31. 10. 2003»

    Gesuchsteller: Prof. Hans Leuenberger, Dr. Michael Kessler, Forum «cogito ergo sum», Basel
    CHF 2'100.-

    Der Naturwissenschafter Dr. Michael Kessler und die Philosophin Prof. Dr. Annemarie Pieper referieren zum Thema: Wie verändert technischer Fortschritt, der in ein neues System der Kommunikation mündet, die Gesellschaft? Vor über 500 Jahren leitete der Buchdruck das Ende der mittelalterlichen Welt ein – und heute? Natur- und geisteswissenschaftliche Ansätze sollen nicht in Konfrontation ausmünden, sondern die jeweilig andere Seite zum Denken anregen.


     

  • T-109/03

    Abgeschlossen

    «"Gen-Dorf" anlässlich der Tage der Genforschung 2003»

    Gesuchsteller: Prof. Dr. Adriano Aguzzi, Universität Zürich, Astrid Kugler, "Verein Forschung und Leben", Zürich
    CHF 10'000.-

    Fachleute verschiedener Zürcher Hochschulinstitute zeigten am 23. Mai 2003 am Hechtplatz in Zürich ihre aktuellen Forschungsarbeiten und informierten über die Grundlagen der Gentechnik. Schulklassen wurde auch Gelegenheit geboten, selbst Experimente durchzuführen anhand von Themen wie:
    - Wie sich Pflanzen gegen Viren und Pilze wehren
    - Transgene Pflanzen als Umweltkünstler
    - Immunodrugs: neuartige Impfstoffe gegen chronische Erkrankungen
    - Hefezellen, winzige Helfer in der Medikamentenentwicklung
    - Prionenforschung: mysteriösen Eiweissen auf der Spur.


     

  • T-103/03

    Abgeschlossen

    «"Wege zur Unsterblichkeit? Dialog mit Religion, Naturwissenschaft, Spiritualität" Ausstellung mit Rahmenveranstaltungen im Landesmuseum, vom 19. September bis 30. November 2003 »

    Gesuchsteller: Regula Zweifel, Schweizerisches Landesmuseum, Zürich
    CHF 6'200.-

    Zahlreich sind die Versuche, sich unsterblich zu machen. Die Ausstellung "Wege zur Unsterblichkeit?" zeigt drei dieser Methoden auf: Religion, Naturwissenschaft und der Spiritualität. Die Ausstellung in der Ruhmeshalle zeigt dies als drei parallele Räume, die es zu durchschreiten gilt, um zurückzukehren zu den anderen Wegen. Im Salon rouge ist das "Cafe Unsterblichkeit" eingerichtet, wo Naturwissenschaft, Religion und Spiritualität zum Dialog finden. Begleitende Veranstaltungen dienen dazu, den Dialog zu führen und zu vertiefen. Der Beitrag ist vorgesehen für das Honorar des Experten Prof. Ernst P. Fischer und für die beiden Rahmenveranstaltungen:

    Mittwoch, 15.10. 2003, 19.30 Uhr:
    "Ewiges Leben im Diesseits?":
    Der Sozialpychologe Hans Rudolf Schelling und Genforscher Ernst Hafen diskutieren mit Ernst P. Fischer über die Biologie des Alterns und erfolgreiche Strategien des Altwerdens und Altseins.

    Mittwoch, 29.10. 2003, 19.30 Uhr:
    "Vom Reagenzglas zur gesellschaftlichen Akzeptanz".
    Der Naturwissenschafter Wolfgang Holzgreve, die Politikerin Barbara Haering, der Unternehmer Thomas B. Cueni und der Ethiker Klaus Peter Rippe wagen den Dialog zwischen Forschungsfreiheit, sozialer Nachhaltigkeit, ökonomischer Gewinnorientierung und moralischer Verantwortung.

    www.unsterblichkeit.ch


     

  • T-101/03

    Abgeschlossen

    «Seminar und Fakultätstagung in Genf, 26.-28. Mai 2003»

    Gesuchsteller: Prof. Dr. Christine Lienemann, Theologische Fakultät Universität Basel
    CHF 1'000.-

    Um die Theologiestudentinnen und -studenten mit der Welt der Wirtschaft und der Naturwissenschaften zu konfrontieren, findet die dreitägige Fakultätstagung in Genf statt. Nach dem Besuch des CERN soll ein Gespräch mit einem Elementarteilchenphysiker folgen, der seine Weltsicht mit den Theologen diskutiert. Die Finanzierung der Reisekosten des Physikers, Dr. Heinrich Saller, Heisenberg-Institut der Max Planck-Gesellschaft, München, ermöglicht den Dialog zwischen Theologie und Physik.


     

  • R-119/03

    Abgeschlossen

    «Öffentliche oder autonome Wissenschaft?»

    Gesuchsteller: Prof. Dr. Sabine Maasen, Mario Kaiser, Universität Basel
    CHF 30'263.-

    Die Öffentlichkeit erwartet heute von der Wissenschaft oft nicht nur wahres und gesichertes Wissen, sondern ethische Unbedenklichkeit oder Nachhaltigkeit. Zahlreiche soziologische Untersuchungen über die Interaktion von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik handeln quasi einen Tauschvertrag zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit aus. Dabei wird häufig der Erhalt der Technologie gegen Forschungsfreiheit eingetauscht. Im Gegensatz zu diesem Ansatz will die zweiteilige Analyse sich aus geisteswissenschaftlicher Perspektive empirisch der Forschungspraxis in den Naturwissenschaften annähern. Die Studie beleuchtet die wissenschaftsinterne und die wissenschaftsexterne Kommunikation der Nanowissenschaften und will damit zeigen, wo die Ursachen für Störungen in der Kommunikation der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit liegen und wie Wissenschafter in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit auf deren Forderungen reagieren und wissenschaftliche Gütekriterien einbringen können. Durch die Publikation der Arbeit soll eine breite Diskussion ausgelöst werden.


     

  • R-117/03

    Abgeschlossen

    «The development of stem cell research and bioethics»

    Prof. Dr. Rainer Schweizer, Universität St. Gallen; Dr. Beatrix Rubin, Universität Basel
    CHF 101'000.-

    Für die aktuelle Diskussion um die Stammzellenforschung soll aus der Erfahrung der letzten 40 Jahre Forschung über Stammzellen und Keimzellen aus reproduktionsbiologischer Sicht die Dynamik des Forschungsprozesses untersucht werden. Dazu werden wichtige wissenschaftliche Akteure zu ihrer Einschätzung der Entwicklung und ihren persönlichen ethischen Überlegungen sowie ihre individuelle Wissenschaftler-Motivation befragt werden. Die Geschichte der Reproduktionsbiologie, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Klonierens wird am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin ausgeführt. Schliesslich soll die Diskussion über Forschungsregulierung in diesem Bereich vergleichend aufgearbeitet werden. Aus einer Synopsis der drei Teile soll mehr Transparenz in die gegenwärtige polarisierte Auseinandersetzung um die Stammzellforschung gebracht werden.


     

  • R-115/03

    Abgeschlossen

    «Neubewertung des Erdbebens in Basel von 1356»

    Dr. Donath Fäh, Schweiz. Erdbebendienst ETH Zürich
    CHF 80'000.-

    Die heutige Beurteilung des Erdbebens von Basel im Jahre 1356 stützt sich weit gehend auf sekundäre Quellen. Die Auswirkungen in der Umgebung der Stadt Basel sind nur bruchstückhaft bekannt. Die Gesuchsteller schlagen deshalb vor, die Wissenslücken mit heutigen Mitteln zu schliessen unter Beizug von Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen: Mediävisten, zur Beurteilung historischer Dokumente und zusammen mit Bauingenieuren der Beurteilung der archäologisch erschlossenen Gebäudeschäden. Die Bauingenieure sollen auch den Einfluss des Baugrundes auf das Schadensbild abschätzen. Seismologen sollen schliesslich das Beben besser charakterisieren können. Aus dieser Zusammenarbeit soll eine Neubewertung möglich werden.


     

  • R-106/03

    «"Science & Society" Universität Luzern»

    Gesuchsteller: Dr. Andréa Belliger, Dr. David Krieger, lic.theol. Peter G. Kirchschläger, Institut für Kommunikation und Kultur (IKK), Universität Luzern
    CHF 50'000.-

    Das Institut für Kommunikation der Universität Luzern hat im Jahre 2002 die "Science and Society" Konferenzen ins Leben gerufen. Ziel ist, Politiker und Wissenschafter miteinander über aktuelle wissenschaftliche Themen direkt ins Gespräch zu bringen. Das begleitende Forschungsprojekt will die Möglichkeiten und Grenzen der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik untersuchen sowie theoretische Grundlagen zur Gestaltung von Wissensprozessen und auch organisatorische Rahmenbedingungen formulieren.

     

  • P-113/03

    Abgeschlossen

    «Recording of Prof. Richard Ernst Interview»

    Gesuchsteller: Sir Harry Kroto, Vega Science Trust, Brighton, UK
    CHF 24'488.-

    Der Vega Science Trust des Nobelpreisträgers Prof. Harold Kroto hat eine Reihe von Interviews mit grossen Wissenschaftern und Wissenschafterinnen publiziert. Diese sind als DVD, Fernsehsendungen und per Internet zugänglich. Ziel ist es, die Gedanken und die Motivation dieser Persönlichkeiten einem weiteren Publikum, insbesondere den Jugendlichen zu vermitteln.
    Die cogito foundation übernimmt die Kosten für die Aufnahme und den Schnitt eines Interviews mit dem Nobelpreisträger Prof. Richard Ernst, ETH Zürich.

    play the video


     

  • F-110/03

    «Crossing boundaries between normal and paranormal»

    Gesuchsteller: Prof. Peter Brugger, Universitätsspital, Zürich
    CHF 149'081.-

    Paranormale Fähigkeiten, welche bestimmte Personen, insbesondere bei Telepathieexperimenten zu zeigen scheinen, sind möglicherweise auf das Phänomen "Implizites Lernen von Reihen" zurück zu führen - eine Fähigkeit, versteckte Muster unbewusst wahrzunehmen.
    Ein Exponent der Parapsychologie (John Palmer) und ein skeptischer Neuropsychologe (Peter Brugger) wollen in einer Serie von streng kontrollierten Experimenten dieses Phänomen untersuchen.

     

  • T-113/02

    Abgeschlossen

    «Gründung eines Forums "cogito ergo sum" an der Universität Basel und 1. Tagung am 6.12.2002 »

    Gesuchsteller: Prof. Hans Leuenberger, Unversität Basel, Klaus Eichler
    CHF 5'100.-

    Gründung eines cogito-Forums und Durchführung einer ersten Veranstaltung "Das Narrenschiff" am 6. Dezember 2002 an der Universität Basel. Ziel des Forums und seiner Anlässe ist es, an die Aufbruchstimmung zur Zeit der Gründung der Universität Basel im Jahre 1460 anzuknüpfen und eine neue Aufbruchstimmung zu erreichen, indem bewusst die Grenzen zwischen den Disziplinen und Fakultäten überwunden werden.


     

  • T-112/02

    «BrainFair 2003 Zürich»

    Gesuchsteller: Dr. Wolfgang Knecht, ZNZ Zentrum für Neurowissenschaften Zürich, zur Finanzierung des Eröffnungsanlasses der BrainFair 2003 "Fokale Dystonie" mit Frau Maria João Pires
    CHF 6'800.-

    Die BrainFair ist ein Teil der "Woche des Gehirns" mit welcher das Zentrum für Neurowissenschaften Zürich (ZNZ) seine Forschung der Oeffentlichkeit bekannt macht. Am Eröffnungs-Seminar zum Phänomen der fokalen Dystonie, unter dem bis zu 30% der Musiker leiden, wird die portugiesische Pianistin Maria João Pires über ihre Erfahrungen berichten. Das Phänomen wird von der psychologischen und der neurologischen Warte aus besprochen und durch Musikvorträge illustriert.

    Programm

     

  • T-111/02

    Abgeschlossen

    «Dialogue on Science, Tagung vom 23.-25. Okt. 2002»

    Gesuchsteller: Academia Engelberg, vertreten durch Otto Kern und Patrick Held, Zürich
    CHF 30'000.-

    Unterstützung des ersten Engelberger Wissenschafts-Dialog vom 23- 25. Oktober 2002 mit aktiver Mitarbeit, um Synergien der beiden Stiftungen auszuloten und gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren. Teilnahme im Rahmen der Eröffnung der Konferenz mit der Möglichkeit, die Ziele der cogito foundation vorzustellen und in den Workshops zu den Themen "Public Trust" und "Participation through Communication" Themen und Fragestellungen einzubringen.


     

  • T-106/02

    Abgeschlossen

    «Sciences au musée, sciences nomades»

    Gesuchsteller: Dr. Ninian Hubert van Blyenburgh, Dr. Béatrice Pellegrini, Musée d'histoire des sciences, Genève
    CHF 23'250.-

    Für die Reise- und Aufenthaltskosten der eingeladenen Referenten des Kongresses "Sciences au musée, sciences nomandes" vom 18. -20. September 2002. Der Kongress ist den Fragen gewidmet, wie sich wissenschaftliche Erkenntnis in Museen darstellen lässt, ohne sie zu trivialisieren und wie sich wissenschaftliches Wissen verhält, wenn es in der übrigen Kultur aufgenommen wird.


     

  • T-103/02

    Abgeschlossen

    «Turing Day»

    Gesuchsteller: Prof. Daniel Mange, Christof Teuscher, Logic Systems Laboratory, EPFL, Lausanne
    CHF 5'000.-

    Zur Finanzierung der Reise- und Aufenthaltsspesen der Referenten Douglas R. Hofstadter, visiting Professor University of Bologna und B. Jack Copland, University of Canterbury, New Zealand am Symposium "Turing Day", einer Würdigung von Alan Turing's Werk aus verschiedener Warte.


     

  • P-114/02

    Abgeschlossen

    «Historische Methode: zu den Grundlagen der Geschichte als Wissenschaft des Werdens»

    Gesuchsteller: Prof. Norbert Furrer, Moudon
    CHF 5'000.-

    Druckkostenbeitrag an sein Buch mit diesem Titel, das versucht, eine Art Leitfaden der historischen Methode zu synthetisieren und die "Geschichte" als Diskurs und die Historiographie als Wissenschaft des Werdens - jeglichen Werdens, auch des Werdens der vom Menschen unabhängigen Natur dazustellen. Damit verbindet er die Geschichte des Menschen mit jener der Natur.


     

  • P-108/02

    Abgeschlossen

    «Robust long-term radioactive waste management»

    Gesuchsteller: Dr. Thomas Flüeler, Umweltrecherchen, Hausen
    CHF 10'000.-

    Teilfinanzierung einer internationalen Publikation im Verlag Kluwer Academic Publishers, Dordrecht: "Patterns of Decision Making in Complex Socio-Technical Systems. Lessons Learnt from a Swiss Case Study". Englische Übersetzung der Dissertation mit einem neuen, interdisziplinären Ansatz zum langfristigen Umgang mit radioaktiven Abfällen.

    Decision Making for Complex Socio-Technical Systems (Fr. 211.50)


     

  • P-104/02

    «KIDSinfo»

    Gesuchsteller: Dr. Andrea Leu, Dr. Barbara Tschopp, Schweizerische Vereinigung der Ingenieurinnen (SVIN)
    CHF 2'000.-

    Zur Unterstützung des für einstündige Präsentationen in Primarschulklassen speziell erarbeiteten Materials (Foliensatz, Bilder). Damit sollen Naturwissenschaften und Technik bereits im frühen Schulalter Schülerinnen und Schülern nahe gebracht werden. Auf dieser Altersstufe fehlen bisher konkrete und realitätsbezogene Massnahmen oder Lehrmittel.

     

    http://www.kids-info.ch

  • P-101/02

    Abgeschlossen

    «Anthropologie der Vernunft»

    Gesuchsteller: Carlo Caduff, Collegium Helveticum, Zürich
    CHF 3'500.-

    Für die für Editierung und Reisekosten zur Herausgabe eines deutschsprachigen Essay-Bandes "Wissenschaft und Lebensführung" im Suhrkamp Verlag mit Aufsätzen von Paul Rabinow und einem Interview, worin er seine älteren Essays kommentiert und einen Ausblick auf seine künftigen Arbeiten gibt. Seine Gedanken, die auch der Frage nachgehen, welche Formen der Einbindung und des Dialogs zwischen den Geistes- und den Naturwissenschaften möglich sind, sollten so dem deutschsprachigen Publikum näher gebracht werden.


     

    http://www.suhrkamp.de

  • R-101/01

    Abgeschlossen

    «The Role of Scientific Knowledge in the Political Decision Process: the Example of the CO2-Law.»

    Dr. Marco Berg, Prof. Dr. Dieter Imboden, Energy Commission, Swiss Academy of Engineering Sciences (SATW), Zürich
    CHF 20'000.-